Saugverwirrung? Er wird schon hysterisch, wenn er die Brust nur sieht....

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Hallo,

ich wohne in England und wurde leider im Vorfeld zum Thema Stillen nur ganz notduerftig beraten.
Leider habe ich jetzt wohl den Fehler gemacht, dass ich an der Brust gestillt habe und zusaetzlich auch die Flasche ( mit abgepumter Muttermilch ) gegeben habe ( so dass ab und zu auch der Papa mal die Nachtschicht machen konnte, oder wenn wir unterwegs waren ). Das hat 9 Wochen lang auch super geklappt. Leider wollte der Kleine jetzt aber vor ein paar Tagen nicht mehr tagsueber an die Brust und hat nur noch nachts im Halbschlaf getrunken. Ich habe mir da noch nicht viel bei gedacht ihm dann die Flasche tagsueber gegeben, weil er sonst nur gebruellt hat und er ja was trinken musste. Aber das war wohl auch eher kontraproduktiv. Jetzt will er gar nicht mehr an die Brust. Er faengt schon hyterisch an zu schreien, wenn ich ihn hochnehme und er mit dem Kopf nur in die Naehe der Brust kommt. Flasche trinken klappt nach wie vor super. Und ab und zu habe ich es geschafft, dass ich ihm die Flasche gegeben habe und dann mittendrin beim Fuettern die Flasche wegegenommen habe und die Brust angeboten. Ab und zu klappt das, aber meistens wird er komplett hysterisch in der Naehe der Brust.
Kann ich noch irgendetwas tun, um ihn wieder an die Brust zu gewoehnen oder ist "der Zug jetzt abgefahren" und ich habe es verdorben durch die Flasche?
Ich aerger mich jetzt so und bin ganz traurig, dass er immer so schreit und er nicht mehr an die Brust will. Aber ich weiss mir nicht zu helfen.
Wenn ich weiter die Flasche gebe, dann wird es natuerlich nicht besser. Aber ich habe auch gelesen, dass man die Brust nicht aufzwingen soll, das wuerde es noch schlimmer machen. Was soll ich nur tun??

Danke fuer Tipps von allen, die in aehnlicher Situation waren und etwas gefunden haben, was geholfen hat :-)

Bild von stillmami

Hallo!
Wie Du es beschreibst, hört es sich nach einem Stillstreik an. Das heißt, daß Babies, die vorher gut am Busen gesaugt haben, diese ablehnen und verweigern. Das macht nicht nur die Mutter, sondern auch das Baby sehr unglücklich. Das passiert meist zwischen dem dritten und siebten bis achten Monat.
Oft findet man den Grund dafür nicht heraus. Jedoch mit viel Ruhe und Geduld, klappt es eigentlich nach ein paar Tagen wieder. So lange Du das Kind nicht an die Brust bekommst, solltest Du auf jeden Fall weiter abpumpen um den Milchfluss in Gang zu halten. Keine Flasche und kein Schnuller mehr... Sonst befriedigt das Baby sein Saugbedürfnis damit und mag nicht mehr am Busen trinken!
Besser ist es für so einen Fall die Becherfütterung. Die abgepumpte Milch wird dem Kind in einem kleinen Plastikbecher angeboten. So wird das Baby angespornt schneller wieder am Busen zu trinken. Um das Baby jetzt wieder an die Brust zu bekommen, kann folgendes helfen:
- Eine ruhige Umgebung schaffen, vielleicht Licht dämmen und leise Musik
- Das Kind schon vor dem großen Hunger anlegen und zwar ein Brust deren Milchspendereflex schon von Handoder der Milchpumpe ausgelöst wurde
- Stillposition wechseln: Kinder im Arm wehren sich sehr viel mehr, als Kinder die auf einem Stillkissen alleine liegen
- Dabei darauf achten, dass das Kind die Warze korrekt im Mund hat und nicht nach ein paar vergeblichen Versuchen protestiert und aufgibt.
Auch hilft es oft während eines Stillstreiks dem Baby viel Hautkontakt zu geben. Einfach mit nackten Oberkörper das Baby herumtragen und schmusen. Ganz unbefangen die Brust anbieten und saugen lassen. Du solltest auch immer andere Stillpositionen ausprobieren. Vielleicht bevorzugt das Kind lieber eine andere...
Tropfe vor dem Anlegen deinem Kind ein paar Tropfen Muttermilch in den Mund. Du kannst sie auch auf deinen Zeigefinger tropfen und das Kind daran kurz saugen lassen. Hilft auch manchmal. Dann direkt anlegen.
Falls es jedoch zu Protest kommt, lieber mit dem Anlegeversuch aufhören und Dein Baby beruhigen. Das Stillen sollte etwas Schönes, Angenehmes sein und keine negative Erfahrung. Dann lieber später probieren und erst etwas mit dem Becher füttern. Ich hoffe, ich konnte etwas helfen.
Alles braucht seine Zeit: Gib nicht direkt auf. Habe Geduld mit Deinem kleinen Schatz! Mit viel Liebe und den richtigen Tipps wird es bestimmt wieder werden! Ganz liebe Grüße!

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