Die Angst vor einer Frühgeburt

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Die Angst vor einer Frühgeburt

So., 11/29/2020 - 13:47
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Während einer Schwangerschaft erlebst du ein auf und ab der Gefühle. Schwangere Frauen erleben eine Achterbahn Fahrt der Gefühle. Einige Frauen haben auch Angst vor einer Frühgeburt. Gottseidank muss die Angst aber gar nicht so groß sein, denn die Überlebenschancen bei einer Frühgeburt sind viel höher als es früher einmal war.

Während der Geburt oder unmittelbar sterben heute nur noch ca. 0,5 Prozent der Frühchen. Obwohl es zahlreiche Vorsorge Untersuchungen gibt, kommt es trotzdem noch immer in ungefähr sieben Prozent aller Schwangerschaften, zu einer ungeplanten Frühgeburt. Von einer Frühgeburt wird immer dann gesprochen, wenn die Entbindung noch vor der 37. Schwangerschaftswoche stattfindet. Frühchen haben in der Regel immer ein niedriges Geburtsgewicht, welches in drei Stufen eingeteilt wird.

Liegt das Gewicht unter 1000 Gramm, so spricht man von einem extrem geringen Geburtsgewicht. Liegt das Geburtsgewicht zwischen 1000 und 1500 Gramm, so spricht man von einem sehr geringen Geburtsgewicht. Und als letzte Stufe wird noch das Gewicht 1500 bis 2500 Gramm als geringes Geburtsgewicht aufgeführt.

Sofern sich die Babys in dem Bereich von unter 1500 Gramm Geburtsgewicht wiederfinden, so liegt ein höheres Risiko für Probleme bzw. Komplikationen vor. Dieses liegt bei ungefähr ein Prozent der Babys vor.

Leider hat sich die Anzahl der Babys mit dem sehr geringen Geburtsgewicht (1000 bis 1500 Gramm) nahezu verdoppelt! Und dies nur in einem Zeitraum von 10 Jahren! Woran kann das liegen? Nun, die Mediziner vermuten hier das gestiegene alter der Mütter (die Gesellschaft hat sich verändert und den Frauen ein längeres Arbeitsleben zugewiesen) und den medizinischen Fortschritt im Bereich der künstlichen Befruchtung. Ebenso ist wohl die Anzahl der Mehrlingsschwangerschaften gestiegen. Diese erhöhen ebenfalls die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt.

Obwohl die Intensiv-Medizin im Bereich der neugeborenen deutliche Fortschritte gemacht hat, gibt es trotzdem bei den Frühchen, welche vor der 32 Woche geboren werden, große Probleme. Diese Frühchen leiden leider meist unter deutlichen und irreparablen gesundheitlichen Schäden.

Ab wann spricht man eigentlich von einer Frühgeburt?

Das Mutterschutzgesetz gibt hier ein eindeutiges Geburtsgewicht vor. Wiegt das Kind weniger als 2500 Gramm, so spricht man von einem Frühchen bzw. einer Frühgeburt.

Von Seiten der Medizin spricht man von einem Frühchen, wenn das Kind vor der beendeten 37 Schwangerschaftswoche geboren wird bzw. über drei Wochen vor dem mutmaßlichen Entbindungstermin.

Wahrscheinlichkeiten sind schwer zu berechnen

Fast 70 Prozent der Babys, die nach oder noch vor der Geburt sterben, sind als Frühchen definiert. Es gibt hier aber keinen Grundsatz, ob nun ein Frühchen überlebt oder nicht. Dafür sind die Einfluss Faktoren einfach zu vielfältig, die über leben und Tod entscheiden.

Die Lunge ist noch nicht bereit!

Große Probleme haben besonders die Kinder, welche vor der 32. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen. Obwohl die Ärzte alles tun und die Babys in einem Brutkasten versorgen (er soll die Gebärmutter simulieren), gibt es meist bei der Sauerstoffversorgung die großen Probleme. Denn die ausreichende Sauerstoffversorgung ist nur bei einer guten lungenreife gegeben und die ist eben meist nicht vorhanden. Die Gabe von bestimmten Medikamenten soll hier die Herstellung der lungenreife unterstützen.

Unterversorgung des Kindes

Meist ist der genaue Grund für eine Frühgeburt nicht geklärt, für viele Mediziner kann sie aber auch eine geplante Aktion sein. So könnte die frühe Geburt auch ganz bewusst von dem Körper bzw. von dem Kind selbst ausgelöst sein, um einer weiteren Unterversorgung aus dem Wege zu gehen. Hier wäre es also auf jeden Fall falsch, die Wehentätigkeit in irgendeiner Form zu hemmen.

Während der Geburt werden alle wichtigen Werte mit diversen Hilfsmitteln aufgezeichnet. Dazu zählen: Ultraschall, Dopplerflussmessung und Wehenaufzeichnung. Die Herzfrequenz wird laufend überwacht und bei Bedarf entsprechende Schritte eingeleitet. Gibt es Probleme oder Hinweise für eine Mangelversorgung, dann wird ein Kaiserschnitt durchgeführt.

Der Fibronektintest

Der nicht-invasive Fibronektin Test, kann den Nachweis von fetalem Fibronektin erbringen. Dieses Eiweiß wird von dem Fetus besonders in Notsituationen gebildet.

Die Gebärmutterhalslänge

Ebenfalls wird die Messung der genauen Länge des Zervix (also des Gebärmutterhalses) für die Einschätzung einer Gefahren Situation herangezogen. War der oben erwähnte Fibronektin Test negativ und ist der Gebärmutterhals über 3 Zentimeter lang, besteht wohl eher ein geringeres Risiko für eine solche Frühgeburt. Liegt die Länge der Zervix unter 3 Zentimeter (hier noch vor Beginn der 17. Schwangerschaftswoche), so steigt das Risiko für eine Frühgeburt!

Wie kann das Risiko steigen?

Es gibt bestimmte Faktoren, die das Risiko für eine Frühgeburt steigen lassen. Diese Situationen oder Risiken wollen wir hier nur kurz beschreiben. Wenn Frauen bereits einmal eine Frühgeburt erlitten haben, dann ist dies als Risiko Faktor zu bewerten. Ebenfalls bei einer vorangegangenen Fehlgeburt. Und auch ein vorangegangener Schwangerschaftsabbruch steigert das Risiko.

Weiterhin spielen die folgenden Faktoren eine große Rolle bei der Steigerung des Risikos: eine Scheideninfektion, eine Mehrlingsschwangerschaft, seelische Belastungen, körperliche Belastungen, zu viel Fruchtwasser, Drogen, Rauchen und konstanter Alkoholkonsum. Um also das Risiko einer Frühgeburt deutlich zu senken, sollten die Schwangeren frühzeitig die möglichen Risiken ausschließen bzw. beenden.

Die Gefahr einer Infektion

Wie bereits oben erwähnt, steigert eine Infektion das Risiko immens. So gehen tatsächlich rund 50 Prozent aller Frühgeburten auf eine Infektion der Gebärmutter oder der scheide zurück. Um einer solchen Infektion vorzubeugen, erfolgen regelmäßig bakterielle Untersuchungen in Form von Routineuntersuchungen. Wird eine Infektion festgestellt, so werden Antibiotika angewendet. Präventiv werden ebenfalls Medikamente eingesetzt, die wehenhemmend wirken. Besonders praktisch sind hier auch Tests, mit denen sich die schwangere Frau schnell und einfach selbst auf eine Infektion testen kann. Der sogenannte pH Wert Testhandschuh ermittelt den pH Wert im Scheidenbereich und stellt somit ein geeignetes Mittel dar, eine Infektion in der scheide bereits früh zu erkennen.

Wie vermeide ich Infektionen?

Scheideninfektionen kann man vermeiden, wenn man Wäsche aus Naturfasern bevorzugt, denn dieses verhindert ein Wachstum von Hefepilzen. Bitte auch keine Gele oder Sprays an bzw. in der Scheide nutzen und auf Kunststoff-Slipeinlagen verzichten. Ein warmes und feuchtes Klima in dem Scheidenbereich ist zu vermeiden. Denn dieses würde das Wachstum von solchen Erregern nur fördern. Durch viel Bewegung und eine gesunde Ernährung stärkst du dein Immunsystem, was die Abwehr von Viren unterstützt!

Der richtige pH Wert

Der ideale pH Wert in der scheide liegt bei ungefähr 4,0 bis 4,4. Damit liegt er im sogenannten sauren Bereich und verhindert den Eintritt von Krankheitskeimen. Wenn der pH Wert über 4,4 steigt, dann sind Krankheitserreger in der Lage einzudringen. Doch auch dann ist noch nicht alles verloren, denn nun können zum Beispiel auch Antibiotika eingenommen werden und die Eindringlinge in ihre Schranken gewiesen werden!

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