Ernährung in der Stillzeit

Sicherlich haben Sie schon vor der Geburt darauf geachtet, dass Ihre Ernährung ausgewogen und gesund ist. Eine abwechslungsreiche Milchkost mit:

-       Obst und Gemüse        
-       Milch und Milchprodukten
-       Getreideprodukten (möglichst Vollkorn)
-       Mageres Fleisch, Geflügel, Fisch und Eier

Muss ich, wenn ich stille, jetzt für zwei essen?

Stillende Frauen benötigen ca. 700 – 800 kcal/Tag um Milch produzieren zu können. Da jedoch in dieser Zeit der Stoffwechsel darauf programmiert ist, alle Nährstoffe optimal zu verwehrten, und vor der Geburt ein Energievorrat in Form von kleinen Fettpölsterchen angelegt wurde, benötigt eine stillende Frau nun nur noch ca. 200 kcal/Tag mehr als eine nicht stillende Frau. Die weitverbreitete Meinung, man müsse, wenn man stillt, für zwei essen, ist also nicht richtig. (Man kann zum Beispiel die benötigten 200 kcal/Tag schon durch einen Becher Sahne-Frucht-Joghurt (á 150 g) zu sich nehmen).

Selbst wenn sich eine Mutter unzureichend ernährt, wird genügend Milch für ihr Baby gebildet. Sie gefährdet dabei aber möglicherweise ihre eigene Gesundheit und Widerstandskraft gegen Krankheiten, weil sich ihre Energiereserven aufbrauchen.

Bitte unternehmen Sie während der Stillzeit keine Schlankheitsdiät!

Durch die geringe Energiezufuhr kann es bei Ihnen zum einen zu Ermüdung und Mattigkeit kommen, und zum anderen können durch den übermäßigen Abbau von Fettgewebe fettlösliche Umweltgifte, die sich im Laufe des Lebens dort angesammelt haben, in die Muttermilch gelangen und Ihr Kind schädigen.

Also: Überflüssige Pfunde werden Sie auch nach der Stillzeit wieder los!
                                                                        

Gibt es bestimmte Lebensmittel die ich besser meide, wenn ich stille?

Die weitverbreitete Meinung, stillende Frauen dürfen nicht mehr alle Lebensmittel essen, weil sonst das Kind mit Bauchweh und Wundsein reagiert, hält sich hartnäckig. Stillende Frauen können jedoch so ziemlich alles essen! In den verschiedenen Kulturkreisen gibt es große Unterschiede über Ernährungsformen und Eßgewohnheiten. Eine europäische Frau wird sich zum Beispiel anders ernähren, als zum Beispiel eine asiatische Frau.

Sollte Ihr Baby doch einmal mit Blähungen, Wundsein oder Hautausschlag reagieren, lassen sie ungefähr 1 Woche bestimmte Nahrungsmittel, die bei Ihnen oder dem Vater des Kindes Probleme hervorrufen, auf dem Speiseplan weg. Beobachten Sie eine Verbesserung des Befindens Ihres Kindes, nehmen Sie die weggelassenen Lebensmittel wieder zu sich. Verschlechtert sich das Befinden danach wieder, hängt es höchstwahrscheinlich mit diesem bestimmten Nahrungsmittel zusammen.

Gibt es keine Unterschiede im Befinden Ihres Kindes, egal was sie essen, können Sie ohne Bedenken essen was Ihnen schmeckt und auf was Sie Appetit haben.
                               


Was tun bei Allergien?

Bitte wenden Sie sich bei Fragen an die:

Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes-Kind e.V. (AAK)                              Link:   
Nassausstr. 32                                                                                        www.aak.de    
35745 Herborn     Tel.: 02772-928730   

Dort bekommen Sie entsprechende Informationen.


Wie viel Flüssigkeit muss ich zu mir nehmen, wenn ich stille?

Eine stillende Frau sollte pro Tag etwa 2-3 Liter Flüssigkeit trinken. Bedenken Sie bitte, dass feste Nahrung zum Teil auch aus Wasser besteht. Darüber hinausgehende Flüssigkeitszufuhr steigert die Milchbildung nicht, sondern hemmt sie sogar eher. Das für den Milchspendereflex notwendige Hormon Oxytocin wird bei überhöhtem Flüssigkeitsangebot vom Körper zurück gehalten, so dass es zu einer verzögerten oder verhinderten Milchfreigabe kommt.

Es ist dann zwar Milch in der Brust, das Baby kann sie jedoch nicht erreichen, weil sie nicht freigegeben wird.


Also:

Trinken Sie nach Bedarf, entsprechend Ihrem Durstgefühl.

Stellen Sie sich vor jeder Stillmahlzeit ein Glas Mineralwasser, Tee oder Saft in greifbare Nähe, denn während des Stillens bekommen Sie automatisch Durst.


Empfohlene Getränke:

-   Natrium- und Kohlensäurearmes Mineralwasser
-   Milchbildungstee in der Mischung Kümmel-Fenchel-Anis (jedoch nicht mehr als 3 Tassen
    pro Tag, da in Einzelfällen Durchfall beim Kind beobachtet wurde.)
-   Früchtetees
-   Schlehensaft

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Vorsicht mit Kaffee und Alkohol!

Durch Koffein und Thein in großen Mengen, kann auch Ihr Baby unruhig werden. Schon eine Viertelstunde nach Genuss kann es in der Muttermilch nachgewiesen werden. Deshalb nur zurückhaltend genießen und eher mit zeitlichem Abstand zur nächsten Stillmahlzeit.

Als Alternative bieten sich Getreidekaffee oder Rooibuschtee an. Trinken Sie bitte keine hochprozentigen alkoholischen Getränke! Denn den Alkoholspiegel den Sie im Blut haben, haben Sie auch in Ihrer Milch. Ein Glas Wein, Sekt oder Bier zu besonderen Anlässen ist sicherlich vertretbar. Trinken Sie es möglichst nach dem Stillen, wenn eine längere Stillpause abzusehen ist. Als Alternative hierzu bieten sich Trauben- oder andere Fruchtsäfte.


Nikotin:

Ideal wäre es, wenn Sie schon während der Schwangerschaft auf Zigaretten verzichten. Gelingt es jedoch nicht, brauchen Sie nicht sofort abzustillen. Die Vorteile des Stillens überwiegen immer noch den Nachteilen des „gemäßigten“ Rauchens.

Achten Sie aber bitte darauf, dass niemand in der Gegenwart Ihres Kindes raucht! Denn Passivrauchen ist noch schädlicher als die Zigarettenstoffe in der Muttermilch. Nach ca. 90 min. ist nur noch halb so viel Nikotin in der Muttermilch als direkt nach dem Rauchen.


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