Kann Stillen Schmerzen lindern bei Blutentnahmen oder bei ähnlichem?

Babys und Kleinkinder verstehen natürlich noch überhaupt gar nicht, warum sie mit einer kleinen Nadel gestochen werden. Deshalb ist der Vorgang bei einer Impfung oder beim Blutabnehmen, natürlich sehr stressig und mit vielen Tränen verbunden. Doch weil Stillen ja gerade auch ein Trost spenden und ein Beruhigen ist, kann es gezielt beim Arzt genutzt werden um das Baby wieder zu beruhigen. Deshalb ist es sogar sehr sinnvoll genau zum Zeitpunkt der Impfung auch zu Stillen. Stillen beruhigt und lenkt vielleicht sogar von den Schmerzen ab.

Stillen

Schmerzen durch die Nadel

Schon wenige Tage nachdem die Kleinen die Geburt hinter sich gebracht haben, erhalten sie sie einen sogenannten Fersenstich. Dabei wird Blut abgenommen und auf mögliche Stoffwechselerkrankungen hin untersucht. Dies ist für das Kind natürlich sehr unangenehm und mit Schmerzen verbunden, die sie so nicht verstehen können. Genau dann und auch bei den weiteren im Verlauf noch folgenden Impfungen, kann die Mutter mit dem Stillen helfen. Sie beruhigt hier und sorgt dafür, dass das Kind sich sicher fühlt, denn es wird bei diesen Impfungen und Blutabnahmen ja keine örtliche Betäubung eingesetzt und das Kind verspürt also immer den Schmerz der Nadel.

Mediziner haben schon immer nach Möglichkeiten gesucht, das Kind zu beruhigen und abzulenken und versuchten dies mit der Gabe von Zuckerlösungen oder anderen Maßnahmen. In der Regel aber auch immer der Körperkontakt zu den Eltern. Doch ist nicht gerade das Stillen der direkteste und intensivste Körperkontakt den eine Mutter zu ihrem Kind herstellen kann? Wir denken ja.

weinen

Wissenschaftlich bestätigt

Es gibt einige Auswertungen der Cochrane Collaboration, die den positiven Effekt des Stillens bei diesem Thema eindrucksvoll bestätigt. Stillen soll laut den Ausführungen schmerzlindernd sein. Wenn wir den Schmerz jedoch als eine Übertragung von einer Information betrachten, so könnte das Stillen (wenn es denn andere Reaktionen oder Informationen im Körper auslöst) diese Schmerzinformation einfach verhindern, unterdrücken oder soweit reduzieren, dass sie gar nicht mehr so intensiv von dem Kind wahrgenommen wird. Denn wenn andere Empfindungsinformationen diese Schmerzinformation überlagern oder sogar blockieren, dann kommt sie gar nicht mehr im Gehirn des Kindes an.

Nadel Impfung

Einflussfaktoren des Stillens

Welche Faktoren bzw. Dinge wirken sich nun auf die Empfindungen im Körper des Kindes aus? Folgende Dinge wirken sich auf die Gefühle des Kindes aus: die Ablenkung, die Geborgenheit durch das Stillen, die Hohe Konzentration von Tryptophan in der süßen (Achtung Geschmacksnerven werden stark gereizt) Muttermilch, der Hautkontakt und der Geruch der Mutter.

Beta-Endorphine in einer hohen Konzentration sorgen vermutlich für eine analgetische Wirkung der Muttermilch. Diese Endorphine werden durch das Tryptophan (es ist die Vorstufe von Melatonin) gesteuert bzw. gesteigert.

Natürlich können uns die kleinen Kinder noch nicht mitteilen, wie sehr sie unter den Schmerzen leider oder wie stark sie sie empfinden. Aus diesem Grund haben Mediziner einige Körperparameter für diese Schmerzbestimmung bzw. der Stärke des Schmerzes festgelegt. Dazu zählen die folgenden Punkte: die Dauer des Schreiens, der Zeitpunkt des Schreiens, der Wachheitsgrad, die Körperspannung des Babys, die Intensität der Atmung, der Gesichtsausdruck oder natürlich die Intensität des Weinens. Für die Intensität wurden dann jeweils Punkte vergeben und eine Schmerzskala entwickelt. Je höher der Punktwert, desto höher natürlich die Schmerzen.

Die Punktwerte auf dieser Schmerzskala wurden nun nachweislich durch das Stillen gesenkt. Im direkten Vergleich mit anderen Versuchen das Kind mit Schmerzgels oder Zuckerlösungen zu beruhigen, gewinnt das Stillen haushoch. Nichts anderes kann das Kind so ablenken, beruhigen oder vielleicht sogar die Schmerzen „ausblenden“, wie das Stillen!

Dieser Fakt ist wissenschaftlich nicht nur für die ersten Monate nach der Geburt bewiesen, sondern vielmehr geht der Nachweis bis in das gesamte erste Lebensjahr. Stillen ist also das Beste Mittel um Dein Kind zu beruhigen und es von Schmerzen abzulenken bzw. diese zu lindern.

Stillgruppen.de empfiehlt also ausdrücklich zur Schmerzlinderung zu Stillen. Dies wird Dir Deine Stillberaterin oder eine Laktationsberaterin bestätigen können. Dabei hilft Stillen nicht nur bei einer Impfung, sondern in jeder Gelegenheit, wenn Dein Kind Schmerzen hat (Zahnschmerzen) oder Trost benötigt.

Stillen

Die negative Verbindung mit dem Stillen

Einige „Experten“ behaupten, dass das Stillen bei Schmerzen nicht gut sei, da das Kind das Stillen nun immer mit den Schmerzen verbinden würde. Dies ist natürlich absoluter Blödsinn, da man ja ansonsten auch immer ein Trösten mit Schmerzen oder Problemen verbinden würde.

Kind Schlafen

Unser Fazit

Stillen ist eine wunderbare Art und Weise Dein Kind zu ernähren, es zu trösten, ihm Geborgenheit zu schenken, es von Schmerzen abzulenken, ihm Sicherheit zu demonstrieren und ihm Deine wunderbare Liebe und Verbundenheit zu demonstrieren. Nutze diese Möglichkeit, so oft Du kannst! Wir wünschen Dir eine wunderbare Stillzeit. Dein Stillgruppen.de!

Baby Schlafen

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