Die Schwangerenvorsorge

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Die Schwangerenvorsorge

Fr., 02/14/2020 - 15:07
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Die planmäßigen Vorsorgeuntersuchungen während deiner Schwangerschaft geben dem Frauenarzt die Möglichkeit, dich über die körperlichen und auch möglichen psychischen Veränderungen während der Schwangerschaft zu informieren.

Ebenfalls erhälst du alle Informationen zu einer möglichen vorgeburtlichen Diagnostik. Natürlich bekommst du auch Ratschläge, die deine Ernährung und dein Verhalten im allgemeinen betreffen.

Was ist der Grund für diese Untersuchungen?

Nur durch eine vorsorgliche und möglichst allumfassende Betreuung deiner Schwangerschaft, werden gesundheitliche Probleme bei deinem Kind und natürlich auch bei dir möglichst früh erkannt und könnten somit zeitnah behandelt werden. Was genau während dieser Untersuchungen alles kontrolliert wird, hat der gemeinsame Bundesausschuss aller Ärzte und Krankenkassen in den sogenannten Mutterschaftsrichtlinien verbindlich festgelegt.

Als Dokumentationsstelle wurde der sogenannte Mutterpass festgelegt. Dort werden alle Untersuchungsergebnisse eingetragen, so dass auch ein fremder Arzt sofort alle wichtigen Informationen über die Schwangerschaft erhalten kann. Genau aus diesem Grund, soll der Mutterpass während der Schwangerschaft auch immer von der Mutter mitgeführt werden!

Mutterpass

Schwangerschaft und Arbeitgeber

Falls Du dich gerade gefragt hast, wie du diese ganzen Untersuchungen in deinen vollgepackten Alltag integrieren kannst, haben wir eine tolle Information für dich: es ist gesetzlich vorgesehen, dass dein Arbeitgeber dich für die schwangeren Vorsorge bezahlt freistellen muss. Sofern du in einer größeren Firma arbeitest, gibt es bestimmt eine Gleichstellungsbeauftrage. Diese kann dich zu diesem Thema persönlich beraten.

Was beinhalten die Untersuchungen?

Bei dem ersten Termin, möchte der Arzt dich gerne besser kennen lernen. Das bedeutet, er fragt dich nach Besonderheiten zu deiner Person, zu deiner Ernährung, möglichen Problemen und es kommt also zu einer kompletten Anamneseerhebung bei dem ersten Vorsorgetermin. Im Rahmen der folgenden Untersuchungen werden grundsätzlich immer diese Punkte kontrolliert: es erfolgt eine Tastuntersuchung deines Babybauches. Der Stand der Gebärmutter und die Lage und auch die Größe des Babys können so erkannt werden. Dein Gewicht wird regelmäßig überprüft, um eine schädliche Flüssigkeitseinlagerung (Ödeme) frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Der Gebärmutterhals und der Muttermund werden bei der vaginalen Untersuchung überprüft. Manchmal wird auch die sogenannte Scheidenflora untersucht. Dies erfolgt nur bei Bedarf. Dein Urin wird untersucht auf Blut, eine mögliche bakterielle Infektion, auf Zucker, auf Eiweiße und Nitrit. Da viele schwangere auch an Gestose leiden können, wird auch ein Blutdruckmessung durchgeführt. Hoher Blutdruck muss frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Befindest du dich im sechsten Schwangerschaftsmonat, dann wird auch der Hämoglobinwert in deinem Blut bestimmt. Mit dieser Methode wird Blutarmut erkannt und kann dann behandelt werden. Letztlich finden bei den Untersuchungen aber auch Ultraschall Untersuchungen statt um die gesunde körperliche Entwicklung deines Babys festzustellen. Wie alt ist das Kind und ist die Entwicklung altersgerecht. Natürlich kann man mit der Ultraschall Untersuchung auch schnell erkennen, ob es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt.

Frauenärztin

Besondere Tests und Untersuchungen

Der Arzt entscheidet über die medizinische Notwendigkeit und kann dann auch weitere Tests durchführen. Dazu gehören: die Bestimmung des sogenannten Rhesusfaktors. Solch eine Bestimmung erfolgt natürlich nur, wenn der Wert der Mutter nicht bekannt ist. Es gibt zwei Werte: Rhesusfaktor positiv bzw. Eben auch Rhesusfaktor negativ. Hat die Mutter zum Beispiel den Rhesusfaktor negativ und das Baby positiv, so könnte der Körper der Mutter anti d Antikörper bilden, was bei einer erneuten Schwangerschaft für das Rhesusfaktor positive Kind schon ein Risiko darstellen könnte.

Deine Blutgruppe wird natürlich auch bestimmt. (sofern nicht bekannt). Wenn dein Rhesusfaktor negativ ist, dann erfolgt mehrmals während der Schwangerschaft ein Antikörper suchtest. Es wird nach anti d Antikörpern in deinem Blut gesucht. Findet man keine, so wird sogar eine Anti D Prophylaxe gestartet. Eine Bildung von Antikörpern durch die Mutter soll so verhindert werden. Hast du keine Nachweise über die sogenannte Röteln Impfung, so wird ebenfalls untersucht, ob du Antikörper gegen das Röteln Virus in deiner Blutbahn hast. Der Hintergrund ist natürlich auch eine mögliche Schädigung deines Babys während deiner Schwangerschaft.

Werden während bzw durch den Urintest Chlamydien bestätigt, so werden weitere Tests durchgeführt. Chlamydien müssen unbedingt behandelt werden, da sie einen ungewollten vorzeitigen Blasensprung auslösen können.

Auch Syphilis soll ausgeschlossen werden und deshalb wird dein Blut auf den Erreger "treponema pallidum" untersucht. Ein sogenannter Toxoplasmose test wird nur bei einem begründeten Verdacht durchgeführt.

Blutgruppe

Besondere Untersuchungen

In besonderen Fällen und nur mit deinem Einverständnis, wird bei Bedarf auch ein HIV Test durchgeführt. In deinem Mutterpass wird das Ergebnis des Tests nicht eingetragen. Es wird nur dokumentiert, dass der Test stattgefunden hat.

Der Test auf Schwangerschaftsdiabetes wird in der Regel immer gemacht. Der Arzt gibt dir in dem Zeitraum 25. Bis zur 28. Schwangerschaftswoche eine Glukoselösung um so deinen Blutzuckerwert zu bestimmen. Nur wenn dieser erste Test Indizien geliefert hat, wird ein weiterer Test gemacht. Dieser ist dann umfangreicher und wird um eine Betreuung durch einen Diabetologen ergänzt.

Wenn du mit Hepatitis B infiziert bist, so kann man die Infektion manchmal nicht direkt erkennen, da sie meist symptomarm und relativ schleichend verläuft. In der Regel wird nach dem Ablauf der 32. Schwangerschaftswoche ein Hepatitis B Antigene Test gemacht, wenn du keinen Nachweis über eine entsprechende Impfung hast. Im Bedarfsfall wird dein Baby nach der Geburt direkt geimpft werden, was die Infektion mit Hepatitis B zu 90 Prozent verhindert.

Liegen bei dir genetisch bedingte Risiken vor, so erfolgen auf deinen Wunsch hin auch noch sogenannte humangenetische Untersuchungen. Diagnostiziert dein Arzt bei dir eine Risiko Schwangerschaft, so kann der Arzt alle medizinisch notwendigen Untersuchungen auch mehrmals durchführen, sofern er sie für nötig hält. Dazu gehören dann zum Beispiel auch weitere Ultraschall Untersuchungen oder eine sehr frühe Aufzeichnung von deinen Wehentätigkeiten.

Die Grippeschutzimpfung

Empfohlen wird den Müttern meist auch eine Grippeschutz Impfung. Durchgeführt werden soll diese Impfung jedoch nur bei Bedarf und frühestens in dem zweiten Drittel der Schwangerschaft.

Die Kardiotokografie (CTG) und die Dopplersonografie

Die Herztöne deines Babys werden mit Hilfe von dem CTG überwacht bzw überprüft. Treten bei dir schon vor dem errechneten Geburtstermin Blutungen auf oder kommt es sogar zu Wehentätigkeiten, so wird der Wehenschreiber regelmäßig genutzt. Kurz vor dem Mutmaßlichen Entbindungstermin wird dein Baby in kurzen Abständen mit dem CTG überwacht.

Was ist das CTG und wie funktioniert das eigentlich?

Du bekommst das zwei Messzähler Mithilfe eines Gurtes um den Babybauch gebunden. Ein Messzähler zeichnet deine Wehentätigkeiten auf und der andere Messzähler kontrolliert die Herztöne deines Kindes. Wenn der Arzt bereits ein neues Gerät besitzt, so kann er sogar die Bewegungen deines Kindes aufzeichnen! Welche Herztöne bzw welche Herzschlagfrequenz wird als normal angesehen? Die übliche Frequenz liegt zwischen 110 und 160 Herzschlägen pro Minute. Das CTG wird dann auch während der ganzen Geburt zum Einsatz kommen, da damit dann der Herztonverlauf gehört wird und somit Rückschlüsse auf den Zustand des Babys geschlossen werden können. Erst wenn durch die CTG Untersuchungen festgestellt wird, dass es Besonderheiten bei den Herztönen deines Babys gibt, wird der Arzt weitere, zusätzliche Untersuchungen durchführen.

Eine davon ist die sogenannte Mikroblutuntersuchung. Dem Baby wird dann am Kopf ganz wenig Blut entnommen (nur wenige Tropfen) und untersucht. Wenn die Werte es dann erfordern, wird die Saugglocke eingesetzt oder sogar ein Kaiserschnitt durchgeführt. Wenn die Herztöne des Babys während der Geburt zum Beispiel stark abfallen, dann ist meistens eile angezeigt und es wird schnell reagiert. Gibt es schon bereits vor dem Mutmaßlichen Entbindungstermin Komplikationen, so kommt das CTG auch vor der Geburt schon sehr oft zum Einsatz.

Ultraschall

Was ist die Dopplersonografie?

Hierbei handelt es sich um ein ganz bestimmtes Ultraschall Verfahren, bei dem ganz besonders auf den Blutfluss im Blutkreislauf eingegangen wird. Dieses Verfahren wird aber nur bei medizinischen Fragestellungen und notwendigen Abklärungen eingesetzt. Beispielsweise sind dies: Probleme mit der Herzfrequenz, Verdacht auf mögliche Herzfehler, Wachstumdrückstand beim Baby. Für jede Schwangerschaftswoche gibt es ein entsprechendes Größenmaß und wenn das nicht passt, könnte man auf ein mangelnde Versorgung des Babys schließen. Auch bei Problemen der Mutter (Bluthochdruck, viel Eiweiß im Urin oder andere Probleme) kommt es zum Einsatz des Dopplers.

sonografie

Was ist ein 3D Ultraschall?

Die Technik hat sich in den letzten Jahren immens weiterentwickelt und heutzutage kann man mit einem 3D Ultraschall Gerät sogar schon eine 3D Aufnahme des Kindes machen! Medizinisch notwendig ist der Einsatz jedoch nur bei einem begründeten Verdacht auf eine Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte oder bei einem "offenen Rücken". In allen anderen Fällen ist der Einsatz reines Privatvergnügen.

Wann zusätzliche Ultraschall Untersuchungen?

In den sogenannten Mutterschaftsrichtlinien wurde von den Ärzten und den Krankenkassen festgelegt, dass drei Ultraschall Untersuchungen in der Regel vollkommen ausreichend sind. Die Vorsorge Untersuchungen werden so ausreichend ergänzt. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen deshalb auch nur genau diese Kosten. Nur wenn der Arzt es medizinisch begründen kann, werden auch Kosten für weitere Untersuchungen übernommen. Wenn du auf eigenen Wunsch hin also zusätzliche Ultraschall Untersuchungen bestellst, dann musst du die Kosten dafür komplett alleine bezahlen.

Das Dreistufenscreening

Wie bereits oben erwähnt, werden genau drei Ultraschall Untersuchungen durchgeführt.

Ultraschall Untersuchung in der 9.-12. Schwangerschaftswoche

Seit dem Jahre 1995 gibt es diese erste frühe Untersuchung in den Mutterschaftsrichtlinien. Mit Hilfe von Vaginalsonden, welche über eine sehr gute Kameraauflösung verfügen, kann die kindliche Entwicklung schon sehr gut eingeschätzt werden. Was kann man schon früh erkennen? Zum Beispiel sind dies Mehrlingsschwangerschaften, Fehlbildungen des Babys oder auch die genaue Schwangerschaftsdauer.

In der 19.-22. Woche findet die zweite Untersuchung statt

Bei diesem Untersuchungstermin kannst du zwischen einer Basis Ultraschall Untersuchung (Prüfung auf Fehlbildungen, Wachstumsstand ermitteln, Bewegungen identifizieren, Herzzustand prüfen, Prüfung der Lage un des Zustandes der Plazenta, Überprüfung der Organentwicklung, Prüfung der Wirbelsäule) und der erweiterten Basis Ultraschall Untersuchung. Dabei prüft der Arzt auch die Form des Gehirns und des Kopfes und die Herzfunktion und die Lage des Herzens. Ebenfalls werden wichtige Körperpartien wie Magen, Harnblase, Rücken, Rumpf oder Hals überprüft.

Diese Erweiterung der Basis Ultraschall Untersuchungen, kann nur ein Arzt oder eine Ärztin mit Zusatzqualifikation durchführen. Fehlt diese, dann musst du dich an eine andere Ärztin oder einen anderen Arzt überweisen lassen.

Die dritte Ultraschall Untersuchung (29.-32. Schwangerschaftswoche)

Was wird hier genau überprüft? Bei der dritten Ultraschall Untersuchung steht besonders die Überprüfung des Entwicklungszustandes des Babys im Vordergrund. Daneben wird natürlich auch die Lage des Kindes überprüft, um eine reibungslose Geburt planen zu können.

Warum zusätzliche Untersuchungen?

Hier sehen die Mediziner und die Krankenkassen die medizinische Notwendigkeit absolut im Vordergrund. Nur wenn also bei den drei Standard Ultraschall-Untersuchungen Komplikationen festgestellt werden oder Auffälligkeiten vorliegen, nur dann macht eine zusätzliche Ultraschall-Untersuchung Sinn. Und nur dann werden auch die Kosten dafür von der Krankenkasse übernommen. Auffälligkeiten und Besonderheiten im Sinne der Mutterschaftsrichtlinien sind zum Beispiel der Verdacht auf eine Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft oder Unterbauchschmerzen.

Ist die Schwangere krank oder liegen bei dieser besondere Risiken vor, so kann der Arzt die medizinische Notwendigkeit für zusätzliche Untersuchungen sehen und diese dann auch entsprechend durchführen. Zusätzliche Untersuchungen haben keinen positiven Effekt bzw keine fördernde Wirkung für Mutter und Kind.

Mögliche Senkung der fetalen Sterblichkeit

Die Perinatal Periode verläuft vom Ende der 28. Schwangerschaftswoche bis hin zum 7. Lebenstag des Babys. Auswertungen haben ergeben, dass zusätzliche Ultraschall Untersuchungen nicht zu einer Senkung der Sterberate in dieser Periode geführt haben.

Kann sich der Gesundheitszustand des Babys verbessern?

Es liegen keine Erkenntnisse darüber vor, dass eine Erhöhung der Anzahl der Ultraschall Untersuchungen den Zustand des Babys verbessern kann.

Der Geburtstermin

Der mutmaßliche Geburtstermin kann mit Hilfe der Ultraschall Untersuchung relativ genau bestimmt werden. Führt nun eine hohe Anzahl an Ultraschall Untersuchungen automatisch auch zu einer Verringerung von falsch berechneten Geburtseinleitungen? Studien konnten dies nicht belegen.

Fehlbildungen bei einem Baby

Eine Fehlbildung bei einem Baby kann mit einer Ultraschall Untersuchung relativ gut erkannt werden. Die Erfahrung und gute Ausbildung des Untersuchers spielt hierbei natürlich eine große Rolle. Aus diesem Grunde haben Studien und Aufzeichnungen ergeben, dass Fehlbildungen bis zur 24. Schwangerschaftswoche in ca. 14 bis hin zu 85 Prozent der Fälle entdeckt werden. Die reine Feststellung einer Fehlbildung führt aber nicht automatisch zu einer Erhöhung der Überlebensrate bei besonders schweren oder sogar lebensbedrohlichen Missbildungen.

Wachstumsstörungen beim Baby

Wachstumsstörungen können mit dem Ultraschall festgestellt werden. Auch hier hat aber die Anzahl der Untersuchungen keinen Einfluss auf die sogenannte perinatale Sterberate oder den Gesundheitszustand des Babys.

Die Qualität des Ultraschall Gerätes

Einen ganz großen und besonderen Einfluss auf das Ergebnis und die Trefferquote der Ultraschall Untersuchungen hat natürlich zum einen die Qualität des Ultraschall Gerätes (ist es in einem guten Zustand oder vielleicht sogar noch sehr modern) und die Professionalität und das können des Untersuchers (also die Frauenärztin oder der Frauenarzt).

Wobei das Können des Untersuchers die größere Rolle spielt. Denn er oder sie müssen die Anzeichen ja auch erkennen können. Deshalb erklärt sich vielleicht auch die Feststellquote von nur ca. 40 Prozent bei einer vorliegenden Fehlbildung.

Im Bereich der Wachstumsstörungen sind die Feststellquoten sogar noch schlechter. Hier werden nur bei jedem dritten Fall die Wachstumsstörungen erkannt! Zusammenfassend kann man also feststellen, dass eine reine Erhöhung der Anzahl der Untersuchungen keine Auswirkungen auf die Ergebnisse bzw. auf die Feststellungsquote hat, sondern eher eine Erhöhung der Untersuchungsqualität angezeigt wäre.

Gibt es auch Nachteile oder Probleme bei häufiger Ultraschall Untersuchung?

Im Rahmen von diversen Studien und Überprüfungen wurde keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen auf das Baby, bei häufiger Anwendung von Ultraschall Untersuchungen, festgestellt. Die Auswirkungen auf die Mutter können jedoch im Bereich der Psyche durchaus negativ sein. Denn wenn die Mutter unvorbereitet oder sogar häufig und ohne vernünftige Betreuung immer wieder die Fehlbildungen Ihres Kindes ansehen muss bzw. kann, dann ist dies natürlich eine große seelische Belastung für die Mutter.

Die Fruchtwasser Untersuchung

Laut der modernen Medizin steigt mit dem Alter der Mutter auch die Wahrscheinlichkeit, dass das Baby eine Chromosomstörung haben könnte. Mit der Durchführung einer sogenannten Amniozentese (die Fruchtwasser Untersuchung) können solche Chromosomstörungen festgestellt werden. Einige dieser Chromosomstörungen können sogar so stark sein, dass sie zu einem sogenannten Fruchttod in den frühen Schwangerschaftswochen führen können.

In der Gesellschaft ist das Down-Syndrom wohl die bekannteste Chromosomstörung. Bei diesem Down-Syndrome (Trisomie 21) ist das Chromosome 21 nicht wie normal zwei mal vorhanden, sondern vielmehr sogar dreimal.

Bei einem Alter der Mutter von 20 bis 24 Jahren, liegt die Wahrscheinlichkeit einer Chromosomstörung beim Baby bei ca. 1 zu 17000. Bei einem Mutteralter von ca. 30 Jahren bei 1 zu 200 bis hin zu 1 zu 1000 und ab dem 40. Lebensjahr der Mutter steigt die Wahrscheinlichkeit schon auf 1 zu 50 bis 1 zu 100!

Eine Fruchtwasser Untersuchung birgt jedoch auch ein gesundheitliches Risiko für das Kind. Denn es besteht die Gefahr, dass es zu einer Schädigung kommen kann.

Bei bestimmten Fällen ist jedoch eine Fruchtwasser Untersuchung angezeigt. Diese sind: du hast bereits ein Kind mit einer solchen Chromosomstörung, in deiner Familie gibt es Mitglieder mit einer Sichelanämie oder einen Bluter, du selbst hast auch eine Chromosomstörung oder ein anderes Familienmitglied hat einen sogenannten Neuralohrdefekt.

Wann soll die Fruchtwasser Untersuchung durchgeführt werden?

In der Regel wird die Fruchtwasser Untersuchung (Amniozentese) in der 16. Schwangerschaftswoche bzw. nach dieser vorgenommen. Muss eine Untersuchung schon früher, nämlich schon ab der 12. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden, so kann auch eine Chorionzottenbiopsie gemacht werden. Ebenfalls wird dann auch ein Blut Test durchgeführt. Da es bei diesen Untersuchungen auch zu einer Schädigung des Kindes kommen kann, sollte sich die werdende Mutter dieses Risikos sehr bewusst sein.

Was passiert bei einer solchen Fruchtwasser Untersuchung?

Bei dieser Untersuchung wird eine Punktion (Einstich) durchgeführt. Dieser Stich wird durch durch die Bauchhaut der Mutter gemacht und dann eine dünne Kanüle eingeführt. Natürlich soll eine Verletzung des Kindes ausdrücklich vermieden werden und deshalb wird im Vorfeld mit Hilfe einer Ultraschall Untersuchung die genaue Lage des Babys ermittelt. Hat sich das Baby nicht erschrocken, sich nicht ruckartig bewegt und ist alles gut verlaufen, dann wird nun ca. 10 Prozent des Fruchtwassers entnommen um es dann analysieren zu können. Da das Fruchtwasser auch Hautzellen des Kindes enthält, werden eben diese dann auch auf Veränderungen der Erbanlagen untersucht. Schmerzhaft ist die Untersuchung nicht, jedoch meist für die Mütter etwas unangenehm. Der Arzt oder die Ärztin werden die Mutter, die Fruchtwasserblase und das Kind in den nächsten Tagen regelmäßig untersuchen um mögliche Schädigungen auszuschließen.

Gibt es weitere Risiken?

Neben den bereits oben erwähnten Risiken, dass Kind zu verletzen, besteht auch ein Risiko von 0,5 bis 1 Prozent eine Fehlgeburt auszulösen. Sehr wichtig ist hierbei die Erfahrung und das Können des Arztes bzw der Ärztin. Du erkennst also hier eindeutig, dass es sich nicht um einen Standard Eingriff handelt, sondern dieser auch gefährlich ist. Die Untersuchungsergebnisse sind jedoch von einer hohen Qualität. Durch die Fruchtwasser Untersuchung werden mögliche Chromosomstörungen zu 99 Prozent erkannt. Bei Neuralohrdefekten zu 90 Prozent.

Ein Toxoplasmose Test

Dabei handelt es sich um eine Blutuntersuchung, die bei möglichem Infektionsverdacht der Mutter durchgeführt und dann auch von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird. Gibt es keine Infektion bzw keinen Verdacht darauf, so handelt es sich dann um eine medizinisch nicht notwendige Leistung, welche dann natürlich auch nicht bezahlt wird.

Was ist denn eine Toxoplasmose?

Es handelt sich hierbei um eine Infektionskrankheit, welche durch den Parasiten "Toxoplasma gondii" ausgelöst wird. Die Symptome sind: Kopfschmerzen, geschwollene Lymphknoten und weitere Symptome, die wir eher von einer normalen Grippe kennen. Für Erwachsene mit einem normalen Abwehrsystem ist diese Infektion harmlos. Werden die Erreger jedoch während der Schwangerschaft von der Mutter auf das Baby übertragen, dann wird es gefährlich.

Die Infektion mit dem Erreger erfolgt meist durch den Verzehr von nicht genug erhitzten bzw rohem Fleisch, ungewaschenen Gemüse, Salat oder Obst oder auch durch den Kontakt mit Katzenkot.

Hat die Infektion für das Baby schwere Folgen?

Da nicht alle Schwangeren genau getestet werden und somit nicht alle Infektionen dokumentiert sind, gibt es keine eindeutigen Zahlen, wie viele Schwangere denn jetzt genau im Verlauf der Schwangerschaft an Toxoplasmose erkrankt sind. Man schätzt, dass nur ca. 5 von 1000 Schwangeren auch tatsächlich eine Toxoplasmose haben. Ist es zu einer Toxoplasmose während der Schwangerschaft gekommen, so vermutet man, dass maximal in 10 Prozent der Fälle auch eine Infektion des Kindes erfolgt.

Zeitpunkt der Infektion entscheidet

Das Risiko für den Feten steigt umso früher die Infektion während der Schwangerschaft stattfindet. Wenn bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel eine Infektion stattfindet, so erleiden ca. 60 Prozent der Feten ein sehr starke Schädigung bzw. können sogar sterben! Wenn die Infektion erst im zweiten Schwangerschaftsdrittel stattfindet, dann haben die Kinder meistens Probleme am Auge. Dort finden sich dann meist die Entzündungen, da sich der Erreger dort besonders einfach einnisten kann. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu Entzündungen des Gehirns kommen (mit Hydrocephalus, besser als Wasserkopf bekannt) einer Gehirnverkalkung, Lungenentzündung, Gelbsucht, Herzmuskelentzündungen und vielen weiteren Problemen, die dann letztlich zu einer körperlichen und auch geistigen Behinderung des Kindes führen.

Wenn der Erreger das Baby im letzten Schwangerschaftsdrittel erreicht, so ist es besser dagegen geschützt und hat im schlimmsten Fall eine Retinochorioditis (Augen Erkrankung).

Was geschieht bei einem Toxoplasmose Test?

Bei dem Toxoplasmose Test, wird das Blut der Mutter untersucht und ermittelt, ob sich bereits Antikörper im Blut befinden. Das Testergebnis ist negativ, wenn sich keine Antikörper finden. Das bedeutet dann, dass sich die Mutter im Verlauf der Schwangerschaft also durchaus eine Infektion noch zuziehen kann.

Wichtig ist auch die Feststellung, ob die Antikörper vor oder während der Schwangerschaft gebildet worden sind. Dies kann aber dann durch zusätzliche und etwas genauere Untersuchungen bzw. Bluttests ermittelt werden. Eine hundert Prozent Sicherheit bieten diese Ergebnisse jedoch nicht.

Wie sieht die Toxoplasmose Behandlung bei Schwangeren aus?

Bei einer vermuteten Infektion erhält die schwangere Frau eine antibiotische Behandlung. Diese Behandlung ist relativ risikoreich, da sie sogar zu Missbildungen bei dem Kind führen können.

Wie sicher sind die Tests?

Durch den Toxoplasmose Test kann nur festgestellt werden, ob es Antikörper gibt und vielleicht auch welche Antikörper sich im Blut der Schwangeren finden. Es ist auch unklar, ob die Tests gerade neu gebildete Antikörper findet und ob der richtige Zeitpunkt einer Infektion überhaupt bestimmt werden kann. Die Bildung der Antikörper erfolgt nämlich nach der Infektion zeitversetzt und nicht unmittelbar.

Kann der Toxoplasmose test zur Vorsorge genutzt werden?

Ein sogenanntes Toxoplasmose Screening schützt im Prinzip nicht vor konnataler Toxoplasmose, da es keine sichere Behandlung gibt. Ganz im Gegenteil, kann eine mögliche, eingeleitete Therapie sogar große Schäden bei dem ungeborenen Kind oder der Schwangeren verursachen. Ist die Schwangere also gesund, so ist ein Toxoplasmose test als reine Vorsorgemaßnahme also absolut nicht angezeigt.

Viel wichtiger - als gute Vorsorge Maßnahme - ist die Vermeidung des Kontakts mit dem Erreger. Wie bereits oben erwähnt, findet sich der Erreger im Katzenkot und bestimmten Lebensmitteln. Diese sind dann einfach zu meiden!

Der sogenannte Triple Test

Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge sollen Gefahren verhindert werden und Behinderungen frühzeitig erkannt werden. Hier bieten viele Ärzte den Triple Test an, obwohl eine genaue Trefferquote des Tests noch gar nicht durch Studien bestätigt ist.

Der Triple Test wird als Alternative zu einer Fruchtwasser Untersuchung angeboten. Dabei wird der schwangeren Frau in der Regel im Zeitraum 16. bis 18. Schwangerschaftswoche Blut abgenommen. Dieses wird dann auf drei Blutbestandteile untersucht, welche bei Trisomie 21 Kindern anders sein können. Dabei gibt es aber keine eindeutigen Indizien, welche auf Trisomie 21 hinweisen bzw. diese bestätigen. Ganz im Gegenteil, können diese Auffälligkeiten bei dem Test auch durch andere Dinge ausgelöst worden sein.

Welche Probleme gibt es bei dem Triple Test?

Das größte Problem ist sicherlich, dass er rund ein Viertel der Kinder mit der Chromosomstörung Trisomie 21 nicht erkennt! Das ist natürlich sehr gravierend und stellt den ganzen Test und dessen Sinn in Frage. Weiterhin bestätigt der test in vielen Fällen auch eine Auffälligkeit bei vollkommen gesunden Kindern, was natürlich auch absolut nicht in Ordnung. Eltern von einem gesunden Kind werden so vielleicht zu Aktionen bewegt, die nicht nötig sind und sogar eine Gefahr für das Kind bedeuten. Es gibt also falsche Ergebnisse mit falschen Reaktionen, Gefühlen, Sorgen und Handlungen.

Unser Fazit zum Triple Test

Aus unserer Sicht ist die Sicherheit, dass das Testergebnis richtig ist, viel zu gering. Das Risiko einer falschen Interpretation viel zu hoch!

Die Chorionzottenbiopsie

Der Chorion ist der kindliche Teil an der Plazenta. Dieser kindliche Anteil an der Plazenta (also das Chorion) lässt während der Frühschwangerschaft Ausstülpungen wachsen, die an Finger erinnern. Sie werden Chorionzotten genannt. Genau aus diesen entnimmt der untersuchende Arzt oder die Ärztin dann eine Probe. Die sogenannte Chorionzottenbiopsie wird durch eine ständige Ultraschall Kontrolle begleitet. Diese Biopsie (Entnahme der Zellprobe) kann direkt durch die Scheide der Schwangeren und deren Muttermund oder durch den Bauch durchgeführt werden.

Bereits am gleichen Tag werden Teile des Gewebes untersucht und somit liegen die ersten Ergebnisse auch direkt vor. Diese vorläufigen ersten Ergebnisse der Chorionzottenbiopsie werden dann in den nächsten ca. 3 Wochen durch ausführliche Tests und Untersuchungen des Gewebes bestätigt. Andere Zellproben werden für eine Chromosomuntersuchung genutzt.

Auch bei der Chorionzottenbiopsie gibt es ein, wenn auch sehr niedriges, Risiko eine Fehlgeburt zu erleiden. Das Risiko liegt bei ca. 0,5 bis 1 Prozent. Die Chorionzottenbiopsie wird nur dann durchgeführt, wenn eine Chromosomstörung bereits durch andere Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen vermutet werden. Ein Neuralrohrdefekt kann durch diesen Test nicht festgestellt bzw. identifiziert werden.

Die Ultraschall Feindiagnostik

Wann wird diese Untersuchung durchgeführt? Am besten erfolgt diese Ultraschalluntersuchung (auch Sonografie genannt) in der 19. bis hin zur 22. Schwangerschaftswoche. Wichtig ist, dass diese Untersuchung von einem extra qualifizierten Arzt durchgeführt wird und besondere Apparate benötigt werden. Was wird untersucht? Es wird viele Organe und deren Beschaffenheit und Struktur überprüft.

Bei dieser Untersuchung können Auffälligkeiten am Körper und dessen Entwicklung erkannt werden. Insofern dient diese Untersuchung als Hinweisgeber, aber nicht als 100 prozentiger Beweis dafür, dass chromosomale Anomalien vorliegen könnten.

Ultraschall

Das sogenannte Erst-Trimester-Screening

Bei dieser Untersuchung wird ganz besonders das höchstwahrscheinliche Vorliegen einer fetalen Chromosomenanomalie ermittelt. Eine bekannte Chromosomenanomalie ist zum Beispiel die Trisomie 21.

Bei diesem Screening werden 2 Tests durchgeführt, welche in keinem Zusammenhang stehen. Zum einen erfolgt eine Ultraschall Untersuchung und zum anderen eine Blutabnahme. Die Ultraschall Untersuchung dient dazu, die Dicke einer möglichen Flüssigkeitseinlagerung im Nackenbereich des Babys zu ermitteln. Bei der Blutuntersuchung werden besonders zwei Werte (PAPP-A und freies ßHCG) ausgewertet.

Besonders wichtig ist, dass diese Untersuchung nur zu einer bestimmten Zeit bzw. in einem bestimmten Zeitraum sichere Erkenntnisse liefern kann. Wann ist dies? Der Zeitraum liegt genau zwischen der 11. Schwangerschaftswoche und der 13. Schwangerschaftswoche plus sechs Tage. Genau in dieser Zeit kommt es zu einer Ansammlung von Flüssigkeit im Nacken des Babys. Diese sogenannte Nackenfalte lässt bei einer höheren Dicke ein möglich höheres Risiko an einer Chromosomstörung erkennen.

Aber durch dieses Erst-Trimester-Screening lässt sich nicht sicher nachweise, ob das Baby nun eine Störung hat oder nicht. Auch hier rechnen die Ärzte also nur mit möglichen Wahrscheinlichkeiten. Erkennen lässt sich mit dieser Untersuchung also nur eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Chromosomstörung. Beweisen lässt sich damit nicht! Weitere Untersuchungen werden dann angeraten.

Somit erreicht man durch dieses Screening nur die Erkenntnis, ob weitere Untersuchungen angezeigt sind oder nicht. Weitere Untersuchungen sind dann zum Beispiel die bereits erwähnte Chorionzottenbiopsie oder die Fruchtwasseruntersuchung. Auch diese Untersuchungen sind dann in ihren Ergebnissen nicht immer eindeutig und sogar auch nicht risikofrei.

Das Erst-Trimester Screening wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt und gehört also eigentlich nicht zu der medizinisch notwendigen Schwangerschaftsvorsorge. Für diese Untersuchung musst du die Kosten deshalb also komplett alleine bezahlen.

Was ist eine Entdeckungsrate?

Nehmen wir einmal an, bei einem Screening werden 100 Frauen untersucht, deren Baby tatsächlich auch erkrankt ist. Dann werden von diesen 100 kranken Babys nur 95 entdeckt. Die Entdeckungsrate liegt also bei 95.

Unser Fazit

Wie wir bereits im Text dargestellt haben, sind viele Untersuchungen nicht unbedingt immer nötig und bergen sogar einige Risiken. Kaum eine Untersuchung kann mit einer hohen Wahrscheinlichkeit tatsächlich immer eine genaue Feststellung treffen. Oft wird nur mit Wahrscheinlichkeiten gearbeitet, die die werdende Mutter natürlich sehr beunruhigen. Bei der Schwangerschaft unserer Kinder wurden wir auch sehr oft mit diversen Angeboten von möglichen Untersuchungen konfrontiert. Dabei entstand dabei bei uns der Eindruck, dass der Arzt oder die Ärztin auch ein Geschäftsmann bzw. eine Geschäftsfrau ist, die bewusst mit der Sorge der werdenden Eltern spielt. Man könne es schließlich nie genau wissen und deshalb könnte man.... aber bezahlen müssen Sie die Untersuchung natürlich komplett selbst.

Ja, genau, wenn keine medizinische Indikation für die Untersuchung vorliegt, das bedeutet, es gibt keinen Grund dazu, dann musst du die Untersuchung selbst bezahlen. Wenn es aber gar keinen Grund dafür gibt, dann kann man sich das Geld und die Untersuchung auch einfach sparen! Unser Rat: lasst Euch nicht verrückt manchen!

Alles wird gut und wir wünschen Dir eine tolle Schwangerschaft und eine schöne Geburt! Stillgruppen.de!

Ultraschall Baby Bild

 

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