Urin und Stuhlgang eines gestillten Babys

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Urin und Stuhlgang eines gestillten Babys

Fr., 12/20/2019 - 22:00
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Bedürfnisse und Probleme eines neugeborenen Babys sind in der ersten Zeit für die frischgebackenen Eltern nicht immer leicht erkennbar. In den ersten Lebenswochen finden Eltern oft erst durch probieren heraus, welches Bedürfnis das Neugeborene grade hat.

Signale des Babys erkennen

Zum Glück sendet das Baby eine Reihe von Hinweisen und Signalen aus, die auf das aktuelle Bedürfnis hinweisen. Dabei kommt der Kenntnis über den Urin und Stuhlgang des Neugeborenen eine ganz besondere Rolle zu. Grade bei gestillten Kindern können Eltern am Urin und Stuhlgang ihrer Babys wichtige Informationen darüber erhalten, wie es ihrem Kind geht und ob es genug Nahrung und Flüssigkeit erhält. Der folgende Artikel soll Eltern zeigen, welche Informationen Sie aus Häufigkeit, Farbe und Konsistenz von Muttermilchstühlen erhalten können.

In den ersten Lebenswochen erhalten die Eltern auch aus dem Stuhlgang ihres Babys wichtige Informationen. Der Urin spielt in dieser Zeit noch eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist, dass das Baby Urin ausscheidet, was die Möglichkeit eröffnet, die ausreichende Aufnahme von Muttermilch zu überprüfen. Hierzu sollte die Windel bei jedem Wechsel nass sein, da Neugeborene zwischen zehn und zwanzig mal am Tag Urin in kleinen Mengen ausscheiden.

Am ersten Tag des Neugeborenen: Ausscheidung des Mekoniums

Der erste Stuhlgang des Neugeborenen wird als Mekonium (auch Kindspech) bezeichnet. Dieser schwarze, klebrige und teerartige Stuhlgang besteht hauptsächlich aus Fruchtwasser, abgestorbenen Zellen, Haaren und eingedickter Gallenflüssigkeit. Haben die Kinder vor oder während der Geburt Stress, wird dieser Stuhlgang schon häufig im Mutterleib abgesetzt.

Windel

Am zweiten bis zum dritten Tage des Neugeborenen: Grün - schwarzer bis gelblicher Stuhlgang

Ab dem zweiten Tag des Neugeborenen verändert sich die Farbe des Stuhls von schwarz zu grün bis gelblich. Auch die Konsistenz ändert sich und der Stuhl wird breiähnlich bis flüssig. In diesen Tagen sollte das Baby zwei bis viermal am Tag Stuhl absetzten. Urin sollte in jeder Windel sein.

Am vierten bis zum siebten Tage des Babys: Der typische Muttermilchstuhl

Spätestens ab dem 4. Lebenstag des Babys sollte der Stuhlgang eine gelbliche Farbe annehmen. Auch die Menge und Häufigkeit des Stuhlgangs steigt jetzt kontinuierlich mit zugeführter Nahrung. Die Konsistenz des Muttermilchstuhls kann von flüssig bis quarkartig variieren. Der Geruch ist fruchtig und sollte nicht abstoßend riechen.

Ist der Stuhlgang fest, riecht auffallend oder sind weniger als zwei Stuhlgänge am Tag in der Windel, kann das ein erster Hinweis auf eine ungenügende Milchaufnahme sein.

Sollte das der Fall sein, muss Ihre Hebamme oder der Kinderarzt die Ursache suchen. Häufig machen Mütter Fehler beim Stillen, Erkrankungen der Kinder sind seltener die Ursache. Ein falsches oder zu weniges Anlegen an die Brust wird von der Hebamme schnell erkannt. Speziell ausgebildete Still- und Laktationsberater/innen können hier wertvolle Tipps geben. Manchmal kann das Baby aber auch nicht richtig saugen oder die Mutter hat zu wenig Milch. Auch diese Ursachen müssen abgeklärt werden.

Stuhlgang Baby

Urin und Stuhl ab der zweiten Lebenswoche

Ab der zweiten Lebenswoche pendelt sich die Urin- und Stuhlausscheidung bei Neugeborenen ein, wobei allerdings individuelle Unterschiede in der Häufigkeit und Menge bestehen. In der Häufigkeit sind gelbe Muttermilchstühle von ein bis fünfmal pro Tag unbedenklich. Im Schnitt setzen Neugeborene nach der ersten Woche dreimal Stuhlgang ab.

Neugeborene, die nur Muttermilch erhalten, haben weiterhin einen gelblichen, weichen bis quarkähnlichen Stuhlgang. Längere Abweichungen, wie eine Verflüssigung oder harter Stuhlgang, sollten nicht auftreten. Dann ist der Kinderarzt oder die Hebamme zu konsultieren. Ab der zweiten Lebenswoche kommt auch dem Urin mehr Bedeutung zu. Der Urin von erfolgreich gestillten Babys sollte geruchlos, leicht gelblich bis farblos sein. Im Schnitt sollte in jeder Windel Urin sein, mindestens aber vier bis sechs Einmalwindeln gut gefüllt sein.

Urin und Stuhlgang ab dem 3. Lebensmonat

Ab dem dritten Lebensmonat nimmt die Stuhlhäufigkeit kontinuierlich ab. Die meisten Säuglinge haben in dieser Zeit ein bis zwei Stuhlgänge pro Tag. Konsistenz und Geruch sollte bei ausschließlich gestillten Babys weiterhin unverändert sein.

Auch hier gibt es aber recht große, individuelle Unterschiede. Während die meisten Babys täglich Stuhl in kleineren Mengen absetzen, gibt es vereinzelt auch Säuglinge, die in zwei Wochen nur einen Stuhlgang aber mit einer großen Menge an Stuhl absetzen.

Grundsätzlich gilt: Hat das gestillte Neugeborene oder der ausschließlich gestillte Säugling einen gelblichen, weichen bis quarkähnlichen Stuhlgang, der in den eben beschriebenen Häufigkeiten abgesetzt wird und keine Mangelanzeichen wie ein verlangsamtes Wachstum oder eine verringerte Vigilanz (Wachheit) wird das Baby mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich gestillt.

Urin und Stuhlgang Baby Windel

Welche Auffälligkeiten weisen noch auf Stillprobleme hin?

Grüner Stuhl bei Neugeborenen und Säuglingen: Grüner Stuhl ist bei Neugeborenen in den ersten Lebenstagen während des Wechsels von Mekonium zu gelblichem Stuhl physiologisch (gesund). Auch später können grünliche Stühle bei Säuglingen vorkommen, die mit künstlicher Säuglingsmilch oder bereits mit Beikost zugefüttert werden. Tritt bei rein gestillten Säuglingen nach der zweiten Woche grüner Stuhlgang auf, weist dies in den meisten Fällen auf ein Stillproblem hin.

Bei der genaueren Ursachenvorschung hängt es davon ab, ob der grüne Stuhl in größeren Mengen und schaumartig auftritt oder nur sehr wenig grüner Stuhl entleert wird.

Setzt das Baby sehr wenig und grünlichen Stuhl ab, bekommt es in der Regel zu wenig Muttermilch. Bei großen und schaumartigen Mengen an grünen Stuhl muss oft das Stillverhalten verändert werden. Die Inhaltsstoffe in der Muttermilch sind zwar immer gleich, jedoch ändert sich je nach Stillverhalten und Menge der Milch in der Brust die Konzentration der Inhaltsstoffe, besonders des Fettgehaltes.

Bei dieser Stuhlveränderung erhält das Kind zu viel sogenannte Vordermilch und zu wenig Hintermilch, die einen höheren Fettanteil hat. In diesem Fall sollte mit der Hebamme oder Stillberaterin über das Stillverhalten gesprochen und dieses angepasst werden.

Durchfall bei gestillten Babys

Viele Neugeborene und Säuglinge haben mehrere, weiche bis flüssige Stuhlgänge am Tag. Werden diese Babys nicht mit künstlicher Milch oder Beikost zugefüttert, soll das auch durchaus so sein. Solange keine weiteren Krankheitszeichen wie Fieber, Schüttelfrost, Bauchschmerzen oder Mangelerscheinungen auftreten, ist ein häufiger und flüssiger Stuhlgang in den meisten Fällen normal. Durchfälle bei mit Beikost zugefütterten Babys entstehen oft aufgrund der noch unbekannten Zutaten oder einer unhygienischen Zubereitung.

Ziegelfarbener Urin

Ziegelfarbener Urin, das sogennante Ziegelmehlsediment, tritt bei den meisten Babys in den ersten zwei bis drei Lebenstagen auf und ist völlig normal. Tritt diese Verfärbung später auf, kann dies ein Hinweis auf eine nicht ausreichende Muttermilchnahrung sein.