Das nächtliche Stillen ist gut!

Time to read
6 minutes
Read so far

Das nächtliche Stillen ist gut!

So., 01/26/2020 - 11:10
Posted in:
0 comments

Herzlichen Glückwunsch dazu, dass Du Dein Kind noch stillst und ihm einen guten Start in das Leben verschaffen willst. Wenn Dein Kind bereits 6 Monate alt ist, dann sind Dir vielleicht jetzt Zweifel daran gekommen, ob Du noch weiter stillen möchtest und ob Du dies auch nachts noch machen solltest.

Häufige Fragen zum nächtlichen Stillen

Ist es wichtig, dass Dein Kind nun nachts durchschlafen lernt und schadet das nächtliche Stillen dabei? Erziehst Du Dein Kind falsch, wenn Du ihm dieses Bedürfnis noch stillst? Wird mein Kind eventuell an einen falschen Rhythmus gewöhnt? Diese und viele weitere Fragen könnten Dich quälen und wir wollen Dir dabei Helfen Deine Zweifel zu zerstreuen.

Auch nach 6 Monaten weiter in der Nacht stillen

Alle Fragen und Zweifel können wir mit einem Satz wegwischen: „Das nächtliche Stillen ist auch im zweiten Halbjahr sehr gut!“ In den Lebensmonaten 6-12 gibt es keine bessere Möglichkeit Deinem Kind Nähe und Geborgenheit zu schenken und es mit wunderbaren Nährstoffen zu versorgen. Diese Art der Zweisamkeit ist im Kleinkindalter vollkommen normal und absolut sinnvoll. Die Schlafentwicklung Deines Kindes wird dadurch überhaupt nicht negativ beeinflusst. Ganz im Gegenteil, wird es sich sicher fühlen und einen ruhigen Schlaf haben.

Auch im zweiten Lebensjahr noch in der Nacht stillen

Viele Stillkinder werden noch nach dem zweiten Lebensjahr in der Nacht gestillt. In diesem Falle dient der Kontakt zu der mütterlichen Brust nicht unbedingt immer nur zur Nahrungsaufnahme, sondern auch zur Befriedigung von emotionalen Faktoren. Stillen ist vor allem auch eine starke Bindung zwischen Mutter und Kind und gibt dem Säugling ein Gefühl vorn Sicherheit und Geborgenheit. Für das Kleinkind ist das Schlafen auch immer eine Trennung von der Mutter und sorgt so für eine gewisse Unruhe. Kann das Kind den Körperkontakt wieder aufnehmen, so fühlt es sich wieder sicher und versorgt.

Stillen ist nicht nur Ernährung

Durch das Stillen erreichen wir bei dem Säugling nicht nur eine Versorgung mit Nahrung, sondern vielmehr auch eine deutliche, positive Auswirkung auf viele Vitalwerte. So werden zum Beispiel die Blutzuckerwerte, die Körpertemperatur oder auch der Herzrhythmus verbessert. Die Brust dient zur Beruhigung des Kindes und ist wie ein Hafen der Sicherheit zu verstehen. In den ersten drei Lebensjahren hat das Kind eine große Veränderung zu bewältigen, sowohl körperlich wie auch emotional gibt es einige neue Lebensabschnitte. Führt dies zum sogenannten Fremdeln, dann können kleinere Verlustängste des Kindes in der Nacht immer wieder mit dem Stillen ausgeglichen werden.

In unserer Gesellschaft

In der westlichen Gesellschaft werden Kinder leider meist nur ca. sechs Monate lang gestillt. Oft stellt sich die Mutter dann bereits die Frage, ob das Stillen dann noch in Ordnung ist. Wird dann abgestillt, dann muss natürlich auch nachts eine andere Form der Ernährung bzw. Versorgung angeboten werden. Du solltest Dich jedoch nicht von gesellschaftlichen Vorgaben beeinflussen lassen. Du alleine und Dein Kind entscheiden, wann Ihr die Stillbeziehung beenden wollt. Es gibt hier kein falsch oder richtig und vor allem keine Begrenzung auf eine Stillzeit von nur sechs Monaten.

Die Schlafentwicklung

Die Stillbeziehung und die Schlafentwicklung Deines Kindes hängen voneinander ab. Fühlt sich das Kind sicher, so wird es nicht mehr so oft in der Nacht nach der Brust suchen. Hat es aber viele neue Eindrücke zu bewältigen und kommt es zum Beispiel zu einer Weiterentwicklung und gewissen Sorge des Kindes, so werden diese Ängste wieder öfters in der Nacht mit der Brust beruhigt.

Schlafen

Eine ganz normale Entwicklung

Wenn Du Dich fragst, ob Du vielleicht etwas falsch machst, dann fragst Du am Besten eine Stillberaterin. Dort wird Dir aber vermutlich bestätigt, dass das nächtliche Stillen ganz normal ist und Du nicht die einzige Mutter bist, die diese Lebensphase erlebt. Schreibe doch einfach mal einen Eintrag in unser Forum und schau, ob sich eine weitere Mutter ähnlich äußert. Solch ein Stillverhalten in der Nacht ist ganz normal und Du brauchst Dir keine Sorgen machen! Lass Dich nicht verunsichern und sorge Dich mit Deiner ganzen Liebe und Aufmerksamkeit um Dein Kind!

Hast Du das nächtliche Stillen in der Anfangszeit vielleicht noch als ganz normal empfunden, so fragst Du Dich vielleicht nach sechs bis sieben Monaten , ob dies noch normal ist. Es ist ganz normal, dass Dein Kind sich um die Nähe seiner Mutter bemüht! Es sichert sich ab, dass alles in Ordnung ist. Und mit dem zunehmenden Alter nimmt es auch immer mehr Eindrücke aus unserer Welt auf, die es vielleicht am Anfang noch sehr verunsichern. Natürlich ist das nächtliche Stillen für fast alle Mütter eine sehr anstrengende Zeit. Und durch diese Belastung wird dann vielleicht auch ein wenig Verzweiflung angelockt. Hier empfiehlt es sich aber, sich auf sein Herz und das Bedürfnis des Kindes zu verlassen. Es ist nicht falsch, sondern sehr richtig, dass Du Dich um Dein Kind kümmerst und immer für es da bist. Keine Sorge, dass bleibt nicht immer so.

Lass Dich nicht von Experten verunsichern

Leider gibt es in unserer modernen und schnellen Welt viele selbsternannte Experten, die Dir das Leben schwer machen wollen. Einige Psychologen behaupten sogar, dass es sich bei dem nächtlichen Stillen um eine Schlafstörung handelt. Dies ist natürlich absoluter Quatsch und Du solltest Dir oder Deinem Partner keine Schuld einreden lassen. Experten präsentieren immer gerne Studien, die aber meist nicht vollständig sind und immer nur einen kleinen Lebensabschnitt der kindlichen Entwicklung darstellen. Um eine richtige Aussage treffen zu können, müsste die Studie aber immer die komplette kindliche Entwicklung über viele Jahre verfolgen. Dies ist in der Regel aber nie der Fall. Da diese Thesen der Experten meist nur noch mehr verunsichern, wollen wir diese hier auch gar nicht weiter erläutern.

Der Schlafrhythmus von gestillten Kindern

Werden Kinder gestillt, so haben sie einen ganz anderen Entwicklungsstand und auch ein anderes Interesse an ihrem Umfeld als nicht gestillte Kinder. Stillkinder sind sehr interessiert und wollen den ganzen Tag die Welt erkunden und alles entdecken. Sie verarbeiten dies dann in der Nacht und fordern auch die Nahrung ein, für die sie tagsüber keine Zeit hatten! Stillkinder schlafen natürlich meist auch bei ihren Müttern im Bett und wachen deshalb auch schon viel schneller auf, wenn sich die Mutter bewegt. Die Bindung zur Mutter ist sehr hoch! Daneben kann es natürlich auch noch zu ganz normalen Problemen kommen, wie zum Beispiel: Zahnungsbeschwerden und Infektionen.

Nicht den Erwartungen folgen

Folge auf keinem Fall nur den Erwartungen der Gesellschaft oder dem Umfeld in dem Du lebst. Du musst nicht abstillen, sondern kannst Dein Kind ohne Probleme noch über das zweite Lebensjahr hinaus stillen! Es gibt hier keine gültige Norm, auch wenn Dir das vielleicht einige Experten erzählen wollen. Auch hilft nicht unbedingt die nächtliche Gabe von künstlicher Säuglingsmilch um ein Durchschlafen zu erreichen.

Geschichtsforscher haben sogar festgestellt, dass es früher ganz normal für die Menschen war, ihre Kinder in der Nacht zu stillen. Es war sogar wichtig.

Die Vorteile des Stillens

Natürlich wird durch das nächtliche Stillen auch immer wieder die Milchproduktion angeregt und das Stillhormon Prolaktin gefördert. Durch den häufigen Hautkontakt wird die Bindung zwischen Mutter und Kind gestärkt. Wenn das nächtliche Stillen nicht als Problem verstanden wird und Du Dich nicht darüber aufregst, dann führt es auch zum direkten Einschlafen des Kindes. Denn es spürt ja auch Deine Gefühle und wenn Du aufgeregt oder genervt bist, dann wird es auch unruhig werden und kommt schwerer wieder in den Schlaf. Versteht man das nächtliche Stillen jedoch als kurze Bestätigung der Sicherheit und Zweisamkeit, dann kann man in Harmonie direkt wieder einschlafen.

Stillen ist für die kindliche Entwicklung in jedem Bereich absolut positiv. Es trägt zu einer besonders positiven körperlichen und auch neurologischen Entwicklung des Kindes bei. Wird nun also sogar noch nachts gestillt, so wird dieser Effekt mindestens nur verbessert. Das nächtliche Stillen führt zu einer Ausschüttung von Glückhormonen bei Deinem Kind. Denn der Körperkontakt sorgt für die Produktion von Endorphinen. Der plötzliche Kindstod kommt bei Kindern die in der Nacht gestillt werden, nur halb so oft vor, wie bei nicht Nachtstillkindern vor.

Stillen

Möglichst angenehm gestalten

Das nächtliche Stillen ist für Mütter besonders anstrengend und sollte deshalb besonders einfach und möglichst angenehm gestaltet werden. Die Müdigkeit ist wohl der Hauptgrund für die negativen Gefühle bei dem nächtlichen Stillen. Mach Dir aber bewusst, dass Du Dir dadurch andere große Probleme ersparst! So wird nämlich durch das regelmäßige Stillen ein Milchstau und eine schmerzhafte Entzündung der Brust vermieden. Weiterhin sorgt die Ausschüttung des Hormones Prolaktin auch dafür, dass Du relativ schnell wieder einschlafen kannst.

Mach es Dir einfach beim nächtlichen Stillen

Und nun kommen wir zu dem wichtigen Punkt, Dir Deine Nacht möglichst einfach zu gestalten. Wenn Du Dein Kind in der Nacht stillen möchtest, dann macht es sehr großen Sinn, Dir Dein Kind in Dein Bett zu holen. Wenn Du jede Nacht noch aufstehen musst und vielleicht noch einige Schritte gehen musst, dann ist dies sicherlich sehr anstrengend. Sorge also für Sicherheit in Deinem Bett, damit Dein Kind nicht aus dem Bett fallen kann und Du auch nicht auf ihm liegst. Bettschutzgitter oder ein Stillkissen helfen Dir dabei.

Als optimale Stillposition empfiehlt sich übrigens das Stillen im Liegen. Finde einen Ablauf, der sich beim nächtlichen Stillen immer wiederholt. Verwende kein grelles Licht und sorge für Ruhe und sprich vor allem nur sehr leise mit Deinem Kind! Wenn Dein Kind dann wirklich satt und müde ist und bereits an der Brust wieder eingeschlafen ist, dann legst Du es wieder zum Schlafen hin.

Du bist nun besonders wichtig! Wie auch schon vor der Schwangerschaft, solltest Du Dich schonen, Dich sehr gesund ernähren und jede Gelegenheit nutzen, um zu schlafen. Denn nur wenn Du Deinem Körper die optimale Ernährung anbietest und Dein Akku immer wieder auflädst, dann wirst Du auch mit Freude für Dein Kind da sein. Sorge für eine gute Stimmung und fühle Dich nicht alleine, indem Du einen Eintrag hier in unserem Forum postest. Frag nach gleichen Erfahrungen!

Die Macht der Gewohnheit

Wenn Du die oben genannten Ratschläge befolgst, dann wirst Du Dich an die Situation des nächtlichen Stillens gewöhnen. Es wird Dir leicht fallen, dass es von Herzen kommt und Du Dir der ganzen Vorteile bewusst bist. Du wirst Dich tagsüber vielleicht sogar relativ erholt fühlen. Du musst Dich einfach nicht gegen diese Lebensphase wehren, sondern Dich einfach anpassen und ein Teil einer wunderbaren Stillbeziehung werden!

Wir wünschen Dir eine wunderbare Stillzeit! Dein Stillgruppen.de!

Tags