Die Nachsorge nach der Geburt

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Die Nachsorge nach der Geburt

Mo., 02/03/2020 - 18:52
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Es ist geschafft! Die Geburt ist vollzogen und Mutter und Kind dürfen die Entbindungsstation verlassen! Aber was kommt danach?

Für viele Eltern ist es ein schöner Moment, der manchmal aber auch in Stress umschlägt. Durch den neuen Erdenbewohner hat sich der Alltag doch gravierend verändert. Wie schön ist da ein Besuch der Hebamme, die mit Rat und Hilfe zur Seite steht!

Wie oft kommt die Hebamme nach der Geburt nach Hause?

Nach der Geburt hat jede Mutter, die in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist den Anspruch darauf, von einer Hebamme betreut zu werden. Die Kosten für die Betreuung übernehmen die Krankenkassen. Die Betreuung geht über einen Zeitraum von zwölf Wochen nach der Geburt. In den ersten zehn Tagen nach der Geburt haben Mütter den Anspruch auf einen Besuch durch die Hebamme pro Tag. Danach kann die Hebamme bis zu 16 Mal in Anspruch genommen werden. Sollten zwölf Wochen nach der Geburt noch Fragen oder Probleme in Bezug auf Stillen oder die Ernährung des Babys bestehen, gibt es einen Anspruch auf bis zu acht weitere Kontaktaufnahmen. Besteht darüber hinaus ein Betreuungs- oder Beratungsbedarf, können die Mütter diesen in Anspruch nehmen, sofern eine entsprechende ärztliche Verordnung vorliegt.

Die Betreuung durch eine Hebamme kann auch dann in Anspruch genommen werden, wenn ein Schwangerschaftsabbruch vorgenommen wurde. Wird ein Kind tot geboren, oder verstirbt es nach der Geburt, sind die Hebammen auch für die Eltern da.

Die Hebamme

Was passiert bei einem Besuch der Hebamme?

Kommt die Hebamme im Rahmen der Wochenbettbetreuung nach Hause zur Mutter, dann geht es sowohl um die Gesundheit der Mutter, als auch des Kindes. Die Aufgabe der Hebamme ist es, Mutter und Kind in der ersten Zeit nach der Geburt zu allen Fragen und Problemen in Bezug auf die Geburt, die Nachsorge und die veränderte Familiensituation zu beraten.

Betreuung des Kindes

Die Hebamme wird bei jedem Besuch das Baby untersuchen. Dazu gehört, die Kontrolle des Nabels. Sofern dieser nicht oder nicht gut verheilt, wird die Hebamme beraten, welche Maßnahmen erforderlich beziehungsweise hilfreich sind. Außerdem wird die Hebamme auch genau schauen, wie sich das Gewicht des Kindes entwickelt. Dafür wird die Hebamme eine "Mobile-Waage" mitbringen. Diese sieht aus wie eine kleine Hängematte. Das Baby wird hineingelegt und dann kann die Hebamme das Gewicht ablesen. So kann sie feststellen, ob das Kind genügend Muttermilch bekommt oder nicht.

Sie wird sich auch den allgemeinen Gesundheitszustand des Babys ansehen. So kann sie durch eine Untersuchung der Haut feststellen, ob zum Beispiel eine Neugeborenengelbsucht besteht oder deren Verlauf betreuen. Dabei wird die Hebamme die Hautfarbe, Reflexe, Muskelspannung und auch die Ausscheidungen des Babys kontrollieren. Da viele Babys zu Beginn unter Blähungen leiden, wird die Hebamme beraten, welche Maßnahmen helfen können.

Alle Daten, die eine Hebamme feststellt, wird sie sich notieren, um die Entwicklung des Kindes besser kontrollieren und im Blick behalten zu können.

Betreuung der Mutter beziehungsweise der Eltern

Die Hebamme kümmert sich zuerst um die körperliche Gesundheit der Mutter. Dazu gehört nach einem Kaiserschnitt die Untersuchung der Narbe. Hier kann die Hebamme feststellen, ob diese gut verheilt, und kann dazu beraten, wie die Narbe gut versorgt werden kann. Außerdem wird die Hebamme untersuchen, ob sich nach der Geburt die Gebärmutter gut zurückbildet. Dazu wird sie den Bauch der Mutter abtasten. War während der Geburt ein Dammschnitt notwendig, wird sich die Hebamme auch um diesen kümmern. Sofern die Mutter hier Schmerzen hat oder sich nicht wohlfühlt, kann die Hebamme zu Hausmitteln beraten oder gegebenenfalls auch zu einer ärztlichen Behandlung raten.

Baby

Die Brust und das Stillen

Zur Betreuung gehört auch die Untersuchung der Brust, ganz egal, ob die Mutter still oder nicht. Es wird dazu beraten, was getan werden kann, um den Milchfluss anzukurbeln oder einen Milchstau zu verhindern. Auch beraten die Hebammen umfassen zur Gesundheit der Brustwarzen. Sofern es Probleme beim Stillen gibt, ist die Hebamme mit Rat und Tat zur Seite. Sie kann verschiedene Stillpositionen zeigen. Sie wird sich genau ansehen, wie die Mutter stillt, und kann so ganz individuell helfen.

Die Babypflege

Ein wichtiger Aspekt der Wochenbettbesuche ist auch die Babypflege. Gerade wer zum ersten Mal ein Kind bekommen hat, ist da oft noch unsicher. Die Hebammen helfen bei Fragen und Problemen beim Wickeln oder beraten bei der Ernährung des Babys. Ein Highlight ist immer das erste Bad für das Baby zu Hause. Hier wird die Hebamme dabei sein, und helfen, die richtige Temperatur zu finden, sie wird zeigen, wie das Baby gehalten und gewaschen werden kann. Die Hebamme wird den Eltern auch erklären, wie sie den Nabel und die Haut des Babys pflegen können. Sofern erforderlich wird sie auch zeigen, wie das Baby richtig gehalten wird oder wie es massiert werden kann.

Die Babykleidung

Viele Hebamme beraten auch in Bezug auf die Kleidung und die richtige Umgebung für das Baby. Die meisten Hebammen zeigen den Eltern ebenfalls, wie sie ein Tragetuch verwenden können. Sie geben auch Ratschläge, falls es ältere Geschwister oder Haustiere gibt.

Die Psyche der Mutter

Zur Aufgabe der Hebammen gehört es aber auch, mit der Mutter über die Erfahrung der Geburt zu sprechen und wie es der Mutter in seelischer Hinsicht geht. Der Hintergrund dafür ist, das die Hebamme über mögliche Sorgen sprechen und gegebenenfalls aufklären will. Auf diesem Weg kann die Hebamme herausfinden, ob es der Mutter nach der besonderen Erfahrung der Geburt psychisch gut geht. So kann sie zum Beispiel erkennen, ob eventuelle der sogenannte "Baby-Blues" vorliegt und gegebenenfalls Ratschläge erteilen oder Ansprechpartner vermitteln.

Ein weiterer wichtige Aspekt ist, dass die Hebamme durch die Beobachtung und die Gespräche prüft, wie die Bindung zwischen Mutter und Kind ist. Sie möchte dabei helfen, dass beide eine möglichst enge Bindung aufbauen. Dies ist sowohl für das Wohlbefinden des Kindes, als auch für die Mutter wichtig.

Baby

Sexualität nach der Geburt

Nicht unbedeutend ist auch die Beratung der Hebamme zur Frage der Verhütung und zum Geschlechtsverkehr nach der Geburt.

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