• Rauchen

Genussmittel während oder auch vor der Stillphase

Time to read
7 minutes
Read so far

Genussmittel während oder auch vor der Stillphase

Fr., 09/06/2019 - 20:14
Posted in:
0 comments

Es gibt Mütter, die auch in der Stillzeit nicht auf das Rauchen verzichten können oder wollen. Auch der Alkohol spielt immer wieder eine große Rolle. Alkohol sowie Zigaretten zählen zu den Genussmitteln. Wenn Mütter partout davon nicht lassen können, ist dies eine schwierige Situation. Sie müssen sich die Frage stellen: ist es besser abzustillen, oder weiter zu stillen, obwohl man raucht? Im nachfolgenden Bericht kann man die Zusammenhänge lesen, über das "Für und Wider" des Stillens. Die Gefährdung der Gesundheit sollte in dem Fall von Genussmitteln für den Säugling so gering wie möglich sein.

Stillzeit und dennoch Rauchen

Es gibt keine wissenschaftlichen Studien darüber, was hierbei die Richtwerte sind. Auch fehlen Studien darüber, inwiefern der Tabakkonsum schädigender für das Kind ist, als das Nicht-Stillen des Kindes. Wenn eine rauchende Mutter ihr Kind stillt, ist die Allgemeingesundheit des Babys dennoch besser, als würde dieses nicht gestillt werden. Die Kinder haben weniger Atemwegserkrankungen und auch die Kindersterblichkeit liegt niedriger. Am plötzlichen Kindstod sterben weniger gestillte Babys.

Es besteht kein Zweifel daran, dass die Muttermilch bei rauchenden Müttern mehr belastet wird. Trotzdem soll das Baby gestillt werden.

Im Tabak sind schädliche Stoffe wie beispielsweise Nikotin darin enthalten. Daneben finden sich im Tabak auch krebserregende Stoffe. Weiterhin sind toxische Stoffe im Tabak enthalten. All dies trägt keinesfalls zur Gesundheit des Neugeborenen bei. Diese Stoffe finden sich dann auch in der Muttermilch. Eigentlich ist es unverantwortlich als Mutter, zu rauchen. Die Muttermilch der Stillenden ist dreimal so hoch mit den Giftstoffen konzentriert, als das Blut der Mutter selbst. Gestillte Babys, deren Mütter rauchen, leiden häufig an vermehrter Unruhe. Desweiteren treten häufig Koliken oder auch Erbrechen auf. Das Saugvermögen dieser Babys ist auch geringer.

Durch den Tabakrauch kommt es auch zu einer Hemmung des Milchspendereflexes. Die Milchmenge wird durch den Tabak reduziert.

Bei Müttern, die rauchen, kommt es daher häufiger zu Problemen in der Stillzeit. Deren Babys nehmen nicht so rasch zu, als Babys von nichtrauchenden Müttern. Die rauchenden Mütter stillen ihre Babys auch rascher wieder ab. Je mehr die Mutter raucht, desto schwerer wiegen die Probleme. Es ist von äußerster Wichtigkeit, den Tabakkonsum so weit es geht zu drosseln. Das beste für das Kind wäre es natürlich, die Mütter würde überhaupt nicht rauchen.

Das kann eine rauchende Mutter machen, damit die Gesundheit ihres Kindes nicht allzu sehr geschädigt wird:

  1. Die Mutter soll bis zu sechs Monate ganz stillen, danach soll mit Beikost zugefüttert werden.
  2. Die Stillende soll mit dem Rauchen weitgehend aufhören. Jede Zigarette, die die Mutter weniger raucht, ist besser für das Kind.
  3. Nach dem Stillen zur Zigarette greifen: Nach dem Tabakrauchen ist die Nikotinkonzentration am höchsten. Wenn 95 Minuten vergangen sind, liegt die Nikotinkonzentration nur mehr bei der Hälfte.
  4. Im günstigsten Fall raucht die Mutter zwei Stunden vor dem Stillvorgang nicht mehr. Will das Kind einmal öfter trinken, kann die Mutter das Baby auch schon nach eineinhalb Stunden wieder stillen. Dies sollte jedoch eine Ausnahme darstellen. Der Richtwert sollte hier bei zwei Stunden liegen.
  5. Die Mutter sollte nicht in der Wohnung oder im Auto rauchen. Auch im Beisein ihres Babys sollte die Mutter nicht rauchen, sondern sich beherrschen.

     

  6. Wenn die Zigarette ausgeraucht wurde, soll die Mutter sich ihre Hände waschen. Auch ihr Gesicht sollte sie sich waschen. Beim Rauchen sollte die Frau auch andere Kleidung anhaben. Nach dem Tabakkonsum kann die Kleidung wieder gewechselt werden. Der Rauch des Tabaks, welcher sich auf Möbeln, Gesicht und Händen ablagert, ist sehr schädigend und giftig.
  7. Das Neugeborene sollte bei seiner Schlafphase immer in einem eigenen Bett schlafen. Dabei soll die Mutter das Kind auch auf dem Rücken schlafen lassen.

Wenn eine Mutter auch während der Schwangerschaft geraucht hat, erhöht sich die Gefahr des plötzlichen Kindstodes. Wenn das Baby in Bauchlage liegt, erhöht sich dafür die Gefahr. Die Bauchlage gilt hier sogar als Risikofaktor. Stillen reduziert die Gefahr des plötzlichen Säuglingstodes. Die Mutter oder die Eltern müssen auch achtgeben, dass sie nicht mit dem Säugling auf der Couch einschlafen. Auch auf einem Sessel sollte die Mutter nicht mit ihrem Baby einschlafen. Dies kann für den Säugling sehr gefährlich werden.

Rauchen ist schädlich!

Raucherentwöhnung

Die Krankenkassen bieten hier Raucherentwöhnungskurse für stillende Mütter an. Daneben bieten diese Raucherentwöhnungskurse auch unterschiedliche soziale Einrichtungen an. Dabei wird neben der körperlichen, auch die psychische Abhängigkeit in Kursen behandelt. In den Kursen wird nach den Situationen gesucht, wo die Mutter nach der Zigarette greift. In der Folge werden der Mutter anderweitige Stressbefreiungen gezeigt.

Diese Methoden werden auch trainiert, um die Mutter so nach und nach vom Tabakkonsum zu entwöhnen. Bei der Entwöhnung kommen auch Nikotin-Pflaster oder Nikotin-Kaugummis zum Einsatz. Dies ist dann sinnvoll, wenn ein Rauchstopp nicht anders zu erreichen ist. Auf diesem Wege wird dem Kind immerhin nicht der giftige und krebserregende Tabak zugeführt. Nikotin-Pflaster oder Nikotin-Kaugummis dürfen aber nicht verwendet werden, wenn die stillende Mutter nebenbei noch raucht. Ansonsten ist die Nikotin-Konzentration viel zu hoch.

Stillzeit sowie Alkohol

Wenn die stillende Mutter nur ab und an etwas Alkohol trinkt, ist es nicht schädlich für das Baby. Die Hälfte aller Mütter, die stillen, trinken in der heutigen Zeit ab und zu auch Alkohol. In früherer Zeit wurde den stillenden Müttern sogar Alkohol empfohlen. Hier explizit Bier, damit die Milchmenge in der Mutterbrust steigt.

Es stimmt, dass die Brüste einer stillenden Mutter nach dem Alkohol trinken, manchmal etwas voller sind. Dies ist aber der Fall, weil es beim Stillvorgang zu einer Hemmung des Milchflusses kommt. So bleibt mehr Milch in der Brust verfügbar. Die ersten Stunden nach einem Alkoholkonsum reduziert sich die Milchmenge beim Trinken an der Mutterbrust. Die Babys schreien in dem Fall aber öfter nach der Mutterbrust.

Alkohol hemmt den Milchspendereflex

Wenn eine höhere Konzentration von Alkohol vorliegt, dann ist dies in diesem Zusammenhang wichtig. Fünf oder sechs Standardgetränke wären hier zum Beispiel Bier oder Wein, zu je 250 ml. Die Frau könnte beispielsweise auch je 100 ml aus einem Weinglas trinken. Dabei reduziert sich der Milchspendereflex dann um circa 8 Prozent.

Bei einem gemäßigtem Alkoholgenuss mit ungefähr 1,5 Alkohol-Standardgetränken kommt es gewöhnlich nur zu geringen Verzögerungen, was den Milchspendereflex betrifft. Nach circa 4,4 Sekunden erscheinen dann erste Milchtropfenmengen. Sonst kommt es bereits nach ungefähr 2,9 Sekunden zu ersten Tropfen an Milch. Wenn der Alkohol aus dem Körper der Mutter restlos ausgeschieden ist, kommt es wieder zur Normalität der Muttermilch.

Alkohol konzentriert sich in der Muttermilch

Der Alkoholgehalt der Muttermilch ist so konzentriert, dass diesem etwa 95 Prozent der Blutkonzentration der Kindesmutter innewohnt. Der Alkohol, der sich im Blut der Mutter befindet, findet sich demnach auch in der Muttermilch. Eine halbe Stunde bis zu neunzig Minuten nach deren Alkoholgenuss ist dieser Wert sehr hoch. Hat die Mutter noch dazu Alkohol konsumiert, ohne vorher etwas zu essen, also auf nüchternen Magen, dann verschlimmert sich die Situation.

Wenn die Mutter den Alkohol gemeinsam mit einer Kleinigkeit an Nahrung eingenommen hat, so ist der höchste Alkoholwert eine Stunde verringert. Danach kommt es zur stetigen Abnahme der Alkoholkonzentration im Blut. Wenn die Kindesmutter ungefähr 54 Kilogramm hat, so dauert es in etwa 2,5 Stunden, bis sich der Alkoholgehalt wieder einpendelt und so aus dem Blut und ihrer Muttermilch verschwindet. Hat die Mutter ungefähr 80 Kilogramm, dann dauert es bis zur Eliminierung etwa 2 Stunden.

Hat die Mutter noch mehr Alkohol konsumiert, dann muss sie zusätzliche 2,5 Stunden warten, bis sie keinen Restalkohol mehr in der Muttermilch hat. Erst dann ist der Alkohol restlos aus ihrem Blut ausgeschieden. Babys, welche die Muttermilch mit Alkohol vermischt saugen, sind viel weinerlicher. Auch schlafen sie nicht gut durch oder haben eine längere Schlafphase und wachen oft auf. Die Mutter-Kind-Bindung ist auch durch Spannungen gestört. Es kann sein, dass dies dann wegen der Unruhe des Kindes zustande kommt. Wenn die Kindesmutter in Regelmäßigkeit und exzessiv Alkohol konsumiert, dann ist die Entwicklung des Kindes höchstwahrscheinlich gestört.

In gravierenden Fällen ist es auch wahrscheinlich, dass die Gesundheit des Neugeborenen in Gefahr ist. Exzessiver Alkoholkonsum der Mutter kann die Intelligenz beim Neugeborenen empfindlich stören. Ist die Mutter alkoholabhängig, dann darf der Säugling nicht gestillt werden! Es gibt Studien über den Alkoholkonsum der Mutter. Kleine Alkoholmengen (beispielsweise nur zwei Mal pro Woche ein Gläschen Sekt) beeinträchtigen die Entwicklung des Babys nicht. Dabei ist es auch wichtig, dass die Mütter Stillpausen einlegen, nach Alkoholkonsum. Hier gibt es keine nachteiligen Entwicklungsstufen beim Kind.

Medizinische Fachgesellschaften sowie Experten kommen hier zu unterschiedlichen Schlüssen. Die Alkoholmenge variiert hier, die nicht gesundheitschädigend für den Säugling ist. Eine "Amerikanische Akademie zur Kinderheilkunde" gibt hier eigene Werte heraus. Sie gibt den Rat, nach Alkoholgenuss zwei Stunden Pause beim Stillen einzuhalten.

Die australischen Organisationen raten, dass Mütter, die planen, Alkohol zu trinken, ihre Muttermilch vorher abpumpen sollen. Dies führt quasi zu einer Bevorratung der Milch. Die Nationale Stillkommision Deutschlands rät, gar keinen Alkohol in der Stillzeit zu konsumieren, was ein einleuchtender Rat ist. Die Abstinenz sollte für die gesamte Stillzeit gelten. Die Kommission gibt an, dass die Milchmenge bei Alkoholkonsum eklatant verringert ist. Wenn die Mutter einige Male pro Woche Alkohol trinkt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es zu Stillproblemen kommt. Beispielsweise:

  1. Brustwarzen wund
  2. geringe Milchmenge
  3. Milchstau

Bei sehr geringem Alkoholkonsum (zum Beispiel ab und zu ein Gläschen Wein oder Sekt) rät die Stillkommission:

  1. Der Säugling soll vor dem Alkoholkonsum gestillt werden! Die Zeit bis zur nächsten Mahlzeit sollte dann lang sein.
  2. Trinkt das Neugeborene eher unregelmäßig, sollte die Mutter gänzlich auf Alkoholkonsum verzichten.
  3. Bis zu 2 Stunden vor der Stillperiode, sollte die Frau keinen Alkohol trinken! Der Alkoholgehalt kann so bis zur nächsten Mahlzeit größtmöglich reduziert werden.
  4. Es sollte nicht zu langen Stillpausen kommen, wenn der Säugling sich ausschließlich von der Muttermilch ernährt! Die Stillpause sollte keinesfalls einige Stunden betragen!

Das Reaktionsvermögen von Eltern ist beim Alkoholkonsum eingeschränkt. Die Schlafphase ist nach Alkoholgenuss weit tiefer. Beim plötzlichen Kindstod spielt Alkohol eine große Rolle und zählt zu den wichtigsten Risikofaktoren!

Kaffeegenuss, Tee trinken sowie Cola-Konsum in der Stillphase

Kaffee, Schwarztee sowie Getränkemittel, die koffeinhaltig sind, wie beispielsweise Coca Cola, dürfen nur in geringer Dosis konsumiert werden. Es gilt hier ein Richtwert mit ungefähr 1 bis 2 Tassen pro Tag. Jedoch ist es beim Stillen auch hier ratsam, ganz darauf zu verzichten. Bis zu 2 Tassen täglich sind zwar als unproblematisch anzusehen, aber das Baby profitiert hier klarerweise von gesunden Nahrungsmitteln, welche die Mutter einnimmt. Frönt die Mutter einem höheren Konsum, wird es problematisch. Als höhere Menge gelten hier bis zu 8 Tassen täglich. Durch den Koffein, bekommt das Baby Symptome wie etwa:

  1. reduzierter Schlaf
  2. Hyperaktivität

Bei der Kräutertee-Einnahme soll die Mutter nicht übertreiben und vorsichtig sein.

Drogenkonsum und Stillphase

Wenn die Mutter auf Methadon eingestellt ist, kann sie unter Umständen dennoch stillen. Hier muss es zu einer Begleitung durch die Ärzte kommen. Auch ein Embryonaltoxikologe muss zu Rate gezogen werden. Eine stillende Mutter darf daher keinesfalls Cannabis rauchen, um ihr Baby nicht zu gefährden!

Unser Fazit

Zum Wohle Deines Kindes, solltest Du den Verzehr von allen Gift- und Genussmitteln so weit es geht einschränken. So schützt Du Dich und Dein Kind! Am Besten ganz darauf verzichten!