Stillende Mütter und ihre Ernährung

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Stillende Mütter und ihre Ernährung

So., 03/01/2020 - 14:37
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Wenn Du schwanger bist und vielleicht schon über die Stillzeit nachdenkst, dann hast Du bestimmt auch Fragen zu der richtigen Ernährung während der Stillzeit. Welche Dinge darfst Du essen und welche Nahrungsmittel könnten eventuell einen negativen Einfluss auf Dein Kind haben? Letztlich trinkt Dein Baby ja Deine Muttermilch.

Und wenn Du ein ganz sportlicher Typ bist, dann denkst Du vielleicht sogar schon an das Abnehmen nach der Schwangerschaft. Denn Du möchtest gerne die Figur wieder zurück, die Du auch vor der Schwangerschaft schon gehabt hast.

Was ist die richtige Vorgehensweise?

Genau wie vor der Geburt, so solltest Du Dich auch nach der Geburt möglichst gesund ernähren. Auch Dir zu Liebe! Also ernähre Dich ausreichend und abwechslungsreich und mit viel Obst und Gemüse! Da Du viel Energie und auch viele Nährstoffe über die Muttermilch an Dein Kind weitergibst, musst Du natürlich deutlich mehr essen als eine Frau, die keine Muttermilch produziert. Sogar noch mehr als in der Schwangerschaft! Du benötigst also viel Energie und musst nun schauen, wie Du diese Energie möglichst gesund und in ausreichender Form zu Dir nimmst. Auch Schokolade und andere Leckereien sind Energie, diese ist aber ungesund und Du solltest darauf verzichten. Es sind hohle Kalorien und der Zucker wird Dich nur zu noch mehr ungesundem Essen verleiten. Denn Zucker kann einen Teufelskreis an ungesunder Ernährung auslösen.

Du solltest deshalb eher gesunde und ausgewogene Mischkost zu Dir nehmen. Iss also gerne und viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte. Achte dabei natürlich auf mögliche Allergien. Ergänzend kannst Du dann etwas Fleisch, Fisch und oder Milchprodukte zu Dir nehmen. Wenn Du Dich rein pflanzlich ernährst, dann wirst Du automatisch abnehmen. Achte dabei auch darauf, dass Du möglichst viel Flüssigkeit zu Dir nimmst. Der menschliche Körper besteht (je nach Lebensalter) bis zu 70 Prozent aus Wasser! Und wenn Du nun daran denkst, dass Du ja einen Großteil an Flüssigkeit über die Muttermilch verlierst, so erkennst Du bestimmt schnell, dass Du viel Wasser trinken musst!

Automatisch abnehmen

Wenn Du Dich gesund ernährst und auf hohle Kalorien (Zucker, Schokolade und Co.) verzichtest, dann wirst Du automatisch abnehmen. Besonders, wenn Du nicht viel Fleisch isst. Achte aber auf eine ausreichende Zufuhr an Vitaminen (besonders auf Vitamin B12, wenn Du Dich rein pflanzlich ernähren möchtest, was aus unserer Sicht sehr gesund ist) und Nährstoffen, durch frisches Obst und Gemüse. Um die Zufuhr sehr hoch zu halten, kannst Du Dir auch durch die Nutzung von einem Entsafter die Vitamine und Nährstoffe hochdosiert zuführen. (wieder der Hinweis, auf Allergien oder ähnliches zu achten!) Nach der Geburt nimmt eine Frau pro Monat so ca. einen halben bis einen ganzen Kilo ab. Wenn Du Dich viel bewegst (durch Sport und Fitnessangebote), dann vielleicht auch mehr.

Als Stillende Mutter solltest Du es aber nicht übertreiben und Dir einfach Zeit lassen mit Deiner Figur. Es ist nicht schlimm, wenn Du noch 6 Monate oder länger noch etwas mehr Gewicht hast, als wie vor der Schwangerschaft. Du bist jetzt Mutter und solltest Dich primär erst einmal um Dein Kind kümmern und nicht um den perfekten Style!

Wenn die Fettreserven der Schwangerschaft dann langsam abgebaut werden, dann kann dies bei einer stillenden Frau meist in den Monaten 3-6 stattfinden. Wir finden Du solltest Dich nicht auf einen zügigen Gewichtsverlust, sondern eher auf Dein Kind konzentrieren. Vor einem hohen Gewichtsverlust, durch die Verringerung der Kalorienzufuhr, raten wir während der Stillzeit ab. Dies begründet sich zum einen durch die Freisetzung von fettlöslichen Schadstoffen, die dann so in die Muttermilch gelangen und der automatisch angestoßenen Verringerung der Muttermilchproduktion. Also nochmals ganz deutlich: Abnehmen kannst Du auch nach Deiner Stillzeit. Nur keine voreiligen Aktionen!

Obst

Der Bedarf an Flüssigkeit einer stillenden Mutter

Wie wir bereits weiter oben geschrieben haben, besteht Dein Körper zu einem Großteil aus Flüssigkeit. Diese Flüssigkeit reduzierst Du natürlich auch durch das Stillen. Die Muttermilch gibt viele Nährstoffe und auch Flüssigkeit an Dein Baby. Diese zusätzliche Abgabe von Flüssigkeit und der ganz normale Bedarf eines menschlichen Körpers, muss natürlich ausgeglichen werden. Bei einer stillenden Mutter entsteht durch die Abgabe der Muttermilch ein zusätzlicher Mehrbedarf an Flüssigkeit (Wasser), der unbedingt ausgeglichen werden muss! Im Durchschnitt wird Dein Baby vermutlich so ca. 800 ml Muttermilch trinken und deshalb muss natürlich mindestens diese Abgabe an Flüssigkeit durch zusätzliches Trinken der Mutter ausgeglichen werden.

Es gilt also die Regel: wenn Du Durst hast, dann solltest Du auf jeden Fall trinken! Trinke möglichst viel Wasser um Deinen Körper bei seiner täglichen Arbeit zu unterstützen. Mindestens 2-3 Liter Flüssigkeit soll ein Mensch sich pro Tag zuführen (natürlich auch noch in Abhängigkeit von sportlichen Aktivitäten und der Körpergröße eines Menschen), so ungefähr 500 ml nimmt er bereits über die Nahrung (durch Gurken, Obst oder Gemüse zum Beispiel) zu sich. Somit wäre es gesund, wenn Du mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit in Form von Wasser zu Dir nehmen würdest. Getränke wie zum Beispiel: Bier, Limo, Cola oder ähnliches sind natürlich nicht geeignet bzw. werden nicht empfohlen! Trinke einfach immer wieder eine kleine Flasche (500ml Wasser) und Du kommst schnell und einfach auf Deinen Bedarf an Flüssigkeit. Wähle für Dich feste Zeiten, an denen Du Dich immer wieder an die Flüssigkeitszufuhr erinnerst. Wasser sollte für Dich immer einfach und überall zugänglich sein (nicht nur im Keller stehen, sondern verteilt, überall im Haus).

Flüssigkeit trinken

Wie wirkt die Ernährung auf die Muttermilch?

Die Grundzusammensetzung der Muttermilch ist bereits durch die Natur festgelegt und bildet sich auch automatisch, unabhängig davon, was die Mutter an Essen zu sich genommen hat. Wie geschrieben ist dies aber nur die absolute Grundzusammensetzung und die Qualität der Muttermilch kann tatsächlich durch die gesunde Ernährung der Mutter noch deutlich verbessert werden. Denn führt die Mutter möglichst viele Vitamine und weitere wichtige Nährstoffe in ihre Nahrung ein bzw. konsumiert diese bereits laufend, so werden diese natürlich auch über die Muttermilch an das Baby weitergegeben!

So wird die Gehirnentwicklung des Babys durch langkettige und ungesättigte Fettsäuren gefördert und eine gesunde pflanzliche Ernährung (ohne viel Chemie der Lebensmittelindustrie) stärkt die körperliche Entwicklung Deines Kindes und senkt die Gefahr an Heuschnupfen oder Neurodermitis zu erkranken. Achte darauf, wie sehr Deine Nahrungsmittel mit Chemie behandelt werden (Pestizide oder Antibiotika in der Produktion von Weizen oder auch Fleisch) und iss möglichst viele natürliche Lebensmittel, die möglichst frei sind von Chemie. Lass Dich dabei nicht von der Lebensmittelindustrie und deren Studien verunsichern! Informationen zu dem Thema Jodzufuhr findest Du hier auf Stillgruppen.de im Artikel „Jod in der Stillzeit“.

Dein Baby reagiert auf Deine Nahrung

Wenn Du auf eine gesunde Ernährung achtest, dann kannst Du ganz beruhigt stillen. Wichtig dabei ist nur folgendes: Bedenke, dass Teile Deiner Nahrung auch in die Muttermilch übergehen. Wenn Du also Nahrung mit vielen industriellen Zusatzstoffen zu Dir nimmst, dann können Teile davon auch noch in der Muttermilch gefunden werden. Diese industriellen Zusatzstoffe können aber unter Umständen auch ungewollte Reaktionen (Koliken, Erbrechen, Durchfall, Atmungsprobleme oder Hautauschläge etc.) verursachen!

Grundsätzlich treten solche Reaktionen sehr selten auf, bei vollgestillten Säuglingen noch seltener als bei Babys, die Industrie-Milch gefüttert bekommen. Konsultiere auf jeden Fall einen Kinderarzt oder lasse Dich von einer erfahrenen Stillberaterin beraten. Meist sind es Allergene wie Kuhmilchprodukte, Nüsse, Mais oder Obst, die solche Reaktionen verursachen können.

Auf jeden Fall solltest Du bei solch einer Reaktion von Deinem Baby überlegen, welche Nahrungsmittel diese Reaktion verursacht haben können. Mit Hilfe des Ausschlussprinzips (Du lässt die ganze Lebensmittelgruppe komplett weg) kannst Du den „Übeltäter“ vielleicht schnell finden. Gerade Kuhmilchprodukte, die Du konsumierst, können Bakterien oder andere Probleme beinhalten! Gerade diese industriell verarbeiteten Lebensmittel haben als Bestandteile immer diese Milchbestandteile: Laktoglobulin, Molke oder Kasein. Solche Probleme hast Du bei natürlicher und unverarbeiteter pflanzlicher Nahrung nicht! Wofür entscheidest Du Dich?

Gerade bei der Ernährung (ganz unabhängig davon, ob man nun stillt oder nicht) ist unsere Gesellschaft leider sehr fehlgeleitet und die Einnahme von tierischen Produkten wird immer wieder empfohlen um wichtige Nährstoffe (Kalzium zum Beispiel) zu erhalten. Aber hast Du Dich schon einmal gefragt, warum eine Kuh oder ein Stier keine Milch trinken und keinen Käse essen und trotzdem vor Kraft strotzen? Ebenfalls natürlich ein Pferd! Ein Elefant! All diese Tiere bilden starke Muskeln und einen imposanten und gesunden Körperbau, ganz ohne den Konsum von Milchprodukten. Warum solltest Du als erwachsener Mensch, da ganz anderes funktionieren. Eher ist es in der heutigen Zeit sehr gefährlich, Milchprodukte einzunehmen, da diese viele Schadstoffe enthalten könnten. Die Tiere werden mit Antibiotika vollgepumpt, müssen meist Mais fressen (genverändert und gespritzt mit Pestiziden) und die Milchgewinnungsbetriebe gleichen riesigen Fabriken, die die Entstehung von Keimen und Bakterien nicht zu hundert Prozent verhindern können. Warum sollte man sich also freiwillig der Gefahr aussetzen, solche Probleme über die Muttermilch an sein Kind weiterzugeben? Wer sich für das Thema pflanzliche Ernährung interessiert, der kann mit den Suchbegriffen „Dr. Caldwell Esselstyn“ und „Dr. T. Colin Campbell“ sehr viel interessante Dinge bei Google oder Youtube finden!

 

 

Sicherlich gibt es einige Dinge, die bei Deinem Baby ungewollte Reaktionen auslösen könnten. Diese solltest Du dann vielleicht meiden: Zwiebeln, Kohlgemüse oder Zitrusfrüchte und natürlich die Zucker- und Koffeinlieferanten Schokolade und Kaffee!

Kaffee

Die Unverträglichkeitsreaktionen können wieder vorrübergehen

Ist es bei Deinem Kind zu einer sogenannten Unverträglichkeitsreaktion gekommen, so können diese im Laufe der Zeit und durch die kindliche Reifung auch wieder von alleine vorrübergehen. Beobachte hier einfach die Reaktion Deines Kindes auf bestimmte Lebensmittel, die Du konsumierst. Eine mögliche Reaktion Deines Kindes können die sogenannten Koliken sein. Diese müssen aber nicht unbedingt durch Deine Ernährung ausgelöst sein, sondern können auch durch ein falsches Anlegen ausgelöst werden. Dann nämlich, wenn Dein Baby zu viel Luft beim Stillen mit schluckt und dann eben Probleme bekommt. Achte also immer auf eine gute Stillposition und das richtige „Andocken“ Deines Kindes. Hilfe und Rat dazu, bekommst Du natürlich von einer Stillberaterin, welche Du hier auf Stillgruppen.de findest!

Die Stillberaterin, kann auch erkennen, ob Du vielleicht zu viel Muttermilch produzierst und Dein Kind deshalb damit etwas überfordert ist (es trinkt dann vielleicht zu viel Vordermilch und zu wenig Hintermilch, wodurch das Verhältnis an notwendiger fettreicher Hintermilch zu der eher nicht so fettreichen Vordermilch nicht stimmt).

In ganz seltenen Fällen besteht tatsächlich auch die Möglichkeit einer Laktoseintoleranz (die Milchzuckerunverträglichkeit) bei Deinem Kind. Diese Situation kommt aber nur so selten vor, weshalb wir hier nicht weiter darauf eingehen wollen. Solltest Du einen Verdacht in diese Richtung haben, so solltest Du auch hier einen Austausch mit Deiner Stillberaterin starten.

Die vegane oder vegetarische Stillmutter

Dieses Thema ist ein großes Reizthema in unserer Gesellschaft und wird massiv von der Lebensmittelindustrie gesteuert. Wer kennt die Werbespots nicht: „trink jeden Tag ein Glas Milch um Deine Knochen und Deinen Körper zu stärken!“ Welch ein Quatsch! Eher ist es umgekehrt, was auch die großangelegte und atemberaubende Studie von Dr. T. Colin Campbell bestätigt. Bist Du also vor der Schwangerschaft schon Vegetarierin oder sogar Veganerin, so musst Du Deine Ernährung nicht umstellen. Bei Personenkreise kennen alle Möglichkeiten einer gesunden und ausgewogenen Ernährung und der Möglichkeit Vitamine oder Nährstoffe auch durch eine gezielte Supplementierung noch zu ergänzen. Es gibt unglaublich viele Quellen für natürliche Vitamine und Nährstoffe! Und die sind alle natürlich und gesund! Du musst also kein Fleisch und auch keine Milchprodukte zwingend essen, wenn Du es nicht willst! Lass Dich von bezahlten Studien der Lebensmittelindustrie nicht irritieren und folge Deinem Instinkt! Gerade zu diesem Thema gibt es mittlerweile sehr viele interessante Bücher (*) und Videos (*) im Netz!

 

Wir wünschen Dir eine schöne Stillzeit! Dein Stillgruppen.de!

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