Wunde Brustwarzen:

                                                                    
Häufig stellen wunde oder einfach nur empfindliche Brustwarzen gerade am Anfang der Stillzeit das größte Problem dar.

Sie verursachen starke Schmerzen und die Freude am Stillen wird der Mutter rasch genommen. Unmittelbar nach dem Anlegen befinden sich neben einer Rötung weißliche Belege, ähnlich wie aufgeweichte Hornhaut, auf der Warze. Später können aus diesen oberflächlichen Verletzungen tiefe Risse und Schrunden (=Rhagaden) entstehen.

Diese fangen an zu bluten, verkrusten zwischen den Stillmahlzeiten, um dann bei dem erneuten Anlegen wieder aufzuplatzen.                                                                                                       

So heilen die Brustwarzen wieder:

- Häufiges wechseln der Stillpositionen

- Warzen trocken halten, Milch-Speichel-Gemisch nach dem Anlegen austrocknen  lassen. Viel Luft und Sonne,
   auch Bestrahlung mit einer Rotlichtlampe kann helfen.

- Brustwarzenschoner (in der Apotheke erhältlich), oder ein Teesieb (Stiel wird abgeschnitten) in den BH
   eingelegt, lassen ständig Luft an die Warze.

- So verhindert man, dass sich eine feuchte Kammer bildet (à  Nährboden für Keime) und die Kleidung oder
  Stilleinlagen an den Krusten festkleben und immer wieder aufreißen.

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-  An der Brustseite, die weniger schmerzt, mit dem Anlegen beginnen

-  Das Baby früh anlegen, bevor es vor Hunger weint und zappelig ist. Mit dem Wickeln bis
    nach den Mahlzeiten warten.

Frühe Hungerzeichen:

Eine halbe Stunde, bevor ein Kind vor Hunger schreit, macht es sich durch Körpersprache bemerkbar:                                                         

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- Es öffnet immer wieder den Mund
- Streckt die Zunge heraus
- Fängt an zu suchen
- Dreht den Kopf hin und her
- Runzelt die Stirn
- Ballt die Fäuste

- Bei Beendigung der Stillmahlzeit den Saugschluss mit dem Finger unterbrechen, bevor das Baby von der
   Brust genommen wird.

- Keine Stilleinlagen mit Nässeschutz benutzen (Enthalten meist eine Plastikschicht, die Luft kann so nicht
  mehr zirkulieren.) Besser ist es, Wolle-Seide-Stilleinlagen zu tragen und sie sofort zu wechseln, sobald sie
  nass sind.

- Nach dem Stillen kann man für ca. 10 Minuten Salbeiteekompressen auf die Warzen auflegen. Zubereitung:
  2 Beutel Salbeitee mit 1 dl kochendem Wasser aufbrühen, zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen. Täglich frisch
  zubereiten und zugedeckt aufbewahren.

- Keine Cremes oder Heilsalben verwenden, sondern nur gereinigtes Wollfett, das großzügig auf die Warzen
  aufgetragen wird (in der Apotheke erhältlich).

Was tun bei einer Pilzinfektion = Soor?   

Wenn wunde Brustwarzen trotz richtigem Anlegen nicht heilen wollen oder erst nach eineigen Wochen wund werden, oder die Mutter einen brennenden, stechenden Schmerz in den Warzen verspürt, der die gesamte Stillmahlzeit und darüber hinaus anhält, handelt es sich vermutlich um eine Pilzinfektion. Soor wird durch Candida-Pilze hervorgerufen. Häufig ist das Kind ebenfalls infiziert, was sich zum einen durch weißliche graue Beläge im Mund, an den Wangen und am Gaumen, und zum anderen auch durch Ausschlag am Po bemerkbar machen kann. Auch wenn das Kind keine Symptome zeigt, werden immer Mutter und Kind gleichzeitig behandelt.

Therapie:

-  Verschreibung eines Antimykotikums durch den Frauenarzt/ärztin für Mutter und Kind.

-  Warzen trocken halten.

-  Viel Licht, Luft und Sonne.

-  Luftdurchlässige Stilleinlagen benutzen.

-  Hände vor dem Anlegen gründlich waschen.

Was tun beim Milchstau?

Schmerzende, druckempfindliche, gespannte und eventuell gerötete Brüste mit leichtem Fieber können Anzeichen für einen Milchstau sein. Hierbei tastet man an der betroffenen Seite kleine Knoten oder ein größerer Bereich der Brust ist fühlbar gestaut.

Häufigste Entstehungsgründe:

1) Milch kann nicht richtig abfließen:

Der Milchspendereflex ist gestört, nahezu in allen Fällen durch Stresssituationen hervorgerufen.

Eine mechanische Abflussbehinderung durch Druck auf eine Stelle des Drüsengewebes (Durch zum Beispiel einem schlecht sitzendem BH, andere enge Kleidungstücke oder durch ein zu enganliegendes Tragetuch). 

Zu Lange Stillpausen.

2) Mangelnde Entleerung der Brust beim Stillen:

Falsches Anlegen.

Falsches Saugverhalten des Kindes.

 
Therapie:      
 

- Oberstes Gebot: sofortige Ruhe und viel Entspannung, Hausarbeit zurückstellen.
 

- Vor dem Anlegen: feuchte, warme Brustumschläge für ca. 10 Minuten, dabei Brustwarze
   und Warzenhof freihalten, oder heiß duschen.

- Gute Stillpositionen und korrektes Anlegen beachten: Unterkiefer des Kindes zeigt in Richtung
   des Staus, weil so die Stelle am intensivsten gelehrt wird.

- Nach dem Anlegen: kühlen für ca. 15-20 Minuten mit zerhackten Eiswürfeln (in einer Plastiktüte) oder
   Coldpacks. Benutzen Sie nasse Tücher mit gefrorenen Erbsen oder Kirschkernkissen (immer in ein Tuch
   einschlagen, da sonst durch die Kälte das Gewebe geschädigt werden kann.)

- Gut bewährt haben sich Umschläge aus Magerquark oder Retterspitz (Quark alle 20-30 Minuten erneuern,
  sobald er warm wird), gefrorene Kohlblätter oder befeuchtete, gefrorene Pampers (Brust wird richtig
  hineingebettet)

- Häufiges Anlegen: ca. alle 2 Stunden, keine allzu langen Nachtpausen. Falls die Brüste zu prall sind und
  das Baby die Warze nicht mehr richtig fassen kann, streichen Sie per Hand oder pumpen Sie mit einer Hand-
  oder Elektropumpe soviel Milch aus, bis das Gewebe um den Warzenhof weich genug ist.
 
- Zuspruch und ermutigende Gespräche durch eine Stillgruppe oder die Hebamme sind sehr hilfreich und
  entspannen die Mutter.

Gehen die Symptome trotz der angewendeten Maßnahmen nicht binnen 24-36 Stunden zurück, ist von einem ernsthaftem Krankheitsbild auszugehen, welches ärztlicher Behandlung bedarf.

Was tun bei Mastitis?

Der Übergang von einem Milchstau zu einer Brustentzündung verläuft fließend. Sie wird durch verschiedene Bakterien, meist Staphylokokkus aureus, verursacht. Am häufigsten erfolgt die Infektion der Brust über die infizierte Mundschleimhaut des Babys. Die Keime gelangen durch Risse oder Rhagaden auf der Brustwarze ins Gewebe, vermehren sich dort und verursachen die Entzündung (häufig im oberen oder unterem, äußerem Bereich der Brust).

Symptome:

-         Grippeartige Symptome

-         Kopfschmerzen, Schüttelfrost

-         Fieber (meistens über 39 ° C): Achten Sie darauf, das Sie genug trinken, um den starken Wasserverlust
           auszugleichen.

-         Betroffene Hautstelle ist gut heiß, rot, hart und sehr berührungsempfindlich.

Therapie:

Wenn die unter „Milchstau“ aufgeführten Schritte:

-   Vor allem häufiges Anlegen und gründliches leeren der Brust durch eventuelles nachpumpen

-   Strenge Bettruhe

-   Weiterstillen

innerhalb von 24-36 Stunden keine Besserung bewirken oder sich Ihr Zustand noch verschlechtert, konsultieren Sie bitte umgehend Ihren Arzt/Ärztin. Die Einnahme eines stillfreundlichen Antibiotika wird dann zur Genesung beitragen.

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Abszess:

Wird eine Mastitis zu spät oder gar nicht behandelt, kann die erkrankte Stelle vereitern. Dieser Abszess (abgekapselte Eiteransammlung im Gewebe) sollte chirurgisch geöffnet und eventuell gespült werden.

Auch bei chirurgischer Drainage kann weiter gestillt werden. Entweder die operierte Seite wird abgepumpt, oder, vorausgesetzt der Schnitt und die Drainage sind ausreichend weit von der Brustwarze entfernt, das Kind wird wieder angelegt.

Bei kleinen Abszessen sind oftmals Punktionen möglich. So wird die chirurgische Abszesseröffnung vermieden.

Zum Schluss bleibt nur noch zu sagen, dass all diese Erkrankungen keinen Abstillgrund darstellen. Von Herzen gute Besserung und rasche Genesung!