Risiko der älteren Schwangeren?

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Risiko der älteren Schwangeren?

Do., 05/21/2020 - 13:16
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Laut der modernen Medizin steigt auch mit dem höheren Alter der Schwangeren die Wahrscheinlichkeit von Erbschäden bei den Kindern. Genau aus diesem Grund ist es für ältere Paare immer wieder ein wichtiges Thema. Denn niemand möchte gerne ein krankes Kind zur Welt bringen, sondern dies eher verhindern bzw alles dafür tun, damit ein gesundes Kind im Mutterleib heranwachsen kann. Doch ältere Frauen gehören statisch auch zu dieser Risiko Gruppe.

Bei der Erbkrankheit handelt es sich um das Down Syndrom (Trisomie 21). Das Risiko, dass dein Kind eine solche Erbkrankheit bekommt, steigt mit Deinem zunehmenden Alter. Bei Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren liegt es bei 0,006 Prozent. Gleichzeitig steigt auch das Risiko für Fehlgeburten, Frühgeburten oder für mögliche Fehlbildungen.

Die Komplikationen nehmen zu

Umso älter die Schwangere ist, umso häufiger kommt es zu Schwangerschaftskomplikationen. Folgende Probleme können auftreten: Eiweiße im Urin, Funktionsstörung des Mutterkuchens, Schwangerschaft Diabetes, Bluthochdruck oder die Unterversorgung des Babys (die sogenannte Mangel Geburt). Genau aus diesem Grund werden Erstgebärende ab dem 35. Lebensjahr bereits als Risiko schwangere eingestuft. Durch die vorgesehenen Vorsorge Untersuchungen werden Probleme und Risiken jedoch frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt.

Weiterhin kann bei diesem Personenkreis auch die Geburt deutlich länger dauern, als normal. Das gleiche gilt für den sogenannten Geburtsakt. Da dies wiederum das Risiko für einen Sauerstoffmangel erhöht, kommt es bei diesem Personenkreis auch häufig zum Kaiserschnitt. Das fortgeschrittene Alter der Eltern bedeutet natürlich auch eine Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, dass die Eltern bereits eigene gesundheitliche Störungen bzw Probleme haben, die ebenfalls ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Schwangerschaft

Die Fruchtwasser Untersuchung

Eine Fruchtwasser-Untersuchung ist bei Schwangeren ab dem 35. Lebensjahr möglich. Ab der 16. Schwangerschaftswoche kann diese Untersuchung durchgeführt werden. Diese Untersuchung ist jedoch auch mit einigen Risiken für das Kind verbunden. Daneben sollten sich die Eltern bereits überlegen, wie sie reagieren, wenn bei der Untersuchung eine Schädigung des Kindes festgestellt wird. Bereits vor der Untersuchung sollten die Eltern sich deshalb mit dem Frauenarzt unterhalten. Dieser kann übrigens auch alternativen zu der Fruchtwasser-Untersuchung aufzeigen.

Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Grundsätzlich übernehmen die Krankenkassen die medizinisch notwendigen Untersuchungen, welche als Bestandteil der vertragsärztlichen Untersuchung durch den Arzt abgerechnet werden können. Die pränatale Diagnostik beinhaltet: eine humangenetische durch den Arzt durchgeführte Beratung die die Zuverlässigkeit, die Genauigkeit, die Indikation und auch die Gefahren der vorgestellten Methode erläutert.

Krankenkasse

Weiteres Risiko durch schnelle Schwangerschaftsfolge

Wenn zwischen den einzelnen Schwangerschaften weniger als zwölf Monate liegen, dann spricht die Medizin von einer sogenannten raschen Schwangerschaftsfolge. In solch einer Situation besteht das erhöhte Risiko mit einer Frühgeburt konfrontiert zu werden. Auch gibt es ein hohes Risiko, dass die Gebärmutter reißt, wenn nach einem erfolgten Kaiserschnitt keine sechs Monate vergangen sind.

Weiterhin stellt natürlich jede Schwangerschaft auch eine große körperliche Belastung für eine jede Frau dar. Gerade bei einer schnellen, erneuten Schwangerschaft kann es schon einmal vorkommen, dass bei der Frau eine Anämie (Blutarmut) oder ein Erschöpfungszustand auftritt, der durch einen Eisenmangel auftritt. Weiterhin kann ein Mangel an Folsäure auch zu Wachstumsstörungen beim Kind führen.

Da die Rückbildungsvorgänge der Muskulatur und der Gebärmutter meist noch nicht komplett vollzogen ist, besteht eine größere Gefahr für eine Beckenbodensenkung bzw für eine Beckenbodenschwäche. Daneben besteht sogar noch ein höheres Risiko für eine starke Blutung nach der Geburt bzw für eine besonders ungünstige Lage des Mutterkuchens.

Schwangerschaft

Probleme bei Übergewicht

Weitere Probleme kann auch das Übergewicht der Schwangeren verursachen. Es kommt viel häufiger zu Problemen, umso höher der Wert des Body-Mass-Indexes ist. Weiterhin ist sogar das Risiko für eine Fehlgeburt bei einer fettleibigen Frau um fünfzig Prozent höher wie bei einer Frau ohne Übergewicht. Wenn dann noch eine Sterilitätsbehandlung dazu kommt, dann ist das Risiko sogar noch um das Drei oder sogar vierfache höher als bei einer Frau ohne Gewichtsprobleme. Das Risiko, dass das Kind einen offenen Rücken hat oder es zu anderen Fehlbildungen kommt, ist ebenfalls deutlich höher, bei übergewichtigen Frauen.

Daneben haben die Frauen natürlich auch bereits eigene körperliche Probleme, wie zum Beispiel die Blutzucker Krankheit. Ebenso kommt der durch die Schwangerschaft bedingte, erhöhte Blut Druck und auch die vermehrte Eiweißausscheidung im Urin (genau wie bei der Gestose) deutlich häufiger vor, wie bei Frauen mit einem Normal-Gewicht. Weiterhin leicht erhöht ist auch das Risiko für eine Frühgeburt oder eines vorzeitigen Blasensprungs. Im Verhältnis zu den normalgewichtigen Frauen, dauert die Geburt meist viel länger und endet auch sehr oft mit einem Kaiserschnitt. Das liegt sehr oft auch daran, dass die Babys von übergewichtigen Müttern meist auch schon übergewichtig auf die Welt kommen. Die Mutter hat weiterhin noch zahlreiche weitere Probleme und Risiken: Nachblutungen, Infektionen oder Thrombosen kommen viel häufiger vor.

Übergewicht

Probleme als Vielgebärende

Wenn eine Frau bereits Fehlgeburten hatte oder schon mehr als vier Kinder, dann kann es auch mit höherer Wahrscheinlichkeit zu Komplikationen während der Schwangerschaft kommen. Meist sind diese Frauen dann auch schon über 34 Jahre alt, was das Risiko ebenfalls noch erhöht.

Meist sind Vielgebärende auch übergewichtig, was die bereits oben genannten Probleme natürlich zusätzlich noch unterstützt. Die Risiken addieren sich also. So besteht zum Beispiel eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Verschlussmechanismus von der Gebärmutter (Gebärmutterhals und Muttermund) nicht mehr richtig funktioniert, was die Gefahr für eine Frühgeburt deutlich erhöht. Weiterhin kann sich auch der Muttermund vorzeitig lösen, was eine Gefahr für das Kind und die Mutter darstellen kann. Aufgrund der vielen Geburten wird die Gebärmutter häufig immer unelastischer und kann sich so auch nach der Geburt nicht mehr so richtig bzw nicht mehr so schnell zusammenziehen. Folgen davon sind dann: Nachblutungen oder auch Lösungsstörungen der sogenannten Nachgeburt. Bei Vielgebärenden sinkt lediglich das Risiko für einen Kaiserschnitt und für Komplikationen im Verlauf der Entbindung.

Schon mal eine Operation an der Gebärmutter

Jede Operation hat eine andere Intensität und somit eine andere Auswirkung auf die Gebärmutter. So hat zum Beispiel eine normale Ausschabung keine größere Bedeutung für eine Schwangerschaft bzw deren Verlauf. Sofern aber Lösungsstörungen vom Mutterkuchen nach der Geburt auftreten, so kann eine Ausschabung der mögliche Grund dafür sein. Viel größere Auswirkungen auf den Verlauf einer Geburt, kann jedoch ein Operation an der Gebärmutterwand haben. Bei einer Myomausschälung kommt es an der Stelle der Operation zu einer Narbenbildung. Diese Stelle an der Gebärmutterwand ist im Verlauf der Wehentätigkeit größeren Belastungen ausgesetzt und kann unter Umständen sogar reißen. Bei einer solchen akuten Gefahr muss sofort ein Kaiserschnitt durchgeführt werden.

Die Entscheidung, ob eine reguläre Entbindung vollzogen werden kann, ist davon abhängig, welche Myomoperation im Vorfeld stattgefunden hat. Wenn zum Beispiel eine Öffnung der Gebärmutterhöhle stattgefunden hat, raten die Ärzte eher zu einem Kaiserschnitt um Komplikationen und Probleme zu vermeiden.

Hat schon einmal ein Kaiserschnitt stattgefunden?

Wenn schon einmal ein Kaiserschnitt vollzogen wurde, so hat dies keinen weiteren Einfluss auf eine folgende Entbindung. Hier nämlich ist vielmehr der Grund für den vorangegangenen Kaiserschnitt wichtig. Es kann also auf jeden Fall eine eine normale Geburt stattfinden, auch wenn es vorher schon einmal einen Kaiserschnitt gab. Schwangere mit einem Kaiserschnitt sollten sich aber auf jeden Fall vor der erneuten Geburt mit ihrem Arzt abstimmen bzw sich in der Entbindungsklinik vorstellen, damit eine präventive Untersuchung und Vorsorge bei der schwangeren durchgeführt werden kann.

Kaiserschnitt

Unser Fazit

Statistisch gesehen erhöht sich das Risiko bei älteren Frauen in der Schwangerschaft. Dies sollte aber kein Grund dafür sein, einen Schwangerschaftswunsch komplett zu unterdrücken. Vielmehr sollte die Gesundheit der Frau in den Vordergrund gestellt werden. Ist Dein Körper topfit und ernährst Du Dich gesund und mit ausreichend Nährstoffen, da senkst Du damit automatisch auch das Risiko von Komplikationen. Es liegt also ganz bei Dir, eine gute und schöne Schwangerschaft zu erleben. Wir wünschen alles Gute! Dein Stillgruppen.de!

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