Erstelle Deinen persönlichen Geburtsplan

Time to read
4 minutes
Read so far

Erstelle Deinen persönlichen Geburtsplan

So., 02/28/2021 - 11:03
Posted in:
0 comments

Du bist schwanger und die Entbindung rückt immer näher. Wenn Du alles gut planen willst, dann empfiehlt sich die Erstellung eines Geburtsplanes. Auf diesem werden alle Deine Pläne und Wünsche eingetragen. Da darf natürlich auch das Stillen nicht fehlen!

Was genau ist denn dieser Geburtsplan?

Der Geburtsplan ist eine Art Checkliste bzw. Plan, wie genau die Schwangerschaft, die Geburt und die Zeit danach verlaufen soll bzw. was Du Dir dafür wünschst.

Du könntest hier zum Beispiel aufführen, wo Du entbinden möchtest, welche Geburtsposition Du bevorzugst und ob Du Schmerzmittel nehmen möchtest. Ob Du einen Kaiserschnitt haben möchtest und ob Du direkt nach der Geburt stillen möchtest.

Den Geburtsplan solltest Du am Besten frühzeitig erstellen, damit alle Beteiligten sich ein Bild machen können bzw. sich darauf einstellen können. Hier ist natürlich ganz besonders die Hebamme gemeint, die Dich auf dem Weg zur Entbindung begleitet.

Wie ist diese Geburtsplan aufgebaut? Nun, schreibe am Anfang vielleicht einfach eine Liste und erweitere diese dann nach Bedarf und auch nach neuen Erkenntnissen, die Du vielleicht gewonnen hast.

Manchmal bekommt man solch einen Plan auch im Krankenhaus oder bei der Hebamme. Oder Du schaust Dich online etwas um und nutzt eine gängige Vorlage.

Warum ist der Plan sinnvoll?

Der Plan bereitet Dich perfekt auf die Zeit der Schwangerschaft und der Geburt vor. Auch die Zeit danach! Denn er regelt alle wichtigen Angelegenheiten und ist die Gesprächsgrundlage für die Hebamme oder anderes medizinisches Personal. Wenn die Geburtsphase besonders lange dauert und Du vielleicht auch gar keine Kraft hast, Deine Wünsche klar darzustellen, dann ist der Geburtsplan ein wichtiges Dokument für die Ärzte und das Krankenhauspersonal. Auch im Falle eines Schichtwechsels!

Das Stillen vorbereiten!

Wenn der Stillstart reibungslos klappen soll, dann hilft es, wenn alle Personen in Deinem Umfeld darüber informiert sind, dass Du unbedingt stillen möchtest. Dein Stillwunsch wird in der Patientenakte im Krankenhaus vermerkt und das ganze Personal wird in diesem Sinne agieren und darauf hinwirken. Bei Problemen und Fragen wird sich vermutlich auch direkt die Stillberaterin im Krankenhaus bei Dir vorstellen.

Hast Du Deinen Stillwunsch in Deinem Geburtsplan eingetragen so bietet er auch die Grundlage für Gespräche mit Deinem Mann. Wie kann Dein Partner Dich beim Stillen unterstützen? Wie kann er Dir helfen? Dies solltet Ihr im Vorfeld bereits in Ruhe besprechen, damit nach einer anstrengenden Geburt auch alles reibungslos klappt.

Wenn das Stillen unmittelbar nach der Geburt gut klappt, dann verbessern sich die Chancen auf eine schöne Stillzeit ungemein. Bitte Deinen Partner also für diese wichtige Zeit ganz besonders Dich zu unterstützen und Dir zu helfen. Die Stillbeziehung wird sich so im Laufe der Zeit immer mehr verfestigen können.

Dein Kind erhält so das wichtige Kolostrum und hat den perfekten Stillstart. Plane also das Stillen unbedingt auch in Deinem Geburtsplan!

Was sollte im Geburtsplan stehen?

Das Wichtigste natürlich gleich zuerst! Möglichst eine natürliche Geburt ohne viele Medikamente. Und dann direkt die Nähe zum Kind! Denn der Körperkontakt zwischen Mutter und Kind ist immens wichtig! Und dann kommt auch direkt schon das ausschließliche Stillen! Zeige auf, dass Dein Kind nur Deine Muttermilch erhalten soll und Dir das Personal im Krankenhaus beim Stillen oder Abpumpen helfen soll! Wenn das Stillen nicht direkt klappt, dann kann nämlich auch abgepumpte Muttermilch gegeben werden und das Stillen an der Brust wird nur verschoben. Durch das Abpumpen wird aber die Milchproduktion angekurbelt bzw. gehalten.

Geburtsplan

Vorschläge für Dich

Anbei einige Vorschläge, was Du so in den Geburtsplan eintragen könntest:

  • Ich möchte auf Medikamente während der Geburt möglichst verzichten.
  • Nach der Geburt möchte ich direkt Hautkontakt zu meinem Kind haben. Direkt und unmittelbar und noch vor dem Waschen und Wiegen. Natürlich nur, wenn es keine medizinischen Probleme gibt, die eine andere Vorgehensweise notwendig machen.
  • Wenn ich betäubt bin und das Kind vielleicht nicht halten kann, dann soll es meinem Partner ermöglicht werden.
  • Nach der Geburt möchte ich noch innerhalb der 1. Stunde mein Baby anlegen. Dafür wünsche ich mir Unterstützung durch eine Hebamme oder Stillberaterin.
  • Mein Kind soll die Möglichkeit haben, die Brustwarze eigenständig zu finden und anzudocken. Dabei soll es maximal leichte Unterstützung erhalten. (Brustsuchreflex oder auch Breast Crawl genannt)
  • Falls mein Kind benommen ist (Medikamente) oder nicht angelegt werden kann, dann möchte ich gerne Unterstützung durch eine Hebamme oder eine Stillberaterin erhalten, damit ich Abpumpen kann. Das abgepumpte Kolostrum soll meinem Baby dann mit einem Becher oder eine Spritze gegeben werden.
  • Wenn das Stillen nach der Geburt nicht klappt, dann möchte ich gerne Unterstützung erhalten, damit ich mit einer Milchpumpe beidseitige abpumpen kann. So wird die Milchproduktion angekurbelt und mein Baby erhält die wichtige Muttermilch.
  • Auch wenn ich länger abpumpen muss, dann möchte ich regelmäßig (sieben bis acht Mal) dazu angeleitet werden, damit der Milchspendereflex ausgelöst wird.
  • Ich möchte nicht, dass mein Kind künstliche Nahrung erhält (Säuglingsnahrung). Dies soll ausdrücklich nicht geschehen und nur nach Abstimmung mit mir oder meinem Partner.
  • Mein Kind soll keine Saugflasche oder auch keinen Schnuller angeboten bekommen, um eine Saugverwirrung zu vermeiden!
  • Ich möchte gerne Anleitung zum Stillen durch eine Hebamme oder Stillberaterin erhalten.

Komplikationen bei der Geburt!

Was passiert, wenn etwas nicht „nach Plan“ verläuft? Man kann alles gut planen und sich viele Dinge wünschen, aber manchmal kann es auch zu Änderungen kommen.

Manchmal kommt es auch zu einer komplizierten Geburt und die Dinge laufen anders als geplant. Vielleicht kommen Medikamente zum Einsatz oder es wird sogar ein Kaiserschnitt notwendig. Dies sind alles Dinge, die das Stillen (am Anfang) stark behindern oder erschweren können.

Bereite Dich darauf vor indem Du Dir diesen Artikel hier durchliest. Stillen nach Kaiserschnitt.

Gebe Deinem Partner auch die Möglichkeit Entscheidungen zu treffen, falls Du betäubt oder benommen bist.

Sofern der Stillstart vielleicht nicht ganz optimal verläuft, so solltest Du nicht direkt aufgeben. Denn trotzdem kannst Du noch eine wunderbare Stillbeziehung zu Deinem Kind entwickeln. Nichts ist verloren, alle Probleme können geheilt werden. Wichtig in dieser schwierigen Zeit ist aber die Unterstützung einer Stillberatung oder eine Laktationsberaterin. Diese werden Dir mögliche Lösungswege aufzeigen und Dich wieder langsam an das Stillen heranführen! Wir wünschen Dir eine schöne Zeit!

Weitere interessante Artikel:

Du hast zu wenig Milch?

Warum klappt das Stillen nicht?

Was tun bei Brustverweigerung?

Vorder- und Hintermilch beim Stillen

Unterschiedliche Brüste während der Stillzeit

Schwangere oder stillende Mütter mit Asthma

Stillmode bzw. Stillkleidung für Frauen

Foto Urhebervermerk

© Fotos von nata-lunataD/Shotshop.com