Für Schwangere gefährlich: Ringelröteln

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Für Schwangere gefährlich: Ringelröteln

Fr., 04/24/2020 - 15:41
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Es ist eine Kinderkrankheit, die man an einem typischen Hautausschlag erkennen kann. Genau wie bei Röteln, Windpocken, Masern oder Scharlach. Der verantwortliche Virus ist der Parvovirus b19 (Ringelrötelnvirus). Eine Infektion mit dem Virus verläuft meist unbemerkt und ist deshalb besonders heimtückisch für eine schwangere Frau. Denn der Virus ist für Schwangere sehr gefährlich.

Auch wenn man es vom Namen her vermuten würde, dürfen die Ringelröteln nicht mit Röteln verwechselt werden. Denn es handelt sich hierbei um zwei verschiedene Virenarten. Eine Infektion kann nur jemand bekommen, wenn er noch keine Erkrankung hatte. Hatte die betroffene Person einmal eine Infektion erfolgreich überstanden, dann ist sie das ganze Leben lang gegen den Virus immun und kann nicht noch einmal daran erkranken.

Wie breitet sich der Virus aus?

Der Virus wählt hier den klassischen Übertragungsweg: die Tröpfcheninfektion, durch sprechen, Husten und niesen mit feinen Speicheltröpfchen, die freigesetzt werden. Der Erreger kann dann einige Zeit auf Gegenständen oder auf menschlichen Körperteilen haften bleiben und wandert so auf den nächsten Wirt über. Eine klassische Schmier- und Tröpfcheninfektion. Der Erreger kann aber natürlich auch über das Blut der Wirte übertragen werden. Gerade in Schulen und Kindergärten ist die Hauptinfektionszeit immer vom Winter hin, bis in den Frühsommer.

Die Inkubationszeit

Es vergehen zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen bis zu 21 Tage. Diese Zeit nennt man Inkubationszeit und nur während dieser Zeit ist der Wirt ansteckend. Tritt der Hautausschlag auf und zeigt sich die Erkrankung, dann besteht keine Ansteckungsgefahr mehr. Daneben sind Kinder und Erwachsene auch weiterhin ansteckend, wenn sie keine Krankheitszeichen aufweisen.

Wie kann man die Infektion erkennen?

Es kommt sehr häufig vor, dass die Ringelröteln Infektionen ohne Krankheitszeichen ablaufen. In der Regel kommt es sowohl bei den Kindern, wie auch bei den Erwachsenen dann lediglich zu klassischen Grippe Symptomen mit einer Schwellung von Lymphknoten und auch leichtem Fieber. Der ja so typische Hautausschlag kommt nur bei ungefähr jeder fünften Person vor. Bei diesem Hautausschlag entsteht eine Rötung der Haut, welche sich auf dem Nasenrücken und den Wangen der betroffenen Personen ausbreitet. Meist geschieht dies schmetterlingsförmig. Danach folgen in der Regel rote Flecken auf dem Gesäß, den Oberarmen, den Oberschenkeln und den Schultern. Dabei handelt es sich dann um ringelförmige rote Flecken. In der Regel verschwinden diese Rötungen dann nach maximal zehn Tagen.

Diagnose durch den Arzt

Dein Arzt kann diese Infektion meist nur durch den typischen Hautausschlag erkennen. Sofern ein Bluttest vorgenommen wird, können jedoch auch die Antikörper im Blut festgestellt werden.

Mögliche Komplikationen

Die Ringelröteln heilen in der Regel von ganz alleine. Komplikationen kommen auch kaum vor. Lediglich junge Mädchen und Frauen haben manchmal Entzündungen in den Gelenken oder Gelenkschmerzen. Wie bei allen Infektionen, sind sind aber Menschen mit wenigen Abwehrkräften bzw einem sehr schwachen Immunsystem gefährdet. Ebenso auch Menschen mit Blutkrankheiten, da der Virus eine Blutarmut auslösen kann, die dann lebensbedrohlich ist.

In der Schwangerschaft

Jetzt kommen wir zu dem wichtigsten Punkt in diesem Artikel. Denn wir haben bereits geschrieben, dass diese Infektion in der Schwangerschaft gefährlich ist. Denn die schwangere Frau gibt das Virus an das ungeborene Kind weiter. Wenn die Schwangere keine Anzeichen für eine Infektion verspürt, dann wird sie die Viren unbemerkt übertragen. Über die Plazenta kommen die Viren in den Blutkreislauf des Ungeborenen. Dort wird dann eine Blutarmut bei dem Kind ausgelöst, da die Viren die blutbildenden Zellen angreifen.

Liegt nun deshalb ein geringeres Blutvolumen vor, so kann Flüssigkeit von den Blutgefäßen ausgelagert werden und sich in verschiedene Hohlräume (hydrops fetalis) des Ungeborenen einlagern, was zu einer Anschwellung von Brustkorb und Bauch führen kann. Durch die Blutarmut wird ebenfalls das Herz des Ungeborenen in Mitleidenschaft gezogen. In ganz extremen Fällen kann es in den ersten Schwangerschaftsmonaten sogar zu einer Frühgeburt oder zu einer Fehlgeburt kommen.

Schnelle Reaktion und Behandlung ist wichtig!

Ist die Infektion der Schwangeren mit den Ringelröteln bekannt, dann muss das Ungeborene auf jeden Fall wöchentlich mit dem Ultraschall-Gerät untersucht werden. Wird ein hydrops fetalis festgestellt, so wird das ungeborene Kind bereits im Mutterleib mit einer Blutkonserve versorgt. Es wird eine Infusion direkt an die Nabelschnur des ungeborenen angeschlossen. Es handelt sich hierbei um einen sehr schwierigen und komplizierten Eingriff, welcher deshalb nur in Krankenhäusern oder speziellen medizinischen Zentren vorgenommen wird. Der ganze Eingriff wird mit einem Ultraschall Gerät kontrolliert bzw überwacht.

Die Behandlung von Ringelröteln

Sofern es nicht zu gesundheitlichen Problemen kommt oder die Infektion während einer Schwangerschaft erfolgt, so bedarf es bei einem gesunden Menschen keiner besonderen Therapie. Kommt es zu schwierigeren Symptomen wie zum Beispiel Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen oder hohem Fieber, so ist jedoch Bettruhe angezeigt. Schonen Sie sich, damit der Körper seine ganze Kraft in die Bekämpfung des Virus stecken kann.

Man kann sich leider kaum vor Ringelröteln schützen, da die Krankheit sich ja erst sehr spät zu erkennen gibt und die Ansteckung dann meist schon erfolgt ist. Leider gibt es zu den Ringelröteln auch keinen Impfstoff.

Die Viren der Ringelröteln übertragen sich aber durch eine Tröpfchen bzw eine Schmierinfektion und jeder kann sich also mit der Einhaltung von gewissen Hygiene regeln gut davor schützen. Die Regeln sind die folgenden: keinen Kontakt zu Infizierten, regelmäßig die Hände mit Seife waschen, Augen, Nase und Mund nicht mit den Händen anfassen (außer frisch gewaschenen Händen), Infizierte Kinder aus der Familie nicht in die Schule oder den Kindergarten schicken, Schwangere (welche noch nicht immun sind) sollten Schulen und Kindergärten meiden, bei geplanter Schwangerschaft ist ein Test auf Antikörper sinnvoll, besonders, wenn du oft Kontakt mit Kindern hast.

Unser Fazit

Bei einer geplanten Schwangerschaft oder natürlich auch im Verlauf der Schwangerschaft ist eine strikte Einhaltung der Hygiene-Regeln absolut sinnvoll und angezeigt. Dabei handelt es sich nicht um übertriebene Maßnahmen, da die Einhaltung einfach ist und nur zum besten deines Kindes ist. Achte also auf die einfache Prävention um so komplizierte Folgen zu vermeiden. Wir wünschen dir alles Gute! Dein Stillgruppen.de!