Rund um die Brustwarze: Vorbereitung auf das Stillen

Das das Stillen enorme unwiederbringliche Vorteile in ernährungswissenschaftlicher, immunologischer, psychologischer und ökologischer Sicht für Sie und Ihr Kind zu bieten hat, braucht wohl nicht mehr gesondert hervorgehoben zu werden. Jedoch ist es sicher sehr hilfreich zu wissen, dass Stillen, genauso wie Schwimmen oder Fahrradfahren erlernt werden muss. Viele Frauen geben leider ohne die richtige Hilfe und fachliche Unterstützung das Stillen zu schnell auf. Somit werden diese Seiten in der Hoffnung, Ihnen und Ihrem kleinen Nachwuchs mit ein paar hilfreichen Tipps „Rund um das Stillen“ den Start in eine schöne Stillbeziehung zu geben, zusammengestellt. Wir wünschen Ihnen schöne unvergessene Augenblicke!

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Einige Vorurteile, die aus der Welt geschafft werden sollten:

„Meine Mutter und Großmutter hatten auch zu wenig Milch und haben nicht gestillt. Deshalb klappt es bei mir sicher auch nicht!“

Diesen Ammenmärchen sollten Sie keinem Glauben schenken. Mit Unterstützung und Ausdauer kann jede Frau Stillen.

„Meine Brüste sind zu klein. Ich bekomme bestimmt keine Milch.“ Die Größe der Brust ist nicht ausschlaggebend für die Milchmenge. Kleine Brüste haben weniger Fettgewebe, aber genauso viel Brustdrüsengewebe wie große Brüste, und dieses Gewebe ist maßgebend für das Stillen.

„Durch das Stillen bekomme ich einen Hängebusen“ Diese Angst ist unbegründet, da sich die Brust nicht durch das Stillen, sondern durch die Schwangerschaft verändert. Unterstützend kann ein gut sitzender Büstenhalter wirken.

Tipps rund um die Brustwarze:

Maßnahmen zum Abhärten der Brustwarzen, wie zum Beispiel:

a)      Bürstenmassagen

b)      Zwirbeln oder Herausziehen der Brustwarzen

c)      Übertriebene Reinigung mit Seifen oder anderen Substanzen

...sind überflüssig und können sogar schädlich sein!

Zu:

a)      Schutzschicht der Haut wird zerstört

b)      Vorzeitige Wehen können ausgelöst werden

c)      Körpereigene Fette werden entfernt und die Haut trocknet aus!

Wunde Brustwarzen werden nicht durch „Abhärtung“, sondern durch richtiges Anlegen vermieden!

Als einzige Maßnahme zur Vorbereitung der Brustwarzen auf das Stillen könnte man lediglich die Reibung der Warzen an der Kleidung (ggf. Loch in den BH schneiden), Luft, Sonne, sowie eventuelle Wechselduschen mit kaltem und warmen Wasser empfehlen.

Bitte starten Sie keine Versuche, schon vor der Geburt Milch aus der Brust zu drücken, da sonst Brustdrüsengewebe verletzt werden kann und wichtiges Kolostrum (sogenannte Vormilch, die schon während der Schwangerschaft für die ersten Lebenstage des Kindes gebildet wird) verloren gehen würde!

Was tun bei Flach- oder Hohlwarzen?

Als Flachwarzen werden Brustwarzen bezeichnet, die bei Stimulation oder Kälte nicht hervorstehen oder sich nicht aufrichten.

Als Hohlwarze (= eingezogene Brustwarze) werden Brustwarzen bezeichnet, die sich beim Zusammenpressen des Warzenhofes eher zurückziehen als hervorstehen.

Um die Brustwarzen auf das Stillen vorzubereiten, gibt es die Möglichkeit vor der Schwangerschaft sogenannte Brustwarzenformer oder Brustschilder zu tragen (in Apotheken erhältlich).

Sie sollten ab dem 5. Monat tagsüber regelmäßig unter dem Büstenhalter getragen werden. Nachts wird pausiert. Beim tragen übt so der BH Druck auf die Former aus, wodurch das Ausrichten der Brustwarzen unterstützt wird. Man sollte darauf achten, dass der BH groß genug ist, da der Druck sonst zu stark ist und es schmerzen kann.

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Bei Flach- oder Hohlwarzen, die erst nach der Geburt festgestellt werden, werden die Former für etwa ½  Stunde vor dem Stillen getragen.

Neben den Brustwarzenformern gibt es noch die sogenannte Niplette. Hierbei wird die Warze mittels eines Soges herausgezogen. Jedoch Vorsicht: Bei dieser Methode kann es passieren, dass vorzeitige Wehen ausgelöst werden.

Manchmal werden auch Brust- oder Saughütchen aus Silikon oder Kautschuk benutzt, um Schwierigkeiten beim Anlegen zu überwinden.                                                                    

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Folgende Schwierigkeiten können jedoch auftreten:

-         Das Kind kann durch das Saugen am „Hütchen“ verwirrt werden.

-         Die Milchproduktion kann zurückgehen.

-         Das Risiko für eine Brustentzündung oder Pilzinfektion erhöht sich.

Deshalb nur in Notfällen und nur für kurze Zeit benutzen!

Günstiger ist es, die Warze vor dem Anlegen mit einer Hand- oder Elektropumpe leicht anzupumpen oder durch Anlegen eines kalten Waschlappens hervorstehen zu lassen.

Jedoch sind all´ die verschiedenen Brustwarzenformen mit ihren Problemchen kein Grund, den Mut zu verlieren und es erst gar nicht zu versuchen.

Mit viel Geduld und fachgerechter Stillanleitung wird es Ihnen gelingen, Ihr Baby an die Brust zu legen und zu stillen. Denn durch kräftiges Saugen wird das Baby die Brustwarze mit der Zeit nach seinen Bedürfnissen „formen“!

Zum Schluss möchten wir Ihnen noch nahe legen, dass zu einer guten Stillvorbereitung auch eine gute Organisation für die Zeit nach der Geburt wichtig ist. Verteilen und delegieren Sie gewisse Hausarbeiten, oder begrenzen Sie Ihre Besucherzahlen.

Denn Stillen bedeutet Ruhe, Stille haben für die Bedürfnisse des kleinen neuen Menschleins. Auch die eigenen Bedürfnisse, wie „Abschalten“ und neue Kräfte sammeln, sollten nicht vernachlässigt werden. 

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                                                                                                                                                                       weiterlesen Milchproduktion