Wie kann man Läuse und Nissen erkennen?

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Wie kann man Läuse und Nissen erkennen?

Do., 01/24/2019 - 16:46
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Stillgruppen.de beschäftigt sich ja eigentlich mit Themen rund um das Stillen, aber die Kinder wachsen so schnell und können ja auch noch in einem Alter gestillt werden, wo das Thema "Läuse" vielleicht einmal aktuell wird. Deshalb wollen wir auch darüber kurz informieren.

Im Kindergarten oder auch in der Schule, gibt es immer Meldungen, Läuse betreffend. Die kleinen Plagegeister treten oft in Schüben auf und wenn Eltern eine Mitteilung dahingehend bekommen, sollten die Kinder auf Läuse untersucht werden. Diese kleinen Quälgeister sind sehr unangenehm und können zur langen Qual werden. Wenn man Läuse nicht behandelt, ist oft die ganze Familie betroffen. Für Eltern stellt sich spätestens dann die Frage, wie sie die Läuse und deren Eier erkennen können.

Werden die Eltern zum ersten Mal mit dem Thema Läuse konfrontiert, dann sind sie oft verunsichert. Denn Läuse am Kopf zu haben, ist noch immer ein Tabuthema. Die Eltern denken sich daher oft, mangelt es an der Hygiene oder wo kommen diese Parasiten her?

Schock und Verunsicherung

Läuse bei seinen Sprösslingen zu entdecken, kann durchaus ein Schock sein. Aber mit sofortiger Behandlung sind die Läuse schnell wieder los zu bekommen. Wenn Kinder von Läusen befallen werden, hat das nichts mit lascher Hygiene zu tun. Im Prinzip kann eine Laus bereits im Schulbus auf den Kopf des Kindes springen. Und schon ist das Malheur geschehen, sozusagen! Die Quälgeister bevorzugen manchmal auch frisch gewaschenes Kopfhaar und den Eltern braucht dies nicht peinlich zu sein.

Wenn im Kindergarten oder der Schule Läuse auftreten, muss dies offen allen Eltern mitgeteilt werden. Auf diese Weise kann die weitere Ausbreitung verhindert werden. Mit schneller Behandlung der Kopfläuse werden die Kinder diese in der Regel auch rasch wieder los.

Der Kopf des Kindes muss sorgfältig auf Läuse kontrolliert werden

Um zu wissen, ob das Kind von Läusen oder Nissen befallen wurde, muss man den Kopf gründlich begutachten. Läuse sind sehr schnelle und kleine Parasiten. Sie sind auch lichtscheu und wenn der Kinderkopf auf Läuse kontrolliert wird, ist eine Laus oft nicht zu sehen. Wenn eine einzige Laus erblickt wird, kann man schon von Lausbefall sprechen. Kinder kratzen sich oft sehr stark, wenn sie von Läusen befallen wurden. Dies alleine ist jedoch nicht unbedingt ein Beweis für einen Kopflausbefall.

Ein starker Juckreiz tritt bei Lausbefall nicht bei jedem auf. Durch den Speichel der Läuse kommt es in der Regel zum Juckreiz. Die Läuse saugen das Blut von der Kopfhaut, was dann starkes Jucken hervorruft. Kopfhautjucken kann aber durchaus auch andere Ursachen haben. Ist der Kopf des Kindes stark gerötet oder sogar entzündet, ist es empfehlenswert, einen Arzt aufzusuchen.

Die indirekte oder direkte Kopflausdiagnose - wie man Läuse erkennt

Wie erkennt man nun, ob das Kind an Lausbefall leidet? Hier gibt es mehrere Methoden, wie man dies erkennen kann. Von einer indirekten Kopflausdiagnose spricht man bei Nissen. Die Nisseneier bestehen aus einer Chitinhülle und sind stecknadelgross. Diese befinden sich meist direkt bei der Kopfhaut oder in der Nähe. Die Larven brauchen eine gewisse Temperatur, um sich zu entwickeln und in Kopfhautnähe finden sich günstige Bedingungen dafür.

Auch hinter dem Ohr legen die Läuse gerne ihre Eier ab. Aber auch die Nacken- sowie Schläfengegend muss auf Eier inspiziert werden. Es ist leichter für die Larven, nach dem Schlüpfen hier Nahrung zu finden. Wenn Eier auf der Kopfhaut oder an den Haaren gefunden werden, ist dies ein Indiz für Lausbefall. Aber es reicht nicht alleine zur sicheren Diagnose aus.

  1. Man kann die Eier oft nicht eindeutig als Nissen identifizieren. Sie können auch leicht mit Kopfschuppen verwechselt werden. Ein sicheres Anzeichen für Nissen ist jedoch, dass diese am Haar festkleben. Sie können nicht wie Schuppen einfach vom Haar abgestreift werden.
  2. Alleine nach einem Nissenfund kann man nicht gleich auf einen Akutbefall schließen. Die Nissen kleben so derart an den Haaren fest, dass es sich dabei noch um Überreste eines einsigen Läusebefalls handeln kann. Sie bleiben oft noch mehrere Monate am Haar kleben. Hier kann man sagen, dass Nisseneier, welche mehr als einen Zentimeter entfernt der Kopfhaut gefunden werden, unbedenklich sind. Dann ist anzunehmen, dass es sich dabei nicht mehr um Lebendeier handelt.
  3. Läuse legen die Eier in etwa 1-2 mm Entfernung der Kopfhaut ab. Es vergehen ungefähr 6-10 Tage, bis die Larven schlüpfen. Ein Haar eines Menschen wächst monatlich ungefähr einen Zentimeter. Findet man nun Nissen, die weiter als 10 mm vom Kopf entfernt sind, handelt es sich höchstwahrscheinlich um alte Larven. Es kann auch sein, dass die Temperatur nicht ausgereicht hat, um sich zu entwickeln.
  4. Ob eine Behandlung erfolgreich ist, kann man so einfach also nicht beurteilen. Leere Nissenhüllen sind nämlich nicht ganz zuverlässig von lebenden Nissen zu unterscheiden.

Direkte Kopflausdiagnose

Die direkte Kopflausdiagnose wird durch Kämmen des Haares durchgeführt. Dabei können die Läuse direkt entdeckt werden. Die direkte Methode ist weitaus besser als die indirekte. Denn dadurch kann einwandfrei ein Lausbefall eruiert werden. Die Methode ist ein "nasses Auskämmen" der Haare und sehr wirksam. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt diese Art der Lausbefallfeststellung, wie auch die Bundeszentrale für Gesundheitsaufklärung. Die Art der Feststellung ist nicht schmerzhaft und leicht verträglich.

  1. Bevor man mit dem Auskämmen beginnt, soll das Haar des Kindes mit einem milden Shampoo gewaschen werden.
  2. Daraufhin trägt man eine pflegende Spülung auf das Haar auf. Hier kann man sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die Spülung bewirkt, dass das Haare kämmen weniger schmerzhaft wird. Außerdem können die Läuse durch die Pflegespülung nicht einfach weglaufen. Die Läuse werden durch die feuchte Spülung an ihrer Bewegung gehindert.
  3. Als nächstes nimmt man einen Nissenkamm (*), welcher sehr feinzinkig ist. Dieser besteht aus Plastik oder Metall und in jeder Apotheke ist ein solcher Kamm zu kaufen. Das Haar wird mit diesem Kamm sorgfältig gekämmt. Die Haarsträhnen teilt man einzeln ab und es wird vom Kopf bis zu den Spitzen gekämmt. Bei jeder Haarsträhne muss man den Nissenkamm dann auf einem Küchenpapier abstreifen. Dazu kann man aber auch ein Taschentuch oder ein helles Tuch verwenden. Hierbei sieht man sofort, ob sich Läuse, Larven sowie Nissen beim Kämmen gelöst haben. Ein anderer Vorteil ist es, dass man durch die Spülung die kleinen Plagegeister besser sieht.

Ein Tipp

Wenn man sich nicht sicher ist, ob es sich um Läuse oder Nissen handelt, soll man warten, bis die Spülung getrocknet ist. Sodann hält man ein Haar nahe zu einer vermuteten Laus hin. Wenn es sich nun um eine Laus handelt, wird sie sich am Haar festkrallen und daran entlangklettern.

Die Laus

Was soll man tun, wenn das Kind mit Läusen heimkommt?

Die Behandlungsmethoden richten sich nach der jeweiligen Kontrolldiagnose.

  • Findet die Mutter auch nur eine Laus am Kopf des Kindes, ist von einem Lausbefall die Rede. Die Behandlung soll dann umgehend begonnen werden. Es ist wichtig, schnell zu handeln, dann sind die Läuse am Kopf schnell wieder Geschichte!
  • Wenn man bei der Kontrolle nur Larven entdeckt, besteht noch keine Ansteckungsgefahr. Die Larven befinden sich nocht am Wirtskopf. Dennoch muss sofort eine Behandlung erfolgen, da die Larven sich zur Geschlechtsreife entwickeln können. Dann sind sie in der Lage, Eier abzulegen.
  • Hat die Kontrolle ergeben, dass sich nur Nissen am Kopf befinden, soll man die Behandlung dennoch zu Ende bringen. Es können so alle etwaigen Eier abgetötet werden. Wenn noch keine Behandlung durchgeführt wurde, können die Eier Reste einer früheren Anwendung sein. Eier können nicht vom Wirt übertragen werden.

Kopfläuse soll man ernst nehmen und es muss auch niemandem peinlich sein. Denn es hat zumeist nichts mit mangelnder, persönlicher Kopfhautygiene zu tun. Wenn man gleich mit einer Behandlung beginnt, dann ist man die Quälgeister in der Regel auch bald wieder los. Daher sollte auch sofort mit einer Behandlung begonnen werden. Denn bleibt diese aus, verbreiten sich die Läuse immer weiter. In dem Fall können Läuse und deren Befall ein starkes Ärgernis für die gesamte Familie werden. Daher ist eine rechtzeitige Behandlung erforderlich!

Läusemittelbehandlung

Es gibt unterschiedliche Mittel zur Läusebekämpfung. Die jeweiligen Wirkstoffe sowie Wirkungsweisen differenzieren in ihrer Anwendung. Bei den klassischen Läusebekämpfungsmitteln kommen Insektengifte zur Anwendung. Diese Läusemittel sind schon lange im Handel erhältlich. Die Läuse werden betäubt und dann getötet. Bei neuen Läusemitteln sind Silikon- sowie Kokosöle enthalten. Die Atemöffnungen der Parasiten verstopfen dabei und die Läuse sterben ab.

Drogerie und Apotheke

Läusemittel gibt es meist in jedem Drogeriefachhandel zu kaufen. Bei Fragen ist es allerdings ratsamer, das Läusemittel direkt in der Apotheke zu beziehen. Dort stehen Fachkräfte bei Fragen immer zur Verfügung. Sie beraten, wenn man nicht sicher ist, welches Mittel man anwenden soll. Die Apotheken wissen auch über Risiken Bescheid und beraten hierbei gerne. Die Krankenkasse übernimmt die Behandlungskosten, wenn man das Läusemittel in der Apotheke kauft. Es ist nur ein Rezept des Kinderarztes erforderlich.

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