Sind Mütter beim Stillen von Auslaugung betroffen?

Mütter mit Neugeborenen oder auch Kleinkindern leiden vielfach an Erschöpfung. Es wirft sich hier die Frage auf, ob dieses Phänomen am Stillen liegen könnte! Ist es also sinnvoll, dass Mütter früher abstillen und wieder Kraft tanken? Das soziale Umfeld einer frischgebackenen Mutter ist oft mit guten Ratschlägen zur Stelle. Oft wird den Müttern mit Babys daher angeraten, abzustillen. Aber dies ist nicht hilfreich, um der Erschöpfung entgegenzuwirken!

Abstillen führt, im Gegenteil, meist zu noch mehr Erschöpfung und Kraftlosigkeit. Es belastet die Mutter genauso, wie auch ihr Neugeborenes. Die Mutter hat auch nach dem Abstillen nicht mehr die Möglichkeit, das Neugeborene schnell wieder zur Ruhe zu bringen. Nichts ist wichtiger, als die Bindung einer Mutter zu ihrem Kind in der ersten Zeit. Mit Stillen kann eine Mutter ihr Baby sogar in den Schlaf wiegen.

Stillen ist wichtig!

Die Nähe beim Stillen ist zwischen Mutter und Kind sehr groß. Es stärkt die Bindung der Mutter zu ihrem Kind enorm. Daher ist jeder Mutter anzuraten, nicht bereits nach Wochen wieder abzustillen. Ausserdem ist die Muttermilch ein effektiver Schutz für das neugeborene Baby. Das Immunsystem des kleinen Kindes wird durch das Stillen nachhaltig gestärkt!

Wie sieht es mit den Nährstoffen einer Mutter beim Stillen aus?

Es wird allgemein angenommen, dass der Mutter beim Stillen Nährstoffe entzogen werden. Eine Mutter, die gerade ihr Baby auf die Welt brachte, hat eine durchschnittliche Muttermilchproduktion von bis zu 800 Milliliter pro Tag. Diese Menge ist enorm und gilt bei einer Vollstillung. Ein Kleinkind bezieht ein Drittel der täglichen Energie aus der Muttermilch. Ein kleines Kind trinkt pro Tag auch einige Hundert ml der Milch seiner Mutter. Die stillende Mutter muss daher besonders gut auf ihre Ernährung achten. Was sie zu sich nimmt, geht an wichtigen Nährstoffen direkt in die Muttermilch über. Daher muss sich die stillende Mutter ausgewogen und gesund ernähren.

Obst

Giftstoffe, übermäßiger Alkoholkonsum oder Rauchen sind unbedingt zu vermeiden! Das zu stillende Kind braucht natürlich gesunde Nährstoffe, um sich gut zu entwickeln. Das Stillen ist keine Belastung für die pysische Gesundheit einer Mutter. Eine Mutter, die stillt, verfügt über ausreichende Nährstoffe und dies ist auch der Normalzustand, den die Natur geschaffen hat. Die Frau im gebärfähigen, fruchtbaren Alter ist sogar darauf programmiert, zu stillen. Die Gesundheit einer Mutter ist durch das Stillen in keinster Weise beeinträchtigt.

Sie gibt ihrem Baby oder Kleinkind damit sehr wichtige Nährstoffe für dessen Gesundheit. Der stillenden Mutter werden auch keine wichtigen Nährstoffe entzogen. Die Mutter muss immer darauf achten, sich gesund sowie vollwertig zu ernähren. Hier muss die Mutter beim Stillen genauso darauf achten, wie in ihrer Schwangerschaft. Je gesünder die Ernährung, desto besser, muss die Devise lauten. Nahrungsergänzungsmittel braucht die Mutter dabei nicht einzunehmen, abgesehen von Jod. Auch in der Zeit, wo die Mutter das Kind stillt, kann darauf verzichtet werden. Die gesunden, vollwertige Ernährung ist hierbei vollkommen ausreichend.

Nahrungsaufnahme während der Stillzeit

Die Essgewohnheiten einer stillenden Mutter sind etwas angepasst, durch das Stillen des Kindes. So isst eine Stillende im Verhältnis ein wenig mehr. Durch den Bedarf an mehr Nährstoffen, ist dies aber auch abgedeckt, wenn die Mutter mehr isst. Zusätzlich kann die Stillende noch Jod-Tabletten einnehmen. In Deutschland herrscht Jodmangelgebiet, was durch die letzte Eiszeit hervorgerufen wurde. Auch Folsäure wird von Ärzten empfohlen, einzunehmen, bei einer Schwangerschaft.

Die Folsäure soll durchgehend auch in der Zeit des Stillens eingenommen werden. Die Mutter kann auch eine Überprüfung der Nährstoffe in ihrem Körper veranlassen lassen, sollte sie einen etwaigen Mangel vermuten. Junge Frauen leiden auch sehr oft an einem Eisenmangel. Dies tritt wegen der Periodenblutung häufig auf. Sollte bei der stillenden Mutter ein Nährstoffmangel aufscheinen, kann dieser mit entsprechenden Nahrunsergänzungsmitteln aufgefrischt werden.

Aber zuerst sollte die Mutter eine Ernährungsumstellung andenken, da dies effektiver ist und zum Ziel führt. Da mit eventuellen Nahrungsergänzungsmitteln der Mangel beseitigt werden kann, muss die Mutter auch nicht abstillen. Es kommt bei der Stillenden auch nicht zu einer Auslaugung des Körpers. Dies ist auch bei längeren Stillzeiten nicht der Fall! Im Gegenteil, langes Stillen ist ein Schutz vor einigen Krankheiten.

  • Diabetes Typ 2
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Brustkrebs
  • Schlaganfall
  • Herzinfarkt
  • Bluthochdruck

Das Stillen hat eine positive Wirkung auf den Körper der Mutter. Je länger die Stilldauer war, desto effektiver ist der Schutz. Diesen positiven Effekt kann man auch noch nach Jahrzehnten feststellen.

Kann die Mutter durch Stillen Haarausfall bekommen?

Es kommt bei einigen stillenden Müttern zu Haarausfall. Dieser kann vermehrt auftreten, nach der Geburt. Die Mutter denkt dann oft, dass es am Stillen selbst liegt. Der Nährstoffmangel des Stillens sei daran schuld, denkt die stillende Mutter oft. Aber für diese Feststellung fehlen die Beweise. Vermehrter Haarausfall kommt auch nicht bei allen frischgebackenen Müttern in der Stillzeit vor. Auch jene Mütter, die ihr Kind nicht stillen, sind von Haarausfall oft betroffen.

In der Zeit der Schwangerschaft kommt es zu gutem Haarwuchs. Es kommt zu einer Hormonumstellung des Körpers der werdenden Mutter. Wenn die Schwangerschaft vorüber ist, kommt es oft zu Haarausfall. Dies liegt, wie gesagt, an der Hormonumstellung. Es gibt hier unterschiedliche Studien und man kann den Haarausfall nicht eindeutig darauf zurückführen, dass die Frau stillt. Auch bei vermehrtem Haarausfall sollte die stillende Mutter nicht ans Abstillen denken.

Wenn die Mutter nachts stillt, kommt es dann zu Schlafentzug?

In der Regel wird auch angenommen, dass eine stillende Mutter unter Schlafmangel leidet. Natürlich ist es klar, dass Stillen in der Nacht ermüdet und anstrengend ist. Wenn man aber den direkten Vergleich zur Flaschenfütterung zieht, dann ist Stillen des Kindes erholsamer. Durch Stillen wird auch das Einschlafen für die Mutter wieder gefördert. Auch das Baby schläft nach dem Stillen besser wieder ein. Die Mutter kann das Baby auch im Halbschlaf stillen. Dabei muss weder sie, noch das Kind, ganz wach sein. Mit einem Stillkissen oder Stillpolster kann dies recht gut gelingen.

Wenn die Mutter beim nächtlichen stillen ganz wach ist, kann dies aber an ihren Kräften zehren. Wenn sie sich zum Stillen ganz aufsitzt, beispielsweise. Im Halbschlaf oder im Liegen ist das Stillen erholsamer. Wenn eine Mutter mehrere kleine Kinder hat, ist ausreichend Schlaf für die Frau allerdings sehr wichtig. Dann muss sie früher zu Bett gehen, oder sich zusammen mit den Kindern am Nachmittag hinlegen.

Ausreichend Schlaf ist wichtig!

In dieser Phase ist es wichtig, dass die Mutter dennoch ausreichend Schlaf hat. Ausreichender Schlaf ist in unserer heutigen technisierten Zeit fast Mangelware. Medien und elektrisches Licht halten die Menschen regelrecht von ausreichend Schlaf ab. Früher gingen die Leute schlafen, wenn die Sonne unterging. Dies war bei unseren Ahnen damals der Fall, als es noch keine Elektrizität gab.

Der heutige Mensch hat eher einen schnellen Schlaf, einen Turboschlaf. Dabei sollte man heute auch nachts nicht gestört werden. Denn gute Erholung im Schlaf ist sehr wichtig! Wenn man kleine Kinder hat, funktioniert das nicht. Es kommt während des Stillens immer wieder zu Unterbrechungen. Im Halbschlaf zu stillen, ist effektiver für Mutter und Kind. Mit dieser Praxis kann man sein Kind auch fast zwei Jahre stillen. Oder man stillt ein neugeborenes Kind immer wieder. Dies kann auch dann praktiziert werden, wenn die Mutter einen Beruf ausübt.

Die Anerkennung fehlt - die Erwartungen entsprechen nicht der Realität

Die Mütter, die stillen, leiden nicht an Erschöpfung des Stillens wegen. Babys und Kleinkinder wollen die ganze Aufmerksamkeit ihrer Mutter. Die kleinen Wesen haben hohe Bedürfnisse und sie wollen auch gleich eine Befriedigung dieser. Die Betreuung des Babys, oder kleinen Kindes, den ganzen Tag, ist sehr anstrengend. Der Mutter fehlt oft auch die nötige Anerkennung, die diese Aufgabe mit sich bringt. Wenn eine Mutter ihre Aufgabe der "Rund-um-Betreuung" nicht nachgehen könnte, müsste eine Pflegeperson diese Aufgabe übernehmen.

Auch wenn die frischgebackene Mutter für länger durch ihren Beruf abwesend wäre, müsste eine Pflegeperson einspringen. Diese Person müsste sich dann auch um den Haushalt kümmern, nicht nur die Kinderbetreuung übernehmen. Auch in der Nacht hätte die Pflegeperson alle Hände voll zu tun. Diese Situation würde bedeuten, dass man dieser Pflegeperson einige Tausend Euro Gehalt bezahlen müsste. Eine Mutter leistet also einen anspruchsvollen Dienst, ohne dabei entlohnt zu werden. Auch die Anerkennung bleibt bei diesem Job meist auf der Strecke.

Hohe Erwartungen

Eine Mutter hat oft selbst zu hohe Erwartungen an sich selbst. Dieser Umstand ist es zumeist, der die Mutter auch auslaugt und nicht das Stillen. Auch das Umfeld der neuen Mutter hat unrealistische Erwartungen. Nach Ablauf der Karenzzeit kehren viele Mütter wieder an den Arbeitsplatz zurück. Dann kommt es oft zur Doppel- oder auch Dreifachbelastung mit Arbeit, Kind und Haushalt. In der Arbeit erwartet man volle Einsatzbereitschaft und Leistung.

Zu Hause muss sich die Mutter dann um das kleine Kind kümmern und meist auch alleine um den Haushalt. Berufstätige Frauen, die keine Kinder haben, können sich entspannen oder sich erholen. Mütter wollen in der Regel den Haushalt gut führen, aber auch die Kinderbetreuung und ihren Job gut erledigen. Die Zweisamkeit mit dem Lebenspartner kommt dabei oft zu kurz. Aber auch die Freizeitgestaltung wird mit Kind knapper. Mütter können auf diese Weise auch manchmal ein Burn-Out Syndrom haben. Es ist ratsam, wenn eine Mutter die Ansprüche an sich selbst nicht zu hoch schraubt.

Die Zeit rennt

Aber die Zeit, wo die Kinder so klein sind, ist auch bald vorüber und dauert nicht ewig an. Im Gegenteil, geht diese Phase eher schnell vorüber, wenn man die Gesamtlebensspanne bedenkt. Je älter das Kind wird, desto unabhängiger wird es selbst auch. Ein Jugendlicher will automatisch mehr Freiheit und Distanz haben. Dann hat man auch wieder mehr Freiheit für die eigene Freizeitgestaltung. Auch die eigene Karriere, die man vielleicht hinten angestellt hat, kann man wieder in Angriff nehmen. Wenn die Kinder klein sind, brauchen sie viel Fürsorge und die Nähe zur Mutter.

baby lachen

 

Dies kostet auch enorm viel Kraft und wenn die Mutter lange stillt, kann sie so die Bedürfnisse ihres Kindes auch rasch befriedigen. Durch das Stillen kommen sich Mutter und Kind sehr nahe und die Zuneigung steigt. Das Kind schläft auch rascher nach dem Stillen ein und die Mutter kann dann auch Schlaf und Ruhe finden. Das Stillen ist in keinster Weise eine Belastung für die Mutter, sondern eine echte Entlastung. Stillen ist eine Hilfe für die Mutter und auch ihr Kind.

 

Bleiben Sie tapfer!

Lassen Sie sich nicht entmutigen und zu einem schnellen Abstillen drängen. Dies ist nicht notwendig! Wir wünschen viel Kraft und eine schöne Stillzeit! Dein Stillgruppen.de!

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