Was ist ein Milchstau?

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Was ist ein Milchstau?

Do., 11/05/2020 - 18:11
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Wenn die Mutter Probleme bei der Entleerung der Brust hat, die mit einer schmerzhaften Stelle an der Brust verbunden ist, dann kann ein Milchstau vorliegen.

Diese harte Stelle an der Brust schmerzt und kann kann sehr unterschiedlich in Ihrer Größe sein. Von klein bis groß ist diese Fläche definierbar und kann ebenfalls auch gerötet sein. Bei einem längeren Milchstau kann man sogar harte Knubel ertasten. Dabei handelt es sich um Brustdrüsengewebe, welches mit Muttermilch überfüllt ist und sich entzünden kann. Diese Brustentzündung wird von Bakterien ausgelöst bzw. begünstigt.

Wie und warum entsteht ein Milchstau?

Wird die Öffnung des Milchganges durch ein Häutchen verstopft bzw. blockiert, so staut sich die Milch. Auch kann dies durch einen Fettpropf geschehen. Dieser Fettpfropf entsteht, wenn sich das Fett nach dem Stillen an den Wänden der Milchgänge absetzt. Normalerweise wird dieses Fett (welches sich in Form von kleinen Globuli ansammelt) mit dem nächsten Milchspendereflex in Richtung Brustwarzen gespült.

Wenn dies nicht „fließend“ gelingt und sich die Globuli ansammeln, dann können diese auch verklumpen. Manchmal findet man auch bei einigen Müttern, kleine sandartige Körner in der Muttermilch und vermutet hier eine Ansammlung von Kalzium. Diese Kalzium Könrnchen können sich dann ansammeln und dadurch auch wiederrum den Milchgang verstopfen. Neben den bereits aufgezählten Varianten bzw. Vermutungen, geht man auch davon aus, dass sich abgestorbene Zellklumpen in der Muttermilch ansammeln und die Milchgänge so dann auch wieder verstopfen.

Man vermutet, dass die Blockaden (Pfröpfe) meist aus einer Ansammlung von festen Milchbestandteilen, einigen Resten an abgestorbenen Zellen und auch aus einem Teil von Milchfett bestehen. Manchmal hängen diese Ansammlungen tatsächlich direkt an der Brustwarze und dies sieht mitunter auch recht lustig aus. Denn sie erinnern irgendwie an Spaghetti, sind von der Farbe her grün, gelb und manchmal auch braun. Sie sind für die Kinder absolut ungefährlich bzw. unbedenklich!

Was begünstigt einen Milchstau?

Wer seine Brust eher selten und auch unzureichend leert, der begünstigt die Entstehung eines Milchstaus. Die Wahrscheinlichkeit steigt auch, wenn zwischen den einzelnen Stillmahlzeiten zu viel Zeit vergeht. Wenn Dein Kind weniger oder vielleicht auch mal einen kurzen Zeitraum gar nicht mehr trinkt, dann steigt das Risiko immens. Wie kann es dazu kommen? Nun, wenn Dein Kind zum Beispiel in einen Stillstreik eintritt, der durch eine große Ablenkung, durch Erschöpfung, durch Irritation (wenn die Mutter plötzlich berufstätig ist oder durch eine Fremdbetreuung des Kindes) oder durch Krankheit.

Gerade in den ersten Wochen nach der Geburt, kommt es aber auch oft vor, dass die Muttermilchproduktion auf Hochtouren läuft und sich noch nicht eingependelt hat. In dieser Zeit steigt dann natürlich auch die Gefahr eines Staus, da einfach nicht genug Muttermilch abgetrunken wird. Die Gefahr steigt also immer mit einem Überangebot, welches nicht genutzt wird!

Die Mutter kann den Milchstau aber auch selbst verursachen! Dies kann beispielsweise passieren, wenn der sogenannte Milchspendereflex durch besonderen Stress wie zum Beispiel Zeitdruck, eine anstrengende Reise oder einen Besuch, gehemmt wird. Ebenfalls kann dies bei einem Alkoholkonsum, Nikotinkonsum oder besonderer Erschöpfung der Mutter geschehen.

Der Milchstau kann aber auch mechanisch durch ein Einschnüren oder Eindrücken der Brüste durch Pumptrichter, Babytragetücher oder einen zu engen BH verursacht werden. Durch das Zudrücken der Milchgänge können diese verengt sein und deshalb dann verkleben bzw. verstopfen. Dadurch fließt die Muttermilch natürlich dann sehr schlecht durch die Milchgänge.

Auch ein Rest an Muttermilch in der Brust kann einen Stau auslösen. Denn diese Muttermilch wird zwar in die sogenannte Blutbahn wieder aufgenommen bzw. resorbiert, verursacht aber durch ihre Verklumpung einen normalen Milchfluss und führt deshalb zu einer kleinen Blockade. Diese Blockade verursacht dann wieder den Milchstau!

Was kann man tun? Wie wird behandelt?

Sobald der Milchstau entdeckt wird, ist sofort mit einer konstanten und sehr gründlichen Entleerung der Brust zu beginnen. Dazu kann das Kind einfach weiterhin regelmäßig gestillt werden. Dazu legen die Mütter die Kinder am Besten alle ein bis drei Stunden an! Daneben kann und sollte die Muttermilch auch manuell oder mit einer Muttermilchpumpe abgepumpt werden. Dies sollte man Besonders tun, wenn das Kind nicht die ganze Muttermilch aus der Brust abtrinkt! Besonders intensiv sollte hier gerade die Brust geleert werden, welche von dem Milchstau betroffen ist.

Handpumpe Handpumpe Muttermilch

 

Wenn Du Dein Kind dann zum Stillen anlegst, dann solltest Du darauf achten, dass das Kinn Deines Kindes in Richtung betroffener Brust zeigt. Genau dann entsteht hier nämlich eine besonders starke Saugleistung.

Wenn sich eine Verklumpung in Deiner Brust gebildet hat, so kann der Auflösungsprozess besonders durch eine Erwärmung der betroffenen Stelle begünstigt werden! Lege dazu einfach einige Minuten vor dem Stillen warme Kompressen auf diese Stelle! Achte dabei, dass die Kompressen nicht heiß sind! Sofern Du bei der ganzen Phase des Milchstaus Schmerzen hast, so kann die Einnahme von Medikamenten wie zum Beispiel Paracetamol oder Ibuprofen empfohlen werden.

Stimme Dich hierbei aber auf jeden Fall mit Deiner Stillberaterin, Hebamme oder einer Laktationsberaterin ab! Wir können hier auf Stillgruppen.de nur Hinweise geben, die aber im Einzelfall individuell überprüft werden müssen! Wir schließen jede Garantie aus, da es sich hierbei nur um allgemeine Hinweise handelt.

Der Milchstau kann manuell zum Beispiel mit der sogenannten Drei-Finger-Technik aufgelöst werden. Mit etwas Geschick und Geduld kann hier mit Hilfe der Technik von Maya Bolmann Abhilfe geschaffen werden. Deine Brust wird dabei mit zwei Fingern geleert und von dem dritten Finger der anderen Hand unterstützt. Und zwar genau da, wo sich die Blockade gebildet hat! Dazu platzierst Du Deinen Finger unmittelbar dort, wo sich der Stau befindet und bewegst ihn dann langsam Richtung Milchstau.

Der Milchfluss kann auch durch bestimmte Stillpositionen bzw. Anlegepositionen angeregt bzw. unterstützt werden. Besonders zu empfehlen ist hier der sogenannte „Vierfüßlerstand“. Dabei hilft die Schwerkraft den Milchfluss zu unterstützen.

Nach dem Stillen

Direkt nach dem Anlegen, empfiehlt sich die Kühlung der Brüste. Dabei werden folgende „Kälteanwendungen“ angeregt: kalte Umschläge bzw. Quarkwickel. Diese Art der Behandlung sollte über einen Zeitraum von ungefähr zwanzig bis dreißig Minuten durchgeführt werden. Bei dem Quarkwickel ist darauf zu achten, dass die Brustwarze nicht mit dem Quark beschmiert wird. Der Quark ist nicht zum Verzehr für das Kind bestimmt und würde ebenfalls auch die wunde Brustwarze unnötig angreifen.

Eine weitere Möglichkeit ist es, Weißkohlblätter (vorher mit einem Nudelholz oder ähnlichem bearbeiten) in den BH zu legen. Diese wirken zwischen den Stillmahlzeiten kühlend und sogar auch entzündungshemmend auf den Milchstau!

Auf gar keinen Fall solltest Du versuchen, den Milchstau (also die möglichen Knubbelbildungen) mit Gewalt zu zerdrücken. Dadurch könnte sich nämlich eher noch ein Brustabzess bilden bzw. eine unnötige Verletzung entstehen. Jede manuelle Einwirkung auf die Brust bzw. auf den Milchstau, sollte immer sehr sanft und behutsam erfolgen! Auf keinen Fall dürfen dabei Schmerzen entstehen.

Du kannst ganz vorsichtig eine Massage durchführen. Diese sollte genau vor dem erstasteten Milchstau (beachte die Fließrichtung der Muttermilch) erfolgen. Durch diese sanfte Massage kann ganz vorsichtig Druck auf den Stau ausgeübt werden, was wiederum eine Auflösung der Verstopfung einleiten könnte. Denn der Stau bzw. die Blockade (hier als Beispiel der Pfropf) liegt ja vor dem sogenannten Milchstau und durch die Massage wird das Gewebe um die Brustwarze herum gelockert und massiert. Das ganze wird noch durch die Zugabe von warmem Wasser begünstigt.

Hat sich ein Hautbläschen auf dem Ausgang des Milchgangs gebildet oder wird der Ausgang durch einen sogenannten Fettpfropf blockiert, so kann diese ebenfalls durch ein sanftes Reiben unter einer warmen Dusche entfernt werden. Meist löst sich die Blockade und es ist sogar ein vorsichtiges Entfernen mit den Fingern möglich. Dieser Vorgang sollte besonders ruhig und behutsam erfolgen und auf keinen Fall hektisch und mit „Gewalt“.

Vorbeugen ist besser als Problembehandlung

Ein Milchstau kann bei einer Frau immer mal wieder auftreten und ist ganz normal. Man kann aber auch versuchen, die Bildung bereits im Ansatz zu vermeiden. Dazu gibt es einige Präventivmaßnahmen, die man durchführen kann. Dazu zählen unter anderem: Die kontinuierliche und vollständige Entleerung der Brüste (durch Dein Baby oder eine entsprechende Milchpumpe), regelmäßige warme Duschen mit einer Massage der Brüste, richtiges und wichtiges weiterstillen während der Phase der Beikostgabe, regelmäßiges Wechseln der Anlegeposition bzw. der Stillposition.

Sofern bei Dir eine Überproduktion an Muttermilch vorliegt, das bedeutet, es gibt einen Milchüberschuss (kommt besonders in der ersten Zeit nach der Geburt vor, bis sich alles eingependelt hat), dann kann die Produktion etwas gedrosselt werden, wenn einer Kühlung der Brust erfolgt. Diese Kühlung sollte unmittelbar nach dem Stillen erfolgen, da sich dadurch die Blutgefäße verengen und auch der Stoffwechsel verlangsamt wird. Dies zusammen führt dann zu einer leichten Drosselung der zu starken Muttermilchproduktion.

Sofern festgestellt wird, dass Deine Muttermilch besonders häufig verklumpt, weil der Milchfettanteil sehr hoch ist, so solltest Du auf die mehrfach ungesättigten Fettsäuren im Auge behalten. Diese werden durch die Nahrung aufgenommen. Sofern also der Fettanteil zu hoch ist, so kann dieser mit Medikamenten wie zum Beispiel Lecithin verflüssigt werden, damit sich erst gar keine großen Fettklumpen bilden können. Über die Gabe und die Dosis entscheidet bestenfalls der Arzt bzw. die Laktationsberaterin. Der Wirkstoff Lecithin kommt aber auch in der Natur vor und kann ganz einfach über die Nahrung aufgenommen werden. So findet sich der Wirkstoff zum Beispiel in einem Eidotter oder in pflanzlichen Samen wieder.

Falls diese präventiven Maßnahmen nicht verhindern, dass ein Milchstau fast immer an der gleichen Stelle wieder auftritt, so kann eventuell auch von einer Vermehrung bzw. Verknotung von Deinem Brustbindegewebe ausgegangen werden. Dazu bedarf es natürlich einer ärztlichen Untersuchung bzw. einer genauen Betrachtung durch eine Laktationsberaterin. Neben dem vermehrten Vorkommen von Brustbindegewebe, kann eventuell auch ein Tumor in Betracht kommen. Bitte ziehe aber keine voreiligen Schlüsse und lasse Dich im Verdachtsfall in Ruhe untersuchen.

Fazit und Ausblick

Ein Milchstau kann meist schon durch einfache Methode vermieden werden. Mache Dich mit den Problemen und auch der Prävention vertraut und einer schönen Stillzeit steht nichts im Wege! Wir wünschen Dir alles Gute! Dein Stillgruppen.de!

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