Was ist eine Brustentzündung (Mastitis)?

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Was ist eine Brustentzündung (Mastitis)?

Do., 03/11/2021 - 16:02
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Wenn während der Stillzeit in die Brust der Mutter gelangen und sich dann dort vermehren können, dann spricht man von einer Brustentzündung (Mastitis puerperalis). Die Bakterien finden ihren Weg über die Milchporen in die Brüste.

Dabei handelt es sich fast ausschließlich (zu rund 95 Prozent) um die Bakterie Staphylococcus aureus. Wie kommt das Bakterium aber überhaupt in die Stillbeziehung? Die Lösung ist einfach: es kommt meist von der Mutter selbst, Freunden, Verwandten oder auch dem Krankenhauspersonal über die Handflächen und Finger in den Nasenrachenraum Deines Babys in dann von dort aus in Richtung Braustwarze.

Weitere Faktoren

Wie genau wird die Mastitis noch weiter gefördert bzw. begünstigt? Folgende Faktoren sind regelrechte Treiber für eine Brustentzündung:

  • Milchstau
  • Milchstasen
  • eine unzureichende und unregelmäßige Entleerung der Brust
  • Erschöpfung der Mutter oder auch des Kindes
  • Brustwarzenrhagaden

Wie erkennt man eine Brustentzündung?

Es gibt einige Hinweise auf eine entsprechende Entzündung. Hier eine kleine Übersicht:

  • Der Geschmack der Milch verändert sich. Die Muttermilch schmeckt salziger, wird aber von Deinem Baby deshalb nicht abgelehnt.
  • Auf Deiner Brust ist eine Rötung zu erkennen. Meist kommen auch noch Schmerzen und eine Überwärmung (Wärmegfühl) dazu.
  • Die Mutter hat das Gefühl, an einer Grippe erkrankt zu sein: Fieber, hohe Temperatur, Gliederschmerzen und auch ein Schüttelfrost treten sehr oft in diesem Zusammenhang auf!

Wie sieht die passende Behandlung aus?

Mit einer Brustentzündung ist nicht zu spaßen und darum muss diese umgehende behandelt werden! Was ist zu tun?

  • Die entzündete Brust muss unbedingt sehr gut geleert werden und immer entleert gehalten werden!
  • Die erkrankte Mutter soll eine strikte Bettruhe einhalten und unbedingt Stress vermeiden!
  • Falls Dein Baby die Brust nicht vollständig leert, so ist die entzündete Brust unbedingt mit einer Milchpumpe oder auch per Hand zu entleeren.

Ganz wichtig ist: Du kannst die entzündeten Stellen mit einem Quarkwickel oder auch mit sogenannten Coolpacks (Kühlpäckchen) kühlen. Ebenfalls kann man dazu auch herkömmliche Kohlblätter nutzen, die Du vorher gut aufklopfen musst. Dieses Kühlen Deiner entzündeten Brust sollte besonders unmittelbar nach dem Stillen erfolgen. Der vorgesehene Zeitraum dafür liegt bei ca. 20 bis 30 Minuten.

Es kann eine medikamentöse Behandlung mit Schmerzmitteln vorgenommen werden. Dazu empfehlen sich Ibuprofen und oder Paracetamol. Diese Behandlung solltest Du unbedingt mit einem Arzt oder eine Laktationsberaterin abstimmen. Diese Medikamente helfen gegen die Schmerzen und das Fieber und sind entzündungshemmend. Der Vorteil dieser beiden Präparate ist: Sie gehen nicht in Deine Milch über und Du kannst also weiter stillen.

Du solltest Dich unbedingt von einer Laktationsberaterin bzw. einem Arzt oder Ärztin untersuchen lassen. Besonders, wenn sich die auftretenden Symptome innerhalb von 2 Tagen nicht deutlich bessern! Ebenfalls natürlich wenn die Probleme größer werden und sich die Beschwerden verschlimmern oder sogar noch eine zweite Brust betroffen ist!

Wenn der Arzt oder die Ärztin keine andere Möglichkeit sieht, dann werden sie Dir vermutlich ein Antibiotikum verschreiben. Weise Deinen Arzt bzw. die Ärztin darauf hin, dass Du weiter stillen möchtest und es sich deshalb dabei um ein stillverträgliches Antibiotikum handeln muss.

Wenn Du öfters Probleme mit einer Brustentzündung haben solltest, dann können auch sogenannte Probiotika verschrieben werden.

Ist auch eine Pause notwendig?

Grundsätzlich muss keine Stillpause eingelegt werden, wenn eine Mastitis aufgetreten ist. Nur bei den sogenannten beta-hämolisierenden Streptokokken aus der Gruppe B, welche eine beidseitige Mastitis auslösen, sollte eine Stillpause eingelegt werden. Ebenfalls bei Frühchen, die vielleicht noch sehr anfällig sind und kein starkes Immunsystem besitzen.

Wann ist der Milchstau eine bakterielle Mastitis?

Wie kann der Arzt, die Ärztin oder die Laktationsberaterin den Unterschied zwischen einer wirklichen bakteriellen Brustentzündung und einem einfachen Milchstau erkennen und entsprechend handeln? Nun, dazu werden die weißen Blutkörperchen und die Anzahl der Bakterien in Deiner Muttermilch bestimmt. Werden hier erhöhte Werte erkannt, so wird eine Antibiotika-Therapie eingeleitet. Wird die Mastitis nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, dann kann ein Abszess entstehen!

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Quellen

Anbei eine kleine Übersicht an Studien und Büchern.