Welche Kinderbetreuung ist die Richtige?

Sicherlich ist die Kinderbetreuung abhängig von Ihrer persönlichen Situation. Wir wollen Ihnen hier einige Möglichkeiten vorstellen.

Die Kinderkrippe

Kinderkrippen sind Tages-Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige. Die Kinder werden von qualifiziertem Fachpersonal betreut. Sie bedürfen - aufgrund des Alters - einer besonderen Betreuung. Die Gruppen sind deshalb in der Regel auch kleiner.

Die Elterninitiative

Elterninitiativen entstehen meist, weil es zuwenige Kindergartenplätze gibt. Oft werden Vereine gegründet die dann Träger der Einrichtung sind. Wieviele Plätze werden angeboten? Öffnungszeiten? Dies alles wird unterschiedlich geregelt, je nach den Ansprüchen der beteiligten Eltern.

Was genau ist eigentlich ein Kindergarten? Nun, es ist eine entweder private oder öffentliche Tageseinrichtung für die Kinderbetreuung für Kinder im Vorschulalter.

 

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Der Kindergarten

Der Kindergarten ist die bekannteste Betreuungsart für Kinder. Neuerdings ist er teilweise auch für Kinder unter 3 Jahren geöffnet. Die Kinder werden von Erzieherinnen betreut. Kindergärten werden hauptsächlich von Städten oder freien Trägern verwaltet. Folgende Betreuungszeiten können gebucht werden: Betreuungszeiten von 25, 35 und 45 Stunden wöchentlich.

Die allgemeine Beschreibung

Die offizielles Bezeichnung für einen Kindergarten ist, eine Bildungseinrichtung für kleine Kinder im frühkindlichen Alter. Folgende Altersregelungen gelten im Allgemeinen: in Deutschland haben die Kinder das dritte Lebensjahr vollendet, in Österreich, mindestens 2,5 Jahre und der Schweiz müssen die Kinder das 4. Lebensjahr vollendet haben. Die Kinder gehen deshalb natürlich auch noch nicht in die Schule.

Sofern das Alter der zu betreuenden Kinder deutlich jünger ist, so spricht man von einer Kinderkrippe. Wenn die Kinder bereits im Grundschulalter sind, dann spricht man von einem Hort. Der Kindergarten liegt also genau dazwischen. In der Gesellschaft hat sich der Begriff aber als Allgemeinbegriff für alle Kinderbetreuungseinrichtungen durchgesetzt und wird deshalb auch häufig (und manchmal auch falsch) verwendet.

Friedrich Wilhelm August Fröbel war übrigens der „Erfinder“ des Kindergartens. Fast 94 Prozent der Kinder in Deutschland besuchen eine sogenannte Kindertagesbetreuung (im Alter von drei bis fünf Jahren). Die Betreuungsquote zwischen den alten und den neuen Bundesländern unterscheidet sich sehr. Im Osten von Deutschland liegt die Betreuungsquote deutlich über der aus den alten Bundesländern. Weiterhin gibt es noch auffällige Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern.

Sowohl in Österreich, wie auch in Deutschland, ist der Kindergarten dem Sozialen Bereich zugeordnet. In Österreich ist er dem Themenbereich „Soziale Sicherheit“ und in Deutschland, der „Kinder- und Jugendhilfe“ zugeordnet. Es liegt in Österreich ein „Bildungs- Erziehungs- und Betreuungsauftrag“ vor, man spricht also von einem „sozialpädagogischen“ Auftrag.

Der beliebte Kindergarten bietet viele wichtige Erfahrungen für die Kinder. Er ist als Ergänzung zu der normalen Erziehung in der Familie zu verstehen und ermöglicht den Kindern also zusätzliche Bildungs- und Erfahrungsmöglichkeiten zu gewinnen.

Der Staat hat für diese Kinderbetreuung keinen eigenen Auftrag, sondern vielmehr übertragen die Eltern ihr Erziehungsrecht mit dem Betreuungsvertrag auf die entsprechende Einrichtung (also den Kindergarten). Hierbei gibt es also einen eindeutigen Unterschied zum Schulwesen, wo der Staat einen entsprechenden Auftrag hat.

Durch die in Deutschland etwas übertriebene Bildungsdebatte, gerät der Kindergarten etwas in den Focus. Durch das Benchmark im Rahmen der PISA Studien, fragt man nach dem Bildungsauftrag des Kindergartens. Die Schweiz ersieht den Kindergarten mehr in der Verantwortung für die Bildung und hat ihn deshalb auch dem Schulwesen zugeordnet. Deshalb gibt es in der Schweiz auch die Bezeichnung „Kindergartenschüler“.

In Lichtenstein, aber auch in der Schweiz, gibt es die liebe Bezeichnung des „Kindergärtlers“.

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Die Betreuungsformen bzw. Zeiten

Die Betreuungszeiten in einem Kindergarten kann man in drei verschiedene Modelle einteilen. Zum einen gibt es eine Teilzeitbetreuung für die Kinder (und hier entweder am Vormittag oder am Nachmittag), daneben die sogenannte „Übermittag Betreuung“ (Vormittagsbetreuung, Mittagessen und Abholung nach dem Essen) und dann die Ganztagsbetreuung, welche vom Morgen bis zum späten Nachmittag geht. Einrichtungen mit diesen langen Betreuungszeiten nennt man in Deutschland: Tagesheime, Tageskindergarten oder Kindertagesstätten (Kita). Um dem Wandel der Arbeitswelt gerecht zu werden und Familien zu unterstützen, werden immer öfters auch erweiterte Kinderbetreuungszeiten angeboten. Diese starten dann schon um 05.30 Uhr am frühen Morgen und gehen manchmal (je nach Einrichtung und Angebot) auch mal bis in den Abend bis zum 20.00 Uhr. Sehr selten werden auch Betreuungen am Samstag oder sogar Übernachtungen angeboten.

In Deutschland dürfen verschiedene pädagogische Fachkräfte in einem Kindergarten arbeiten. Dazu zählen zum Beispiel: Kinderpfleger, Sozialassistenten, Sozialpädagogen, Erzieher oder Kindheitspädagogen. In der Schweiz ist dies nicht möglich, da dort im Kindergarten nur Kindergärtner und Kindergärtnerinnen (als Ausbildungsberuf) mit einer entsprechenden Ausbildung durch eine Pädagogische Hochschule die Betreuung übernehmen dürfen. Dies sieht in Österreich ähnlich aus. Dort dürfen nur Kinderbetreuer, Stützkräfte oder Kindergartenpädagogen (alle eigens ausgebildet) im Kindergarten aktiv sein.

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Die Unterhaltung der Kindergärten

In Deutschland wird die Finanzierung bzw. die Unterhalten der Kindergärten sehr unterschiedlich geregelt. Auch die Verteilung der einzelnen Trägeranteile ist recht unterschiedlich. Zum Beispiel gibt es hier freie Träger, wie Vereine, Elterninitiativen, Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege, private Träger oder auch kirchlichen Trägern. Daneben sind auch die Kommunen für die Finanzierung zuständig.

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es weit mehr als 55.000 Tageseinrichtungen für die Betreuung der Kinder. Knapp 20.000 davon bieten auch eine sogenannte integrative Betreuung von Kindern mit einer Behinderung an. Diese sind auch für Kinder ohne Behinderung offen. Es gibt nur noch ca. 250 Einrichtungen in Deutschland, die Ihr Angebot rein nur Kindern mit Behinderungen anbieten.

Eine strikte Trennung von Altersgruppen (Kindergarten, Hort oder Krippe) verschwindet auch immer mehr. Genau wie die Betreuung von Kindern mit unterschiedlichen Stufen von besonderer Förderungsnotwendigkeit.

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Die Geschichte des Kindergartens

Als die industrielle Revolution in Deutschland Einzug erhielt, veränderte sich das familiäre Miteinander der traditionellen Großfamilie im Land. Die Landflucht teilte viele Familien, da sich die jungen Menschen zu der Arbeit in die Großstädte bewegten. Soziale und familiäre Verbünde wurden aufgelöst. Da auch immer mehr Frauen einer Arbeit nachgingen und in die neuen Produktionsprozesse eingebunden waren, wurden die Kinder oft sich selbst überlassen. Insbesondere in den Großstädten kam es so zu einer regelrechten Verwahrlosung von Kindern.

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Die Entstehung der Kinderbewahranstalt

Im 19. Jahrhundert gab es für den heutigen Kindergarten die verschiedensten Namen und auch Formen. Damals geläufige Namen und Bezeichnungen waren zum Beispiel: Kindergärten, Kinderbewahranstalt, Kleinkinderbewahranstalt oder Kleinkinderschulen. Friedrich Fröbel gilt als pädagogischer Ideengeber für die Kindergärten. Bei den Kinderbewahranstalten und den Kleinkinderschulen, gibt es hier keine besonderen pädagogischen Erkenntnisse.

Im Jahre 1839 wurde die Bezeichnung „Kleinkinderschule“ in Bayern verboten. Diese Einrichtungen waren private Einrichtungen der Kleinkinderziehung und gehörten dem staatlichen Schulwesen nicht an. Deshalb dürften sie sich auch nicht so bezeichnen.

Die wohl erste öffentliche Einrichtung für die Kleinkinderziehung in Deutschland, wurde im Jahre 1780 in der Stadt Straubing gegründet. Etwas Ähnliches wurde bereits im Jahre 1760 erfunden: es war die „Strickschule“ von Pfarrer Oberlin. Dieser lebte im Elsass in einem Dorf mit dem Namen Belmont.

Eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung der Kinderbetreuung spielte auch Terez Gräfin von Brunszvik. Diese Gräfin von Brunszvik gründete zum Beispiel die Kinderbetreuungseinrichtung „Engelgarten“ im Jahre 1828 in Buda. Tatsächlich gründete diese Frau elf Kinderbetreuungseinrichtungen, eine öffentliche Berufsschule, zusammen mit Frau Blanka Gräfin von Teleki eine Mädchenbildungsanstalt und sogar eine Hauswirtschaftsschule. Man kann also ohne Zweifel sagen, dass sie sehr wichtig für die Erziehung und auch für Wissensvermittlung an die Kinder war.

Gräfin von Brunszvik gründete auch einen Verein der sich mit den Eröffnungen von Kleinkinderbewahranstalten beschäftigte und diese unterstützte.

Ihre ganze Erfahrung und ihr Wissen gab sie auf ihren Reisen nach Italien, England und natürlich auch Deutschland immer konsequent weiter. So lernten viele Menschen aus ihrer Erfahrung. Sie verstarb im Jahre 1861.

Bevor sie verstarb, schrieb sie noch viele Fachbücher zum Thema frühkindliche Erziehung. Ebenfalls ging sie aktiv auf die Regierungen zu und warb für die Ausbildung von Erzieherinnen.

Kindergarten

Der erste allgemeine Kindergarten

Im Juni 1840 stiftete der bekannte Friedrich Wilhelm August Fröbel den ersten „Allgemeinen deutschen Kindergarten“. Dies war in Blankenburg bzw. in dessen Rathaus und das ganze fand in Bad Blankenburg statt (in Thüringen).

Wie ist man nun auf den Namen Kindergarten gekommen? Nun, der Pädgoge berichtete von einer Eingebung, die ihm während einer Wanderung von Blankenburg in das nahe gelegene Keilhau kam. Kinder sollten einfach, genau wie eine Pflanze im Garten, gehegt und gepflegt werden. Die Ursprüngliche Idee des Kindergartens war es sogar nur eine Anschauungsstätte für Mütter zu sein. Sie sollten sich hier also die Handhabung und die pädagogische Erziehung von Kindern im Alter von zwei bis sieben Jahren anschauen können, um ihre eigene Erziehung entsprechend anzupassen. Die Familien sollten sich also positive Ideen und Impulse aus dem Kindergarten abholen.

Bereits zwei Jahre vor der Gründung dieses ersten Kindergartens, wurde in der Nähe von Schwarzburg-Sonderhausen die erste Kleinkinderbewahranstalt gegründet. Es war der Pfarrer Johann Samuel Ferdinand Blumröder, der sich dafür verantwortlich zeichnete. Eine weitere Variante wurde im Jahre 1835 durch den Pädagogen und Theologen Karl Reinthaler gegründet. Er ist verantwortlich für die Gründung von sogenannten Pflege- und Warteanstalten für Kleinkinder. Später wurden diese auch Warteschulvereine genannt. Am 23. Mai im Jahre 1835 wurde dazu die Gründungsurkunde unterzeichnet und das erste (am Anfang war es tatsächlich nur ein Kind) Kind aufgenommen. Diese erste Aufnahme eines Kindes war dann am Eröffnungstag am 20. Juli im Jahre 1835. Nachdem sich die Sinnhaftigkeit des Vereines schnell herum gesprochen hatte, wuchs die Anzahl der zu betreuenden Kinder schnell auf rund 30 Kinder an.

Das Verbot von Kindergärten

Im Jahre 1851 wurde der klassische Kindergarten von Fröbel verboten. Der preußische Minister Karl Otto von Raumer begründete dies mit „atheistischen Tendenzen“ und den haltlosen und verderblichen pädagogischen Meinungen von Friedrich Fröbel.

Auch das Land Bayern verbot im Jahre 1851 ebenfalls den beliebten Kindergarten. Entscheidend für das Verbot war die nähe zu sozialistischen Ideen und den freien Gemeinden.

Sowohl in Bayern, wie auch in Preußen, dürften die Kleinkinderbewahranstalten weiter geöffnet bleiben. Sie wurden sogar staatlich unterstützt bzw. gefördert. Wenn die Erziehung und Bewahrung der Kinder „staatstreu“ erfolgte, so gab es keine Probleme und keine Verbote. In Bayern gab es im Jahre 1852 über 90 dieser Kleinkinderbewahranstalten in denen fast 7000 Kinder bewahrt wurden.

Das Kindergartenverbot konnte erst durch die Initiative von Adolf Lette und Bertha von Marenholtz-Bülow beendet werden. Nun wurden zahlreiche Kindergärten von Frauen gegründet. Der Pädagoge August Köhler war nun für Weiterentwicklung der klassischen Kindergarten Idee sehr wichtig. Er war Antreiber und Mitbegründer des „Deutschen Fröbelvereins“. Im Jahre 1873 ging aus diesem sogar der „Deutsche Fröbelverband“ hervor. Er ist Entwickler und Erfinder der für sich eigenständigen „Köhler Kindergarten Pädagogik“. Weiterhin war Gründer und auch erster Redakteur der Fachzeitschrift „Kinder-Garten und Elementar-Klasse“.

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Kindergarten im 20. Jahrhundert

Rund 13 Prozent aller Kinder fanden einen Platz in einer öffentlichen Einrichtung für Kindererziehung. In der Weimarer Republik war dies ebenfalls so. Während der Zeit des ersten Weltkrieges wurde eine Vielzahl von Kindern in „Vaterländischen Frauenvereinen“ oder in sogenannten „Kriegskindergärten“ versorgt. Die Eltern war entweder im Krieg oder mussten in Fabriken arbeiten.

Es ist das Jahr 1920 als sich die sogenannte Montessori Pädagogik immer mehr durchsetzt. Die Damen Clara Grunwald und Käthe Stern dürfen hier als Treiber für die bzw. das „erweiterte Montessori System“ genannt werden. Das „erweiterte Montessori System“ kann als eine Symbiose der damaligen „Fröbel Pädagogik“ und den (damals) aktuellen Informationen aus der Entwicklungspsychologie (Thesen und Ideen von Martha Muchow, Hildegard Hetzer, Charlotte Bühler oder Rosa Katz) bezeichnet werden.

Der Nationalsozialismus

Gerade in der Zeit der Jahre 1933 bis in das Jahr 1945 stand der Kindergarten natürlich sehr im Fokus der Nationalsozialisten. Man versuchte bereits dort entsprechende Ideologien und Anschauen zu vermitteln und zu verwurzeln. Man versuchte den deutschen Soldaten und die deutsche Mutter heranzuziehen bzw. diese Einstellung zu vermitteln. Vermutlich wurde auch genau deshalb die Zahl der Betreuungsplätze schlagartig mehr als nur verdoppelt! Die mögliche Betreuungsquote lag im Jahre 1941 schon bei über 31 Prozent!

Als die Nazi Diktatur verschwand, entwickelte sich der pädagogische Leitgedanke der Kindergärten im Osten und im Westen sehr unterschiedlich. Für beide deutsche Staaten (die Bundesrepublik und eben die DDR) war dieser Ort plötzlich mehr als eine reine Kinderaufbewahrungsanstalt, sondern vielmehr ein Ort, an dem den Kindern bereits sehr früh eine Einstellung bzw. eine Lebensmoral vermittelt werden konnte. Im Westen war dies die Entwicklung einer „freien Persönlichkeit“ und im Osten natürlich die Schulung einer „sozialistischen Moral“. In der DDR war der Kindergarten zwingend und gewollt ein Teil des Bildungswesens, welcher eng mit: den jungen Pionieren, der Volkspolizei, den Schulen und anderen gesellschaftlichen Einrichtungen in Verbindung stand.

In der Bundesrepublik Deutschland lag in den siebziger Jahren ein auffälliges Süd-Nord-Gefälle vor. So standen zum Beispiel im Süden (hier Stuttgart oder Würzburg) deutlich mehr Kindergartenplätze (rund sechzig bis siebzig Prozent) zur Verfügung, als im Norden (Hamburg oder Kiel) mit nur um die zwanzig bis dreißig Prozent.

In der DDR lag in der gleichen Zeit das Betreuungsangebot deutlich höher, nämlich bei fast siebzig Prozent.

Kindergarten

Bildung im Kindergarten

Viele Pädagogen und natürlich auch die Politik haben den Kindergarten bzw. die Zeit der ersten Kinderjahre, als besonders wichtige Zeit für die Bildung, Entwicklung und Erziehung für sich entdeckt. Jeder Kreis versucht nun seine Interessen mit einem entsprechenden Bildungsauftrag zu versehen um Einfluss auf die kindliche Entwicklung und auch die Gedanken der Kinder nehmen zu können. Deshalb hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bereits im Jahre 1999 in Deutschland eine gravierende Nationale Qualitätsinitiative gestartet. Tageseinrichtungen müssen sich hier messen lassen an der „NQI“. In einzelnen Bundesländern gibt es zusätzlich auch noch Programme, die der Verbesserung der Bildungsqualität dienen sollen. Es soll eine Professionalisierung der Arbeit in den Kindergärten erreicht werden. Wobei hier natürlich fraglich ist, was nun genau die richtige und professionelle Erziehung der Kinder sein soll?!

Die einzelnen Bundesländer verstehen die Bildungsnotwendigkeiten und auch die Bildungsmöglichkeiten unterschiedlich. So hat jedes Bundesland für sich eigene Bildungspläne entwickelt und veröffentlicht. Grundsätzlich sollen im Kindergartenalter aber eher Defizite erkannt und ausgebessert bzw. gefördert werden, als eine schulische Ausbildung anzustreben. Begabungen sollen ebenfalls erkannt und besonders gefördert werden. Bereiche, die hier besonders beobachtet werden sind: Sinn, Werte, Mitgefühl und Gefühle, das Denken, die Sprache, die Sinne oder der Körper und seine Wahrnehmung.

Welche pädagogischen Konzepte gibt es?

Es gibt eine Vielzahl von pädagogischen Konzepten, welche in Deutschland verfolgt werden. Dazu zählen zum Beispiel: der Bewegungskindergarten, der Bauernhofkindergarten, der Waldorfkindergarten und die damit verbundene Waldorfpädagogik, der Situationsansatz, der spielzeugfreie Kindergarten, die Schörlpädagogik, das Reggio Approach, die Pädagogik von Johann Heinrich Pestalozzi, die Thesen von Jean Piaget, der offene Kindergarten, der Kneipp Kindergarten, der Natur- und Waldkindergarten, die Montessoripädagogik, die Thesen von Janusz Korczak, die bekannte Fröbel Pädagogik, die Freinet Pädagogik, die Thesen von Emmi Pikler oder das „early excellence“ Konzept. In Deutschland gibt es auch sogenannte „ausländische“ Kindergärten, die ein Betreuungsangebot in einer anderen Sprache und auch mit anderen pädagogischen Handlungsweisen anbieten. Verbreitet sind zum Beispiel spanische, italienische oder französische Kindergärten.

Kindergarten

Was ist der Situationsansatz?

Bei diesem Ansatz, steht die soziale und alltägliche Umgebung der Kinder im absoluten Mittelpunkt der pädagogischen Aktivitäten. Es wird also auf das persönliche Umfeld (die Familie, die Kultur etc.) eines jeden Kindes Rücksicht genommen und auf die Wünsche der Kinder im einzelnen eingegangen. Die Erzieher wollen die Selbstständigkeit und das Selbstbewusstsein der Kinder stärken, indem sie sie dazu animieren, die Meinung von anderen Kindern anzuhören, aber auch ihre eigene Meinung zu vermitteln. Kindergärten die nach diesem Situationsansatz arbeiten, erkennt man oft an einer flexiblen Tageseinteilung und den gemischten Altersgruppen.

Der Freinet Kindergarten

Dieses Konzept setzt sich ebenfalls für eine eigene und aktive Beteiligung der Kinder ein. Sie sollen sich in Situationen ihrer eigenen Möglichkeiten und Stärken bewusst werden und ihr Handeln selbstständig planen und ausführen. Wichtige Punkte bei diesem Konzept sind: eine gegenseitige Verantwortlichkeit, das Auseinandersetzen mit der Umwelt, die Förderung der Selbstverantwortung des Kindes und die freie Entfaltung und Stärkung der Persönlichkeit der Kinder. Charakteristisch für die Form der Erziehung und zum Beispiel der Start in den Tag. Zu diesem Zeitpunkt schreiben zum Beispiel alle Kinder auf, was sie gerne über den Tag machen würden. Es erfolgt dann eine Auswahl und eine gemeinsame Entscheidung, was genau an diesem Tag gemacht wird.

Die Räume des Kindergartens sind deshalb auch so gestaltet, dass die Kinder die Möglichkeit haben, immer wieder verschiedene und unterschiedliche Spielangebote zu nutzen.

Kinderbetreuung

Der offene Kindergarten

Das Betreuungskonzept dieser Kindergärten orientiert sich an den Thesen und den Lehren von Neill, Piaget, Korczak, Montessori oder dem Pädagogen Rousseau.

Viele Erzieherinnen in Deutschland haben sich an diesem Konzept orientiert und seit den 70er Jahren das Konzept der offenen Kindergartengruppen entwickelt. In diesen haben die Kinder einen möglichen Zugang zu allen Räumen der Einrichtung und können frei wählen, mit wem sie zusammen spielen wollen oder welche Spiele sie spielen wollen. Dies gilt sowohl für den Innenbereich des Kindergartens, wie auch für den Außenbereich. Automatisch entstehen hier also Gruppen, die sich rein aufgrund der Interessen der einzelnen Kinder bilden. Diese Gruppenbildung erfolgt spontan und findet in den unterschiedlichsten Gruppenstärken bzw. Gruppengrößen statt. Man geht also bei diesem Konzept davon aus, dass die Kinder automatisch ein (richtiges) Gespür für die passende Notwendigkeit für ihren Entwicklungsbedarf entwickeln. Die Erzieherinnen sollen also nicht führen, sondern eher begleiten und unterstützen.

Ganz wichtig ist hier also die Partizipation der Kinder, damit diese sich als Gestalter ihrer eigenen Umwelt bzw. ihres Lebens erleben können. Nachweislich führt dies zu einer Reduzierung von Langeweile und Aggression und zur Steigerung von Engagement. Diese Form des Betreuungsangebots setzt natürlich eine große Offenheit von Eltern und Erzieherinnen voraus. Kinder sollen eigenständig gestalten, ebenfalls dürfen Eltern bei der Arbeit im Kindergarten mit partizipieren. Die Kinder werden immer wieder dazu angehalten, in Versammlungen und Gruppen eine demokratische Entscheidung zu treffen und als Gemeinschaft zu entscheiden. So entsteht in dem Kindergarten eine eigene Dynamik und die Erzieherinnen gewinnen dadurch auch etwas Freiraum, um sich eventuell um Kinder zu kümmern, die noch etwas mehr Hilfe und Unterstützung benötigen.

Diese Form der Kindergartenorganisation wurde im Jahre 2012 durch eine Untersuchung der Bundesregierung als positiv bestätigt. Die „Nationale Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit“ (die sogenannte NUBBEK Studie) bestätigte folgendes: bei offen arbeitenden Teams im Kindergarten ist die pädagogische Qualität deutlich höher. Die Studie wurde von dem Deutschen Jugendinstitut (DJI) und dem Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) durchgeführt.

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Der Reggio Approach Kindergarten

Bei dieser Erziehungsphilosophie ist ebenfalls die These im Vordergrund, dass sich ein Kind seinen Tagesablauf eigenständig bestimmen will und kann. Dadurch setzt es sich viel besser mit seiner Umgebung und den anderen Kindern auseinander und fördert die Gemeinschaft. Ebenfalls wird die Erziehung des Individuums als Gemeinschaftsaufgabe verstanden. Auch die Wissenserweiterung in Form von Projekten oder Experimenten findet immer in der Gemeinschaft statt. Entscheidend bei dieser Erziehungsform ist auch das notwendige Raumangebot. Es muss viele Rückzugsecken, Bewegungsräume oder Werkstattbereiche geben, in denen die Kinder dann auch aktiv sein können. In der Mitte aller Raumangebote findet sich meist der zentrale Ort, an dem dann alle zusammenkommen können. Die Flurwände und auch viele Wände in den einzelnen Räumen werden als Präsentationsfläche für die ganzen Projektarbeiten und Gruppenergebnisse genutzt.

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Der Spielzeugfreie Kindergarten

Die Grundidee des spielzeugfreien Kindergartens war, die Steigerung der Lebenskompetenz der Kinder. Die Lebensgestaltung in ihrer aktuellen Form, führe zu einer Verschlechterung der Problemlösungskompetenz. Die Möglichkeiten des eigenständigen und selbstbestimmten Spielens, sollen zu einer besseren Erkenntnis führen, dass auch das Scheitern ein ganz normaler Teil des Lebens ist.

Zusätzlich führt dieses Konzept dazu, dass Kinder viel eher ihre handwerklichen Geschicke feststellen würden und sie diese so besser ausbilden könnten. Der Spielzeugfreie Kindergarten ist tatsächlich nicht vollkommen ohne Spielsachen für die Kinder. Vielmehr werden hier nur spielzeugfreie Zeitabschnitte eingeplant, welche auch lange und behutsam vorbereitet werden. So wird die Anzahl an Spielsachen zum Beispiel über einen längeren Zeitraum immer mehr reduziert, bis die Spielsachen dann ganz verschwunden sind. So werden also Phasen der Langeweile bewusst herbeigeführt, um die Kinder in dieser Zeit dann für Kreativität und Fantasie begeistern zu können. Kinder sollen eigene Ideen entwickeln und diese dann auch umsetzen. Während dieser Phase dürfen bzw. sollen die Kinder sogar eigenes Werkzeug oder auch Werkstoffe mitbringen um die Ideen umzusetzen. Die ganze spielzeugfreie Phase wird (auch von den Eltern) beobachtet und dokumentiert um dann auf entsprechenden Elternabenden besprochen zu werden.

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Der Kneipp Kindergarten

Der Priester Sebastian Kneipp ist besonders wegen seiner ganzen medizinischen und therapeutischen Arbeiten und Thesen bekannt. Der Bayer hat aber auch für den Kindergarten ein gesundheitsorientiertes Konzept entwickelt. In diesem spielt die Vermeidung von Krankheiten eine wichtige Rolle. Er hat diese Vermeidung und auch Vorbeugung von Krankheiten auf fünf präventive Säulen gestellt:

Die erste Säule beschäftigt sich mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung der Kindergartenkinder. Die Umsetzung geht von der eigenverantwortlichen Ernährung der Kinder durch den Kindergarten bis hin zu der Vorgabe für die richtige Ernährung an die Eltern.

Die zweite Säule beschäftigt sich mit der Lehre und dem bewussten Umgang mit heilsamen Kräutern. Die Kinder werden vom Anbau bis hin zur tatsächlichen Nutzung der Kräuter im Garten begleitet. Ebenfalls lernen sie über den Geschmack und den Geruch der einzelnen Kräuter und ihren Einsatz als Heilmittel.

Die dritte Säule lernt den Kindern die zentrale Bedeutung von Wasser. Dabei ist nicht nur der Verzehr von Wasser gemeint, sondern auch die Bereiche „Wassertreten“ oder „Waschungen“.

Die vierte Säule bezieht sich auf die Notwendigkeit von Bewegung und Aktivität der Kinder. Wie allgemein bekannt sein dürfte, führt Bewegung nicht nur zu physischer Gesundheit, sondern auch zu psychischer Gesundheit.

Die fünfte Säule setzt eine gewisse Ordnung und Planung als Notwendigkeit für einen bewussten und gesunden Lebensrhythmus voraus. Ein strukturierter Ablauf und auch das Lernen der Ordnung werden durch feste Zeitabläufe und durch das gemeinsame Aufräumen am Ende eines jeden Kindergartentages geübt und geschult.

Diese fünf Säulen führen bei den Kindern also zu einer Stärkung der Entwicklung, der Seele, des Geistes und des Körpers von jedem einzelnen Kind. Die Themenschwerpunkte Natur und Gesundheit werden neben dem üblichen Kindergartenkonzept praktiziert.

Die Rechtlichen Grundlagen um den Kindergarten

In der Bundesrepublik Deutschland regelt das Sozialgesetzbuch die Aufgaben des Kindergartens. Demnach ist der Kindergarten als eine Elementarstufe im Bildungssystem zu verstehen und ist für die Erziehung, die Bildung und die Betreuung der Kinder zuständig. Die Verantwortung für die einzelnen Kindergärten liegt in Deutschland bei den jeweiligen Bundesländern.

Seit dem 01.08.2013 hat jede Familie in Deutschland sogar einen Rechtsanspruch auf einen Krippen- oder Kindergartenplatz. Dies ist im §24 SGB VIII geregelt. Und zwar vom ersten (vollendeten) Lebensjahr an, bis hin zur Einschulung. Dabei entscheidet die Art der Berufstätigkeit der Eltern darüber, ob ein Anspruch auf einen Teilzeit- oder Vollzeit Kindergartenplatz besteht.

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Kindergartengebühren

Das Betreuungsangebot der Kindergärten in Deutschland ist nicht immer kostenlos. In manchen Bundesländern gibt es nur für bestimmte Altersgruppen eine sogenannte Kosten- bzw. Gebührenfreiheit. In der Regel ist die Kindergartennutzung immer mit einem Gebührenbeitrag verbunden, der je nach Kommune deutlich unterschiedlich ist. Einzelnen Kostenfaktoren sind zum Beispiel: die Haushaltsgröße, die genaue (Stunden) Dauer der jeweiligen Betreuungszeit, die Anzahl der Kinder und natürlich das Einkommen und somit die Möglichkeiten der Eltern.

So kann der Kindergartenjahresbeitrag (je nach Bundesland und Familiensituation) von 0 Euro bis hin zu 3696 Euro betragen. Damit liegen wir im europäischen Vergleich noch ganz gut, da ein entsprechender Kindergartenplatz im Durchschnitt in Europa etwa 5290 € kostet!

Kindergarten Gebühren

Wie setzen sich die Kosten für einen Kindergarten zusammen?

Grob kann man die Kosten für einen Kindergarten in drei Bereiche zusammenfassen: Betriebskosten, Sachkosten und natürlich die Personalkosten. Die Kosten schwanken hier je nach Standort, Personalkörper und Bundesland zwischen den Kindergärten.

Die Anmeldung in den Kindergarten

Obwohl es in Deutschland keine Kindergartenpflicht gibt, wollen die meisten Eltern ihre Kinder natürlich in einem Kindergarten anmelden. Dort können die Kinder viel lernen und ihre Persönlichkeit (je nach Betreuungskonzept) entwickeln und sind versorgt. Denn natürlich ist ein Grund für die Anmeldung in einen Kindergarten auch die Notwendigkeit der Bewahrung, da die Eltern ja berufstätig sind. Je nach Bundesland werden die Eltern bezüglich der Kindervorsorgeuntersuchungen befragt und müssen die Fragen auch beantworten. Eine Abgabe des ärztlichen Untersuchungsheftes ist aber nicht zwingend notwendig. Laut dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) werden die Eltern zu gewissen Schutzimpfungen für ihre Kinder angehalten. Diese werden ebenfalls von den Kindergärten abgefragt und müssen beantwortet werden.

Wie sieht die rechtliche Situation in Österreich aus?

Seit dem Herbst 2010 gibt es in Österreich sogar eine Kindergartenpflicht für Kinder im Alter von fünf bis sechs. Kinder ab fünf müssen dort für 16 bis 20 Stunden in der Woche, an mindestens vier Tagen einen Kindergarten besuchen. Diese Verpflichtung führt somit zu einem Rechtsanspruch dieser (älteren) Kinder gegenüber den deutlich jüngeren Kindergartenkindern „in spe“. Bereits seit dem Jahre 2009 werden die Kosten für diese Vormittagsbetreuung durch die einzelnen Länder übernommen. Diese Kostenzusage gilt allerdings nur genau an das Alter der Kinder gebunden. Müssen zum Beispiel Kinder noch über das sechste Lebensjahr hinaus im Kindergarten verbleiben (wegen später Einschulung zum Beispiel), so gilt diese Kostenfreiheit ausdrücklich nicht!

Umgekehrt haben Kinder die unter fünf sind in Österreich keinen Anspruch auf einen Kindergartenplatz. Dies führt dann in der Regel zu langen Wartezeiten von bis zu einem Jahr oder manchmal auch länger. Die Geburtenrate in Österreich ist rückläufig und deshalb geht man zukünftig von einer Entspannung dieser Betreuungssituation aus. Die Bundesländer in Österreich sind für die Verwaltung der Kindergärten zuständig. So kommt es auch dort zu unterschiedlichen Regelungen, gerade auch bei der Kostenbeteiligung bzw. deren Höhe.

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Der Kindergarten in der Schweiz

Die Schweiz ist in Kantone unterteilt und diese haben für sich eigene Regelungen die den Anspruch auf einen Kindergartenplatz festsetzen. Meist gibt es aber in der Schweiz (je nach Kanton) einen Betreuungsanspruch von ein bis zwei Jahren. Seit dem Jahre 2006 gibt es einen obligatorischen Anspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder ab dem vollendeten 4. Lebensjahr. Üblicherweise gehen die meisten Kinder in der Schweiz in der Zeit vom fünften bis zum sechsten Lebensjahr in den Kindergarten, bevor sie dann in die Schule gehen müssen. Auch in der Schweiz wird die Ausweitung des Betreuungsangebotes (sogenannte Tageskindergärten) immer notwendiger, da die Eltern meist voll berufstätig sind. Wenn die Betreuungssituation bzw. das Angebot des Kindergartens nicht ausreicht, dann springen in der Schweiz gerne die Großeltern ein oder es werden Mittagstische oder Tageseltern organisiert.

Die Kindergärten in China

In China hat die Politik großes Interesse und auch große Möglichkeiten auf die Kinder im Kindergarten einzuwirken. Dort wird der Kindergarten bereits als sogenannte Vorschule angesehen und deshalb bereits im Kindergarten eine sehr hohe Leistungsschulung der Kinder durchgeführt.

Der Kindergarten in Finnland

Die Finnen wurden durch die PISA Studie besonders gelobt und ausgezeichnet. So verfügen sie über eines der besten Bildungswesen auf der ganzen Welt. Dort ist es deshalb ganz selbstverständlich, dass auch leitende Erzieherinnen mindestens über ein Abitur und ein entsprechendes Hochschulstudium verfügen, um diesen Beruf dort überhaupt ausüben zu dürfen. Die Kindergartengruppengröße ist auf ungefähr 14 Kinder beschränkt und gewährleistet so eine perfekte Betreuung der Kinder, welche auch schon im frühen Alter an Fremdsprachen und an Experimente aus der Naturwissenschaft herangeführt werden. Der Besuch eines Kindergartens ist in Finnland bereits ab dem 1. Lebensjahr möglich.

Die Kinderbetreuung in Japan

In diesem asiatischen Land wird grob in zwei Betreuungsformen unterteilt: der Kinderkrippe und dem Kindergarten. Ganz selbstverständlich werden dort Kinder bereits ab 0 Jahren, aber mit einem Mindestalter von sehr jungen zwei Monaten in einer Kinderkrippe abgegeben. In dem japanischen Kindergarten werden die Kinder in der Zeit vom zweiten bis zum fünften Lebensalter betreut bzw. ausgebildet. Die Einteilung in diesen Kindergärten erfolgt streng in Altersklassen und ermöglicht so eine gezielte Vermittlung von Kunst und Musik. Denn in Japan werden die Kinder tatsächlich bereits im Kindergarten regelrecht ausgebildet und lernen dort zum Beispiel das Klavierspielen oder die klassische Kunsterziehung. Ermöglicht wird dies durch Lehrer, die die Kindergruppen betreuen und ausbilden. Diese Lehrer haben alle mindestens einen Hochschulabschluss und werden sogar durch einen Assistenten unterstützt. Weiterhin gibt es in den Einrichtungen sogar einen extra Kunst- und Sportlehrer!

Die Schweden

Auch in Schweden wird der Kindergarten eher als Ausbildungsmöglichkeit, denn als Bewahrstelle gesehen. Die Erzieher betrachten sich eher als Lehrer und müssen auch mindestens ein Lehramtsstudium (Schwerpunkt Kindergarten und Vorschule) vorweisen. Kinder in Schweden können bereits ab einem Alter von einem Jahr aufgenommen werden. Einen Anspruch auf einen Kindergartenplatz (Vollzeit) für ihr Kind haben aber nur Eltern, die beide berufstätig sind. Als Minimum Anspruch ist nur eine Betreuungszeit von 15 Stunden in einer Woche festgelegt. Auch in Schweden orientiert sich der Kindergartenbeitrag bzw. die Kindergartengebühr an dem Einkommen der Eltern.

Die Kindergartenwelt in Ungarn

Bei der Entstehungsgeschichte der Kindergärten hat das Land Ungarn eine große Rolle gespielt. Dies kannst Du in dem Abschnitt „Geschichte des Kindergartens“ noch einmal nachlesen. Aus diesem Grund ist auch der Stellenwert des Kindergartens in Ungarn sehr hoch. Der Beruf der Kindergartenpädagogen kann nur mit einem entsprechenden Hochschulstudium ausgeübt werden. Der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz besteht in Ungarn ab dem 3. Lebensjahr. Ab dem 5. Lebensjahr ist der Besuch des Kindergartens sogar Pflicht. Der Grund ist die Vorbereitung auf die Schule und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Erstaunlicherweise ist der Besuch der Kindergärten in Ungarn kostenlos. Es fällt lediglich ein Beitrag für die Lebensmittel an.

Die Kindergärten in den USA

Interessanterweise war der erste (aber private) Kindergarten in den heutigen USA deutschsprachig und wurde von Frau Margarethe Schurz (Ausbildung durch Fröbel) in der Stadt Watertown (Wisconsin) eröffnet. In der Stadt findet sich noch heute ein Denkmal von Frau Schurz bzw. an den Kindergarten. Sie war mit keinem geringeren als dem Freiheitskämpfer Carl Schurz verheiratet.

Von der Organisation und den Thesen von Fröbel inspiriert, war es dann Frau Elizabeth Peabody, welche im Jahre 1860 in der Stadt Boston (Massachusetts) letztlich den ersten englischsprachigen, privaten Kindergarten eröffnete.

Der Pädagoge Herr Adolph Douai gründete im Jahre 1859 den ersten öffentlichen Kindergarten, welcher auch in deutscher Sprache geleitet wurde. Auch er orientierte sich an den Thesen und Ideen von Friedrich Wilhelm und August Fröbel. Da das Konzept funktionierte und einen regen Zulauf erhielt, gründete er auch noch weitere Kindergärten in New York. Ein gewisser Herr William Nicholas Hailmann fügte dann das Kindergartenkonzept in das amerikanische Schulsystem mit ein.

Die Teilnahme im Kindergarten ist kostenlos und ebenfalls auch freiwillig. Die Ausstattung der Kindergärten in den USA ist deutlich besser als in Deutschland. Auch auf personeller Ebene.

Hat man sein Kind in einem Kindergarten angemeldet, so erhält es einen straffen Tagesablauf. Deshalb spricht man in Amerika auch von einem Schultag in dem Kindergarten. Der Ablauf ist ähnlich wie in einer Grundschule.

 

 

 

Die Betreuungszeiten der Kindergärten umfassen nicht immer jeden einzelnen Wochentag. So gibt es auch Bundesstaaten, wo die Kinder nur an jedem zweiten Tag in der Woche in den Kindergarten gehen. Durch diese eher schulische Orientierung feiern die Amerikaner den Eintritt in den Kindergarten tatsächlich auch ähnlich wie eine Einschulung.

 

Die Tagesmutter

Tagesmütter betreuen Kinder unterschiedlichen Alters gegen ein Entgelt in ihrem eigenen Haushalt. Sie übernehmen die komplette Tagesbetreuung und Verpflegung der Kinder. Tagesmütter werden in der Regel über die Jugendämter vermittelt. Egal wie Sie sich entscheiden, Sie sollten sich frühzeitig um einen entsprechenden Betreuungsplatz bemühen!

Unser Fazit

Egal für welche Betreuungsform Du Dich entscheidest, jede muss auf Dich und Deine persönliche Lebenssituation zugeschnitten sein und Du musst gut damit klar kommen. Überlege also gut, bevor Du Dich festlegen wirst. Wir wünschen Dir alles Gute! Dein Stillgruppen.de!

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