Im Beruf und Stillen?

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Im Beruf und Stillen?

Mo., 04/06/2020 - 13:19
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Wenn Du vor der Geburt bereits voll berufstätig warst, dann überlegst Du bestimmt wann und wie Du wieder in Deinen Beruf zurück kehren kannst. Kannst Du arbeiten gehen und trotzdem Stillen?

Eine gute Nachricht vorab: in den meisten Fällen lässt sich die Aufnahme der Berufstätigkeit und das Stillen ganz gut miteinander vereinbaren. Du kannst zum Beispiel auf der Arbeit stillen bzw. bezahlte Freistellungen zum Stillen in Anspruch nehmen (siehe unser Bericht zum neuen Mutterschutzgesetz) oder Dein Baby wird von der Oma betreut und muss auf die Muttermilch für eine gewisse Zeit verzichten, die Du nun auf der Arbeit bist.

Beispielweise könntest Du auch das sogenannte Brückenteilzeitgesetz in Anspruch nehmen und für einen begrenzten Zeitraum in Teilzeit zu arbeiten (6 Stunden vielleicht) und danach dann wieder in Vollzeit in den Beruf einsteigen. Denkbar sind hier viele Varianten, die Du Dir zusammen mit Deinem Partner durchplanen solltest. Letztlich ist entscheidend: was möchtest Du und ist dies auch so umsetzbar?

Die ersten sechs Monate

Die ersten sechs Monate sind für die gesunde Entwicklung Deines Kindes besonders wichtig. Hier sollte es nach Möglichkeit gestillt werden oder mit Muttermilch gefüttert werden. Wenn Du Dir es finanziell erlauben kannst, dann solltest Du diese Zeit auf jeden Fall zu Hause mit Deinem Kind verbringen. Sollte dies nicht möglich sein, so könnest Du auch ausreichend Muttermilch für die Zeit Deiner Abwesenheit Abpumpen mit einer geeigneten Milchpumpe oder auch ausstreichen.

Der wichtigste Aspekt hier ist natürlich die tolle gesundheitliche Entwicklung Deines Kindes. Wenn Du aber auch an die finanzielle Situation denkst, dann möchten wir Dir sagen, dass die Gabe von Muttermilch in der ersten sechs Monaten schon mindestens 700 Euro an Industrienahrung (und notwendigen Flaschen und Saugern) einspart. Eine gute Milchpumpe bzw. ein komplettes Abpumpset kostet jedoch nur maximal 300 Euro. Es ist also sowohl gesundheitlich, wie auch finanziell besser zu stillen!

Ein weiterer positiver Effekt ist die Einsparung von Zeit. Vielleicht vermutest Du hier eine Mehrarbeit durch Pumpen oder Ausstreichen, aber diese Arbeitszeit ist geringer als das Einkaufen und verfüttern von künstlicher Säuglingsnahrung.

Ein gutes Doppelpumpset pumpt ausreichend Milch für die Zeit Deiner Abwesenheit in ca. 2 Mal 15 Minuten. Diese Muttermilchmenge reicht für die Zeit Deiner Abwesenheit. Du könnest das Zeitfenster nochmals erweitern, wenn Du auch kurz vor dem Verlassen Deiner Wohnung, nochmals kurz stillst.

Wie bereits weiter oben erwähnt, gewährt Dir das neue Mutterschutzgesetz eine bezahlte Freistellung um zu Stillen oder Abzupumpen. Dein Arbeitgeber muss Dir diese Zeit, einen geeigneten Raum und sogar eine mögliche Lagerfläche (Kühlschrank) für Deine Stillaktivität gewähren.

Stillen und Geld

Im Alltag: praktische Tipps

Damit am Anfang alles gut klappt und keine Stillprobleme aufkommen, haben wir hier einige Tipps für Dich: Vermeide eine Saugverwirrung, indem Du Deinem Kind keinen Schnuller oder eine Saugflasche anbietest. Viel besser ist hier die Fütterung mit einem Becher. Bereite Dich auf die Zeit der Berufstätig vor, indem Du schon zwei bis drei Wochen vorher das Abpumpen testest bzw. damit beginnst. Du trainierst also das Abpumpen ist bist so sicher und routiniert daran. Weiterhin kannst Du Dir so natürlich auch einen kleinen Vorrat an Muttermilch aufbauen, den Du zum Beispiel auch im Tiefkühlfach lagern kannst und so für den Notfall immer genug Milch hast.

Daneben solltest Du auch bereits das Füttern der Muttermilch mit Deinem Kind üben. Und zwar gemeinsam mit der Person, die dann auch in der Zeit Deiner Abwesenheit übernimmt. Vielleicht verlässt Du während dieser Zeit auch einmal kurz den Raum um zu schauen, ob Dein Kind sich tatsächlich von einer anderen Person (Dein Partner, Deine Mutter etc.) füttern lässt. Es muss schließlich alles während der Zeit Deiner Abwesenheit gut klappen. Besonders gut geeignet ist hier oft die Becherfütterung. Dies muss natürlich alles kurz geübt werden, ist aber gar nicht so schlimm. Probiert es einfach mal aus!

In einigen Fällen, kann es zu einem Rückgang der Milchproduktion bei der Mutter kommen (bedingt durch den Stress durch die Berufstätigkeit). Wie kann dieses Problem gelöst werden? Nun, Du kannst einfach versuchen, die Milchproduktion wieder anzukurbeln, indem Du zusätzlich und häufiger abpumpst. Weiterhin versuchst Du Dein Kind einfach auch häufiger anzulegen. Denn mit dem zusätzlich nachfragen der Muttermilch, steigerst Du auch automatisch die Produktion.

Kühlschrank

Wie bereits schon erwähnt, kannst Du auch auf der Arbeit stillen. Der Gesetzgeber hat Dir hier einen bezahlten Freistellungsanspruch gewährt. Gesetzlich verpflichtet ist der Arbeitgeber auch, Dir geeignete Räumlichkeiten dafür zur Verfügung stellen. Die abgepumpte Muttermilch sollte dann kühl in einem Kühlschrank gelagert werden. Auch dies muss der Arbeitgeber Dir ermöglichen (gesetzliche Vorgabe). Für den Transport der Muttermilch von Deiner Arbeitsstätte nach Hause solltest Du Dir eine Kühltasche mit Kühlakkus bereithalten.

Kühltasche

Du kannst die Muttermilch auch bei Dir zu Hause einfrieren. Sofern Du Dich dazu entscheidest, so solltest Du kleine Flaschen dafür verwenden (ca. 50 bis 100 Milliliter) die Du dann bei Bedarf verfüttern kannst. Wir empfehlen Dir diese kleinen Portionen, damit nicht zu viel Milch vernichtet werden muss, wenn Dein Baby schnell satt ist.

Beruf und Stillen

Unser Fazit

Stillen und Berufstätigkeit ist durchaus machbar. Wir sagen dabei nicht, dass es einfach ist. Wenn Du es Dir finanziell erlauben kannst, dann sollest Du auf jeden Fall zu Hause bleiben. Es ist für Dich und Dein Baby viel besser und Du verpasst keinen Augenblick in dieser wunderbaren Phase Deines Kindes. Wir wünschen Dir eine schöne Zeit. Dein Stillgruppen.de!

Beruf und Stillen

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