Wo schlafen Babys am besten?

Time to read
6 minutes
Read so far

Wo schlafen Babys am besten?

So., 02/02/2020 - 12:08
Posted in:
0 comments

Es gibt mal wieder eine negative Stimme, die das Baby wieder aus dem Elternbett ausquartieren möchte. So veröffentlicht das amerikanische Fachblatt „Pediatrics“ eine Studie und nach dieser sei die frühe Ausquartierung des Babys in ein anderes Zimmer am besten. Wir haben bei diesem Thema eine ganz klare und andere Meinung! Dies haben wir bereits in dem Bericht „Das gestillte Kind schläft bei der Mutter“ deutlich gemacht. Weiterhin erscheint das nächtliche Schlafen des Babys bei der Mutter generell sinnvoll, egal ob gestillt wird oder nicht!

Das gesunde Schlafverhalten: Die Autoren der Studie schreiben, dass ein Kleinkind spätestens mit dem dritten bis hin zum vierten Lebensmonat in seinem eigenen Bett schlafen soll. Nur so könne ein gesundes und einfaches Schlafverhalten erreicht werden. Wir sehen dies nicht so!

Falsches Zeichen für Stillende Mütter

Sofern diese Studie nun Einfluss nehmen sollte auf die aktuellen Vorgaben der Amerikanischen Akademie für Kinderheilkunde, so wollen wir bereits jetzt große Bedenken äußern. Diese Studie ist leider nicht korrekt und würde gravierend schlechte Auswirkungen für die Kinderentwicklung und auch auf das Stillverhalten haben. Denn wenn das Baby nicht im Elternbett schlafen kann, dann ist das nächtliche Stillen natürlich deutlich anstrengender und wird vielleicht sogar eingestellt. Dies ist auf jeden Fall nicht natürlich und wird deshalb absolut abgelehnt.

Die Seriosität und Sachlichkeit der Studie überprüfen

Laut der Studie wurde festgestellt, dass die Kleinkinder angeblich länger schlafen würden, wenn sie in einem anderen Raum in ihrem eigenen Bett schlafen würden. Wie sind die Wissenschaftler (?) zu dieser Erkenntnis gekommen. Nun, die Studie hat lediglich die Müttern einen Fragebogen ausfüllen lassen und um ihre persönlichen Eindrücke gebeten. Ein ganz wichtiger Punkt wurde aber nicht gemacht: die tatsächliche Schlafzeit der Babys wurde nicht gemessen bzw. aufgezeichnet! Wie Du erkennen kannst, ist hier leider absolut nicht wissenschaftlich und logisch agiert worden. Denn solch eine Dokumentation (Auswertung möchten wir gerne nicht dazu sagen) ist absolut falsch.

Weiterhin gibt es keinen Hinweis darauf, eine allgemeine Aussage treffen zu können, wenn man nur wenige Mütter einen Fragebogen ausfüllen lässt! Jede Mutter hat für sich eine ganz persönliche Wahrnehmung und diese fällt auf jeden Fall anders aus, wenn das Kind in einem anderen Raum schläft. Denn schlafen die beiden direkt nebeneinander, so werden sie vielleicht auch eine ganz andere Wahrnehmung für die Situation haben, als wenn sie getrennt in (täuschender) Ruhe voneinander schlafen. Weiterhin wird die Mutter nie mitbekommen, ob das Baby im Nachbarraum vielleicht lange Zeit wach liegt und nicht weint.

Baby schlafen

Der Grund des Aufwachens ist nicht der Schlafraum

Es ist vollkommen falsch, lediglich den Schlafraum des Babys als Grund für ein mögliches Aufwachen anzuführen. Denn es ist nicht die Schlafstätte (wenn wir mal davon ausgehen, dass diese optimal ist und nicht in sich ein gutes Schlafen ermöglichen kann), die das Schlafverhalten des Säuglings bzw. des Kleinkindes beeinflusst, sondern vielmehr seine Gefühle und das Erlebte des Tages! Denn hat ein Kleinkind einen sehr emotionalen Tag hinter sich, so ist es ganz logisch, dass diese Erlebnisse in der Nacht verarbeitet werden! Das hat jeder Erwachsene sicher selbst schon einmal erlebt. Und wenn dann dieses Baby also emotional aufgewühlt und in Sorge ist, so sucht es Sicherheit und Geborgenheit bei der Mutter! Das Stillen vermittelt die Sicherheit und Ruhe direkt und ist in diesem Falle nicht nur Nahrungsvermittlung sondern auch Trostspender in einem.

Mit welchem Recht werden hier Forderungen gestellt?

Wie kommen diese „Wissenschaftler“ nun auf die Idee eine Forderung stellen zu können? Lediglich mit der Auswertung von absolut nicht objektiven Fragebögen? Interessant wäre sicherlich auch die Recherche nach dem Auftraggeber bzw. Sponsor dieser Studie. Sicherlich haben auch einige Interessengemeinschaften einen Wunsch danach, das Stillen und die Harmonie zwischen Mutter und Kind zu gefährden. Denken wir hier nur einmal an die Nahrungsmittelindustrie.

Die Ergebnisse dieser Studie möchten wir hier als Stillgruppen.de somit als falsch und irreführend bewerten. Sie haben keinen wissenschaftlichen Nährwert und basieren lediglich auf irgendwelchen Fragebögen, die nicht objektiv sind.

Baby Schlafen

Bloß nicht Abstillen!

Stillende Mütter sollten solchen Studien nie Glauben schenken, sondern sich vielmehr auf ihre inneren Instinkte verlassen. Es ist ganz natürlich das Baby zu stillen und es die ganze Zeit bei sich zu haben. Auch in der Nacht! Nicht umsonst gibt es Tragetücher und weitere Hilfsmittel, die die dauerhafte Nähe zum Kind ermöglichen sollen. Folgt man den falschen Ratschlägen, so besteht die Gefahr, dass die Muttermilchbildung bzw. die Muttermilchproduktion rückläufig ist und es somit auch zu keiner optimalen Entwicklung des Babys kommen kann. Denn wenn in der Nacht nicht gestillt wird, so erhöht sich die Gefahr von Stillproblemen, wie zum Beispiel von Milchstau und einer Entzündung der Brust.

Bloß nicht abstillen!

Rooming in

Nicht umsonst wurde in tausenden von Krankenhäusern das sogenannte „Roomin in“ eingeführt. Der häufige Haut- und Körperkontakt zwischen Mutter und Kind sind so immens wichtig, wie auch das regelmäßige Stillen. All dies führt ganz automatisch zu einer wunderbaren und gesunden Stillbeziehung die automatisch und harmonisch verläuft. Einfach ganz natürlich eben!

Wenn Babys auch regelmäßig in der Nacht gestillt werden, so verlängert sich auch die gesamte Stilldauer. Ebenfalls wird viel häufiger gestillt und es wird viel mehr Muttermilch getrunken. Dies führt natürlich, wie schon so oft geschrieben, zu einer optimalen kindlichen Entwicklung. Dies bezieht sich nicht nur auf die körperliche Entwicklung, sondern auch auf die seelische bzw. psychologische Entwicklung der Kinder.

Das Ausquartieren des Babys

Das Ausquartieren des Babys wird, logischerweise, genau zum Gegenteil führen. Die Anzahl der Stillmahlzeiten werden sich deutlich reduzieren und die Anzahl der Stillprobleme wird sich vermutlich erhöhen. Dann folgt meist die Sorge und die Angst und die Unsicherheit der Mutter, etwas falsch zu machen. Durch diesen Stress wird alles nur noch komplizierter und der Wunsch nach einem frühen Abstillen könnte oft viel zu schnell kommen. Dies ist alles gar nicht notwendig, wenn man der natürlichen Stillbeziehung eine Chance gibt. Auch kann es so zum einem neuen Problem kommen, wenn das Kind zu einem Schreikind wird.

Baby Schlafen

Weitere falsche Vorgaben aus der Studie

Nicht nur das die Studie falsche Ratschläge zum Schlafen des Kindes geben möchte, nein, sie gibt auch noch falsche Ratschläge zum Thema Stillen. So soll der Stillrhythmus in der Nacht deutlich reduziert werden und die Kinder erhalten einfach viel weniger Muttermilch. Hat ein Baby den vierten Lebensmonat erreicht, so soll es in der Nacht einfach gar nicht mehr gestillt werden. Auch nicht zum Trösten oder Beruhigen. Das bedeutet dann im Ergebnis, dass diese Kinder in der Nacht gar nicht mehr gestillt werden. Sie haben also im Durchschnitt vielleicht ca. zehn Stunden keine Nahrung mehr und werden sich sicherlich nicht so optimal entwickeln, können, wie Babys, die immer direkt versorgt werden. Diese Vorgaben halten wir schlichtweg als falsch!

Mit der Mutter in einem Bett

Es ist heute absolut ohne Probleme möglich, das Baby im elterlichen Bett mitschlafen zu lassen. Wenn notwendige Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden sind (Bettschutzgitter, Nestbau mit Stillkissen oder Nackenhörnchen) und die Eltern drogenfrei sind, ist es eher als sehr positiv zu bewerten. Eltern sollten hier alles sehr gut vorbereitet haben, dann kann es zu überhaupt keinen Problemen kommen. Heutzutage nennt man das dann „Bedsharing“.

Stillen im Bett

Das Aufwachen des Babys

Wie bereits in anderen Artikeln beschrieben, ist das Aufwachen des Babys absolut keine Schlafstörung! Es verarbeitet vielmehr den Tag und versichert sich immer wieder bei der Mutter nach Nähe und Geborgenheit. Das Breastsleeping ist eine absolute Form von Harmonie und oft führt diese sogar zu einer Angleichung der Schlafphasen von Mutter und Kind! Hat eine Schlafsynchronisierung stattgefunden, so werden Mutter und Kind meist immer zur gleichen Zeit in der Tiefschlafphase sein und es ist für beide auch ein erholsamer Schlaf. Das Aufwachen des Kindes in der Nacht ist somit nicht negativ.

Das frühe Ausquartieren ist falsch

Warum soll ein kleines Menschenkind schon früh in ein anderes Zimmer gelegt werden, wo es alleine im Dunkeln liegt und vielleicht nach seiner Mutter schreit?! Was mag dies in der Seele des Kindes anrichten? Speichert es im Unterbewusstsein, dass es keine Geborgenheit und Nähe erhalten hat, als es danach geschrien hat? Doch die Studie möchte genau das! Die Eltern und ganz besonders die Mutter soll also nun die frühkindlichen Bedürfnisse ignorieren und das Kind alleine lassen. Man solle das Kind sogar einfach alleine schreien lassen. Wir halten dies für absoluten Blödsinn.

In diesem frühen Kindesalter gibt es keine festen Schlafzeiten und auch ein Einschlafen aus Erschöpfung erscheint nicht sinnvoll. Hat sich das Kind müde geschrien, dann soll es schön schlafen. So ist die Idee der Studie. Auch hier sind wir natürlich ganz anderen Meinung, denn ein kleines Baby wird viel glücklicher und erholsamer schlafen, wenn es die Liebe und die Nähe der Mutter gespührt hat.

Baby Schlafen

Kontakt mit den Eltern wichtig

Um dem Irrsinn dann noch die Krone aufzusetzen, empfiehlt die Studie auf Zuwendungen in der Nacht komplett zu verzichten. Was soll das denn bitte? Dies widerspricht so ziemlich jeglicher zwischenmenschlicher Logik und sollte ausdrücklich als falsch bewertet werden. Wir alle wissen, dass jeder Mensch sich über Zuwendung und Nähe freut. Alte Menschen leider zum Beispiel sehr unter ihrer Einsamkeit. Genauso geht es natürlich auch dem kleinen Menschenkind, welches gerade auf die Welt gekommen ist und als einzige Bezugspersonen seine Eltern hat. Überschütte Dein Kind somit mit Liebe und Aufmerksamkeit, damit es sich sicher und wohl fühlt.

Kontakt mit den Eltern

Das Fazit von Stillgruppen.de

Wir empfehlen ausdrücklich das Breastsleeping und das Bedsharing, um eine positive Kindheitsentwicklung zu ermöglichen! Lasst Euch nicht von Euren Kindern trennen! Folgt Eurem Instinkt und dem Verhalten des Babys. Wir wünschen eine wunderbare Stillzeit!

Weitere interessante Artikel:

Sport während der Stillzeit

Vorder- und Hintermilch beim Stillen

Genussmittel während oder auch vor der Stillphase

Wie kann man Läuse und Nissen erkennen?

Hautkontakt zwischen der Mutter und ihrem Kind

Kinderwunsch, Sexualität und Verhütung in der Stillzeit

Das nächtliche Stillen ist gut!

Wenn Du beim Stillen Schmerzen bekommst

Die Nachsorge nach der Geburt

Das gestillte Kind schläft bei der Mutter

Tags