Unterschiedliche Brüste während der Stillzeit

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Unterschiedliche Brüste während der Stillzeit

Di., 12/17/2019 - 17:46
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Bei der Frau besteht während des Stillens die Möglichkeit, dass beide Brüste eine unterschiedliche Größe entwickeln, selbst wenn beide Brüste vor der Schwangerschaft ungefähr gleich groß waren. Dieser Zustand ist aus der Sicht des Stillens weder problematisch, noch besorgniserregend. Hierbei handelt es sich lediglich um ein optisches Problem, aber auch nur dann, wenn die Mutter sich an der Asymmetrie der Brüste stört.

Woher kommt es und wie kann die Asymmetrie wieder ausgeglichen werden?

Beide Brüste einer Frau produzieren nicht immer gleich viel Milch. So kommt es vor, dass bei manchen Frauen die Milchproduktion in den Brüsten, in einer Brust mehr ist, als in der anderen Brust. In der Regel ist die Brust größer, welche mehr Milch produziert. Dieses Verhältnis kann sich auch umkehren, aber meist nur in Einzelfällen. Das Problem liegt daran, dass die Brust in der Zeit des Stillens an Volumen abnimmt und die Brust, welche die Milchproduktion weitgehend eingestellt hat, im Laufe der Zeit mehr Fettgewebe als die produzierende Brust einlagern kann. Ist die Zeit des Stillens abgeschlossen, gleichen sich in der Regel vermutlich beide Brüste mit der Zeit wieder an und erreichen so ein optimales Größenverhältnis wie vor der Schwangerschaft.

Da die werdende Mutter ihre Brüste ständig sieht und diese dann natürlich auch automatisch begutachtet, fällt ihr der Größenunterschied mehr auf als anderen Personen. Ist die Mutter mit der Asymmetrie ihrer Brüste unzufrieden, besteht die Möglichkeit die Milchbildung in beiden Brüsten auszugleichen. Natürlich lässt sich das Problem der unterschiedlichen Brustgröße auch mit einer BH-Einlage sehr gut regeln.

 

Warum läuft die Milchproduktion in den Brüsten unterschiedlich ab?

Es liegt daran, dass bei jeder Frau die Brüste mehr oder weniger unterschiedlich gewachsen sind. Die optimale Größe beider Brüste in der Symmetrie ist sicherlich nur eine Idealvorstellung aus den Medien. Es gibt verschiedene Merkmale, bei denen sich die Brüste unterscheiden:

  • Die Form der Brustwarzen kann unterschiedlich ausfallen, dadurch kann das Baby die eine Seite der Brust besser erfassen und dort auch effektiver trinken, als an der anderen Brust.
  • In einer von beiden Brüsten kommt mehr aktives Brustdrüsengewebe – Milchbläschen – Milchgänge –und Alveolen vor, als in der anderen Brust, somit ist klar, dass an der einen Brust die Speicherkapazität der Milch höher ist, was so viel heißt: „Die Brust kann mehr Milch fassen“.
  • Der Milchspendereflex ist an einer Brust stärker als an der anderen Brust, hier fließt die Milch schneller, hauptsächlich an der Brust mit der größeren Speicherkapazität.

Derartige Unterschiede können auch genetisch bedingt sein, sodass die Mutter also schon mit unterschiedlichen Größen der Brüste die Stillzeit beginnt. Ein weiterer Grund kann auch sein, dass ein Baby an einer Seite bzw. einer Brust intensiver oder oder effektiver saugt und deshalb dort mehr Milchdrüsengewebe entstehen wird bzw. entstand.

Baby Stillen

Warum bevorzugt das Baby eine Brust überhaupt mehr als die andere Brust?

Ihr Kind könnte eine Brust besonders bevorzugen, weil:

  • Mit dem Milchfluss einer Brust kommt das Baby besser zurecht, weil er entweder langsamer oder schneller ist.
  • Bedingt durch eine Brustentzündung oder eines Milchstaus kann die Muttermilch in dieser Brust, dem Baby ungewohnt schmecken.
  • Das Baby kann die Brust nicht so gut erreichen.
  • In einer bestimmten Körperposition liegt das Baby nicht so gerne, zum Beispiel aufgrund von möglichen Entzündungen in einem Ohr oder einem Muskelkater bzw. einer Muskelverspannung.

Warum bevorzugt die Mutter die eine Brust mehr als die andere Brust?

Die Mutter kann eine bestimmte Brustseite auch - unbewusst - öfter anbieten! Mögliche Gründe sind:

  • Das Anlegen des Babys ist für die Mutter bequemer an der rechten oder linken Brust.
  • Die Mutter ist vielleicht eine Rechtshänderin bietet deshalb eine Brustseite länger und öfter an.
  • Das Baby liegt in der Nacht immer auf derselben Seite der Mutter und somit stillt sie auch immer mit derselben Brust.
  • Bei einer wunden Brustwarze schont die Mutter diese Brust, weil sie dort dann beim Stillen Schmerzen empfindet.
  • Aufgrund von einer Brustentzündung oder einem akuten Milchstau möchte die Mutter eine Brust besonders gut entleeren und bietet sie deshalb öfter an.

Bevorzugung einer Brust ist nicht gut

Die Bevorzugung einer bestimmten Brust kann sehr gravierende Auswirkungen auf das Stillen haben. Zum Beispiel kann dies dazu führen, dass die eine Brust im Laufe der Stillzeitzeit durch das Baby dann komplett abgelehnt wird. Sollte dieser Fall eintreten, kann die Mutter auch, ihr Baby nur an einer Brust stillen! Das Stillen kann tatsächlich auch nur mit einer Brust gelingen. Das Angebot wird immer von der Nachfrage bestimmt und deshalb wird die Milchbildung in der Brust ganz automatisch dem Milchbedarf des Babys angepasst. Auf jeden Fall muss die Nachfrage des Babys nach Muttermilch immer weiter bedient werden.

Das Angleichen der Milchbildung in beiden Brüsten

Um wieder gleichgroße Brüste zu erreichen, kann die Milchbildung angeglichen werden, indem die Milchbildung an der kleineren Brust gesteigert wird und an der größeren Brust dann eben verringert wird. Es ist ganz von dem Baby abhängig, wie sehr es zwischen den beiden Brüsten bewusst unterscheidet.

Milchbildung anregen

Das Baby macht keine Unterschiede bei seiner Wahl

Ist es dem Baby egal, an welcher Brust es angelegt wird, kann die Mutter direkt mit der Milchbildung der kleineren Brust beginnen indem sie diese bevorzugt anbietet. Die kleinere Brust wird also häufiger zum Stillen genutzt. Meist kann man schon innerhalb von 3 bis 5 Tagen die Auswirkungen dieser Maßnahme erkennen, d.h. es gibt tatsächlich eine optische Veränderung der Brüste. Je nach Bedarf wird diese Stimulation dann eben weiter fortgeführt oder nach dem erreichten Erfolg, wieder beendet.

Was ist, wenn das Baby die kleinere Brust verschmäht?

Es gibt auch in diesem Fall Möglichkeiten dem Kind die kleinere Brust schmackhaft zu machen:

  • unterschiedliche Stillpositionen testen, um so eine Lage zu finden, in der das Baby die weniger genutzte Brust vielleicht wieder akzeptiert.
  • Das Baby an der abgelehnten Brustseite anlegen und sanft dabei wippen (auf einem Gymnastikball), das dies das Baby ablenkt und vielleicht beruhigen kann.
  • Insbesondere in der Nacht die unbeliebte Brust anbieten, damit das Baby den Unterschied vielleicht nicht so schnell bemerkt. Das funktioniert auch am Tage, wenn sich das Baby im Halbschlaf befindet und ebenfalls nicht so kritisch bei der Wahl der Brust ist.
  • Ohne das die Stillposition geändert wird, wird das Baby (eventuell mit Ablenkung oder durch Schnelligkeit) von der angenommen Brust hin zur abgelehnten Brust gelegt.
  • Ist die Brustwarze an einer Brustseite etwas flacher ausgeprägt und so für das Baby ungünstig mit dem Mund zu fassen, so kann hier ein tiefes und asymmetrisches Anlegen mit häufigen Wiederholungen ausprobiert werden. Dadurch wird die Brust möglichst vollständig geleert.
  • die Milchproduktion kann auch durch den Einsatz einer Milchpumpe gesteigert werden. Weitere Informationen dazu finden Sie auch in unserem Artikel zur Milchproduktion.
  • Eine weitere Methode, die sich hier anbietet, um flache Brustwarze aufzurichten, ist das Kneten und Ziehen (Sandwich-Methode) der Brustwarze. Dabei kann auch ein Kältereiz oder ein Brustwarzenformer genutzt werden.

Stillgruppen.de wünscht viel Kraft und Erfolg bei der Umsetzung der Tipps.

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