Wenn Du beim Stillen Schmerzen bekommst

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Wenn Du beim Stillen Schmerzen bekommst

Sa., 02/22/2020 - 19:06
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Viele Mütter hören mit dem Stillen auf, wenn sie Schmerzen dabei bekommen. Schon fast 34 Prozent der befragten Mütter gaben bei Umfragen an, dass der Grund für das Abstillen die Schmerzen beim Stillen waren. Doch bevor Du diesen schnellen Schritt wählst, solltest Du vielleicht den Grund der Schmerzen kennen und findest vielleicht auch einen Weg, das Stillen nicht zu beenden!

Es gibt ganz unterschiedliche Gründe für Schmerzen und diese können gelindert oder vielleicht sogar abgestellt werden. Lass Dich auch jeden Fall von einer Stillberaterin beraten und von nicht gleich mit dem Abstillen an!

Die Stillzeit beginnt mit Schmerzen

Es gibt Frauen, die gerade zu Beginn der Stillzeit immer über typische Schmerzprobleme klagen. Dies sind Schmerzen, die oft zu Beginn der Stillzeit auftreten und nicht außergewöhnlich sind. Mit Hilfe einer kompetenten Stillberatung (oder manchmal auch ganz von alleine) werden diese Schmerzen wieder verschwinden!

Bei Bauchschmerzen

Meist ist im direkten Anschluss an die Geburt das Stillen sehr oft mit auftretenden Bauchschmerzen verbunden. Dies liegt daran, dass die Gebärmutter mit Hilfe von Kontraktionen die eigene Rückbildung fördern möchte. Wenn die Gebärmutter sich wieder zurückgebildet hat, dann werden die Bauchschmerzen vollkommen verschwinden. Vollkommen verschwunden sind sie nach wenigen Wochen, Du wirst aber bereits nach wenigen Tagen schon einen Rückgang der Beschwerden bemerken können. Mache Dir also keine Sorgen und sei tapfer!

Das Stillen übernimmt während dieser Zeit eine wichtige Rolle, da es den Blutverlust im Rahmen dieses Vorganges reduziert.

Schmerzen

Empfindliche Brustwarzen

Nach der Geburt ist Dein Körper noch besonders sensibel und empfindlich. Genauso ist es auch mit deinen Brustwarzen. Dies liegt an bestimmten Hormonen und auch daran, dass Du Dich und auch Deine Brustwarzen, sich noch an das Saugen Deines Babys an den Warzen gewöhnen müssen. Fängt Dein Baby mit dem Saugen an der Brustwarze an, so wirst Du diese geringen Schmerzen bemerken. Die Saugschmerzen lassen im weiteren Verlauf der Stillmahlzeit nach, wenn der Milchspendereflex ausgelöst worden ist. Dies dauert in der Regel maximal 10 Sekunden.

Verhinderung oder Linderung von Ansaugschmerzen

Wenn Du diese Ansaugschmerzen verhindern oder lindern möchtest, dann kannst Du Deine Brust bereits mit Hilfe einer Brustmassage massieren und den Milchspendereflex bereits in die Wege leiten. Wenn Dein Baby dann „andockt“, dann fließt die Milch bereits beim ersten Saugen und es entstehen Dir keine Schmerzen.

Wenn die Schmerzen trotzdem nicht verschwinden, dann liegt es nicht an dem Milchspendereflex, sondern entweder daran, dass das Baby lasch angelegt wird oder die Saugtechnik des Babys noch nicht optimal ist. Wenn dies der Fall sein sollte, so musst Du Dir zügig kompetente Hilfe einholen (hier auf Stillgruppen.de) um weitere Probleme (wie zum Beispiel eine wunde Brustwarze) zu vermeiden.

Tipps und Informationen zu den richtigen Anlegepositionen findest Du ebenfalls hier auf dieser Internetseite. Entscheidend ist auch, wie das Baby die Brust in den Mund nimmt bzw. die Brustwarze durch ein falsches Anlegen des Kindes vielleicht sogar ungünstig zusammengedrückt wird und dann verletzt wird.

Wenn Du das Gefühl hast, dass diese Ansaugposition noch nicht optimal ist, dann kannst Du das Kind auch wieder „abdocken“, wenn Du Deinen kleinen Finger im Mundwinkel des Kindes zwischen die Kieferleisten schiebst (natürlich sehr vorsichtig!) um dann so das Saugvakuum zu lösen.

Abpumpen als kurzfristige Lösung

Wenn die Schmerzen unerträglich sind oder einfach nicht verschwinden wollen, dann kannst Du also Übergangslösung die Muttermilch auch abpumpen und dann durch besonders stillfreundliche Fütterungstechnik wieder Deinem Baby anbieten. Möglichkeiten zum Abpumpen findest Du hier auf Stillgruppen.de in dem Bericht „Abpumpen von Muttermilch“.

Du spürst den Milchspendereflex

Bei dem sogenannten Milchspendereflex sorgt Dein Körper für minimale Muskelkontraktionen in der Brust, die die Muttermilch zur Brustwarze hin befördern sollen. Frauen spüren diesen Ablauf in ganz unterschiedlicher Art und Weise. So empfinden einige Mütter die Muskelkontraktion als Kribbeln, als Wärme oder sogar als Druck oder Ziehen. Bei manchen Frauen entsteht aber sogar ein leichtes Schmerzgefühl. Dieses Gefühl der Muskelkontraktionen wird meist in der Brust gespürt, die gerade nicht gesaugt wird. Vermutlich soll dort der Milchspendereflex auch automatisch gesteigert werden. Wenn der Milchspendereflex dauerhaft Schmerzen verursacht, so solltest Du Dich auf jeden Fall an eine kompetente Stillberatung wenden, da dann vielleicht auch ein anderes Problem vorliegen könnte (Milchstau etc.).

Wenn die Schmerzen lange anhalten oder immer wiederkehren

Rund 20 Prozent der Frauen, berichten über Schmerzen beim Stillen, die nach einigen Monaten (meist zwei Monate) erst auftreten. Kommt es zu dieser Situation, so solltest Du auf jeden Fall eine Stillberatung in Anspruch nehmen. Wenn Schmerzen dauerhaft und immer wiederkehrend auftreten, ist dies meist ein Indiz für ein echtes (und sehr ernst zu nehmendes) Stillproblem. Da dies auch medizinische Untersuchungen oder gar eine Gabe von Medikamenten notwendig machen könnte, ist der Kontakt zu einer Ärztin oder einer Still- und Laktationsberatin IBCLC besonders angezeigt. Eine entsprechende Unterstützung findest Du ebenfalls auf Stillgruppen.de!

Ursachen und Gründe für Schmerzen beim Stillen

Die Ursachen und Gründe für Schmerzen beim Stillen, können sehr vielseitig sein. Wir möchten Dir hier eine Auflistung von möglichen Ursachen zur Verfügung stellen, raten Dir aber nicht zu einer Eigendiagnostik, sodern eher zu einer kompetenten Beratung durch das entsprechende Fachpersonal!

Das falsche Anlegen des Kindes

Manchmal gewöhnen sich Mutter und Kind an eine Stillposition, die sie als angenehm oder erträglich beurteilen, die aber leider nicht optimal ist. Durch die Angst davor, etwas falsch zu machen, wird diese Position aber nicht optimiert und führt deshalb dauerhaft eher zu einer Verschlechterung der Stillbeziehung. Ist die Anlegeposition des Kindes nicht optimal, so kann es vielleicht nicht so gut saugen und verstärkt deshalb den Ansaugdruck. Genau deshalb wird dann die Stillmahlzeit zu einer unangenehmen Angelegenheit für die Mutter oder führt sogar zu wunden Brustwarzen und Infektionen.

Die falsche Benutzung einer Milchpumpe

Wenn Mütter die Muttermilch mit Hilfe einer Milchpumpe abpumpen wollen, dann ist hier auf die korrekte Benutzung großen Wert zu legen. Wenn nämlich die falschen Pumptrichter gewählt werden oder diese nicht richtig positioniert sind, dann kann es zu Verletzungen der Brustwarze kommen. Ebenfalls sollte das Vakuum natürlich nicht zu hoch eingestellt sein! Lese Dir in Ruhe die Bedienungsanleitung für Deine Milchpumpe durch und beschäftige Dich sehr konzentriert damit. Nur so werden Fehler vermieden. Lässt der Milchfluss nach, so sollte nicht einfach weiter gepumpt werden. Möchtest Du die Milchproduktion anregen, so kannst Du jedoch noch ca. 3-4 Minuten weiter abpumpen. Natürlich nur, wenn keine Komplikationen oder Schmerzen auftreten.

Mund- und Kieferanatomie Deines Babys

Selbstverständlich hat die Anatomie des kindlichen Mundbereiches einen großen Einfluss bzw. Auswirkungen auf das Anlegen und das Saugverhalten! Mögliche Einflussfaktoren hierbei können sein: Dein Baby ist ein Frühchen, es gibt Atmungsprobleme, es liegt ein niedriger Muskeltonus vor oder angeborene Anomalien. In diesen Fällen würden wir Dir auf jeden Fall zu einer Beratung und Begleitung durch einen Kinderarzt und einer Still- und Laktationsberaterin raten. Wenn das Saugverhalten des Kindes zu gering ist oder es gar gestört ist, so muss die Milchproduktion vielleicht durch Abpumpen oder ähnliches angeregt bzw. erhalten werden.

Es liegt eine besondere Brustwarzenform vor

Wenn Deine Brustwarze eine besondere Form hat, kann dies ebenfalls zu Saugproblemen bei dem Baby führen. Nicht immer passt die Brustwarze optimal in den Mund des Kindes (die Brustwarze ist zum Beispiel zu groß) und deshalb Bedarf es einer besonders sorgfältigen Wahl der perfekten Stillposition. In diesem Falle raten wir ebenfalls zu einer kompetenten Stillberatung. Wenn die Stillposition alleine nicht ausreicht, dann kann ein Brusternährungsset oder Stillhütchen eingesetzt werden.

Wenn das Zungenbändchen Deines Kindes zu kurz ist

Hierbei handelt es sich um eine anatomische Anomalie beim Kind, welches zu Stillproblemen führen kann. Durch das kurze Zungenbändchen ist die Zunge des Kindes nicht so beweglich wie es sein sollte und führt deshalb zu einer Einschränkung bzw. Behinderung des Saugverhaltens. Das Baby kann die Mutterbrust nicht optimal melken und dadurch kann das Stillen manchmal auch schmerzhaft werden.

Die Saugverwirrung beim Kind

Wenn Du Deinem Kind bereits einmal die Flasche angeboten hast, dann hat es sich vielleicht schon an diese (andere) Saugtechnik gewöhnt. Das Saugen an einer Flasche unterscheidet sich ausdrücklich von dem Saugen an der Brust und sollte deshalb vermieden werden!

Beißen beim Stillen

Wenn Dein Baby Dich beim Stillen beißt, so liegen viele mögliche Gründe und Ursachen dafür vor, weshalb Dein Baby sich falsch verhält. Dies kann von einer einfachen Sache, wie einer verstopften Nase, ein Zahnen bis hin zu einem Schiefhals, einem Geburtstrauma von Gesicht, Schädel oder Hals oder einem tonischen Bissreflex gehen. In diesen Fällen ist eine Stillberatung absolut angezeigt um weitere Schmerzen und Probleme zu vermeiden.

Wenn zu wenig Milch da ist

Bei einem Milchstau ist ebenfalls rasches Handeln angezeigt. Hier wird der Milchfluss in irgendeiner Form gestört und es kommt zu einer Verhärtung der Brust. Auch hier raten wir zu einer schnellen und fachgerechten Beratung durch eine Stillberaterin! Ist der Milchstau akut, dann kommt es zu Schmerzen!

Wenn zu viel Milch da ist

Wenn Dein Kind nicht genug Milch trinkt oder mit dem kräftigen Milchfluss nicht klar kommt, dann kann es zu einem Überangebot an Muttermilch kommen. Dies führt dann in der Regel zu gefühlten Schmerzen in Deiner Brust. Um einen Milchstau oder eine Brustentzündung zu vermeiden, ist eine kompetente Beratung angezeigt.

Ein Milchbläschen ist entstanden

Milchbläschen entstehen meist im Zusammenhang mit einem Milchstau. In der Regel sieht die Mutter das Milchbläschen nur im Anschluss an das Stillen und dann immer. Das Bläschen ist weiß- gelblich und der vorhandene Milchstau führt dann zu starken (manchmal stechenden) Schmerzen.

Die Brustentzündung (Mastitis)

Die Brustentzündung ist eine der häufigsten und auch gefährlichsten Situationen während der Stillzeit. Im schlimmsten Falle kann sich sogar ein Abszess entwickeln.

Die Dysbiose bzw. subakute Mastitis

Diese Form der Entzündung befindet sich in den Milchgängen. Deshalb wird sie auch als Milchgangsentzündung bezeichnet. Hier werden Bakterienstämme zusammen mit den Candida Stämmen aktiv und führen zu einem Biofilm. Deshalb verengen sich dann die Milchgänge und entzünden sich. Liegt eine Dysbiose vor, so kann es zu unterschiedlichen Formen von Brustschmerzen kommen und Schwellungen, Rissen der Brustwarzen oder einem Milchstau.

Das bakterielle Gleichgewicht ist also nicht mehr vorhanden und führt zu einer Entzündung in und Verengung von den Milchgängen. Diese Entzündung findet also nicht (ganz im Gegenteil zu der klassichen Mastitis) auf bzw. im Umfeld der Brustwarze statt, sondern innerhalb der Milchgänge. Behandelt wird diese Entzündung auf jeden Fall von einem Arzt und einer Still- und Laktationsberaterin IBCLC mit Hilfe von Probiotika und Antibiotika.

Blaue oder weiße Brustwarzen (Vasospasmus)

Der Vasospasmus ist eine Verfärbung bzw. eher eine Verblassung der Farbe der Brustwarzen geprägt und wird durch sehr unangenehme brennende und stechende Schmerzen begleitet. Dabei sind meist schon Kälteunterschiede (die Brustwarze wird von der kühlen Luft berührt, nachdem sie den warmen Mund des Säuglings verlassen hat) ausreichend um diesen Schmerz auszulösen. Wie kommt es zu der Verblassung der Brustwarzen? Nun, die Brustwarzen verblassen, weil sich die Blutgefäße der Brustwarzen verengen (dies wird dann als Vasospasmen bezeichnet) und somit die Durchbltung nicht mehr optimal verläuft. Diese Probleme treten meist erst nach mehreren Wochen nach der Geburt auf.

Vasospasmen werden vermutlich (unter anderem) durch sogenannte Beta-Blocker ausgelöst, die die Mütter als Medikamente gegen Schwangerschafts-Bluthochduck eingenommen haben.

Sofern dies nicht der Fall ist, so können sie auch durch falsches Anlegen ausgelöst werden. Hierbei empfiehlt sich wieder die Inanspruchnahme einer guten Stillberatung um das Problem in den Griff zu bekommen.

Wenn dies auch nicht der Fall ist, dann muss die Ernährung bzw. das Konsumverhalten der Mutter und deren Umfeld genauestens überprüft werden. Dabei spielen dann koffeinhaltige Getränke, Nikotin und auch Nahrungsergänzungsmittel eine Rolle. Weiterhin werden auch Medikamente überprüft, die von der Mutter eventuell eingenommen werden. Wenn diese nämlich ebenfalls eine gefäßverengende Wirkung haben, dann ist das Problem ja schnell gelöst.

Ganz wichtig bei der Behandlung dieses Problems ist immer die Wärmung der Brustwarze. Schütze sie ausreichend vor Kälte und bewege Dich immer in einem warmen und angenehmen Umfeld. Ergänzend können noch Kalzium (maximal 200 Milligramm pro Tag), Magnesium (ungefähr 1000 Milligramm pro Tag), Omega Fettsäuren, Vitamin B6 oder auch Lecithin eingenommen werden. Besonders, wenn Du vorher (während der Schwangerschaft) Magnesium in hohen Dosen eingenommen hast. Bitte stimme dies aber immer mit einer erfahrenen Stillberaterin oder einem Arzt ab.

Die Schmerzen können mit Schmerzmitteln, wie zum Beispiel Paracetamol oder Ibuprofen, behandelt werden. Das Medikament Nifedipin ist gefäßerweiternd und kann auch zum Einsatz kommen. Es ist jedoch verschreibungspflichtig und sollte nur (wie auch die Schmerzmittel) in Abstimmung mit einem Arzt oder einer erfahrenen Stillberaterin eingenommen werden. Bei allen Medikamenten ist der Erfolg nicht von einem Tag auf den nächsten ersichtlich, sondern kann auch mal einige Tage bis hin zu einigen Wochen dauern. Lass Dich hier nicht entmutigen und konzentriere Dich einfach auf die Schönheit Deines Babys. Das embryotoxikologische Beratungszentrum der Berliner Charité empfiehlt das Medikament Nifedipin. Das Medikament senkt den Blutdruck und ist bei Frauen mit einem niedrigen Blutdruck eventuell nicht geeignet.

Herpes simplex oder Herpes zoster an der Brustwarze

Diese unangenehme Infektion kann tatsächlich auch an der Brust vorkommen. Um eine Ansteckung des Babys zu vermeiden, wird die betroffene Brust dem Kind nicht mehr zum Stillen angeboten. Ebenfalls darf die Muttermilch aus der betroffenen Brust leider vernichtet werden, da sie eventuell mit der Infektion verschmutzt ist.

Eine Psoriasis

Wenn die Brustwarze wund wird oder sogar verletzt wird (durch ein falsches Anlegen), dann Psoriasis als körperliche Reaktion ausgelöst werden. Wunde Brustwarzen und das falsche Anlegen sind entsprechend zu behandeln bzw. abzustellen.

Soor (die klassische Pilzinfektion)

Hierbei handelt es sich um eine Pilzinfektion mit Candida Bakterien auf der Brustwarze und auch in den Milchgängen. Das Soor entsteht nicht direkt, sondern auch meist nach einer längeren Stillzeit. Die Schmerzen an der Brust beginnen, wenn Du mit dem Stillen des Kindes beginnst und sind sogar noch einige Zeit nach dem Stillen vorhanden. Meist tritt diese Pilzinfektion zusammen mit einem Vasospasmus auf, weil durch die schlechte Durchblutung der Brust die Pilzinfektion sogar noch unterstützt bzw. begünstigt wird.

Allergien, Kontakt Demartitis oder atopische Ekzeme

Alle diese Formen von Ausschlag können auch die Brust betreffen und in der Stillzeit entstehen. Zu überprüfen sind dann auf jeden Fall Kleidung und eventuell genutzte Stilleinlagen. Können diese oder vielleicht auch bestimmte Lebensmittel (bei der Gabe von Beikost zum Beispiel) eine Reaktion bei der Mutter ausgelöst haben? Manchmal ist die Mutter sogar gegen eine bestimmte Salbe oder ein Medikament allergisch, was im Zusammenhang mit dem Stillen eingenommen bzw. genutzt wurde.

Bakterielle Infektionen von Verletzungen

Sind durch das falsche Anlegen oder Saugen des Kindes Wunden oder Verletzungen entstanden, so können sich diese ebenfalls infizieren. Meist werden die Verletzungen oder Ekzeme dann von Staphylococcus aureus Bakterien infiziert. Erkennen kann man diese Infektionen dann an einer gelben Kruste oder nässenden Bläschen. Wie werden diese bakteriellen Infektionen behandelt? Diese Infektionen müssen unbedingt von einem Arzt oder einer Still- und Laktationsberaterin IBCLC begutachtet werden und sollen dann durch die Gabe von Antibiotika wieder geheilt werden.

Die Depression (Postnatal)

Mütter die bereits vor, während oder auch nach der Geburt an Depressionen leider, haben manchmal auch Schmerzen beim Stillen. Diese können meist im Rahmen einer Psychotherapie behandelt werden.

Das Mammary Constriction Syndrom (die verspannte Brustmuskulatur)

Wenn sich Verspannungen bei der Mutter im Bereicht des Brustkorbes oder der Schultern gebildet haben, so können diese Verspannungen in der Brustmuskulatur auslösen. Diese Verspannung führt dann im letzten Schritt zu einem Zusammendrücken der Blutgefäße und verursachen so eine schlechte Durchblutung und letztlich dann die Schmerzen beim Stillen oder danach. Ist die Mutter (ähnlich wie beim Stress auf der Arbeit) bereits vor dem Stillen schon sehr in Sorge und angespannt, so können die Verspannungen auch nur durch die Psyche entstehen und vollkommen lösgelöst von dem eigentlichen Stillen sein! Neben diesem psychovegetativen Effekt, kann es natürlich auch „ganz normale“ orthopädisch bedingte Verspannungen und Schmerzen geben. Lockere Dich und Deine Brustmuskulatur durch Entspannungsübungen, durch Wärme oder durch eine angenehme Massage durch Deinen Partner.

Überempflindlichkeit durch erneute Schwangerschaft

Wenn Du erneut schwanger bist, so ist Deine Brust und auch die Brustwarzen, besonders empfindlich. Beim Stillen empfindest Du dann vielleicht ein Gefühl des Unwohlseins oder vielleicht sogar Schmerzen. Diese Gefühle werden dann vermutlich im ersten Schritt nicht direkt mit einer erneuten Schwangerschaft in Verbindung gebracht, können aber in einigen Fällen bereits die Erklärung dafür sein.

Die funktionellen Schmerzen (Allodynie)

Die Allodynie ist eine Überreaktion des Körpers auf bestimmte Reize. Diese verursachen normalerweise keine Probleme bzw. Schmerzen, werden aber jetzt als solche wahrgenommen. Meist reichen hier schon das Abtrocknen der Brustwarzen oder die Reibung an Stilleinlagen oder anderen Kleidungsstücken. Der Körper verursacht also eine Überreaktion. Der Arzt sollte hier auf jeden Fall zu weiteren Behandlung zu Rate gezogen werden.

Wie bekommst Du die Schmerzen in den Griff?

Wenn die Schmerzen unerträglich sind, so kannst Du (in Absprache mit einem Arzt) auch Schmerzmittel einnehmen. In diesem Fall sind geeignete Schmerzmittel zum Beispiel Paracetamol oder Ibuprofen. Ausdrücklich nicht sollen Medikamente wie zum Beispiel „Ass“ oder „Aspirin“ (Acetylsalicylsäure) eingenommen werden.

Wie immer sind die Medikamente nur im Notfall und in Absprache mit dem Arzt einzunehmen. Wir persönlich empfehlen die Einnahme von Medikamenten (also Chemie für Deinen Körper) nur im absoluten Notfall. Ebenfalls gilt dies natürlich auch für Antibiotika. Während der Einnahme der geeigneten Medikamente kann weiter gestillt werden. Die Beipackzettel der Hersteller raten sicherheitshalber immer von der Einnahme der Medikamente ab, um möglichem Ärger und Diskussionen aus dem Wege zu gehen. Wichtig ist deshalb immer eine Besprechung und Abstimmung mit dem behandelnden Arzt bzw. der Ärztin und der Stillberaterin. Sie verfügen über einen großen Erfahrungsschatz und können zu dem Thema „Einnahme von Medikamenten während der Stillzeit“ gut beraten.

Tabletten Schmerzen

User Fazit

Die Entstehungsgründe von Schmerzen während der Stillzeit sind vielfältig und bedürfen eine gründlichen Analyse. Nur wenn die Ursache bekannt ist, kann das Problem gelöst werden. Wichtig ist dabei die Unterstützung durch eine gute Stillberaterin und oder eines Arztes. Wir wünschen Dir viel Erfolg und eine schöne Stillzeit!

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