Weg von der Flasche, hin zur Brust

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Weg von der Flasche, hin zur Brust

Mi., 03/18/2020 - 15:44
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Wie man Säuglinge an das Stillen gewöhnen kann: Viele werdende Mamas träumen während ihrer Schwangerschaft von einer wunderschönen Stillbeziehung mit ihrem Baby. Das Neugeborene ist kaum auf der Welt, wird es an die Brust der Mutter gelegt und beginnt genüsslich daran zu saugen. Dass dies selten so wunderbar funktioniert, ist vielen Frauen nicht bewusst.

Umso enttäuschter sind sie, wenn kurz nach der Geburt das Stillen alles andere als gut klappt. Das Anlegen bereitet Schwierigkeiten, entzündete Brustwarzen, ein schmerzhafter Milcheinschuss, im schlimmsten Fall sogar eine Brustentzündung. Auch ein Kaiserschnitt, ein unreifes Kind, die fehlende Hilfe und Anleitung während des Wochenbetts oder auch eine Trennung von Mutter und Säugling können Probleme in der Stillbeziehung verursachen und das Ernähren des Babys mit der Flasche notwendig machen.

Die meisten Säuglinge lehnen die Brust ab, wenn sie einmal das Trinken an der Flasche kennen. In vielen Krankenhäusern wird bereits zur Flasche gegriffen, wenn das Stillen nicht spätestens nach 12 bis 24 Stunden nach der Geburt funktioniert. Durch die Sauger dieser Fläschchen ist der Milchfluss anders als aus der Brust. Dadurch gewöhnt sich der Säugling an diesen Saugmechanismus und kann ihn auf das Trinken an der Brust nicht anwenden. In solchen Fällen wird von einer Saugverwirrung gesprochen. Da das Trinken aus der mütterlichen Brust infolgedessen nicht funktioniert, kommt es bei dem Baby zu Frust, Angst und auch Stress. Dies äußert sich durch Schreien, Boxen und Verkrampfen sobald die Mutter es an ihre Brust anlegen will.

In einigen Fällen liegen aber auch andere Gründe vor, die das Stillen erschweren. Dazu gehört ein verkürztes Zungenbändchen, eine Verspannung im Bereich des Kopfes, der Schultern oder des Nackens, Schläfrigkeit, die durch Neugeborenengelbsucht oder bestimmte Medikamente hervorgerufen wird oder auch neurologische Probleme. Hat die Mutter eine ungewöhnliche Form der Brustwarze, kann dies auch zur Ablehnung führen. In diesen Fällen sollte eine Hebamme oder eine ausgebildete Stillberaterin hinzugezogen werden. Sie kann nach einer gründlichen Untersuchung die Ursachen herausfinden und sie gemeinsam mit der Mutter beseitigen. Oftmals bewirkt schon eine andere Anlegeposition wahre Wunder.

Viele der Saugprobleme können sich schon nach einigen Tagen oder Wochen lösen, doch das Ablehnen der Brust durch das Baby kann auch weiterhin bestehen bleiben. Im Folgenden werden Tipps und Hinweise für gesunde Mamas und Kinder gegeben, bei denen ein unschöner Start zu einer Ablehnung der Brust geführt haben. Weiterhin ist es Voraussetzung, dass die Mutter die Milch regelmäßig abgepumpt und dadurch die Brust immer wieder entleert hat. Denn nur so wird die Milchbildung angeregt. Auch für Mütter, deren Baby mit Flaschenmilch zu gefüttert wurde, sind die nachfolgenden Ratschläge geeignet. Um eine gute Umgewöhnung zu erreichen, ist es wichtig, dass der Milchfluss in Gang ist und das Baby dadurch schnell ein Erfolgserlebnis erzielen kann.

Die Brust

Allgemeine Hinweise zu Stillproblemen

Für eine Mutter ist es eine sehr schwere Situation, wenn das eigene Baby die Brust ablehnt. Dies löst nicht selten ein Gefühl der Zurückweisung, der Frustration, der Angst aber auch ein Versagensgefühl aus, was die Beziehung zum Kind negativ beeinflussen kann. In dieser Situation muss sich die Mutter jedoch immer wieder vor Augen halten, dass nicht sie selbst sondern lediglich die Brust abgelehnt wird. Das Kind kann in diesem Moment einfach nicht an der Brust trinken, liebt seine Mutter aber deshalb nicht weniger. Damit eine gute Stillbeziehung hergestellt werden kann und das Baby den Weg zurück zur Brust findet, benötigen die Frauen viel Geduld, guten Zuspruch und Durchhaltevermögen.

Auch Rückschläge werden nicht ausbleiben, was sich vorher bewusst gemacht werden sollte. Je jünger das Baby ist, desto höher sind die Erfolgschancen auf eine Rückführung zur Brust. In den ersten vier Lebenswochen tun sich die Säuglinge oft leichter. Die Wende tritt nach dem ersten Lebensmonat ein. Doch auch dann ist es nicht zu spät, das Baby an die Brust zu gewöhnen, es wird nur etwas schwieriger. Die Mutter sollte sich und ihrem Baby genug Zeit geben, womit sich beide viel Stress und Frust ersparen können.

Es ist von Mutter zu Mutter verschieden, wie lang der Versuch der Brustgewöhnung durchgezogen wird. Wird die emotionale Belastung zu groß, brechen viele Frauen das Projekt ab und versuchen auf einem anderen Weg die Bindung zu ihrem Baby zu stärken. Dies kann durch das körpernahe Tragen, durch intensives Kuscheln, durch das gemeinsame nächtliche Schlafen im Bett oder auch durch eine körpernahe Fütterungsposition sein. Wichtig ist, dass das Baby und die Mutter oft und lang in Augenkontakt treten. Andere Frauen können die anstrengende Situation länger ertragen. Daher gibt es keinen richtigen und falschen Weg. Jede Mutter muss für sich selbst entscheiden, welchen Weg sie geht.

Wichtig ist es, dass die Brustgewöhnung nie unter Zwang stattfinden darf. Das Drücken des Babykopfes gegen die Brust ist absolut tabu, sonst kann sich die Ablehnung weiter verstärken. Die Aufgabe der Mutter ist es lediglich, ihr Kind an die Brust zu locken. Die Entscheidung, ob und wann der Säugling andockt, muss ihm überlassen werden. Damit sich der Säugling erst einmal an das Gefühl der Brust gewöhnen kann, ist es wichtig, dass es satt und zufriedengestellt ist. Das erste Ziel ist nicht das Trinken an der Brust. Dies kann nur funktionieren, wenn sich das Baby in dessen Nähe wohl fühlt. Anschließend wird der Säugling die Brustwarze mit dem Mund berühren und hin und wieder daran nuckeln und lecken. Erst nur kurz, dann länger und öfter. Der letzte Schritt ist das Trinken, welches auch als nutritives Saugen bezeichnet wird.

Stillen Brust

Den Säugling an die mütterliche Brust heranführen

Wenn die Brust der Mutter abgelehnt wird, erfordert es eine behutsame Rückführung. Hierfür kann es hilfreich sein, wenn die Frau in der häuslichen Umgebung so oft es geht oberkörperfrei, bzw. nur mit einer leichten Jacke bedeckt, herum läuft. Dem Säugling wird dadurch signalisiert, dass es von der Brust nichts Negatives zu erwarten hat. Der enge Hautkontakt zwischen dem Baby und der Mutter ist der nächste Schritt. Dadurch wird die Milchbildung angeregt und der Säugling gewinnt Vertrauen. Die Chancen steigen, dass die Brust angenommen wird.

Der enge Körperkontakt kann auf mehrere Wege stattfinden. Es bietet sich das gemeinsame Baden oder Kuscheln unter einer Decke an. Im Inneren kann der Säugling in ein Tuch gebunden werden. Die Mutter sollte darauf achten, dass sich ihr Kind auf ihrer nackten Haut befindet. Der Kopf ist in diesem Fall am besten nah an der nackten Mutterbrust. In der Nacht können sich Mutter und Kind nah einander gekuschelt schlafen. Der Oberkörper sollte hierbei frei sein, damit der Säugling jederzeit Hautkontakt aufnehmen kann und auch ohne Probleme an die Brust andocken kann.

Brust heranführen

Die Konzentration auf die Brust unterstützen

Als nächstes ist es wichtig, dass das Baby den Zusammenhang zwischen der Brust und der Milch versteht. Gibt die Mutter das Fläschchen, kann sie den Säugling dabei immer an ihre nackte Brust legen und so tun, als ob sie stillen würde. Das Baby verbindet daraufhin die Position, die angenehme Haut der Mutter und deren Duft ihrer Brustwarzen mit der süßlichen Milch. Für die Bildung dieses Brustwarzenduftes sind die Montgomery-Drüsen verantwortlich.

Bei Babys, die mit der Flasche ernährt werden, müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden um es erfolgreich an die Brust zurückzuführen. Der Säugling sollte dazu angeregt werden, den Mund weit zu öffnen, bevor es den Sauger in den Mund nimmt. Dies kann durch ein sanftes Streichen mit dem Sauger von der Lippe, über die Nase, bis hin zum Kinn geschehen. Erst wenn der Mund so weit geöffnet ist, wie es beim Gähnen der Fall ist, kann es den Sauger in den Mund nehmen. Der Säugling lernt dadurch, dass es den Mund immer weit öffnen muss, bevor es die Flasche bekommt, wodurch später das Andocken an die Mutterbrust erleichtert wird. Bei den Saugern sollte darauf geachtet werden, dass sie weich, rund und über eine breite Auflagefläche für die Lippen verfügen.

Stillen

Das Baby beim Aufnehmen der Brustwarze unterstützen

Um den Säugling an die Brust zu bringen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Besteht viel Körperkontakt, wie beim Baden, beim Schlafen oder in einem Tragetuch, dann kann es ganz von allein dazu kommen, dass das Baby die Brustwarze in den Mund nimmt, vor allem wenn es gerade gesättigt und zufrieden ist. Die Mutter sollte keinen Druck auf sich und ihr Kind ausüben und versuchen, entspannt zu sein und zu bleiben. Ihre Aufgabe ist es, dem Säugling die Möglichkeit zu geben, die Brust anzunehmen. Dies geschieht in erster Linie durch viel Nähe und Hautkontakt. Ob und wann es diese Gelegenheit nutzt, bleibt dem Säugling überlassen und ist von Kind zu Kind verschieden. Das Eine möchte nur nuckeln, ein anderes Kind mag die Brust erst, wenn es mit der Milch belohnt wird.

In Indien wird bei der Rückgewöhnung an die Brust, die „Drop and Drip“-Methode verwendet. Bei dieser Variante wird etwas Milch auf die mütterliche Brust getropft, die dann herunterfließt. Dadurch strömt der Geruch der Milch frei, wird vom Baby aufgenommen und es beginnt damit, die Milch aufzulecken. Infolgedessen entsteht beim Kind eine Verbindung zwischen der Brustwarze und der Muttermilch und auch der Zungenkontakt wird hergestellt. Besonders beim gemeinsamen Baden oder beim engen Kuscheln im Bett eignet sich der Einsatz dieser Methode. Die beste Position hierfür ist die Zurückgelegte. Der Kopf des Säuglings befindet sich dadurch in unmittelbarer Nähe der Brustwarze. Im besten Fall beginnt es, die Warze in den Mund zu nehmen und daran zu nuckeln. Damit keine Flecken durch die heruntergelaufene Milch entstehen, kann ein Mulltuch genutzt werden. Wird genug Milch gebildet, kann die Mutter auch einfach einige Tropfen aus der Brust heraus drücken.

Um eine Saugverwirrung zu vermeiden, sollte auf Schnuller oder andere Möglichkeiten zum Saugen verzichtet werden, denn wenn das Saugbedürfnis bereits mit dem Schnuller gestillt wird, ist das Interesse an der Brust deutlich geringer.

Wird das Baby in der Nacht unruhig, sollte die Mutter zuerst die Brust zur Beruhigung anbieten. Im Halbschaf wird sie von den Kleinen meist eher akzeptiert. Allerdings ist davon abzuraten, die Brust in einer solchen unruhigen Situation zum Hungerstillen zu nutzen. Ist der Säugling hungrig, ist er schnell gestresst und in Aufruhr. Das gilt es zu vermeiden, da die Brust sonst sehr schnell mit Frust verbunden wird. Bei der Zufütterung mit Muttermilch eignet sich ein Becher, statt einer Saugflasche. Das Baby kann an dem Becher das Saugbedürfnis nicht befriedigen und zeigt daraufhin eher die Bereitschaft, die Brustwarze in den Mund zu nehmen.

Die Meinungen darüber, wie konsequent auf die Flasche verzichtet werden sollte, gehen auseinander. Aus einigen Studien geht hervor, dass die Brust eher angenommen wird, wenn keine Saugflasche und kein Schnuller zum Einsatz kommen. Andererseits muss bedacht werden, dass die fehlende Möglichkeit zur Saugbefriedigung bei einem Baby Stress auslöst. Auch für die Frauen kann das Weglassen einer Flasche zu einer zusätzlichen Belastung werden. Deshalb muss jede Mutter selbst entscheiden, ob sie die Saugflasche weglässt oder nicht.

Stillen

Das Baby an das Stillen gewöhnen

Die Mutter sollte lernen, wie sie ihre Brust auch mit ihren Händen leeren kann. Dadurch wird die Bildung der Milch gesteigert und kann direkt in den Mund des Säuglings gedrückt werden, wodurch sein Interesse geweckt wird. Befinden sich einigen Milchtropfen an der Brustwarze, kann dies auch die Aufmerksamkeit des Babys erregen. Werden die Säuglinge schon längere Zeit mit der Flasche ernährt, fällt es ihnen oftmals schwer zu erkennen, dass sie zu Beginn des Fütterungsvorgangs an der Brust ansaugen müssen. So kommt es nicht selten zu Frust, da beim ersten Saugen noch keine Milch fließt. In dieser Situation kann die Frau nachhelfen, indem sie den Milchspendereflex selbst auslöst und dadurch der Milchfluss sofort einsetzt.

Sollte die Milchbildung noch zu gering sein, sodass die Frau keine Milch aus ihrer Brust gewinnen kann, besteht die Möglichkeit der Zufütterung an der Brust. Dies ist mit dem Fingerfeeder möglich. Darunter versteht man eine Spritze, die über eine gebogene Spitze, eine Sonde oder einem speziellen Brusternährungsset ausgestattet ist. Zu Beginn wird ein wenig Milch auf die Brust geträufelt. Im Anschluss wird das Baby an der Brust saugen. Nun muss die Mutter den Fingerfeeder zur Hilfe nehmen, indem sie die Milch über die Sonde in die Mundwinkel des Babys füttert. Der Säugling wird danach mit dem Saugen beginnen.

Saugverhalten optimieren

Damit das Stillen überhaupt funktionieren kann, ist das richtige Anlegen unerlässlich. Voraussetzung hierfür ist das große und weite Aufmachen des Babymundes um die Brustwarze und dessen Warzenhof gut umschließen zu können. Nur so können auch wunde Brustwarzen vermieden werden. Um Fehler zu vermeiden, sollten die ersten Anlegeversuche von einer Stillberaterin oder einer Hebamme begleitet werden. Der Schlauch bzw. die Sonde des Brusternährungssets dient unter anderem auch dazu, dass der Säugling besser andockt und das Saugverhalten optimiert wird. Am Anfang muss die Sonde dieses Sets gut abgeklebt werden um ein gutes Anlegen zu ermöglichen. Auch nach dem Andocken kann die starre Sonde noch in den Mund des Säuglings gesteckt werden. Hier muss jede Mutter die für sich richtige Methode finden.

Sehr verbreitet bei Stillproblemen sind Stillhütchen. Diese kleine Plastikkappe erinnert die Babys an die Form des Flaschensaugers. Sie können mit ein wenig Muttermilch befüllt werden, wodurch dem Baby das Andocken interessant gemacht wird, denn die Muttermilch fließt mit diesem Hütchen sofort. Auch mit den Brusternährungssets kann das Stillhütchen kombiniert werden. Allerdings gehen auch bei diesem Hilfsmittel die Meinungen weit auseinander. Einige Hebammen sind überzeugt, dass die Abgewöhnung dieser Hütchen noch schwerer ist, als von Flaschensaugern. Andere wiederum sagen, dass sie das anstrengende Abpumpen ersetzen und das Baby damit sicher an die Brust geführt und dort ernährt werden kann.

Nicht jede Position wird von dem Säugling angenommen, deshalb ist es ratsam, in mehreren Positionen das Stillen zu probieren. Einige Stellungen werden von dem Kind mit Frust verbunden. Geduld und Ausdauer müssen immer an erster Stelle stehen. Sollte das Anlegen nicht gleich klappen, kann es 30 oder 60 Minuten oder auch ein oder zwei Tage später schon wieder ganz anders aussehen. Es sollte einfach immer wieder probiert werden.

Ist der Säugling aufgebracht, kann sich die Mutter auf einen Gymnastikball oder einen Schaukelstuhl setzen und während sie ihn anlegt, sanft hin und her wippen. Dabei wirkt vor allem das senkrechte Wippen sehr beruhigend. In der Anfangszeit kann sich eine zweite, assistierende Person, als hilfreich erweisen.

Werden die Babys in der ersten Zeit mit der Flasche gefüttert, verlernen sie schnell das richtige Saugen an der Brust der Mutter und schaffen es infolgedessen auch nicht, Milch aus der Brust zu bekommen. Daher sollten Schnuller und Fläschchen konsequent weggelassen werden. Mithilfe von Brustsonden und Ernährungsset sowie dem Zufüttern an der Brust, kann der Säugling das richtige Saugen wieder lernen. Je jünger die Babys sind, desto höher sind die Erfolgschancen. Doch das heißt nicht automatisch, dass größere Kinder die Rückgewöhnung an die Brust nicht schaffen. Auch Kleinkinder konnten das Saugen wieder neu lernen. Sollte der Säugling trotz richtigem Saugen noch keine Milch aus der Brust gewinnen können, kann ein Brusternährungsset bzw. eine Sonde zur Hilfe genommen werden. Mit diesen Hilfsmitteln fließt die Milch von allein und das Baby wird belohnt. Der Zufluss der Milch kann anschließend Stück für Stück verringert werden.

Methode nach Marta Guoth-Gumberger

Sollten alle Versuche scheitern und der Säugling kann trotz aller Bemühungen nicht an die Brust zurückgeführt werden, gibt es noch die Methode von Marta Guoth-Gumberger. Hierbei wird der Sauger der Flasche einfach über die Brustwarze geklebt und mittels des Brusternährungssets mit der Muttermilch befüllt. Der Schlauch des Sets muss hierfür durch das Loch des Saugers gefädelt werden. Damit keine Frustration entsteht, sollte die Milchflasche dennoch immer griffbereit stehen. Hat sich das Baby mit dieser Methode angefreundet, kommt ein kleinerer Sauger zum Einsatz. Jedoch muss darauf geachtet werden, dass der Sauger die Brustwarze nicht nur teilweise bedeckt und es zu einem oberflächlichen Saugen an der Brustwarze kommt, denn das kann zu wunden Stellen führen. Im nächsten Schritt sollte der Sauger durch ein Stillhütchen ersetzt werden. Doch auch diese Umgewöhnung ist nicht innerhalb von ein oder zwei Tagen vollzogen und kann sich über zwei Monate erstrecken.

Um die Milchbildung weiter aufrecht zu erhalten, solang der Säugling noch nicht vollständig über die Brust ernährt wird, muss die Mutter zusätzlich abpumpen. Erst wenn ein effektives Saugen stattfindet, kann die Pumpe beiseitegelegt werden, da die Milchbildung dann durch den Säugling genügend angeregt wird.

Stillen

Wie viele Mahlzeiten sind notwendig?

Babys, die mit der Flasche ernährt werden, benötigen häufig nur vier bis sieben Mahlzeiten pro Tag. Dabei trinken sie eine große Menge. Bei gestillten Säuglingen ist das anders. Sie trinken sehr oft, bis zu 16-mal am Tag, nehmen dabei aber nur wenig Milch auf. Sehr häufig kommt das Cluster-Stillen vor. Besonders am Abend wollen die Babys fast ununterbrochen an die Brust. Dies wirkt sich positiv auf die Milchbildung aus und stärkt die Bindung zwischen Mutter und Kind. Je häufiger der Säugling an der Brust ist und je ungehinderter es Zugang zur Brustwarze hat, desto positiver wirkt es sich auf die Rückgewöhnung aus.

Das Stillen wird gefördert, wenn das Baby bei jedem Anlegen so wenig wie möglich Milch zusätzlich aus der Flasche bekommt, damit das Hungergefühl nicht vollständig gestillt ist. Andererseits sollte das Kind beim Stillen auch nicht völlig ausgehungert sein. Sobald erste Anzeichen des Hungers auftreten, sollte das Baby angelegt werden. Die Muttermilch, die abgepumpt wird, kann für vier bis acht Stunden bei Raumtemperatur aufgehoben werden. Fertige Babymilch übersteht zubereitet problemlos zwei bis drei Stunden, ebenfalls bei Raumtemperatur. Beides muss nicht extra erwärmt sondern kann bei Raumtemperatur gegeben werden. Dadurch wird der Alltag von Mutter und Vater deutlich erleichtert.

Stillen

Bekommt das Baby an der Brust ausreichend Milch?

Bei einer Ernährung mit der Flasche hat die Mutter den Vorteil, genau sehen zu können, wie viel ihr Kind getrunken hat. Dies ist beim Stillen nicht der Fall, was viele Mütter verunsichert. Allerdings gibt es Hinweise, die beim Abschätzen der Trinkmenge helfen:

  • Liegt der Säugling gut an der Brust, stehen die Chancen gut, dass es mehr Muttermilch aufnehmen kann.
  • Das Baby saugt zu Beginn schnell, nach kurzer Zeit dann langsam, weil der Milchfluss eingesetzt hat.
  • Schluckgeräusche sind zu sehen und zu hören. Der Kiefer vollzieht tiefe Bewegungen, die durch das Saugen und Schlucken verursacht werden.
  • Der Milchspendereflex ist spürbar.

Einige Mütter und Hebammen nutzen zur Gewichtskontrolle spezielle Babywaagen, mit der die Säuglinge jeweils einmal vor und nach dem Stillen gewogen werden. Jedoch kann mit einer Mahlzeit noch kein aussagekräftiges Urteil gebildet werden. Hierfür müssen mehrere Stillmahlzeiten gewogen werden.

Auch das Wiegen der Windeln, in einem Zeitraum von 24 Stunden, ist möglich. Die Windeln werden hierfür in eine Tüte gelegt und nach 24 Stunden gewogen. Anschließend muss das Gewicht der gleichen Menge unbenutzter Windeln abgezogen werden. Die Ausscheidungen wiegen dabei weniger als die aufgenommene Menge Milch und sollte sich nach der Umstellung auf die Brust auch nicht verändern.

Eine weitere Methode wäre das Führen eines Ausscheidungsprotokolls. Auch hier ist es wichtig, dass sich die Ausscheidungsmenge und –anzahl nach der Umgewöhnung nicht verändern. Das Gewicht des Säuglings sollte in regelmäßigen Abständen erfasst und in Wachstumskurven der WHO eingetragen werden. Nimmt das Baby entlang der Perzentile oder parallel dazu zu, reicht die Muttermilch aus. Eine Begleitung durch eine Hebamme oder Stillberaterin ist immer empfehlenswert.

Unterstützung in Anspruch nehmen

Viele Mütter erfahren im eigenen Haushalt Hilfe durch ältere Geschwisterkinder und werden dadurch entlastet und versorgt. Sie muss sich regelmäßig entspannen um viel Zeit mit dem Säugling verbringen zu können. Viele Stunden des Tages verbringt sie mit der Gewinnung von Milch und der Steigerung der Milchbildung, was viel Kraft und Nerven kostet. Eine andere Möglichkeit, wäre die Hilfe durch eine erfahrene Stillberaterin. Sie kann bei der Rückführung an die Brust wertvolle Tipps und Ratschläge geben und die Möglichkeiten verschiedener Stillhilfsmittel aufzeigen. Zusätzlich ist der Besuch einer Stillgruppe empfehlenswert. Dort können sich die Mütter untereinander austauschen, zur Seite stehen und emotional unterstützen.

Wir wünschen viel Erfolg!

Wir wünschen viel Kraft und Erfolg! Dein Stillgruppen.de!

Baby schlafen

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