Die langzeitstillende Mütter

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Die langzeitstillende Mütter

So., 01/12/2020 - 15:41
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Langzeitstillen hat auch häufig etwas mit dem Bildungsstand der Mutter zu tun. Stillt eine Mutter über mehrere Jahre Ihr Kind, denken viele Menschen: „Mit der stimmt etwas nicht“.

Was ist der Grund für diese Langzeit-Stillung?

Studienergebnisse zeigen, dass die Kinder von Müttern mit einer höheren Bildung im Vergleich zu Müttern mit einer eher niedrigen Bildung, eine mehr als 5-fach höhere Chance haben, gestillt zu werden. Mütter mit einem höheren Bildungsstand stillen Ihr Kind nicht nur öfter, sondern auch deutlich länger. Mit zunehmender Erfahrung verlängert sich auch die Stillzeit. Was so viel heißt: jüngere Geschwister wurden im Prinzip länger gestillt als Ihre älteren Geschwister.

Hat sich die Mutter gesund verhalten?

Auch das Verhalten der Mutter im gesundheitlichen Bereich spielte bei den Stillraten eine wichtige Rolle. Hat die Mutter während der Stillzeit nicht geraucht, hatte das Kind laut einer Studie eine mehr als 3-fach höhere Chance gestillt zu werden. Starker Kaffeekonsum und regelmäßiger Alkoholkonsum der Mutter hat zur Folge, dass sich dadurch die Stillzeit verkürzt. Diese Studie und Daten sind zwar das Ergebnis einer einjährigen Stillzeit. Die Eingewöhnung einer funktionierenden Still Beziehung im Alter des Säuglings, ist auch eine essenzielle Voraussetzung für eine längere Stillzeit über das erste Jahr hinaus.

Stillen

Die Studie

Laut einer Studie wurden in einer gewissen Zeit mehr als 1000 Mütter befragt, deren Stillzeit über einen Zeitraum von mindestens 3 Jahren betrug. So folgerte ein Schluss daraus, dass diese Mütter mehrfach aus mittleren und hohen Schichten der Gesellschaft stammten, dazu waren sie noch hochgebildet und gingen sogar noch arbeiten. Über die Hälfte der Mütter hatte einen Hochschulabschluss, viele sogar einen Doktortitel. Der Bildungsstand vieler Frauen war höher als der Bildungsstand Ihrer Ehemänner.

Das Fazit

Gesundheitsbewusste und Gesunde (nicht-trinkende und nicht-rauchende) Mütter mit hohem Bildungsniveau, verfügen über die besten Chancen Ihre Kinder über einen längeren Zeitraum von einem Jahr bis hin zu mehreren Jahren zu stillen.

Nicht geplant

In einer Untersuchung gaben 76 Prozent der befragten Frauen an, dass es normalerweise nicht geplant war, solange zu stillen. Knapp 79 Prozent gaben an, förmlich in die langjährige Stillzeit hineingewachsen zu sein. Im Vorfeld hatten die Mütter entweder keine Vorstellung über die Dauer des Stillens oder aber sie planten eine wesentlich kürzere Stillzeit. Einige der Frauen die vor Ihrer Stillzeit vom Langstillen gehört haben, fanden es sogar abstoßend. Lediglich 13 Prozent der Mütter hatten vor, mehr als ein Jahr zu stillen, weil auch sie als Säugling so lange gestillt wurden.

Stillen hilft beim Trösten und Einschlafen

Um ein müdes Kind in den Schlaf zu befördern, hilft stillen am besten. Es ist einfach das beste Schlafmittel in der Zeit des Babys. Scherzhaft wird die Muttermilch auch von den Vätern K-O-Tropfen genannt. Selbst emotionale Auswirkungen können kleine Kinder mithilfe vom Stillen optimal bewältigen. Selbst über das Kindesalter hinaus bleiben die Vorteile des Stillens erhalten. Ihre Bedeutung verblasst allerdings mit der Zeit. Mütter, die jahrelang gestillt haben, erzählen, dass die tröstende und positive Wirkung des Stillens noch weit über das Kindesalter hinaus anhält.

Langzeitstillen

Für die Entwicklung und kindliche Gesundheit sehen stillende Mütter Vorteile

Überzeugt sind sehr viele Mütter davon, dass Stillen über das Babyalter hinaus, die psychische und körperliche Gesundheit Ihrer Kinder fördert. Bewiesen ist, dass das Immunsystem von Kindern erst mit 5 bis 7 Jahren ausgereift ist und bis zu diesem Alter das Stillen ein immunologischer Vorteil bedeuten kann.

Sexuelle Auswirkung?

Die Belastung einer Unterstellung gegenüber langzeitstillenden Müttern, dass sich die Mütter auf diese Weise sexuell stimulieren oder sie so etwa eine sexuelle Beziehung zum Kind aufnehmen wiegt schwer. Der Gedanke in dieser Richtung hat etwas mit unseren westlichen Werten zu tun, die besagen: Die Brust einer Frau ist in erster Linie ein erotisches Geschlechtsorgan.

Was ist die Brust – Nahrungsquelle – Lustobjekt – Trostspender?

Die Befragung laut einer Studie von 181 Müttern, die mindestens 3 Jahre lang Ihr Baby stillten, ob sie während des Stillens eine „Erregung“ verspürten und wenn ja, ob sie dieser Zustand beunruhigt. Tatsächlich gaben einige Frauen an, dass sie beim Stillen vereinzelt eine sexuelle Erregung verspürten und ein wenig schockiert darüber waren. Einige Mütter unterbrachen das Stillen und andere Mütter stillten aufgrund dieser nicht akzeptablen Lustgefühle sogar ab. Laut Aussage der Mütter meinten viele, dass der Begriff „sexuell“ nicht so gut das Problem trifft und somit der Begriff „sinnlich“ den Begriff besser treffen würde.

Die meisten Mütter empfanden bei der Befragung von Sinnlichkeit oder sexuell überhaupt keine Empfindungen beim Stillen. So kommt die Studie zu einem Ergebnis, dass Stillen häufig ein neutrales Gefühl ist, welches sich weder negativ noch positiv, hauptsächlich bei mehrjährigen Stillbeziehungen auswirkt, da die Brustwarzen zwangsläufig durch die vielen Kontakte desensibilisiert werden. Mütter drückten es so aus: Der weiblichen Brust trifft keine sexuelle Bedeutung zu und wird somit auch nicht in das sexuelle Verhalten mit einbezogen.

Die Studie besagt: Wenn die einzelnen Mütter das Stillen Ihres Babys als sexuell stimulierend empfinden, geschieht es aufgrund der Tatsache, dass die Mütter laut Ihrer kulturellen Überzeugung, die Brust dient in erster Linie dem sexuellen Vergnügen, dieses verinnerlicht haben und frühere Erfahrungen im Bereich „Mund zur Brustwarze“ hauptsächlich im sexuellen Kontakt stattfand. Allgemein sind die Brüste nicht innerlich erotisch. Es kommt auch aus der Sicht der Mütter auf den Moment an, an dem die angenehmen Gefühle und Empfindungen stattfinden.

Stillen

Die Erklärung

Um es sinnbildlich zu veranschauen: Eine Rückenmassage in Zweisamkeit mit dem Partner kann sexuelle Empfindungen auslösen. Bei einer medizinischen Rückenmassage werden derartige sexuelle Empfindungen nicht ausgelöst. Was so viel heißt: Eine angenehme und sinnliche Erfahrung kann die Mutter beim Stillen erleben, ähnlich einer zärtlichen Berührung, wie Küssen, streicheln oder sogar eine kleine Rückenmassage. In der partnerschaftlichen sexuellen Begegnung kann die Zärtlichkeit der Brust betreffend, bei manchen Frauen zu einer Erregung beitragen.

Die Wissenschaftlerin Sinnot hat auch in Ihrer Erhebung herausgefunden, dass sexuelle Gefühle beim Stillen 5-mal so häufig vorkamen, wenn die Brust schon erogen war, bevor an Zuwachs gedacht wurde. Daraus kann man entnehmen, dass die Brüste nicht allgemein für alle sexuell erregbar sind, aber durch verschiedene Umstände sensibilisiert werden können. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Stillen aufgrund sexueller Stimulation von Müttern über die Jahre aufrechterhalten wird. Es gibt hier Unterschiede, Mütter die Stillen angenehm empfinden und Mütter die keine oder kaum Empfindungen dabei spüren. Der Hauptgrund der stillenden Mütter für die Beibehaltung sind die kindlichen Bedürfnisse, in Verbindung einer gewissen Rücksichtnahme.

Wir wünschen Euch eine schöne Stillzeit. Das Team von Stillgruppen.de!