Es gibt 11 bekannte Stillpositionen: welche gefällt dir?

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Es gibt 11 bekannte Stillpositionen: welche gefällt dir?

Fr., 04/30/2021 - 07:36
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Du bist frischgebackene Mutter und denkst über verschiedene Stillpositionen nach? Hier präsentieren wir dir 11 verschiedene Arten! Lass dich inspirieren und finde deine eigene Stillposition, die dir am besten zusagt! Oder du wechselst zwischen einigen Stillpositionen, um es dir und deinem Baby so angenehm als möglich zu machen…

Am Anfang vorweg: wenn du als frischgebackene Mutter dein Baby stillen willst, kannst du nichts falsch machen. Jede Art und Weise, dein Baby zu stillen, ist einfach richtig. Das Neugeborene braucht deine Milch, die Muttermilch ist das Beste für dein Baby. Dabei kannst du den Säugling auch nicht falsch halten. Jede Mutter hat einen natürlichen Instinkt, was für ihr Neugeborenes gut ist und was nicht.

Somit kann der Fall quasi niemals eintreten, dass eine Mutter ihr Baby beim Stillen falsch hält. Schon kurz nach der Geburt und am Anfang der Stillzeit, wird eine Mutter ihre gewünschte Stillposition finden. Die Mutter und ihr Kind bilden beim Stillen sozusagen eine Einheit. Auch das neugeborene Kind wird der Mutter helfen, die Lieblingsposition zu finden. Das Wichtigste beim Stillen ist, dass sich sowohl Mutter, als auch Kind, sich dabei wohl fühlen. Wenn die Mutter jedoch nicht nur eine Stillposition kennt, ist das hilfreich.

Es bringt auch Abwechslung in den Stillalltag hinein. Es gibt verschiedene Stilltechniken, die wir dir hier kurz vorstellen. Du kannst auch zwischen den verschiedenen Stillpositionen wechseln. Oder aber zwei unterschiedliche Techniken wählen. Auf diese Weise kannst du etwas Abwechslung in die Stillroutine bringen. Wenn das Baby größer wird, muss die Mutter flexibler werden, was das Stillen betrifft. Eine vielleicht lieb gewonnene Stillposition ist dann nicht mehr so einfach möglich.

Ein größeres Baby verlangt automatisch eine andere Stilltechnik. Auch wenn man mit dem Baby unterwegs ist, kann es hilfreich sein, wenn du mehrere Stillpositionen kennst. Als stillende Mutter musst du aber folgendes im Auge behalten (dabei ist es egal, für welche Stilltechnik du dich letztendlich entscheidest):

  • Vor dem eigentlichem Stillen solltest du alles Wichtige in Griffnähe haben! Essen und Trinken für dich, eventuell dein Handy oder Schnurlostelefon, ein gutes Buch, vielleicht eine Zeitschrift. Du solltest auch nicht vergessen, vor dem Stillen aufs WC zu gehen. Das Stillen sollte in Ruhe und Frieden geschehen und nicht hastig. Daher könnte es durchaus etwas dauern, bis das Baby fertig getrunken hat und zufrieden ist.
  • Du solltest darauf achten, dass dein neugeborenes Kind weich liegt. Das Baby muss es bequem und angenehm haben. Egal, welche Technik für das Stillen du bevorzugst: dein Baby muss dabei stabil liegen. Das Kind muss eine gute Stütze für den Kopf haben. Das kleine Köpfchen muss sicher und stabil liegen. Auch die Wirbelsäule muss gut liegen und darf nicht verdreht werden.
  • Auch du als Mutter solltest es bequem haben und beim Stillen bequem sitzen. Es gibt eigene Stillpolster, die du dabei benutzen kannst. Ansonsten kannst du weiche Polster oder Kissen verwenden, wenn du das Baby stillst. Auch eingerollte Handtücher können dir beim Stillen eine Hilfe sein. Damit kannst du den Rücken und die Arme entlasten und stützen.
  • Als erstes musst du darauf schauen, ob dein Liebling deine Brustwarze richtig erwischt. Das ist das A und O beim Stillen, denn dein Baby muss deine Muttermilch richtig erfassen können. Es ist in der Anfangszeit, die ersten Monate, die einzige und wichtige Nahrung für dein Kind. Auch für dich ist es wichtig, wenn das Baby die Brustwarze richtig erwischt. Denn es kann beim Stillen zu Entzündungen kommen, die du so von Anfang an vermeiden kannst.
  • Falls es dennoch zu einer wunden Brustwarze kommt, gehe zu deinem Hausarzt. Auch eine Hebamme kann dich beim richtigen Stillen gut beraten. Daneben gibt es auch Stillberaterinnen, die dir Informationen rund um das Stillen geben können. Du erfährst dabei auch, wie das Erlebnis Stillen für dich und dein Kind so angenehm als möglich wird.

1. Die Stillposition Rückenlage – oder einfach bequem zurücklehnen

In zurückgelehnter Haltung stillen ist, in Rückenlage zu stillen. Diese Stilltechnik ist auch als „Intuitives Stillen“ unter Hebammen bekannt. Diese Art ist zumeist die erste Stilltechnik, die eine frischgebackene Mutter ausprobiert. Dein Baby wird dir nach der Geburt auf den Bauch gelegt. Dabei sucht das Neugeborene instinktiv nach deiner Brust und bewegt dabei die Lippen.

Das Baby wird direkt nach dem Gebären nahe an deine Brust gelegt. Der Instinkt treibt dein Baby in Richtung einer deiner Brüste. Dabei sucht das Kind nach der Brustwarze. Es riecht sozusagen förmlich deine Muttermilch und die sehr wichtige Vormilch. Das Neugeborene tastet sich an die Brust heran. Es versucht deine Brustwarze zu erreichen.

Dies wird im Fachjargon der Medizin „Breast Crawl“, oder „Brustkraulen“ genannt. Es ist ein echtes Naturphänomen und ein Urinstinkt. Dein Baby liegt auf deiner nackten Haut und der Hautkontakt impliziert dem Kind den Stillinstinkt. Die Gravitation hilft dem Baby, zu deiner Brustwarze voranzukommen. Es kann die Brustwarze erreichen und dann auch die Position gut halten.

Mit dieser Stilltechnik können nicht nur Neugeborene gestillt werden. Es eignet sich auch hervorragend für größere Babys und Kleinkinder. Diese Position des Stillens ist sehr gut, wenn das Baby nur sehr schwer die Brustwarze erreichen kann. Manche Babys finden es auch nicht gut, wenn man beim Stillen ihr Köpfchen berührt. Es wirkt störend auf sie, denn sie wollen sich ganz und gar auf das Saugen konzentrieren.

Die Muttermilch ist für sie lebensnotwendig. Wenn eine Frau große Brüste hat, dann kann ein Baby oft nicht die Brust so gut erfassen. Das Baby ist oft klein und bei einer großen Brust treten für den Säugling dann Schwierigkeiten auf. Bei Müttern mit dem sogenannten starken Milchspendereflex tritt dasselbe Problem auf. Mütter, die zum ersten Mal gebären, brauchen manchmal einige Wochen, bis die richtige Stillposition gefunden ist.

Im Liegen ist es für viele Frauen auch angenehm, ihr Baby zu stillen. Dabei kann sich die Mutter auf die Seite drehen. Für die stillende Mutter ist es am angenehmsten, wenn der Oberkörper nur etwas zurückgelehnt ist. Du kannst Kissen und weiche Polster verwenden, damit Du Dich beim Stillvorgang abstützen kannst. Auf diese Weise kannst Du auch Dein Kind sehr gut sehen.

2. Die Wiegehaltung beim Stillen

Die Wiegehaltung ist die klassische Haltung schlechthin, wenn es um das Thema Stillen geht. Jeder Mensch hat auch automatisch dieses Bild im Kopf, wenn er an eine stillende Mutter denkt. Die Mutter sitzt aufrecht und ihr Säugling liegt seitlich nahe an ihrem Körper. Das Köpfchen des Babys liegt auf Deinem Unterarm. Der Nacken des Kindes liegt dabei ebenfalls auf dem Unterarm.

Sein ganzer Körper schmiegt sich eng an Deinen. Das Baby liegt weich an Körper und Bauch von Dir. Dabei umhüllt Dein Unterarm sozusagen wie ein Schutzschild das Neugeborene. Es bietet ihm Halt, Stabilität und auch etwas Schutz vor neugierigen Blicken. Die Wiegehaltung ist eine sehr beliebte Stilltechnik. Jedoch ist diese Stillposition nicht unbedingt so einfach, wie man vielleicht denken könnte. Es ist nicht einfach, den Säugling beim Stillen abzustützen. Bei den anderen Stillpositionen wird das Baby besser gestützt.

Du solltest daher beim Stillen in dieser Position ein Kissen benützen. Dieses positionierst Du hinter Deinem Rücken. Auch ein eigenes Stillkissen kann hier gute Dienste leisten. Das Stillkissen liegt dabei auf dem Schoß der Mutter und ist eine enorme Hilfe, um das Baby abzustützen. Auch Dein Unterarm hat mit dem Stillkissen einen stabileren Halt. Die Schultern und der Rücken werden dabei auch entlastet. Das Baby sollte aber bei einer Verwendung des Stillkissens nicht allzu hoch liegen.

Die Brüste der Mutter sollen in der natürlichen Position bleiben. So vermeidest Du auch, dass Brustwarzen wund werden. Auch das Baby kommt in einer natürlichen Lage erst gar nicht in Gefahr, sich beim Saugen anzuspannen. Die Wiegehaltung funktioniert beim Stillen äußerst gut. Diese Stilltechnik ist sehr bequem und angenehm und Du kannst Deinem Baby mit Freude zusehen, wie es sich an Deiner Brust nährt.

3: Die Kreuzhaltung beim Stillen

Die Kreuzhaltung ist der Wiegehaltung beim Stillen sehr ähnlich. Der Unterschied bei dieser Stillposition liegt bei den Armen. Die Armposition wird bei dieser Technik quasi vertauscht. Der kleine Babykörper liegt an der gegenüberliegenden Unterarmseite. Ziel dieser Stilltechnik ist es, das Baby gut beim Nacken und seinen Schultern zu stützen.

Das Neugeborene kann somit gut die Brustwarze erreichen. Das kleine Köpflein wird so geneigt, dass die Brustwarze gut zu erreichen ist. Diese Stillposition ist eine ausgezeichnete Haltung, um das Kind zu stillen. Es eignet sich auch sehr gut für kleine Säuglinge. Jene Babys mit Schwierigkeiten, die Brustwarze gut anzusaugen, sind mit der Position auch bestens bedient.

Der gegenüberliegende Unterarm kann den Säugling sehr gut stützen. Die Position des Babys ist sehr gut kontrollierbar. Mit Deiner freien Hand kannst Du Deine Brust nochmals individuell formen. Das Baby kann so optimal an der Brust saugen.

Diese Position des Stillens hält sehr viel Flexibilität bereit. Bei der Kreuzhaltung-Position hat die stillende Mutter auch eine Hand frei. So kann sich die Mutter nebenbei noch um ein anderes Kind kümmern.

In der ersten Zeit nach der Geburt sollte das Baby auf keinen Fall am Köpfchen gehalten werden. Erstens ist dieser sehr sensibel und zweitens könntest Du das Kind auf die Brust quetschen. Die Brustwarze könnte dann wund werden, denn das Baby erreicht diese dann zu flach. Der Säugling berührt die Brust dann nämlich mit seinem Zungenrand und nicht mit dem Gaumen. Dann dauert es oft nicht lange und die Brustwarzen werden wund. Diese Technik des Stillens eignet sich auch sehr gut für bereits ältere Kinder. Dann kannst Du den Kopf des Babys mit der Hand abstützen.

4: Die Stillposition Rückenhaltung

Diese Stilltechnik wird auch „Footballhaltung“ und „Rückengriff“ Haltung genannt. Die Mutter sitzt bequem beim Stillen da und das Baby liegt direkt am Unterarm. Der Körper des Kindes lehnt sich an die Seite der Mutter. Die Füßchen des Babys sind der Stuhlseite zugewandt, oder auch Sofaseite. Egal, wo Du sitzt, die Füße sind dieser Seite zugeneigt.

Diese Stilltechnik ist sehr nützlich, wenn das Baby klein ist. Du stützt das Baby hier sehr gut ab. Du hast in der Stillposition die volle Kontrolle und das Gesicht des Kindes ist gut zu sehen. Das Neugeborene liegt dabei eng am Körper der Mutter. Diese Stilltechnik vermittelt Deinem Baby auch große Geborgenheit. Die Technik eignet sich auch sehr gut für alle Mütter, die per Kaiserschnitt entbunden haben.

Auch Zwillinge können mit dieser Stillposition gut gefüttert werden. Auch Frühchen fühlen sich bei dieser Stillposition sehr gut aufgehoben. Frauen mit großen Brüsten bevorzugen auch gerne diese Position beim Stillen.

Wenn eine Frau beispielsweise Körbchengröße K hat, dann sind die Brüste meist doppelt so groß, als der Babykopf. In dem Fall kann die Mutter ein gerolltes Handtuch unter die Brüste legen. So werden die Brüste leicht angehoben, denn große Brüste sind schwer.

Die Mutter sitzt in der Rückenlage, sitzt dabei aber recht aufrecht. So kann auch das Baby ob der Größe der Brüste nicht überfordert werden. Nach einem Kaiserschnitt funktioniert diese Stilltechnik auch recht gut. Die Narbe schmerzt nach einem Kaiserschnitt noch und das Baby kann nicht auf dem Bauch liegen.

5: Die Seitenlage beim Stillvorgang

In der Seitenlage kann das Baby ganz entspannt gestillt werden. Daher eignet sich diese Stilltechnik besonders gut in der Nacht. Untertags ist die Seitenlage auch gut geeignet, um das Baby so entspannt zu stillen. In der Seitenlage kann man das Neugeborene gut im Bett, oder auf der Couch stillen. Es ist weitaus angenehmer, das Baby so in der Seitenlage zu stillen.

Dabei braucht die Mutter nicht zu sitzen und kann sich beim Stillen selbst etwas entspannen. Jede Mutter, die einen Kaiserschnitt brauchte, hat mit dieser Position auch mehr Freude. Die Mutter und ihr Baby liegen so in der Seitenlagen nebeneinander. Der Bauch des Babys und der Bauch der Mutter treffen sich.

Viele Frauen sind in der Nacht erschöpft, wenn das Baby schreit und Hunger hat. Sie wollen sich beim Stillen dann nicht extra aufsetzen. In der Nacht kann ein Baby oft sehr oft schreien, wenn es Hunger hat. Dies kann die Mutter zeitweise erschöpfen. Dann ist die Seitenlage beim Stillen empfehlenswert. Besonders Mütter mit einem Kaiserschnitt bevorzugen nachts die Seitenlage beim Stillen.

Um Erschöpfung zu vermeiden, kannst Du Dein Baby in der Nacht in der Seitenlage stillen. Das Neugeborene wird gestillt, während sich die Mutter im Liegen auch ausruhen kann.

Wenn ein Baby kurze Zungenbänder hat, ist die Seitenlage optimal, um das Baby zu stillen. In dieser Position kann das Baby die Brustwarze sehr gut erreichen. Hier kann Dir eine Stillberaterin erklären, wie diese Stilltechnik am besten funktioniert. Die Brustwarze kann so auch besser festgehalten werden. Bei einem großen Milchfluss der Mutter ist die Seitenlage auch zu empfehlen. Größere Babys können in der Seitenlage die Brustwarze auch besser greifen.

6: Nach einem Kaiserschnitt ist eine zurückgelehnte Haltung am besten

Frauen, die per Kaiserschnitt ihr Kind zur Welt brachten, sind am besten mit dieser Stillposition beraten. Von allen Stilltechniken ist die zurückgelehnte Haltung am bequemsten, wenn die Frau einen Kaiserschnitt hatte. Diese Stillposition ist dann eine exzellente Alternative. Du bist zurückgelehnt mit dem Rücken am Stuhl, oder Sofa und das Baby liegt seitlich.

Das Neugeborene wird dabei quasi über die Schultern gelegt. So ist das Stillen in angenehmer Haltung möglich. Die Wunde vom Kaiserschnitt wird nicht belastet. Auch kann es zu keinem Druck auf die Kaiserschnittwunde kommen. Aber auch die Seitenlage ist in diesem Fall eine gute Möglichkeit, das Baby zu stillen.

7: Der „Hoppe-Reiter-Sitz“ oder aufrecht stillen

Das aufrechte Stillen wird auch „Hoppe-Reiter-Sitz“ genannt. In der Stillposition sitzt das Kind auf Deinem Oberschenkel, wie beim Schaukelpferd reiten. Das Kind kann auch auf der Hüfte der Mutter sitzen. Dabei sitzt es mit der Wirbelsäule aufgerichtet da. Auch der Kopf hat eine aufrechte Position.

Wenn das neue Leben gut abgestützt wird, kann diese Stilltechnik angewandt werden. Dabei ist jedoch auf eine sehr gute Stützhilfe zu achten. Besser ist diese Stillposition für ein älteres Kleinkind geeignet. Wenn das kleine Kind schon ganz alleine sitzen kann, ist diese Position die Beste.

Aufrechtes Stillen eignet sich sehr gut für Babys, denen Reflux zu schaffen macht. Aber auch bei einer Ohreninfektion des Babys ist diese Position die bessere Wahl. Babys, die „Ohrenweh“ haben , wollen meist in aufrechter Haltung sitzen. Der „Hoppe-Reiter-Sitz“ ist dann von Vorteil für das Baby.

Der Säugling oder das ältere Baby finden die aufrechte Stillposition dann angenehm. Auch bei einem kurzen Zungenbändchen des Babys ist der „Hoppe-Reiter-Sitz“ vorteilhaft. Wenn der Muskeltonus des Babys schwach ist, wird diese Position beim Stillen ebenfalls bevorzugt.

Stillende Mütter berichten davon, dass gerade ältere Babys diese Stillposition lieben. Es ist sowohl für die Mutter, als auch für das Baby bequem. Die Mutter kann ihr Baby so auch ganz eng an sich spüren. Im „Hoppe-Reiter-Sitz“ kann auch problemlos an öffentlichen Plätzen gestillt werden.

8: Die Vierfüßler-Stillposition

Das Baby liegt hierbei auf dem Rücken und die Mutter kniet über dem Kind. Diese Stillposition ist eher unbekannt und nicht so üblich, als die anderen. Dennoch bringt es auch Vorteile mit sich. Die Brustwarze wird in der Position zum Mund des Babys hingeführt. Dann kann das Neugeborene daran saugen und die Brustwarze gut erfassen.

Einige Mütter loben die Position, wenn sie unter der Mastitis leiden. Bei dieser Erkrankung ist es nicht angenehm, wenn die Brust berührt wird. Es verursacht oft starke Schmerzen. Daher kann diese Stilltechnik für kurze Zeit hilfreich sein. Andere Mütter berichten auch, dass die Position die Milchkanäle von Verstopfung befreien kann.

Die Gravitation trägt dann dazu bei, Milchkanäle zu säubern. Dies ist zwar wissenschaftlich nicht bewiesen, aber erfahrene Mütter sind überzeugt davon. Das Baby kann auch im Sitzen oder kniend gestillt werden. Dabei lehnst Du Dich über Dein Bett oder die Couch. Dann lehnst Du Dich über Dein Kind und stillst es. Du kannst auch auf dem Bett in beinahe liegender Position das Baby stillen.

Dabei stützt Du die Oberarme auf und kannst ein Stillkissen als Stützhilfe benützen. Aber auch Poster oder Kissen können eine Hilfe sein. So werden weder Deine Schultern, noch Dein Rücken übermäßig belastet.

Viele Mütter berichten, dass sie in dieser Vierfüßlerposition stillten, als ihre Milchkanäle verstopft waren. Dies führt zu einem Milchstau und Erfahrungen von stillenden Müttern zeigen, dass diese Position Abhilfe verschafft. Die Knoten, die sich in der Brust beim Milchstau bilden, verschwinden so oft rasch wieder. Die Schwerkraft wird hier wohl mithelfen, die Knoten in der Brust zu lösen.

Bei dieser Stilltechnik ist die Position des Neugeborenen ganz anders, als bei den anderen Stillvarianten. Der Winkel bei dieser Stilloption liegt ebenfalls anders. Die Position hilft auf gute Arte und Weise, die Knoten in den Brüsten wieder freizubekommen.

Dennoch ist diese Stilltechnik etwas andersartig und mühsam und Du wirst sie nicht immer anwenden wollen. Sie ist jedoch auch eine große Hilfe, wenn Du einmal Abwechslung möchtest.

Bei Schwierigkeiten des Babys, die Brustwarze zu erreichen, ist diese Position eine echte Alternative. Obwohl die Stilltechnik nicht so bequem für die Mutter ist, ist es in diesem Fall ideal, so zu stillen. Das Baby kommt so sehr gut an die Brustwarze heran und kann gut gesäugt werden. Auch bei älteren Babys kann diese Stellung eine echte Option sein.

9: Im Tragetuch bequem stillen

Diese Stillposition ist mit etwas Übung verbunden, aber es ist recht praktisch. Neben dem Stillen kann die Mutter sich um ältere Geschwisterchen kümmern. Auch einfache Hausarbeit kann so nebenbei erledigt werden.

Wenn der Säugling nicht beiseitegelegt werden kann, ist es auch von Nutzen, so zu stillen. Will das Baby oft gestillt werden, ist die Tragetuch-Variante auch praktisch. Du kannst Dir draußen einfach ein Baby-Wickeltuch umhängen und das Baby stillen. Das Neugeborene fühlt sich im Tuch sehr wohl und schläft während des Stillens manchmal sogar ein.

Diese Stilloption ist für das Baby angenehm, wenn es das Köpfchen schon alleine halten kann. Der Stillvorgang kann hier mit allen gängigen Tragetüchern absolviert werden. Dehnbare Wickeltücher sind sehr gut geeignet. Wenn Du draußen mit der Babytrage unterwegs bist, kannst Du im Anschluss das Kind mit dem Tuch zudecken.

Das Kind schläft nach dem Stillen dann manchmal selig ein. Du solltest bei dieser Stillposition aber immer darauf achten, dass Du das Gesichtchen des Neugeborenen siehst. Dessen kleines Kinn sollte auch nicht gegen seine eigene Brust drücken.

10: Die doppelte Rückenhaltung

Bei der doppelten Rückenhaltung kann man sehr gut Zwillinge stillen. Die Position ist auch als doppelter Rückengriff bekannt. Diese Stillvariante ist die erste Option, wenn man Zwillinge hat. Hier sind die Hände frei, aber gleichzeitig kann die Mutter in Ruhe stillen.

Es ist hier allerdings ratsam, ein Zwillingskissen zu verwenden. Das ist besonders in der Anfangszeit anzuraten. Dieses Kissen ist speziell gearbeitet und stützt die beiden Babys gut ab. Für die Mutter ist es einfacher, die richtige Position zu finden. Der Bauch der Mutter hat dabei auch nicht so viel Druck. Das ist besonders dann vorteilhaft, wenn Du einen Kaiserschnitt hattest. Hier hat die Mutter eine Hand frei und so kann sie sich zusätzlich um ein anderes Kind kümmern.

Bei Zwillingsgeburten sind die Babys oft sehr klein. Sie müssen daher öfter gestillt werden, um rasch zu gedeihen. Oft muss die Mutter jede zweite Stunde stillen und das Tag und Nacht. Die Zwillinge müssen gleichzeitig gestillt werden, sonst kann die Mutter gar nichts mehr im Alltag erledigen. Hier eignet sich die doppelte Rückenhaltung am besten. Ein spezielles Stillkissen bietet hier eine enorme Hilfe.

Die Über-Kreuz-Haltung ist eine andere Option, wenn man Zwillinge hat. Hierbei liegt ein Baby in der typischen Rückenhaltung. Das andere Baby liegt in einer Wiegehaltung und wird angelegt. Die doppelte Stillhaltung in zurückgelehnter Position und die doppelt aufrechte Stilltechnik passen bei Zwillingskindern sehr gut.

11: Der Dancer-Griff

Bei Schwierigkeiten des Babys, an Deiner Brust zu bleiben, ist diese Stillposition optimal. Der Dancer-Griff ist ein sensibler Griff. Wenn der Muskeltonus des Babys schwach ist, ist diese Position auch ausgezeichnet. Ein Frühchen, oder ein Baby mit Down-Syndrom kann oft einen schwachen Muskeltonus haben.

Auch bei einer anderen Erkrankung und Behinderung tritt oft ein schwacher Muskeltonus auf. In dem Fall ist diese Stillposition die beste Wahl. Das Köpfchen und die Brust des Babys können beim Dancer-Griff bestens gestützt werden. Bei dieser Stillposition umschließt Du Deine Brust mit einer Hand. Dies erfolgt von unten und dabei benützt Du die Finger an einer Seite und der Daumen liegt gegenüber.

Dann musst Du die Hand vorwärts schieben. Der Daumen sowie der Zeigefinger müssen vor der Brust den Buchstaben „U“ formen. Die drei anderen Finger stützen Deine Brust. Alles geschieht von unten, Deine Brust umfassend. Der Unterkiefer des Babys wird so optimal gestützt. Der Daumen und Zeigefinger bilden beim Stillen hier Stabilität für den Unterkiefer.

Das Kinn des Babys liegt sozusagen auf dem geformten „U“. Der Daumen von Dir hält eine Wangenseite und mit dem Zeigefinger wird die andere Wange gestützt. Der Dancer-Griff ist eine gute Stützhilfe für Dein Baby und Du hast die Kontrolle. Du siehst, ob das Baby Deine Brustwarze richtig erreicht.

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