Rückbildungsgymnastik – Ein Muss nach der Schwangerschaft

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Rückbildungsgymnastik – Ein Muss nach der Schwangerschaft

So., 01/26/2020 - 08:51
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Während der Schwangerschaft verändert sich der Hormonhaushalt werdende Mütter enorm. So wird beispielsweise das Gewebe im Bereich des Beckenbodens weicher, was auch Sinn macht. Denn schließlich soll der Kopf des Babys während der Geburt möglichst problemlos passieren können. Während sich der Körper der Mutter unmittelbar nach der Geburt insgesamt relativ schnell regeneriert, bleibt der Beckenboden weich und braucht gezieltes Rückbildungstraining, um wieder in Form gebracht zu werden.

Da die Regeneration in der Anfangsphase besonders schnell fortschreitet, ist es am effektivsten relativ schnell nach der Geburt mit der Rückbildungsgymnastik zu starten. Als optimaler Trainingsbeginn gelten sechs bis acht Wochen nach der Geburt. Ganz klar, dass sich bei jeder frischgebackenen Mama zunächst einmal alles um ihr Baby dreht. Hinzu kommen ein veränderter Tagesrhythmus und nicht zuletzt viele schlaflose Nächte. Dennoch ist es wichtig, auch in dieser Zeit an das eigene Wohlbefinden zu denken. Rückbildungsgymnastik ist ein wichtiger Baustein in der Geburtsnachbereitung.

Warum ist Rückbildungsgymnastik so wichtig?

Bei der Rückbildungsgymnastik geht es nicht in erster Linie ums Abnehmen und darum, möglichst schnell wieder einen flachen Bauch zu bekommen. Es geht um deutlich mehr: Die Beckenbodenmuskulatur umfasst neben dem Schließmuskel der Harnröhre, auch die Schließmuskeln der Scheide und des Afters. Damit diese langfristig funktionstüchtig bleiben, müssen die beanspruchten Beckenbodenmuskeln unbedingt trainiert werden. Gleichzeitig wird mit dem Training auch die Gebärmutterrückbildung unterstützt. Wird das Training vernachlässigt, kann sich das in späteren Jahren rächen und beispielsweise zu Inkontinenz oder einer Gebärmuttersenkung führen.

Wann soll mit dem Training begonnen werden?

Experten in Fragen Frauengesundheit sind sich deshalb einig: Ein Rückbildungskurs sollte für jede frisch gebackene Mutter Pflichtprogramm sein. Je nach körperlicher Verfassung, sollte spätestens sechs bis acht Wochen nach der Geburt mit den ersten gezielten Übungen begonnen werden. Nach Kaiserschnitt-Geburten sollte das Training etwas später beginnen. Hier gilt der optimale Zeitpunkt für einen Rückbildungskurs ab etwa zehn Wochen nach der Entbindung.

Wer übernimmt die Kosten für Rückbildungskurse?

Das Rückbildungsgymnastik auch aus medizinischer Sicht notwendig ist, lässt sich schon daran festmachen, dass die Krankenkassen den Rückbildungskurs bezahlen. So werden mindestens zehn Stunden von den Kassen übernommen. Voraussetzung ist, dass der Rückbildungskurs innerhalb der ersten neun Monate ab der Geburt wahrgenommen wird. Denn Ziel der Rückbildungsgymnastik ist eventuellen Folgeerkrankungen vorzubeugen, statt das Risiko von Spätfolgen in Kauf zu nehmen.

Krankenkasse Rückbildungskurs

Wie finde ich einen guten Rückbildungskurs?

Professionelle Rückbildungskurse werden schwerpunktmäßig von Hebammen angeboten. Weitere Angebote findest Du hier auf Stillgruppen.de! Am besten informieren sich werdende Mütter schon während der Geburtsvorbereitung bei ihrer Hebamme über entsprechende Angebote. In der Regel finden die Kurse einmal pro Woche statt und dauern im Schnitt etwa eine bis eineinhalb Stunden. In der Regel sollte ein Rückbildungskurs etwa neun Monate nach der Geburt abgeschlossen sein. Aber auch das ist individuell unterschiedlich. Wer selbst das Empfinden hat, dass sein Beckenboden noch nicht ausreichend gefestigt erscheint, kann auch anschließend weitere Rückbildungskurse besuchen.

Rückbildungskurse sind mehr als Fitness-Kurse

Wie bereits erwähnt, dienen Rückbildungskurse nicht vorrangig der Fettverbrennung, sondern zielen darauf ab, die Gebärmuttermuskulatur und die damit verbundene Schließmuskulatur von Harnröhre, Scheide und After zu stärken und wieder in ihre ursprüngliche Form zu bringen. Deshalb unterscheiden sich die speziellen Übungen auch deutlich von üblichen Fitness-Übungen.

Kriterien für einen guten Rückbildungskurs

Nicht jede Frau ist gleich. Deshalb ist es zu Beginn jeden Trainings wichtig, die individuellen Ansprüche und Bedürfnisse zu besprechen. Dabei sollen nicht nur eventuelle Beeinträchtigungen, sondern auch die jeweilige Tagesform der jungen Mutter im Blickpunkt stehen. In welcher Form eine junge Mama ihr Kind ernährt, ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium für die gezielte Rückbildungsgymnastik. Während Stillen nachweislich die Rückbildung fördert, brauchen Mütter, die ihr Baby mit der Flasche ernähren, zusätzliche Übungen, mit denen die Rückbildung unterstützt werden kann.

Rueckbildungsgymnastik

Theoretisches Wissen hilft bei der Umsetzung

In guten Rückbildungskursen steht auch das Erlernen von theoretischem Wissen über den Körper auf dem Programm. Wer über die Vorgänge, die während und nach der Schwangerschaft im Körper Bescheid weiß, kann entsprechend darauf eingehen.

Übungen für Zuhause

Um das im Rückbildungskurs erlernte effektiv zu nutzen, bekommen die jungen Mütter von ihren Hebammen oder Übungsleiterinnen meist Übungsvorschläge mit, die sie zu Hause umsetzen können. Denn es ist enorm wichtig, täglich dran zu bleiben und jeden Tag mindestens zehn Minuten für die Gymnastikübungen einzuplanen. Einige kann man sogar unterwegs während des Spaziergangs mit dem Baby oder an der Supermarkt-Kasse trainieren. Wie beispielsweise den Beckenboden im Wechsel einige Sekunden anspannen und wieder lockerlassen.

Auch die theoretischen Tipps aus den Rückbildungskursen, zum Beispiel wie man sich zu Hause möglichst schonend bewegt, oder wie man sich schonend hinsetzt und aufsteht, sind meist sehr nützlich und können jederzeit, selbst mit dem Baby im Arm, umgesetzt werden.

Hier auf Stillgruppen.de findest Du viele Hebammen und noch mehr Fachpersonal. Kursangebote für Schwangere und auch für nach der Geburt findest Du hier. Dort gibt es auch Angebote für Rückbildungsgymnastik! Viel Spaß dabei wünscht Stillgruppen.de!