Stillen ist wichtig – Stillprobleme lösen

Stillen ist natürlich, Stillen ist gesund und Stillen ist wichtig, für Dich und für Dein Kind. Dies ist Dir sicherlich bekannt und auch Du möchtest gerne stillen. Aber was machst Du, wenn das Stillen mit einigen Problemen verbunden ist? Wenn es vielleicht nicht so klappt, wie geplant? Dann bleibst Du tapfer und gibst nicht auf!

Mit diesem Artikel wollen wir Dich ermutigen und Dir Kraft geben. Du kannst alle Stillprobleme lösen. Wenn nicht alleine, dann auf jeden Fall mit einer Stillberaterin oder einer Laktationsberaterin, welche Du hier auf Stillgruppen.de findest!

Stillen

Welche Vorteile bietet das Stillen?

Es gibt einige Punkte, die hier aufgeführt werden müssen. Dies sind zum Beispiel: die praktischen Vorteile (die Milch immer dabei), die Kostenersparnis, die gesundheitlichen (Stärkung des Immunsystems des Kindes) und natürlich auch die psychischen Vorteile (die enge Bindung zwischen Mutter und Kind, die Möglichkeit das Kind schnell zu beruhigen). Es gibt aber auch einige wenige Nachteile durch das Stillen. Diese wollen wir nicht ignorieren und auch aufführen.

Baby Stillen

Der Start ist nicht immer einfach

Gerade bei dem ersten Kind gibt es am Anfang immer Unsicherheiten und manchmal auch Startprobleme. Diese Startprobleme kannst Du als Stillmutter aber immer lösen! Und wenn Du es alleine nicht schaffst, dann nimmst Du Dir eine professionelle Hilfe dazu. Viele Stillprobleme können von einer Stillberaterin meist gut und schnell gelöst werden. Warte nicht zu lange, wenn Du ein Problem hast. Lass Dich beraten (geht im ersten Schritt auch per Email oder Telefon) und sorge so für eine rasche Problemlösung um größere Probleme zu vermeiden. Du brauchst manchmal auch einfach nur Mut und Durchhaltevermögen. Und natürlich die Gewissheit, dass die biologischen und körperlichen Grundvoraussetzungen für eine gute Stillbeziehung bei allen Kindern und Mütter immer gleich angeboren sind. Über den Stillerfolg entscheiden meist ganz andere, äußere Einflüsse, an die Du vielleicht nicht direkt denkst. So sind bereits der Verlauf der Geburt und die ersten Tage in dem Krankenhaus sehr wichtig und entscheidend dafür, ob die Mutter einen guten und erfolgreichen Stillstart erlebt oder nicht.

Wie ist in dieser Phase die Unterstützung durch das medizinische Personal? Herrscht in der Klinik und vielleicht auch auf Deinem Zimmer sehr viel Hektik und Stress? Kannst Du Dich entspannen und bekommst Du genug Unterstützung (auch mentale) durch Deine Familie und Deinen Partner? Und wenn Du dann die Kliniken verlassen kannst und zu Hause bist: kannst Du Dich voll auf Dein Kind konzentrieren oder „ertrinkst“ Du in der Hausarbeit, weil Dir die Unterstützung durch Deinen Partner fehlt? All dies sind wichtige und entscheidende Einflussfaktoren, die über einen Stillerfolg entscheiden! Ganz wichtig ist manchmal auf die Unterstützung und das Wissen von einer Fachkraft. Lass Dir helfen, denn Stillen ist so wichtig für Dein Kind. Es hat viele Vorteile für Dich und für Dein Kind.

Stillen

Die Vorteile für Dein Kind

Das Stillen hat sehr viele Vorteile für Dein Kind. Ein ganz wichtiger Aspekt dabei ist die Gesundheit Deines Kindes, die nur Vorteile durch das Stillen hat. Welche positiven Effekte sind dies im Einzelnen? Zu nennen sind die folgenden:

Die Säuglingssterblichkeit bzw. das Risiko dazu wird durch das Stillen deutlich reduziert. Statistiken und Studien haben ergeben, nicht gestillte Kinder in der Zeit bis zum 5. Lebensmonat sehr viel häufiger sterben, als eben gestillte Kinder. Die Wahrscheinlichkeit zu sterben ist 14x höher! Diese Studien und Zahlen stammen aber hauptsächlich aus der dritten Welt. Sie bestätigen damit unsere Aussagen in dem Artikel „Kann Stillen zu einem Eisenmangel führen?“. Dort haben wir aufgeführt, dass Dein Kind die wichtigen Nährstoffe alle über die Muttermilch erhält. Wenn diese Nährstoffquelle aber durch ein frühes Abstillen weg fällt, dann müssen die Nährstoffe über die Gabe von Beikost herbeigeführt werden. Dies ist in der dritten Welt oft nicht möglich, da die Lebensmittelversorgung dort sehr schlecht ist. Die Babys erhalten dann vielleicht nicht immer genug Nährstoffe oder Vitamine und erkranken deshalb vielleicht auch leichter an Infektionskrankheiten.

Letztlich kann dann eine Infektion bei einem geschwächten Kleinkind auch zum Tod führen. Eine Datenlage für Europa fehlt wohl, wäre aber eigentlich dringen notwendig, um die These zu bestätigen. Wir haben aber auch darauf hingewiesen, dass der Nährstoffgehalt in der heutigen Industrienahrung ja auch sehr gering ist und dies eventuell ja auch ein negatives Licht auf die Lebensmittelindustrie werfen würde. Dies möchte man natürlich auch nicht. Vermutlich.

Ebenfalls ist wohl das Risiko für einen plötzlichen Kindstod (SIDS) deutlich geringer. Auswertungen in den normalen Industrieländern haben ergeben, dass das Risiko an SIDS viel geringer ist, wenn die Kinder gestillt werden. Insgesamt gesehen reduziert sich das Risiko hier um ganze fünfundvierzig Prozent. Umso länger gestillt wird, so kann sich das Risiko tatsächlich um ganze dreiundsiebzig Prozent senken!

Stillen

Auch die Wahrscheinlichkeit an einer Atemwegserkrankung zu erkranken ist deutlich geringer. Es liegt rund siebzig Prozent unter dem eines nicht gestillten Kindes. Wir vermuten hier einen absoluten Zusammenhang zwischen der Versorgung mit wichtigen Nährstoffe und Vitaminen und dem Immunsystem.

Ebenfalls besteht ein Zusammenhang zwischen dem Risiko an einer Magen Darm Erkrankung zu erkranken und dem Stillen. Das Risiko sinkt nämlich sehr deutlich, wenn man stillt. Stillkinder haben ein um über sechzig Prozent reduziertes Risiko eine Magen Darm Erkrankung zu bekommen. Wir erkennen hier ebenfalls einen Zusammenhang zwischen den wichtigen Nährstoffen in der Muttermilch, die das Immunsystem und die Abwehrkräfte des Kindes stärken.

Wie wir bereits in dem Bericht „Karies und Stillen“ ausgeführt haben, senkt das Stillen vermutlich auch das Risiko einen Kariesbefall auf den Zähnen des Kindes zu erhalten. Ebenfalls werden so einige Zahnfehlstellungen vermieden, die vielleicht durch das Lutschen an Daumen und Flasche entstehen würden.

Stillen soll auch dafür schützen, an Asthma oder ähnlichen Atemwegserkrankungen zu erkranken.

Stillen reduziere wohl auch das Risiko an Diabetes 2 zu erkranken oder an Übergewicht zu leiden.

Die Wahrscheinlichkeit an einer Mittelohrentzündung zu erkranken, wird ebenfalls um mehr als vierzig Prozent gesenkt. Auch hier sehen wir einen Zusammenhang mit den guten Abwehrkräften der gestillten Kinder.

Stillen soll das Risiko senken, an einer Leukämie zu erkranken. Ebenfalls gegen Krebserkrankungen im Allgemeinen. Wir sehen hier einen Zusammenhang zwischen dem Gesundheitsbewusstsein von stillenden Müttern und dieser Art von Erkrankung. Immer mehr Mütter, die sich für Gesundheit, Ernährung und Stillen interessieren, erkennen den direkten Zusammenhang von Industrienahrung (hier ganz besonders Fleischprodukte und tierische Produkte) und den Krebserkrankungen. Wir verweisen hier auf die Weltberühmte „China Studie“ von Dr. Campbell.

Ebenfalls solch auch zwischen dem Stillen und der höheren Intelligenz der gestillten Kinder bestehen. Wir sehen hier auch die besonders gute Versorgung mit wichtigen Nährstoffen und Vitaminen durch die Muttermilch. Dies ist die Grundvoraussetzung für ein gesundes Wachstum des menschlichen Gehirnes. Gestillte Kinder erreichen wohl im Vergleich ein höheres Einkommen und höhere Bildungsabschlüsse.

Welche positiven Effekte gibt es bei der Mutter?

Stillen soll bei den Müttern das Risiko senken, an Diabetes 2 oder an diversen Krebsarten (Eierstocks- oder Brustkrebs) zu erkranken. Wir sehen hier aber auch eher einen Zusammenhang zwischen dem Gesundheitsbewusstsein und der Ernährung von stillenden Müttern. Denn nicht umsonst sagt man: „Du bist, was Du isst!“

Obst

Starke Bindung zwischen Mutter und Kind

Ein ganz besonders positiver Effekt ist die starke positive, emotionale Verbundenheit zwischen dem Baby und der Mutter. Dies hat natürlich immens wichtige, positive Auswirkungen auf die Psyche von beiden.

Kind schlafen

Stillen ist einfach praktisch

Ganz praktisch ist das Stillen natürlich auch noch. Denn Du hast die Muttermilch immer dabei! Sie muss nicht gekühlt oder irgendwie temperiert werden, sondern hat direkt die perfekte Trinktemperatur. Natürlich ist das auch in der Nacht ganz praktisch, da Du im Familienbett nicht extra aufstellen musst, um eine Flasche zu holen, Du fängst einfach direkt mit dem Stillen an. Weiterhin muss keine Nahrung für Dein Kind extra eingekauft werden. Du produzierst die Nahrung ja selbst. Dadurch muss auch keine Flaschennahrung extra eingekauft werden und du sparst der Familienkasse so vermutlich ca. 70 bis 130 Euro.

Geld sparen

Entlastung für das Gesundheitssystem

Dadurch, dass Dein Kind viel weniger krank ist, wird sogar noch das soziale Gesundheitssystem entlastet. Du gehst weniger zum Arzt mit dem Kind und wirst vermutlich auch weniger Medikamente für Dein Kind erhalten. Es gibt Berechnungen dazu, dass Stillkinder wahrscheinlich sagenhafte zweitausend Mal weniger zum Arzt gehen! Dies ist eine unglaubliche Zahl, die wir sogar noch mit einem Minderbedarf an über 200 Krankenhaustagen ergänzen können, die Stillkinder nicht in Anspruch nehmen. Diese Analyse wurde in den USA vorgenommen und muss natürlich nicht als Allgemeingültig angesehen werden, da sicherlich noch einige weitere Faktoren (wir haben die Ernährung innerhalb der Familie bereits ausgiebig erläutert) dazu kommen.

Der Umweltschutz bzw. die Verschmutzung

Im Bereich der Umweltverschmutzung kann das Stillen natürlich dazu beitragen, diese deutlich zu reduzieren. Denn Deine Muttermilch ist nicht verpackt und verursacht somit keinen Verpackungsmüll und auch nicht die Notwendigkeit Plastikflaschen oder ähnliches zu produzieren.

Umweltverschmutzung Müll

Die Nachteile des Stillens

Ja, wenn wir ganz ehrlich sind, dann hat Stillen natürlich auch Nachteile. Der größte Nachteil ist natürlich, dass die Mutter ihre Freiheit verliert, weil sie ja jetzt immer für das Kind da sein muss. In der heutigen Gesellschaft kann dies zu Problemen führen, da solch eine Abhängigkeit nicht eingeplant bzw. gewollt ist. Die Gesellschaft funktioniert nur dann gut, wenn jedes Individuum alleine aktiv sein kann und auch Aufgaben übernehmen kann. Dies ist bei einer stillenden Mutter natürlich nicht in jeder Situation der Fall.

So ist sie zum Beispiel ja auch nie alleine. Das Kind soll und muss ja immer die Möglichkeit haben, die Muttermilch zu erhalten bzw. mit der Mutter in Kontakt zu kommen. Sie muss also immer da sein. Die Mutter kann also nicht einfach mal alleine für zwei Stunden im Kino verschwinden oder in die Disko gehen. Auch möchten Stillkinder vielleicht sehr oft auf dem Arm der Mutter sein, sodass sie kaum in der Lage ist den Haushalt zu führen. Auch wir waren damals als Eltern in dieser Situation und haben für uns eine fantastische Lösung gefunden. Denn diese Situation ist schon seit Jahrhunderten von Jahren so und wie haben sich die Frauen beholfen?

Richtig, sie haben das Tragen erfunden bzw. die Kinder mit Tragehilfen an die Mutter gebunden, damit diese beide Hände frei hatte und sich relativ frei bewegen konnte. Aus diesem Grund hat Marion sich damals ein Tragetuch gekauft, was wir absolut empfehlen! Hat man die Bindetechnik erst einmal verstanden so ist es eine großartige Hilfe für die Mutter. Das Kind ist ruhig und zufrieden, da es direkt auf dem Herzen der Mutter liegt, die Mutter riechen und hören kann und sich deshalb auch versorgt und sicher fühlt. Die Mutter wiederum erreicht so viel mehr Freiheit und kann einige Dinge erledigen.

Baby tragen

Natürlich ist auch der Berufsalltag bzw. die Rückkehr auf die Arbeitsstelle für eine stillende Mutter kaum möglich. Hier ist natürlich auch das Verständnis und das Entgegenkommen des Arbeitsgebers sehr entscheidend.

Die Auswirkungen auf die Industrie in Deutschland gibt es natürlich auch noch. Wobei wir diesen Punkt ganz deutlich nicht als Nachteil definieren möchten. Vielmehr als Gedankengang. Dadurch, dass Stillkinder natürlich keine Industrie Stillnahrung benötigen, kann die Wirtschaft natürlich nichts verdienen. Sie wird also immer das Stillen kritisieren, denn letztlich geht es um Leben sehr oft nur um das Geld. Dies solltest Du übrigens auch immer im Hinterkopf behalten, wenn sogenannte Experten vom Stillen abraten. Frage Dich immer, wer Studien oder ähnliches finanziert hat und wer einen Vorteil von gewissen Entscheidungen hat. Dann bilde Dir einfach immer Deine eigene Meinung.

Unser Fazit

Die Vorteile des Stillens überwiegen! Worauf wartest Du also noch?! Wir wünschen Dir eine wunderbare Stillzeit! Dein Stillgruppen.de!

Stillen

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