Amalgam während Stillen...?

Bild von 8-Monats-Mami

Hallo zusammen,
ich hab hier noch nie was gefragt... würde aber gerne eure Meinung hören.
Ich sollte mir 4 alte Amalgam-Zahnplomben rausmachen lassen, und neue Füllungen draufkriegen (natürlich nicht mehr Amalgam, sondern was Besseres).
Ich stille aber noch (fast) voll, mein Sohnemann ist 8 Monate alt. Wollte auch gern noch weiterstillen bis er ca. 1 Jahr alt ist.
Solange sollte ich aber mit der "Zahn-Sanierung" nicht mehr warten. Jetzt ist die Frage - ist es für meinen Kleinen schädlich, wenn beim Plomben-Entfernen Quecksilber in meinen Stoffwechsel gerät, und er das über die Milch mitkriegt? 
Weiß jemand, wie stark das in die Milch übergeht, und ob ich irgendwas dagegen tun kann?
Ein paar Mahlzeiten abpumpen wird nix bringen, weil das Quecksilber ja längerfristig in mir drin sein wird. Außerdem geht das Pumpen seeehr langsam...
Vielen Dank schonmal... 
:))

Taxonomy upgrade extras: 
Bild von ina

Hallo,
also meines Wissens treibt sich das frische Quecksilber aus den Amalgamstäuben, die beim Aufbohren entstehen, im Blutkreislauf herum auf der Suche nach Ablagerunsorten, und wird in der Milch mit abgelagert. Also Amalgamsanierungen empfehlen sich eigentlich nur vor einer Schwangerschaft und nach einer Stillzeit, damit nicht so viel aktiviertes Quecksilber in die Milch gerät.
Entweder du stillst relativ zügig ab oder du wartest mit den Zähnen. Was ist denn daran, dass die vier Blomben gleichzeitig raussollen? Wenn die Zähne die Schwangerschaft und 8 Monate Stillzeit überstanden haben, kannst du rein theoretisch auch noch vier Monate schaffen.
Das sind meine Infos dazu.
Viele Grüße
Ina

Bild von 8-Monats-Mami

Hallo Ina,
danke für deine Antwort...
Mein Zahnarzt hatte schon vor einem Jahr auf dem Röntenbild "Schatten" gesehen (also womöglich Karies unter den Füllungen). Aber da wollte ich nichts machen lassen, weil wir eh schon warteten, dass es mal klappt mit dem Kinderkriegen ..
Dann kam die Schwangerschaft, also mussten die Zähne noch warten.
Ich werd jetzt weiterstillen und erst nach dem Abstillen, so Ende des Jahres, die Plomben erneuern lassen. Hoffentlich halten die Beißerchen noch solange... 
Übrigens empfiehlt es sich wohl, solche Eingriffe mit einem sog. Kofferdam machen zu lassen, damit man den Amalgamstaub erst gar nicht auf die Schleimhäute bekommt. Wen's interessiert: googelt mal "Kofferdam" , das schreibt sich wirklich so...

Bild von Renate

Hallo,
vielleicht kann diese Information dir weiter helfen:
Zitat aus „Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit“ von Schaefer, Spielmann, Vetter, 7. Auflage 2006: 
„Empfehlung für die Praxis. Die durch Amalgam hervorgerufene Belastung führt nach heutiger Erkenntnis nicht zu „Ausreißern“ im Spektrum der Schwermetallprofile, die Konsequenzen wie das Abstillen erfordern. Auch eine Entgiftungsbehandlung ist nicht indiziert. Sie ist sogar kontraindiziert, da eine Mobilisierung des Schwermetalls zu einer stärkeren Belastung der Muttermilch führen könnte. Da andererseits Schwermetalle nicht unnötigerweise zugeführt werden sollen, sind Korrekturen von Amalgamplomben nur bei Beschwerden durchzuführen - und generelle Sanierungen auf die Zeit nach dem Stillen zu verschieben. Wo immer möglich sollte auf Amalgam verzichtet werden. Die Amalgamproblematik darf in keinem Fall zu einer „toxikologischen Krise“ hochgespielt werden, die dann die Mutter-Kind-Beziehung in nicht gerechtfertigtem Umfang belastet.“ 
Wenn Dein Zahnarzt Dir zu einer Behandlung während der Stillzeit rät, dann ist das so und dann musst du nicht unbedingt Schmerzen ertragen, nur um nicht abstillen zu müssen. Um die Belastung so gering wie möglich zu halten, ist es sinnvoll, dass er ein Spanngummi (Cofferdam) einlegt.
Übrigens:
Bei Fragen zur Vereinbarkeit von Medikamenten und Stillzeit (und natürlich auch Schwangerschaft) kann sich dein Arzt, oder aber du selbst, jederzeit an das Berliner Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie ("Embryotox") wenden, das unter der Telefonnr. 030-30308-111 erreichbar ist, per mail unter mail@embryotox.de, oder online unter www.embryotox.de bzw. http://www.bbges.de/content/index024a.html. Dr. Schäfer, aus dessen Buch ich oben zitiert habe, leitet das Institut und ist deshalb ganz sicher in Deutschland eine der zuverlässigsten Quellen.
Ich hoffe, das hilft dir in deiner Entscheidungsfindung.
Viele Grüße
Renate

Seiten