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Beikost

 

Das Einführen von Beikost:

Die Nationale Stillkommission hat zusammen mit Vertretern der Berufsverbände der Kinder- und Frauenärzte Empfehlungen zur Stillförderung erarbeitet. Sie empfiehlt, dass Mütter Ihre Kinder 6 Monate ausschließlich stillen sollen und danach kindgerechte, adäquate Beikost zu füttern und dabei weiter zu stillen, solange Mutter und Kind es wünschen. Kinder aus Allergikerfamilien sollten mindestens 6 Monate voll gestillt werden und nicht vor dem 2 Lebensjahr Kuhmilchprodukte erhalten.

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Beikost, wann füttere ich zu?                                                 

Etwa um den 6. Lebensmonat herum beginnt sich meistens das Kind für andere Nahrung als Muttermilch zu interessieren. Die meisten Babys geben dann deutlich zu erkennen, dass sie dazu bereit sind, feste Nahrung zu sich zu nehmen:

  • Es schaut neugierig zu, wenn andere etwas essen.
  • Es kann selbständig nach Nahrung greifen und in den Mund stecken.
  • Es zeigt Bereitschaft zum Kauen. 
  • Es kann eventuell etwas gestützt sitzen.
  • Es scheint an der Brust nicht mehr richtig satt zu werden, zeigt also ein gesteigertes Stillbedürfnis.
                                                                      


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Falls das Baby jedoch noch kein Interesse an fester Nahrung (Beikost) zeigt, versuchen Sie es etwas später, nach ein oder zwei Wochen wieder.

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Vorschläge bei der Einführung von fester Nahrung (Beikost):

Viel Geduld und Gelassenheit erleichtern es dem Baby, sich langsam von der Brust zu entwöhnen. Die Gabe der ersten Beikost sollte ganz in Ruhe und ohne Hektik auf dem Schoß der Mutter stattfinden. Am besten in der Mitte des Vor- und Nachmittags, wenn das Baby gut ausgeruht und hellwach ist. Am Anfang kann es hilfreich sein, wenn die Mutter das Baby zunächst stillt, bevor sie ihm feste Nahrung gibt. So wird die Milchproduktion weiter sichergestellt, und das Baby erhält trotzdem die notwendige Milch, während es langsam lernt, andere Nahrung zu akzeptieren.

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Die Essmenge beschränkt sich zunächst auf wenige Löffel und kann innerhalb eines Monats auf eine Mahlzeit ausgedehnt werden. Es empfiehlt sich, immer nur ein Nahrungsmittel einzeln anzubieten. So kann die Mutter leichter erkennen, ob das Baby auf ein bestimmtes Nahrungsmittel allergisch reagiert, bevor sie ein anderes anbietet. Zeigt das Baby auf die angebotene Nahrung innerhalb von einer Woche keine Reaktion, kann sie ein weiteres Nahrungsmittel dazunehmen.

Zeigt es Reaktionen, wie zum Beispiel: Blähungen, Hautausschlag, Wundsein, Unruhe, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall oder rote juckende Augen, so verzichtet sie erst mal auf diese Speise und versucht es damit erst wieder, wenn Ihr Kind über ein Jahr alt ist. Bei schweren allergischen Reaktionen wird der Kinderarzt hinzugezogen. Sobald mehrere Nahrungsmittel eingeführt sind, und alles gut vertragen wird, können die Speisen auch untereinander gemischt werden.

Jetzt Beikost: Was füttere ich zu?

Neben Karottenmus und pürierten Kartoffeln eignet sich als erste Beikost auch ein geriebener Apfel oder eine zerdrückte Banane. Je nachdem, wie alt das Baby ist, können die pürierten oder zerdrückten Speisen mit Wasser oder Muttermilch gemischt werden. Im Laufe der nächsten Wochen werden dann andere Gemüse- (zum Beispiel: Blumenkohl, Kohlrabi, Fenchel, Brokkoli, Spinat) und Obstsorten (zum Beispiel: Birne, Pfirsich, Aprikose) sowie Nudeln oder Reis und eventuell Fleisch eingeführt.                                        

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Wenn das Kind nach dem Essen keine Muttermilch mehr trinkt, oder die Nahrung nicht mit Muttermilch gemischt wird, rühren sie einen halben bis einem Teelöffel Butter oder Keimöl unter die Speise, damit die fettlöslichen Vitamine besser aufgenommen werden können, und das Kind genügend lebenswichtige essentielle Fettsäuren erhält.

Allmählich wird die Nahrung immer fester, bis das Kind die Speisen in der gleichen Zubereitungsform isst, wie die übrige Familie. Das Essen sollte nicht gesalzen werden, damit das Verdauungssystem des Kindes nicht überlastet wird. Isst das Kind von der Familienkost mit, wird erst eine kleine Portion beiseite genommen, bevor der restliche Teil gewürzt wird.


Getränke:

Zu den festen Mahlzeiten bieten Sie Ihrem Kind auch etwas zu trinken an. Im Alter von 6-8 Monaten haben die meisten Babys Interesse aus einem Becher zu trinken. Mit Hilfe einer Schnabeltasse kann man die ersten Trinkversuche starten. Hauptsächlich sollte das Baby Muttermilch oder Wasser trinken. Auch ungesüßter Kräuter- oder Fencheltee aus losen Teebeuteln kann angeboten werden. In geringen Mengen jedoch nur Frucht- oder Gemüsesäfte, und dann nur ungesüßt bzw. ungesalzen.

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Nahrungsmittel, die erst nach dem ersten Lebensjahr gegessen werden sollten:


Zum Beispiel:

  • Kuhmilch (Vor dem ersten Lebensjahr keine Kuhmilch oder andere Molkereiprodukte geben: verbreitetes  Nahrungsallergen)
  • Eier
  • Zitrusfrüchte, Beeren die Samen haben (allergene Nahrungsmittel)
  • Trockenfrüchte (sind zu süß und können sich zwischen den Zähnen festsetzen: Kariesgefahr!) (Auch nach dem ersten Lebensjahr begrenzt anbieten.)
  • Frittierte Speisen (zu hoher Anteil gesättigter Fettsäuren)
  • Honig (nur ab dem ersten Lebensjahr à  Botulismuskeime werden vom kindlichen Immunsystem noch nicht vertragen)
  • Keine Nahrungsmittel, die beim Hineinbeißen abbrechen können (zum Beispiel Brotkanten: Erstickungsgefahr!)




Für Kinder aus Allergikerfamilien sind folgende Nahrungsmittel stark allergen:

Weizen, Mais, Schweinefleisch, Fisch (auch Muscheln), Erdnüsse, Tomaten, Zwiebeln, Kohl Nüsse, Beeren, Zitrusfrüchte- und –Säfte, Gewürze, Schokolade.

Dazu kommen noch alle Lebensmittel, die bei anderen Familienmitgliedern allergische Reaktionen hervorgerufen haben, oder solche, bei denen das Baby bereits bei der Aufnahme von Muttermilch reagiert hat.

Beikost-Rezeptvorschläge:

  1. Gemüse-Kartoffel-Brei: 100 g Karotten, 50 g Kartoffeln, 30 g Obstsaft oder Wasser, 10 g Butter oder Keimöl
  2. Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei: 90-100 g Gemüse, 40-50 g Kartoffeln, 30 g Obstsaft oder Wasser, 25-30 g Fleisch, 10 g Butter oder Keimöl
  3. Getreide-Obst-Brei: 20 g Vollkorngetreidepocken, 90 g Wasser, 100 g Obst der Jahreszeit, 5 g Butter         
  4. Muttermilch-Getreide-Brei: 200 ml Muttermilch, 20 g Vollkorngetreide, 20 g Obstsaft

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Entwöhnen 

Das Entwöhnen umschreibt einen Prozess, in dem sich das Kind allmählich von der Brust seiner Mutter löst. Die Frage, wie lange dies dauert, manchmal über mehrere Jahre hinweg, ist von Stillpaar zu Stillpaar unterschiedlich. In den ersten sechs Lebensmonaten stellt die Muttermilch die optimalste Ernährung für den Säugling dar. Danach birgt sie zusammen mit der langsamen Einführung von Beikost viele weitere Vorteile auf ernährungsphysiologischer und psychologischer Ebene in sich. 

Oft geht der Übergang vom Stillen eines Säuglings zum Stillen eines Kleinkindes unbemerkt vonstatten. Ein Kleinkind zu stillen ist für die Mutter ein anderes Erlebnis als das Stillen eines Babys. Es dient jetzt nicht nur mehr der Befriedigung durch die Nahrungsaufnahme, sondern ist plötzlich wesentlich wichtiger als emotionales Ventil zu sehen. 
Das Kind nimmt jetzt nicht nur die Milch beim Saugen in sich auf, sondern weitaus wichtiger ist es jetzt, das seine Bedürfnisse nach Nähe, Geborgenheit, Sicherheit und Trost gestillt werden.
In unserer heutigen Zivilisation ist es für viele immer noch ein befremdender Anblick, eine Mutter, die ein Kind, das älter als eine Jahr ist, stillen zu sehen. Immer mehr Frauen wollen sich jedoch diese einmalige Zeit der Nähe zu ihrem Kind und dem Gefühl der Zusammengehörigkeit nicht nehmen lassen. 
Stillen ist eine ganz private, persönliche Sache zwischen Mutter und Kind. Solange beide Stillpartner damit einverstanden und zufrieden sind und das Stillen genießen, hat kein Argument dagegen eine Berechtigung. Jedoch ist es wichtig zu betonen, dass kein Mutter, die ihr Baby früh entwöhnen und abstillen möchte, deswegen zu verurteilen ist. 
Denn jede Stillzeit, egal wie lange sie auch immer sein mag, ist ein absoluter Gewinn für das Baby und für das Miteinander zu seiner Mutter. Durch das langsame, liebevolle Entwöhnen wird dann diese schöne, einmalige Zeit zu einem unvergessenen Erlebnis für Mutter und Kind. 
Wir wünschen Ihnen von Herzen eine lange, schöne, liebevolle Stillzeit!


Buchtipp:

Wir stillen noch...
...über das Leben mit gestillten Kleinkindern 

von Norma Jane Bumgarner
 LaLecheLiga International

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Abstillen 

Eine schöne Zeit ist vergangen. Viele Monate oder Jahre lang haben Sie Ihr Kind gestillt. Das Stillen ist zu einem Teil Ihres Lebens geworden. Diese große Verbundenheit, die innige Zweisamkeit haben Sie beide jede Minute genossen. Und doch ist etwas anders.
Vielleicht hat das Kind langsam kein Interesse  mehr an der Brust, oder Sie selbst möchten gerne wieder unabhängig sein. Diese Änderung kann ein großes Bad der Gefühle auslösen. Sie beiden müssen nun lernen, sich durch das Abstillen voneinander zu lösen, um dann auf eine andere Art und Weise wieder zueinander zu finden. 
(Lesen Sie dazu den Bericht: "Abstillen - wann und wie?" von Gabi Hohmann, LLL- Deutschland e.V.) 
Abstillen heißt Abschied nehmen. Jedoch bedeutet es gleichzeitig, auch Zeit für einen Neubeginn. Solange wir uns immer weiterentwickeln, begleiten uns Anfang und Ende das ganze Leben lang.
Den richtigen Zeitpunkt des Abstillens bestimmen ganz alleine Mutter und Kind. Solange es beiden Spaß macht, gibt es keinen Grund aufzuhören. Irgendwann ist jedoch der Punkt erreicht, wo einer von beiden nicht mehr möchte. Ideal ist es, wenn Mutter und Kind es gleichzeitig so wollen.
Das allmähliche Abstillen ist für Mutter und Kind das günstigste. So, wie das Baby immer mehr andere Nahrung zu sich nimmt, verringert sich durch die gesunkene Nachfrage die Milchproduktion und die Milchmenge geht zurück.
Sollte relativ schnell abgestillt werden, kombiniert man Beikost und Brustmahlzeit. Anfänglich füttert man bei 2-3 Brustmahlzeiten über den Tag verteilt zu. Am Ende einer Woche sollte dann bei allen Brustmahlzeiten zugefüttert werden. In dem Maße, indem mehr zugefüttert wird, reduziert sich die nachgefragte Milchmenge solange, bis gar nicht mehr gestillt wird.
Die Brust sollte genau beobachtet werden. Wenn sie zu irgendeinem Zeitpunkt zu voll erscheint (Milchstaugefahr!), müssen sie den Prozess verlangsamen und erst wieder genügend Milch abtrinken lassen.

Hilfreiche Maßnahmen zum raschen Abstillen:

...um einen Milchstau oder eine Mastitis zu vermeiden:
     
  • Wird die Brust gekühlt (Durchblutung wird reduziert, Spannung lässt nach) (Hilfsmittel: siehe „Maßnahmen  beim Milchstau“)
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  • Können Sie Pfefferminz- oder Salbeitee trinken (wirken adstringierend, milchhemmend)
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  • Kann, wenn das Spannungsgefühl zu groß ist, per Hand gerade so viel Milch ausgestrichen werden, um einen Milchstau zu vermeiden.
Bei sehr frühem Abstillen (entweder unmittelbar nach der Geburt oder in der frühen Stillzeit) kann die Einnahme von Medikamenten, die die Freisetzung des Milchbildungshormons Prolaktin hemmen, hilfreich sein. Der Frauenarzt/ärztin wird Sie beraten.
Die Zeit des Abstillens ist für beide, Mutter und Kind, in hohem Maße schwierig. Deshalb ist es sehr wichtig, dass auch die Umgebung sensibel auf die Bedürfnisse von beiden eingeht und hilft Schwierigkeiten zu meistern.

                                       Für Sie von Herzen weiterhin alles Liebe und Gute! Ihr Team von Stillgruppen.de