Das Wochenbett und die Aufgaben der Nachsorgehebamme

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Das Wochenbett und die Aufgaben der Nachsorgehebamme

Do., 02/06/2020 - 15:08
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Für die meisten Frauen ist vor allem die erste Schwangerschaft zunächst die aufregendste Zeit in ihrem Leben, richtig spannend wird es allerdings erst, wenn der neue Erdenbürger dann endlich das Licht der Welt erblickt hat. Die Betreuung durch eine Nachsorgehebamme ist in der ersten Zeit nach der Geburt besonders wichtig, denn sie stellt sicher, dass die erste Kennenlernphase zwischen Mutter und Kind möglichst gut gelingt und physische oder psychische Probleme bereits im Entstehen erkannt und somit gelöst werden können. Aber auch bei den zahlreichen aufkommenden Fragen der Jungmutter beziehungsweise der frischgebackenen Eltern ist die Nachsorgehebamme die optimale Ansprechperson.

Noch immer sind viele Menschen der Meinung, dass eine Hebamme Frauen nur bei der Geburt begleitet, doch vor allem im Wochenbett, also der Zeit zwischen der sechsten und der achten Wochen nach der Geburt stellt die Nachsorgehebamme eine wichtige Stütze für die gesamte Familie dar, vor allem wenn nach der Geburt etwas nicht ganz so verläuft, wie es sein sollte.

Die verschiedenen Aspekte der Hebammenarbeit im Wochenbett

Das Aufgabengebiet der Hebamme ist sehr vielfältig. Die Hebamme unterstützt nicht nur vor der Geburt, sondern hat auch danach noch sehr viele Möglichkeiten die frisch gebackene Mutter zu unterstützen.

Die Rückbildung der Gebärmutter

Es ist ein Wunder, welche Höchstleistung der weibliche Körper in der Zeit der Schwangerschaft vollbringt. Vor allem der Gebärmutter, auch Uterus genannt kommt hierbei eine besonders wichtige Funktion zu, schließlich wächst in ihr ein neues menschliches Wesen heran, wodurch sie sich während der Schwangerschaft stark vergrößert. Zwar zieht sich die Gebärmutter kurz nach der Einbindung so stark zusammen, dass sich die Plazenta löst und in Form der sogenannten Nachgeburt ausgestoßen wird, dennoch muss die weitere Rückbildung der Gebärmutter beobachtet werden.

Die Hebamme tastet hierfür in regelmäßigen Abständen den Bauch der Wöchnerin ab und stellt auf diese Weise fest, ob sich das Organ zurückbildet. Nach ca. 10 Tagen sollte sie nicht mehr über den Bauch zu ertasten sein. Zudem kontrolliert die Hebamme die Beschaffenheit des Uterus, denn ist dieser zu weich kann dies eventuell auf einen Wochenflussstau hinweisen.

Bachsorge

Die Kontrolle des Wochenflusses

Das ordnungsgemäße Abfließen des Wundsekrets, das während der Geburt aufgrund der Ablösung des Mutterkuchens von der Gebärmutter und der damit einhergehenden Wunde entsteht, wird ebenfalls von der Nachsorgehebamme beobachtet. Viele Frauen sind sich gar nicht im Klaren darüber, dass sie auch noch einige Zeit nach der Geburt an Blutungen leiden, die stärker sind, als dies zum Beispiel bei der Periode der Fall ist. Hierbei wird besonders darauf geachtet, dass der Wochenfluss im Laufe der Zeit abnimmt und sich zudem die Farbe des Sekrets verändert, da diese Veränderung Aufschluss über das Voranschreiten des Wundheilungsprozesses gibt. Generell lässt sich sagen, dass der Wochenfluss zunächst rot, nach ca. 5 Tagen bräunlich, dann gelblich und schließlich nur noch ganz leicht weiß sein sollte, um auf eine ordnungsgemäße Wundheilung schließen zu können.

Die Heilung physische Wunden im Wochenbett

Die Geburt eines Kindes läuft nicht immer ohne physische Verletzungen der Mutter ab, so kann es zum Beispiel zu vaginalen Einrissen kommen oder die Durchführung eines Dammschnittes beziehungsweise eines Kaiserschnittes kann notwendig sein. In diesem Fall ist die Nachsorgehebamme ebenfalls dafür verantwortlich, die Mutter im Wochenbett dabei zu unterstützen, entstandene Verletzungen ordnungsgemäß zu pflegen und somit dafür zu sorgen, dass es zu keinen Infektionen kommt und die Wundheilung so gut wie möglich erfolgen kann.

Erste Rückbildungsgymnastik

Hormone sorgen während der Schwangerschaft dafür, dass das Gewebe und die Muskulatur der werdenden Mutter aufgelockert werden und sie somit optimal für die bevorstehende Geburt vorbereitet ist. Vor allem die Beckenbodenmuskulatur muss somit aktiv trainiert werden, um Spätfolgen wie zum Beispiel eine Blasen-oder Gebärmuttersenkung beziehungsweise eine Inkontinenz vermeiden zu können. Die Nachsorgehebamme hilft der Wöchnerin dabei, leichte Übungen durchzuführen und korrigiert zudem, ob diese auch richtig ausgeführt werden, um körperliche Spätfolgen zu vermeiden. Auch die Frage, wann die Neumutter mit leichtem Ausdauertraining wie zum Beispiel Schwimmen beginnen, lässt sich gemeinsam mit der Nachsorgehebamme abklären.

Dennoch ist es empfehlenswert, dass Frauen ca. eineinhalb bis zwei Monate nach der Geburt einen Rückbildungskurs besuchen, um dem eigenen Körper bestmöglich nach den Anstrengungen der Schwangerschaft sowie der Geburt bei der Regeneration zu helfen. Bauchmuskelübungen gilt es allerdings vor allem in der ersten Zeit unbedingt zu vermeiden, da sich die Muskulatur erst wieder festigen muss. Auch ruckartige Bewegungen wie zum Beispiel Springen oder Hüpfen sollten vermieden werden, um den Beckenboden nicht zusätzlich zu beanspruchen.

Der Beginn einer erfolgreichen Stillbeziehung im Wochenbett

Vor allem das Stillen stellt frischgebackene Mütter häufig vor eine große Herausforderung, da es vor allem am Anfang zu offenen Brustwarzen oder auch einem Milchstau kommen kann. Das Erlernen der richtigen Stilltechnik sowie das frühzeitige Erkennen der Symptome einer Brustentzündung mithilfe der Nachsorgehebamme sind ebenfalls wichtige Aspekte im Wochenbett.

Der psychische und physische Allgemeinzustand der Wöchnerin

Die Nachsorgehebamme kontrolliert nicht nur den körperlichen Zustand der frischgebackenen Mutter und misst ihren Blutdruck sowie ihre Körpertemperatur, auch die Mutter-Kind-Beziehung und die psychische Verfassung der Frau im Wochenbett werden von der Nachsorgehebamme beobachtet. So kann das Auftreten einer möglichen Wochenbettdepression rechtzeitig erkannt werden und im Falle des Falles Gegenmaßnahmen getroffen werden.

Wochenbett

Die umfassende Betreuung der Nachsorgehebamme im Wochenbett

Es spielt keine Rolle, welche Fragen auch immer die frischgebackene Mutter im Wochenbett beschäftigen, wie zum Beispiel welche Kleidung zum Stillen am besten geeignet ist, alles zum Thema Mutterschutz oder auch alternative Behandlungsmöglichkeiten bei gesundheitlichen Problemen von Mutter und Kind– die Nachsorgehebamme sorgt mit ihrem umfassenden Wissen dafür, dass die betroffenen Personen in Ruhe Zeit haben, um die Wochenbettzeit zu genießen, sich dabei richtig kennenzulernen und aufeinander einzustellen. Auf diese Weise kann der Start in den Alltag nach Beendigung des Wochenbettes viel einfacher gelingen.

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