Probleme beim Stillen

Bild von cordula

Hilfe!!!!!!!!!!!!!!

Brauche dringend mal euren fachkundigen Rat.

Ich bin Mama von 2 Söhnen und mein Jüngster (fast 7 Wochen) bringt uns alle in den Wahnsinn.
Erst wollte er permanent an die Brust, auch viel Nuckeln. Die ersten 4 Wochen ließ ich das auch zu. Dann war meine Milchproduktion so sehr angeregt, dass diese ihm nur so in den Mund schoss und er somit noch mehr Luft schluckte neben seinem hastigen Trinken. Mit Hilfe meiner Hebamme ist meine Milch jetzt halbwegs im Gleichgewicht. Ich trimme ihn auf ihr Anraten auch auf 2 1/2 bis 3 Stunden (Anfang bis Anfang Stillen gerechnet) und bekam homöopathische Tropfen.

Soweit so gut. Was aber geblieben ist, er muss schon nach oft wenigen Minuten aufstossen. Dann versuche ich ihn wieder anzulegen, was aber oft nicht gelingt, da er mit vielen weiteren Bäuerchen kämpfen muss (manchmal bis zu 12) pro Stillrhythmus. Dann bekomme ich nicht genug Milch in ihn rein und eine Stillphase dauert dann weit über eine Stunde. So kann ich die 2 1/2 Stunden auch nur schwer durchhalten. Ich muss ihn sehr viel im Tuch tragen damit er nicht ständig schreit. Zugenommen hat er aber prima. Er wiegt jetzt gut 6,5 Kilo.

Gruß
Cordula

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Bild von stillmami

Hi Cordula,
oh je, das klingt ja schlimm. 
Sowas kenn ich da lässt man schnell Nerven, obwohl man ja nur gutes will.
Es klingt als ob der Druck bei euch schon sehr groß ist, das spürt ein Baby.
Ich will dich ja nicht total kirre machen, aber es hört sich so an, als ob du die Stillmahlzeiten sehr auseinanderziehen mußt, um überhaupt mal eine Pause reinzubekommen. 
Dadurch könnte es sein, dass dein Baby so hungrig wird, das es vor lauter Gier so hastig trinkt und dabei zuviel Luft schluckt.
Vielleicht ist es aber auch sein Temperament. :)
Wenn es dir möglich ist lass dir mal 2 Tage (z.B. am Wochenende vom Papa)alle anderen Arbeiten, Verpflichtungen, Geschwisterchen etc. abnehmen. 
Nimm nochmal alle Kräfte zusammen und still ihn solange und sooft er will.Versuch dich ganz zu entspannen (leg dich zum stillen mit ihm hin). Wenn er nach dem Aufstoßen nicht mehr will, dann lass ihn (auch wenn du denkst er ist nicht satt). 
Wenn er nach diesen 2 Tagen immer noch nicht mindestens 1 1/2 Stunden aushält. Versuch doch mal die Mumi aus der Flasche zu füttern (kleines Loch im Sauger).
Vielleicht helfen euch auch Sab Simpex Tropfen die gibts in der Apotheke (Rezept vom KiArzt dann kostets nix). Sie binden die Luft im Bauch - dann lässts sich leichter Aufstossen.
Ich wünsche Dir viel Kraft!

Bild von Helga M

Also, die Mumi würde ich jetzt noch nicht mit Flasche füttern, das versaut ihm nur den Trinkreflex und besser wird es dadurch auch nicht. 
Das mit dem Saugen und Luftschlucken ist auch keine Frage der Öffnung, es gibt keinen Sauger, der nur im Ansatz so geformte Ausgänge wie die Brustwarzen hätte. Mein Sohn hatte das gleiche Problem auch, und das lief dann unter Dreimonatskoliken und hat bis drei Monate und 2 Wochen gedauert (mit Brüllen von 16:00-4:00 Uhr jeden Tag). Ich hatte zum einen das Gefühl, dass sein Kehlkopf nach dieser Zeit gewachsen ist (er hat dann angefangen zu gluckern und Geräusche zu machen etc. was vorher noch nicht ging). Und im Nachhinein muß ich zum anderen sagen, dass wir ihn damals einfach zu wenig abgeschirmt haben und er viel mehr Ruhe etc. gebraucht hätte. Bei seiner Schwester haben wir dann auf möglichst wenig Reize, also wenn es geht Baby nicht mit zum Einkaufen etc. nehmen, geachtet, und das hat dann die Schreierei und hektische Trinkerei auf den Abend 1-2 Std. reduziert und war dann auch nach 3 Monaten vorbei. Die neuesten Erkenntnisse sind ja, dass diese Kolikgeschichten mit dem Bauch fast nichts zu tun haben, sondern dass das empfindliche, sensible Kinder sind, deren Nervensystem die ersten drei Monate ausserhalb des Bauches braucht, um fertig zu werden und alle Reize ordentlich zu verarbeiten. Die fühlen sich dann nicht wohl, trinken dann hektisch, kriegen dann Blähungen etc. und das Ganze schaukelt sich hoch. Die Ursache ist aber eben nicht der Bauch oder das Trinken, sondern das Nervenkostüm dahinter. 
Nun ist es mit zwei weiteren kleinen Kindern so gut wie unmöglich, für viel Ruhe zu sorgen, aber wie gesagt, wir haben es versucht und es hat uns sehr geholfen, den Stress beim Kind und der Familie begrenzt zu halten. Dafür muss dein Mann aber wirklich mit ran, sonst wird es echt sehr schwer. Diese erste Zeit braucht das Baby dich sehr, da muss der Haushalt und die Großen von ihm und anderen versorgt werden, dann wird es am schnellsten vorbei gehen und zumindest die Trinkerei und die Bauchprobleme sich etwas entspannen.
Ich hoffe, meine Erfahrungen konnten dir ein wenig helfen. Guten Durchhalt und liebe Grüße 
Helga

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