Muttermilch nur im Notfall füttern

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Muttermilch nur im Notfall füttern

So., 04/19/2020 - 19:32
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Eine wichtige Aussage gleich zuerst: Natürlich ist die Muttermilch viel gesünder als industrielle Säuglingsmilch. Natürliche Muttermilch ist deshalb unbedingt zu empfehlen, wenn ein natürliches Stillen nicht möglich ist.

Wenn zum Beispiel Stillprobleme vorliegen oder eine Erkrankung des Kindes vorliegt. Auch bei einer berufstätigen Mutter ist die Fütterung von Muttermilch manchmal die einzige Lösung. Es gibt jedoch einen Trend, der geradezu zu der Fütterung von Muttermilch durch den Partner oder Oma und Opa aufruft. Werbung dafür machen natürlich Hersteller von Milchpumpen. Empfohlen wird das Abpumpen um die Freiheit und die Unabhängigkeit der Mutter zu ermöglichen.

Doch eines darf man bei dieser Sache nicht vergessen: Es fehlt die körperliche Nähe zur Mutter! Am natürlichsten und Besten ist das Stillen an der Brust der Mutter.

Welche Nachteile hat die Fütterung?

Es gibt einige Nachteile bei der Fütterung von abgepumpter Muttermilch. Diese wollen wir hier kurz aufführen: Es liegt eine höhere Infektionsgefahr vor, da die Muttermilch ja in mehreren Schritten „bearbeitet“ wird, bevor das Kind sie trinken kann. Bei den einzelnen Schritten des Abpumpens, der Aufbewahrung und dann letztlich der Verfütterung ist ein Risiko der Verschmutzung vorhanden. Die Muttermilch könnte mit Keimen kontaminiert werden. Es ist ganz wichtig, dass die Hygieneregeln beachtet werden. Händewaschen und die korrekte und sorgfältige Sterilisation aller Geräte und Gefäße sind sehr wichtig um eine Erkrankung des Kindes zu vermeiden. Diese Mehrarbeit fällt beim direkten Stillen natürlich weg.

Neben der gesteigerten Keimgefahr, liegt natürlich auch ein Mehraufwand an Zeit vor. Denn beim Abpumpen, wird die Milch von der Mutter aus der Brust gewonnen und dann sorgfältig gelagert werden um dann im nächsten Schritt verfüttert zu werden. Dies sind also zwei Arbeitsschritte (nimmt man die Sterilisation der Geräte und Gefäße noch dazu, dann sogar drei Schritte). Beim Stillen entfällt diese Arbeit, da das Kind die Brust entleert und die Muttermilch dann ja direkt auch getrunken hat.

Handpumpe Handpumpe Muttermilch

Die Zeit, welche die Mütter für die Fütterung der Kinder aufbringen müssen ist also mindestens doppelt so hoch, wie beim normalen und natürlichen Stillen. Das natürlich Stillen ist also viel einfacher für die Mutter und sollte beibehalten werden.

Hinzu kommt noch ein Qualitätsverlust bei dem Nährstoffgehalt und dem Vitamingehalt der Muttermilch. Eine sorgfältige Gewinnung und Lagerung der Muttermilch bringt zwar immer noch eine sehr hohe Milchqualität für das Kind, jedoch ist die Qualität von frisch gewonnener Muttermilch natürlich immer noch am höchsten. Diese sollte deshalb favorisiert werden.

Flaschennutzung wird nicht empfohlen

Die Fütterung von Muttermilch mit einer Flasche wird nicht empfohlen. Dies kann unter Umständen zu Karies oder einer problembehafteten Kieferentwicklung führen. Denn „Flaschenkinder“ neigen eher zu Zahnfehlstellungen als normal gestillte Kinder. Dazu kommt noch eine sehr große Gefahr für eine Saugverwirrung, die letztlich auch zu einer kompletten Ablehnung der Brust führen kann. Die Kinder gewöhnen sich so schnell an das einfachere und bequemere Flaschensaugen, dass sie sich nicht wieder davon lösen wollen. Die Gabe von Muttermilch durch eine Saugflasche sollte also unbedingt vermieden werden. Eher sollte ein Becher oder andere alternative Fütterungsmethoden gewählt werden.

Babyflasche bitte nicht nutzen!
Babyflasche bitte nicht benutzen!

Der Hautkontakt ist wichtig

Wie bereits weiter oben erwähnt, fehlt dem Baby der Hautkontakt zu der Mutter. Beim Stillen geht es letztlich nicht nur um die Nahrung, sondern auch um die Nähe zur Mutter, die Beruhigung und die Sicherheit für das Kind. Stillen ist eine Beziehung zwischen und Mutter und Kind und sollte deshalb nicht unterbrochen werden.

Baby

Unser Fazit

Die Natur hat alles genau geplant: die Nahrungsmittelaufnahme des Kindes, die Nähe und Liebe die es braucht und die Stimulation der Muttermilchproduktion (durch Hautkontakt zwischen Mutter und Kind und der erzeugten Hormone). Es ist alles perfekt aufeinander abgestimmt und sollte nicht abgeändert werden. Nur im Notfall eben. Vertraue auf die Natur und Deinen Körper und Du kannst eine wundervolle Stillbeziehung erleben! Wir wünschen Dir viel Freude dabei. Sofern Du Fragen oder Probleme hast, dann wendest Du Dich einfach an eine Stillberaterin hier auf Stillgruppen.de!

Stillen

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