Auf der Arbeit Milch abpumpen: Mütter erzählen ihre Geschichten

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Auf der Arbeit Milch abpumpen: Mütter erzählen ihre Geschichten

Fr., 04/30/2021 - 08:21
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Du willst wieder in den Beruf einsteigen, willst Dein Baby aber weiterhin mit Muttermilch füttern? Die Muttermilch ist sehr kostbar für Dein Kind und hat viele Vorteile. Im folgenden Ratgeber erfährst Du alles, wie Milch abpumpen in der Arbeit funktioniert.

Wenn Du einen Arbeitgeber hast, der Dich bei Deinem Vorhaben unterstützt, ist das ausgezeichnet. Dennoch wirst Du Dir Gedanken machen, über das „Wie“ des Milch-Abpumpens in der Arbeit. Es werfen sich Fragen auf, ob Deine Kollegen damit Probleme haben werden, wenn Du mehr Pausen einlegst. Wie sieht es mit Deiner Privatsphäre aus? Mit ein wenig Planung und Organisation wird das Abpumpen Deiner Muttermilch zum Erfolgserlebnis werden.

Neben Deinem Baby und Dir, wird auch Dein Arbeitgeber zufrieden sein. Es gibt 10 gute Tipps für das Abpumpen der Muttermilch auf der Arbeit.

Du musst Deine Rechte kennen!

Es gibt zahlreiche Länder, wo Du einen gesetzlichen Rechtsanspruch darauf hast. An Deinem Arbeitsplatz darfst Du Muttermilch abpumpen, um Dein Baby weiter damit zu füttern. Dein Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, Dir genug Zeit für das Abpumpen einzuräumen.

Du musst Dich vorbereiten!

Du musst schon vor dem Milch abpumpen dafür sorgen, dass Du alles Wichtige mithast. Zubehör für das Abpumpen selbst und zum Aufbewahren ist essentiell. Du brauchst auch etwas, um die aufgefangene Muttermilch transportieren zu können. Die Milchpumpe ist dafür das wichtigste Utensil. Eine Doppelpumpe, die elektrisch betrieben wird, ist die beste und schnellste Wahl. Mit einer Doppel-Milchpumpe kannst Du auch die meiste Milchmenge generieren. Eine weitere Milchpumpe ist auch hilfreich, die Du in der Arbeit aufbewahrst. So musst Du nicht jeden Tag die Pumpe von daheim mitbringen.

Was ist noch wichtig?

Andere wichtige Utensilien sind:

  • Eine Trage-Kühltasche, worin Du die Milch transportieren kannst
  • Flaschen für die Milch oder Milchbeutel
  • Mikrowellenbeutel, die der Desinfektion dienen
  • Einige Stilleinlagen, sowie ein T-Shirt als Ersatz (Milch kann auslaufen)
  • Kleidung, die stillfreundlich ist – Du brauchst einfachen Zugang zur Brust

Ein Gespräch mit Deinen Kollegen!

Es ist zwar nicht erforderlich, dass Deine Kollegen wissen, dass Du Milch abpumpst. Aber es wäre von Vorteil, damit sie wissen, um was es geht. Da Du mehr Pausen hast, als sie, zeigen sie sicher Verständnis. Es kann sein, dass eine weitere Kollegin Milch abpumpt. Dies könnte in großen Unternehmen mit Großraumbüros leichter der Fall sein. Dann spreche sie an und werdet Partnerinnen in der Zeit des Abpumpens. Ihr könnt euch gegenseitig eine Hilfe sein.

Begib Dich auf die Suche nach einem Raum!

Der Arbeitgeber soll Dir ein extra Zimmer zur Verfügung stellen. Das sollte kein WC sein. Ein „Erste-Hilfe-Zimmer“ wäre dafür ideal. Es kann aber auch ein Besprechungsraum zur Verfügung gestellt werden. Auch ein Raum, wo sonst Kurse abgehalten werden, könnte es sein. Du musst es bequem haben, um Deine Milch abpumpen zu können. Vor allen Dingen solltest Du dabei ungestört sein.

Du musst an die Aufbewahrung denken!

Es muss für Dich eine Möglichkeit geben, wo Du die Milch aufbewahren kannst. Wenn es nur einen Kühlschrank zur gemeinsamen Verwendung gibt, beschrifte Deine Milchflaschen. Auch Muttermilchbeutel musst Du deutlich sichtbar und lesbar beschriften.

Achte darauf, dass die Milch kühl bleibt!

Wenn Du Deine Milch am selben Tag abpumpst, kannst Du diese Deinem Baby ohne Bedenken geben. Falls Du die Muttermilch Deinem Baby erst am folgenden Tag gibst, brauchst Du diese auch nicht einfrieren. Aber Du musst die Milch dauerhaft kühl lagern und aufbewahren. Zu dem Zweck kannst Du die Milch im Kühlschrank lagern. Wenn Du die Arbeit verlässt, dann brauchst Du eine Kühltasche.

Die Milch darf am Weg nach Hause nicht verderben. Im Kühlschrank ist Deine Muttermilch drei Tage für Dein Baby genießbar. Der Säugling kann die Milch ohne weiteres trinken. Bei sauberen und hygienischen Zuständen im Kühlschrank, ist die Milch sogar fünf Tage haltbar. Es gibt eigene Artikel darüber, wie Du Deine Muttermilch aufbewahren kannst.

Du solltest den idealen Zeitpunkt finden!

Du solltest Dir angewöhnen, Deine Milch zu den Zeiten abzupumpen, wenn Du normalerweise das Baby stillst. Die Milchproduktion Deiner Brüste kommt so nicht aus dem Gleichgewicht. Du kannst genug Milch für Dein Baby gewinnen. Die Milchproduktion bleibt so am besten aufrecht.

Ein altes Sprichwort sagt: „Übung macht den Meister“!

Du kannst bei Arbeitsbeginn einen Tag Probezeit vereinbaren. Damit kannst Du schon einmal probieren, wie das Milch abpumpen in der Arbeit klappt. Der erste Tag zurück in der Arbeit kann auch auf einen Freitag fallen. So entfällt der Stress einer ganzen Arbeitswoche und Du kannst es langsam angehen. Du weißt dann auch schon Bescheid, wie Du mit dem Abpumpen und dem Transport zurechtkommst. So kannst Du am folgenden Montag schon gelassener in die Arbeit fahren.

Vergiss nicht auf die Pause!

Es kann sein, dass Dein Baby nicht weit weg von Deiner Arbeit betreut wird. In diesem Fall kannst Du Stillpausen einlegen. Du kannst Dein Kind dann direkt in der Tagesstätte stillen. Dies wäre die allerbeste Alternative und Du brauchst erst gar nicht die Milch abpumpen.

Kümmere Dich um Dein Wohl!

Für stillende Mütter ist es nicht immer leicht, ein gutes Gleichgewicht im Alltagsstress zu finden. Die Stillphase ist manchmal sehr anstrengend. Wenn Du das erste Mal Mutter wurdest, brauchst Du eine Eingewöhnungsphase. Ein Neugeborenes schreit auch nachts sehr oft und wird wach. Das Baby will gefüttert werden und Dir fehlt oft genügend Schlaf. Sei gelassen, vermeide unnötigen Stress und vergiss nicht auf Deine Bedürfnisse. Wenn das Baby einige Monate alt ist, schläft es meist auch schon durch. Diese Veränderung in Deinem Leben dauert nur kurz an und Du wirst sie meistern.

Mütter erzählen vom Abpumpen in der Arbeit

Folgende Mütter fanden alle verschiedene Wege des Abpumpens ihrer Milch in der Arbeit. Sie machten dabei eigene Erfahrungen, beim Arbeiten die Milch abzupumpen. Alle fanden einen guten Weg, diese Routine in ihrem Arbeitsalltag unterzubringen.

Meine Kühltasche war immer mit dabei!

„Bevor ich wieder ins Berufsleben einstieg, informierte ich meinen Arbeitgeber. Ich sagte ihm, dass ich unbedingt die Milch abpumpen möchte. Er hatte großes Verständnis dafür und da ich ein eigenes Büro hatte, wurde an der Tür eine Jalousie angebracht. Die Bürotür hatte eine kleine Glasfront. Ich konnte mein kleines Büro zwar zusperren, aber es ging um den Sichtschutz.

So war während des Abpumpens meine Privatsphäre gewahrt. Die Muttermilch strich ich per Hand in eine Flasche. Diese bewahrte ich dann in einer kleinen Kühltasche auf. Ich kennzeichnete diese und stellte sich im Kühlschrank ab. Wenn ich nicht in meinem Büro war, suchte ich mir ein stilles Plätzchen. Die Kühltasche und eine Milchflasche hatte ich immer dabei. Wenn während der Arbeit die Zeit zum Milch abpumpen zu knapp wurde, pumpte ich nochmals vorm dem Nachhause gehen ab. Mein Baby hatte dann tags darauf in der Tagesstätte genug gesunde Milch.“

Es war nicht immer leicht, einen Raum zum Milch abpumpen zu finden!

„In der Arbeit war es immer eine Herausforderung, ein Zimmer zu finden. Beim Milch Abpumpen will man alleine und ungestört sein. Einen eigenen Raum zu finden, war oft eine Hürde. Ich hatte auch einige unschöne Diskussionen mit männlichen Abteilungsleitern. Auch die Kommunikation mit dem Personalchef war nicht immer einfach. Männliche Vorgesetzte verstanden nicht immer mein Anliegen auf Privatsphäre.

Als ich mein erstes Kind bekam, war ich in einem Großunternehmen angestellt. Es gab mehrere Großraumbüros, die einige leere Räume hatten. In einem Raum konnte ich immer ungestört abpumpen. Ich konnte aber nicht immer genügend Pausen machen. So konnte ich manchmal nicht genug Muttermilch für mein Kind abpumpen. Der Arbeitsstress war oft hoch und ich konnte nicht so oft Pause machen. Daher gab ich nach drei Wochen auf. Ich stellte mein Baby auf Säuglingsnahrung um.

Als ich das zweite Baby bekam, wollte ich unbedingt weiter mit Muttermilch füttern. Die Firma war wesentlich kleiner. Es war aber ein Sportunternehmen und ein eigener Raum war schwierig zu finden. Ich konnte im „Erste-Hilfe-Zimmer“ meine Milch abpumpen. Dieser war aber sehr kalt, es war gerade Winter. Auch konnte das Zimmer immer jemand betreten. An Privatsphäre war daher nicht zu denken. Es passierte oft, dass jemand den Raum betrat, denn der Raum wurde auch anderweitig genutzt. Mir wurde ein anderes Zimmer gegeben. Aber der Schlüssel für diesen Raum kam manchmal abhanden.

Die Unterstützung meiner Firma war mir sicher!

„Milch am Arbeitsplatz abpumpen gestaltete sich für mich ohne Probleme. Meine Firma hatte genügend Kapazitäten dafür und ich hatte große Unterstützung. Ich hatte auch Zeit genug, Milch ungestört abzupumpen. Ich kümmerte mich täglich um hygienisches Zubehör. Die Milchpumpe wurde natürlich jeden Tag gereinigt. Das Unternehmen, wo ich arbeite, hat ein eigenes Stillzimmer.

Eine interne Milchpumpe ist ebenfalls vorhanden. Jede stillende Mutter bekam auch ein Pumpset geschenkt. Somit brauchte ich nicht einmal meine eigene Pumpe zur Arbeit mitnehmen. Sieh zu, dass Du immer vorbereitet bist. Sei humorvoll und denke auch an Deine Entspannung. Beim Abpumpen solltest Du es so gemütlich als möglich haben.“

Unser Ratschlag

Unser Rat an Mütter, die ihr Baby mit Muttermilch füttern wollen: erkundige Dich über die Gesetzeslage! Sei selbstbewusst in Deinem Anliegen und setzte Deine Rechte durch. Es ist eher auf falsche Koordination zurückzuführen, dass es manchmal zu Fehlern kommt. Der Arbeitgeber und Deine Kollegen stehen Müttern in dieser Angelegenheit eher nicht ablehnend gegenüber. Es ist eine Frage der guten Organisation. Manchmal ist es wie eine schwere Geburt, aber die Sache ist wertvoll. Die Milchpumpe des Anbieters Medela ist zu empfehlen.“

Ich kann beides: arbeiten, sowie auch abpumpen!

„Neben der Milchpumpe war auch ein eigener BH wichtig. Diesen brauchte ich zum Abpumpen mit einer freien Hand. Daneben brauchte ich noch Stilleinlagen, wenn meine Milch auslief. Ich hatte immer Kleidung an, die stillfreundlich war. Das alles sparte viel Zeit ein. Es ist nur eine Frage der richtigen Planung. Mir fiel es leicht, zu arbeiten und gleichzeitig Milch abzupumpen.

Zahlreiche andere Frauen können das aber nicht. Sie brauchen beim Milch Abpumpen Entspannung. In der Arbeit gab es einige Zimmer, die für Mütter bereitgestellt wurden. Ich war während der Zeit des Milch Abpumpens eigentlich immer auf der Suche nach einem freien Raum. Wenn in einem Zimmer eine Besprechung stattfand, konnte ich den Raum natürlich nicht nutzen.

In einem großen Unternehmen sind Konferenzen oft an der Tagesordnung. Diese sind oft spontan und nicht eingeplant. Wenn ich selbst an einer Konferenz teilnehmen musste, war es auch schwierig, einfach zu gehen. Dann konnte ich meine Milch nicht zum richtigen Zeitpunkt abpumpen. Oft dauerte eine Besprechung auch länger und ich verließ diese einfach früher.“

Keiner in der Firma war neidisch auf mich, dass ich mehr Pausen hatte!

„Die ersten Monate nach Arbeitsbeginn stillte ich meine Tochter daheim. Ich hatte flexible Bürozeiten und war um 9:30 Uhr im Büro. In der Arbeit pumpte ich meine Milch zweimal ab. Um 17:00 Uhr holte ich dann mein Baby in der Kinderkrippe ab. Ich stillte meine Tochter dann noch direkt in der Kinderkrippe. Daraufhin fuhren wir nach Hause und ich legte die Milchbeutel aus der Kühltasche ins Gefrierfach.

Kurz bevor ich mein Kind schlafenlegte, stillte ich es nochmals. Bevor man wieder ins Berufsleben eintritt, soll man die Situation mit dem Vorgesetzten besprechen. Auch sollte man seine Kollegen darüber informieren. So wissen sie Bescheid und können die Mehrfachpausen besser respektieren. Niemand war deshalb neidisch auf mich. Das Gegenteil war der Fall: alle freuten sich mit mir und meinem Baby. Neben mir pumpten noch drei andere Mütter ihre Milch ab. Das machte das Milch abpumpen für mich wesentlich einfacher. Es ist für jede frischgebackene Mutter in dieser Situation einfacher, wenn weitere Mütter dieselben Erfahrungen teilen.“

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