Muttermilch abpumpen und aufbewahren

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Muttermilch abpumpen und aufbewahren

So., 04/19/2020 - 19:45
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Das Abpumpen von Muttermilch kann notwendig werden. Liegen Stillprobleme oder Erkrankungen vor oder ist die Mutter berufstätig, so ist es eine Möglichkeit um die Versorgung des Kindes mit Muttermilch weiter zu ermöglichen.

Wie gewinnt man Muttermilch? Hier in diesem folgenden Artikel wollen wir die verschiedenen Möglichkeiten der Muttermilchgewinnung vorstellen. Ebenfalls wollen wir auf die Aufbewahrung, die Erwärmung und die Fütterung der Muttermilch eingehen.

Welche Methoden gibt es?

Muttermilch kann durch das manuelle Gewinnen (also die Gewinnung von Muttermilch per Hand) oder durch eine Milchpumpe gewonnen werden. Wir wollen diese zwei Varianten vorstellen.

Die Entleerung der Brust ist in gewissen Situationen sehr wichtig und hilfreich. Aus diesem Grunde sollte es bereits in der Entbindungsklinik oder durch eine Stillberaterin oder einer Hebamme gelehrt werden. Situationen, die eine manuelle Entleerung der Brust notwendig machen sind zum Beispiel: ein Milchstau, die kurzfristige Trennung von Mutter und Kind, wunde Brustwarzen, eine Brustverweigerung, starker initialer Milcheinschuss oder Saugschwierigkeiten beim Kind. Wenn Du Dich auf diese Situationen vorbereiten möchtest und die Handentleerung bereits lernen möchtest, dann kannst Du die folgenden Videos und Anleitungen nutzen.

Anleitung 1

Anleitung 2

Das Kolostrum

Das Kolostrum hat eine hohe Viskosität und wird am Anfang nur in kleineren Mengen produziert. Deshalb erscheint hier die Gewinnung per Hand am sinnvollsten. Kolostrum wird nur in geringen Mengen gewonnen und kann bei der Handgewinnung einfach viel besser eingesammelt werden. Die geringe Anzahl der Kolostrumtropfen kann bei einer Handentleerung einfach viel besser aufgefangen werden, als bei einer Nutzung einer Milchpumpe. Gerade in der ersten Zeit, wenn das Baby vielleicht noch müde von der Geburt oder den Medikamenten ist, dann ist eine Handentleerung sehr sinnvoll.

Die Handentleerung sollte mindestens sechs Mal am Tag durchgeführt werden um den Milchspendereflex auszulösen und die Milchbildung anzuregen. Denn die Nachfrage bestimmt das Angebot. Wenn der Milcheinschuss erfolgt ist, dann kann die elektrische Milchpumpe genutzt werden, da man damit dann natürlich viel einfacher, viel größere Mengen an Muttermilch gewinnen kann. Die meiste Milch kann mit einem geschickten Mix aus der Handentleerung und dem Abpumpen gewonnen werden.

Handgewinnung sollte auf jeden Fall gelernt sein

Wir empfehlen auf jeden Fall die Methodik der Handgewinnung von Muttermilch zu erlernen. Dies ist eine zusätzliche Chance und Möglichkeit auf bestimmte Situationen reagieren zu können. Die Handgewinnung kann immer und überall eingesetzt bzw. angewandt werden. Du benötigst kein Hilfsmittel und bist also total flexibel. Ein weiterer Pluspunkt ist die Steigerung des Fettgehaltes in der Muttermilch, welcher durch die Handgewinnung erreicht wird. Diese Entleerung sollte mit einer Brustmassage und einer Brustkompression kombiniert werden. Die Handgewinnung ist natürlich etwas zeitintensiver als die Benutzung einer Milchpumpe und muss auch geübt werden. Wenn Du Deinem Kind eine vollständige Mahlzeit anbieten möchtest, dann musst Du mindestens zwanzig bis dreißig Minuten dafür einplanen, wenn Du die Muttermilch mit der Hand gewinnen willst. Nutze saubere Schalen für das Aufsammeln der Muttermilch.

Die große Auswahl an Milchpumpen

Die Industrie und der Handel haben die Produktion von Milchpumpen und dem Zubehör natürlich für sich entdeckt, da sie damit einen großen Umsatz erzielen können und letztlich natürlich auch einen Gewinn. Wie findest Du aber nun die richtige Muttermilchpumpe für Dich? Welche ist die Richtige und auf was muss man genau achten bei dem Kauf einer Milchpumpe?

Die wichtigsten Punkte gleich vorab: eine Milchpumpe darf Dich bzw. Deine Brustwarzen natürlich nicht verletzen und somit keine Schmerzen verursachen. Solltest Du beim Abpumpen also Schmerzen verspüren, dann stimmt auf jeden Fall etwas nicht. Entweder ist die Pumpe nicht von guter Qualität und die Pumpstärke ist vielleicht zu hoch eingestellt oder die Kontaktstellen zu Deiner Brust sind in irgendeiner Form nicht gut geformt.

In solch einem Fall, solltest Du die Milchpumpe bzw. den ganzen Vorgang des Abpumpens von einer Stillberaterin überprüfen und begleiten lassen. Eine hochwertige Milchpumpe muss auf jeden Fall schonend sein und die Brust effizient entleeren können. Wenn Du Dir unsicher bist, welche Milchpumpe für Dich am besten ist, dann solltest Du Dich auf jeden Fall in einer Stillgruppe oder bei einer Stillberaterin erkundigen.

Wenn Du für einen bestimmten Zeitraum Abpumpen musst, dann kann auch eine Handpumpe sehr nützlich sein. Du findest diese Handpumpen in Apotheken, in Drogerien oder auch auf Amazon. So kannst Du Dir einen Vorrat an Muttermilch anlegen, sozusagen „für alle Fälle“. Eine Handpumpe ist aber eher für den gelegentlichen Gebrauch vorgesehen, da die Anwendung natürlich auch anstrengend ist. Eine Handpumpe wird mit Pumpbewegungen betrieben und benötigt deshalb natürlich keinen Strom. Die Handpumpe ist deshalb natürlich preiswerter, viel leiser und auch deutlich leichter als eine elektrische Milchpumpe. Die Handpumpe kann also einfach in Deiner Handtasche mitgeführt werden.

Von welchen Pumpen wird abgeraten? Wir wollen diese hier nur kurz aufführen. Bei allen diesen Pumpen kann die Saugkraft nicht eingestellt bzw. reguliert werden und dies kann zu Verletzungen an den Brustwarzen führen. Nicht genutzt werden sollen Zylinderpumpen und sogenannte Gummiball-Pumpen.

Bei den Gummiball-Pumpen liegt sogar das Problem einer nicht ausreichenden Reinigung vor. Der Muttermilch kann also eine bakterielle Kontamination wiederfahren.

Transportable elektrische Milchpumpen

Die Lösung für eine berufstätige Mutter ist eine elektrische Milchpumpe, welche extra für den Transport konzipiert wurde. So kann sie ihre Brüste gleichzeitig abpumpen und benötigt dafür nur ungefähr zwölf Minuten im Durchschnitt. Bei dieser Variante handelt es sich um ein sogenanntes Doppelpumpset. Es gibt sogar batteriebetriebene Varianten, sodass die Mutter wirklich vollkommen flexibel und unabhängig ist. Die berufstätige Mutter kann sich so einfach in einen beliebigen Raum auf der Arbeit zurückziehen oder die Pumpe sogar auf einer Zugreise oder ähnlichem nutzen. Diese elektrischen Milchpumpen sind entweder im Internet oder bei vielen Apotheken vor Ort erhältlich. Wenn Du Dir überlegst, eine elektrische Milchpumpe zu kaufen, so solltest Du gleich den Erwerb eines Doppelpumpsets in Erwägung ziehen.

Klinik- und Verleihpumpen

In den meisten Geburtskliniken kommen Klinik- und Verleihpumpen (elektrisch) zum Einsatz. Diese sind dort im Dauereinsatz und müssen natürlich von besonders guter Qualität sein. Sie sind sehr robust und langlebig und sollten zudem auch noch gut und einfach zu reinigen bzw. zu sterilisieren sein. Die Vorschriften für die Milchgewinnung bei diesen Maschinen sind besonders hoch und streng. Die Klinik- und Verleihpumpen sind deshalb besonders teuer und der Erwerb ist für eine Familie nicht wirtschaftlich. In dieser Kategorie gibt es auch besondere Pumpen, die extra für Mütter von kranken Babys oder auch Frühchen angefertigt werden. Diese besonderen Milchpumpen können aber auch in Sanitätshäusern oder Apotheken gemietet werden. Planst Du die Nutzung solch einer besonderen Klinik- oder Verleihpumpe, so solltest Du Dich auf jeden Fall vorher von einer Stillberaterin einweisen lassen.

elektrische Pumpe
Eine Klinikpumpe

Das richtige Vakuum und die Saugfrequenz einstellen

Für den ordentlichen Betrieb der elektrischen Milchpumpen ist die richtige und korrekte Einstellung von Vakuum und Saugfrequenz enorm wichtig. Nur so werden Verletzungen vermieden und der Milchspendereflex wird ganz natürlich ausgelöst. Wenn Du mit dem Abpumpen an einer Milchpumpe anfängst, dann solltest Du mit ungefähr 120 Zyklen pro Minute und einem eher niedrigen Vakuum beginnen. In dieser Stimulationsphase würde Dein Baby vermutlich die gleiche Intensität auswählen, um die Milchproduktion anzuregen.

Wenn die Milch fließt, dann kann das Vakuum erhöht werden und die Saugfrequenz entsprechend reduziert werden. Das perfekte Vakuum bzw. die mögliche Saugintensität ist bei jeder Frau unterschiedlich. Es gibt hier keinen Richtwert. Die Milch soll effizient angesaugt werden, aber ohne Schmerzen zu verursachen. Das optimale Vakuum liegt (je nach Frau) bei etwa -98 mmHG bis hin zu -270 mmHG. Du musst die Brustwarzen an die Saugintensität langsam gewöhnen und kannst sie sogar nach einiger Zeit einem höheren Vakuum aussetzen. Ergänzend kann auch (wenig) Brustwarzencreme eingesetzt werden.

Die Pumpfrequenz und das Vakuum kann bei den meisten Handmilchpumpen ebenfalls reguliert werden.

Die korrekte Trichtergröße

Bei der Nutzung der Milchpumpen ist die richtige Größe der Trichter sehr wichtig. Es gibt hier keine Einheitsgröße, da die Brustwarzengröße bei jeder Frau anders ist und sogar bei der gleichen Frau unterschiedlich große Brustwarzen an der linken und rechten Brust vorkommen können. Der Milchpumpen-Trichter muss immer zu der Brustwarzengröße der Frau passen um Verletzungen der Brustwarze zu vermeiden. Wenn der Trichter beispielsweise zu klein ist, dann führt dies (durch Reibung und Quetschung) zu Schwellungen, Schmerzen und letztlich auch zu Verletzungen.

Außerdem werden auch die seitlichen Milchgänge blockiert. Wenn der Trichter aber zu groß ist, dann ist dies ebenfalls schädlich, weil das Warzenhof-Gewebe zu tief in den Trichter gezogen wird, was dann ebenfalls wieder zu Verletzungen führen kann. In beiden Fällen führt die falsche Trichtergröße also zu einer Schädigung oder Verletzung der Brustwarzen. Schmerzen sind dann oft die Folge. Leider verfügen einfache Milchpumpen meist nur über eine einzige Standard Trichtergröße und die Benutzung dieser verursacht also deshalb in der Regel auch immer Probleme und Schmerzen. Um all dies zu vermeiden und Dir viele Probleme und Schmerzen zu ersparen, empfehlen wir die Nutzung von Milchpumpen mit verschiedenen Trichtergrößen. Anbieter wie zum Beispiel: Medela, Mamivac odr Ardo medical bieten die unterschiedlichen Trichtergrößen bzw. Brustglockeneinsätze standardmäßig immer an.

Doch wie bestimmst Du eigentlich Deine Brustwarzengröße? Du kannst Dir Kreisschablonen basteln (aus Papier mit unterschiedlichen Durchmessern) und Dich an die richtige Größe „herantasten“ oder Du nutzt die Standard-Hauben, die bei guten Milchpumpen bereits mitgeliefert werden aus. Auch hier näherst Du Dich vorsichtig der perfekten Größe an. Der übliche Durchmesser von Brustwarzen liegt bei den meisten Frauen zwischen zwölf und siebzehn Millimetern. Wenn Du die optimale Größe auswählen möchtest, dann sollte die Haube immer ca. vier Millimeter größer als die Brustwarze sein.

Wenn nicht genug Milch gewonnen wird

Viele Frauen machen sich große Sorgen, wenn nicht direkt von Anfang an große Mengen an Muttermilch gewonnen werden können. Meist liegt dies an einer Störung des Milchspendereflexes. Wenn dieser blockiert ist, dann wird zwar genug Muttermilch produziert, aber die Milch fließt trotzdem nicht.

Oft fehlt hier aber einfach die Übung bei den Abpumpen oder der einfachen Handgewinnung. Nicht nur das die unterschiedlichen Fabrikate und Modelle der Milchpumpen hier unterschiedliche Erfolge erzielen, auch ist es entscheidend, ob nur eine Brust abgepumpt wird oder beide gleichzeitig. Denn ein gleichzeitiges entleeren der Brüste führt viel eher zum effektiven auslösen des Milchspendereflexes.

Der Milchspendereflex kann noch zusätzlich mit einer Brustmassage (Technik: Marmet oder Plata Rueda) unterstützt bzw. ausgelöst werden. Die Natur hat hier den Babys einen Instinkt mit auf den Weg gegeben, den die Kinder im Laufe der Zeit selbständig nutzen. So „kneten“ und „massieren“ die Kinder die Brüste instinktiv und lösen so den Milchspendereflex aus. Ermögliche Deinem Kind also immer die ganze Brust zu sehen und zu berühren. Auch das Wechseln zwischen den beiden Brüsten unterstützt den Milchspendereflex zusätzlich.

Wichtig für den Milchspendereflex

Wir haben bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass das Stillen durch Deine Psyche sehr beeinflusst wird. Deshalb ist es natürlich auch für den Milchspendereflex immens wichtig, dass Du möglichst guter Dinge bist und keinen Stress oder Ärger hast. Lass Dich deshalb nicht ablenken und vermeide Hektik und Unruhe. Dein Telefon kannst Du einfach ausschalten und die Türklingel zur Not auch. Versetze Dich mit Entspannungsmusik in eine relaxte Stimmung und schaffe so den Grundbaustein für eine schöne Stillzeit.

Suche die Nähe zu Deinem Kind oder rieche an einem Kleidungsstück von ihm, da der Geruch das Hormon Oxytocin fördert und die Milch zum fließen bringt. Wenn der Milchfluss zurück geht, dann kannst Du auch eine Milchpumpe nutzen (Einstellung Stimulationsphase) um den Milchspendereflex wieder auszulösen. Wenn Du das effektive entleeren der Brust noch weiter unterstützen und steigern möchtest, dann kannst Du dies mit einer Erwärmung Deiner Brust unmittelbar vor dem Abpumpen erreichen. Dazu kannst Du zum Beispiel ein erwärmtes Handtuch (ungefähr 39 Grad) oder Temperatur-Kompressen nutzen. Insgesamt führt eine ruhige und warme Atmosphäre (warme Füße und Hände etc.) in der Du Dich befindest eher dazu, den Milchspendereflex auszulösen. Du kannst sogar einen warmen Tee trinken um dies zu unterstützen.

Muttermilch und Stillen

Manuelle Unterstützung beim Abpumpen

Du kannst die Milchgewinnung noch weiter steigern, indem Du das sogenannte „Hands-on-Pumping“ anwendest. Dabei unterstützt Du manuell während des Abpump-Vorgangs. Durch diese zusätzliche Handentleerung kann die Milchbildung gerade bei Müttern von Frühgeborenen weiter gesteigert werden. So erreichen die Mütter eine gründliche und vollständige Entleerung der Brust, was zu einer Steigerung der Milchproduktion führt. Du erinnerst Dich sicherlich an unseren Satz „Die Nachfrage bestimmt das Angebot“! Wie genau läuft das „Hands-on-Pumping“ ab?

Nun, im ersten Schritt massierst Du beide Brüste. Du pumpst nun wie gewohnt die Milch ab, bis der Milchfluss endet um dann (am besten hast Du einen Pumpbustier an) mit Deinen Händen eine Brustkompression durchzuführen um zu ertasten, wo noch Muttermilch vorhanden ist. An dieser Stelle musst Du dann wieder weiter massieren. Bestenfalls kannst Du so den Milchfluss wieder starten und dann im Folgenden (auch abwechselnd) wieder die Muttermilch mit Abpumpen, massieren und Handgewinnung sammeln.

Wie oft soll die Brust entleert werden?

Es gibt hier keinen Richtwert, da die persönlichen Umstände der Mutter und vor allem des Kindes die Häufigkeit bestimmen. Saugschwache Babys müssen bei der Anregung der Milchproduktion unterstützt werden und in diesen Fällen erfolgt das Abpumpen deutlich häufiger, als in einer normalen Stillsituation. Du beobachtest also Deinen Milchfluss und die Milchmenge um zu entscheiden, ob die Milchbildung weiter angeregt werden muss oder eben nicht.

Gerade bei besonderen Stillsituationen (Frühgeburt oder krankes Kind) sollte der Rat einer Stillberaterin hinzugezogen werden. In der Regel reicht ein fünf bis sechsmaliges Abpumpen dazu, um die Milchproduktion in geeigneter Höhe aufrecht zu erhalten. Wenn Dein Kind älter ist und Du bereits mit der Gabe von Beikost begonnen hast, dann ist diese Häufigkeit natürlich nicht mehr nötig und sollte sich am Bedarf des Kindes orientieren.

Wann sollte am Besten abgepumpt werden?

Auch hier gibt es keine generelle Regelung oder Empfehlung, da die Situation individuell zu beurteilen ist. Den Zeitpunkt und auch die Menge der abgepumpten Milch sollte man immer vom Stillverhalten des Kindes abhängig machen. Wenn das Baby (in der Regel) besonders viel und lange trinkt, dann sollte man natürlich vorher nicht die ganze Milch abpumpen. In diesen Fällen sollte die Mutter vielleicht eher über den Tag verteilt kleine Mengen Muttermilch abpumpen und als Milchvorrat aufbewahren.

Du kannst sogar während des normalen Stillens abpumpen und so auch die Milchproduktion zusätzlich anregen. Du musst also immer genauso abpumpen, dass Du genug Muttermilch für Dein Kind hast und die Milchbildung immer ausreichend genug stimuliert wird. Wenn Dein Baby gerade gestillt wurde und satt ist, dann kannst Du zum Beispiel die Brust noch vollständig mit dem Abpumpen entleeren, wenn die Milchproduktion noch gesteigert werden soll. Wenn die Milchmenge ausreichend ist und Dein Kind immer satt nach dem Stillen ist, dann muss nicht unbedingt auch noch abgepumpt werden.

Technische Unterstützung beim Abpumpen

Wie bereits weiter oben erwähnt, gibt es Situationen, in denen Du vielleicht für eine zusätzliche Entleerung der Brust noch Deine beiden Hände benötigst. Dazu kannst Du dann entweder ein altes, enges Top von Dir nutzen (Löcher in der Höhe der Brustwarzen einschneiden) um die Trichter dort einzuklemmen oder fertige Pumpbustiers im Handel erwerben.

Die Farben Deiner Muttermilch

Viele Frauen sind irritiert, wenn die Muttermilch gelb oder sogar orange ist. Du brauchst Dir aber überhaupt keine Sorgen, denn diese Farben sind beim Kolostrum ganz normal.

Das Kolostrum wird in den ersten Tagen nach der Geburt gebildet (bis zum zehnten Tag) und versorgt das Neugeborene mit besonders vielen Nährstoffen. Die gelbliche Farbe der Muttermilch verschwindet dann immer mehr und verwandelt sich in einen weißlichen Farbton.

Auch im weiteren Verlauf Deiner Stillzeit wird Dir auffallen, dass sich die Farbe der Milch im Verlauf einer Stillmahlzeit verändert. So ist die sogenannte Vordermilch (welche beim Beginn des Stillens angesaugt wird) viel wässriger und heller als die dann folgende Hintermilch. Die Vordermilch soll den Durst des Kindes löschen und die Hintermilch versorgt es dann mit fettreichen Nährstoffen und ist deshalb deutlich trüber. Wenn Du einen Teil der Muttermilch zum Beispiel abstehen lässt, dann wird sich oben eine Fettschicht absetzen. Der wässrige Teil setzt sich unten ab. Wenn Du also bereits abgepumpte Milch verfüttern möchtest, dann solltest Du diese immer leicht schwenken, damit sich das Milchfett auch wieder gleichmäßig in der Muttermilch verteilen kann. Die Muttermilch kann sogar noch weitere Farben annehmen, welche durch die Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsmitteln ausgelöst werden.

Die Aufbewahrung Deiner eigenen Milch

Wenn Du Deine Muttermilch für die Gabe an Dein eigenes Kind aufbewahren möchtest, dann solltest Du die folgenden Dinge beachten. Bereits vor dem Aufbewahren der Muttermilch steht der Vorgang der Milchgewinnung und damit verbunden die Einhaltung der wichtigen Hygieneregeln. Immer, egal ob beim Abpumpen oder beim einlagern der Muttermilch, solltest Du Dir vorher gründlich und ausreichend Deine Hände mit warmem Wasser und genug Seife gewaschen haben. Ebenfalls sollten natürlich alle Gefäße und auch das Pumpzubehör gründlich gereinigt und gesäubert sein. Und zwar alle Teile und Elemente, die mit der Muttermilch in Berührung kommen könnten.

Die Aufbewahrungsbehälter gibt es in verschiedenen Formen und Materialien, wobei hier das geeignete Material noch nicht gefunden wurde, da jedes Material seine Vor- und Nachteile hat. Empfohlen wird ausdrücklich, die Behälter mit einem Datum zu versehen, damit immer die älteste Muttermilch zuerst verfüttert wird. Bei der Lagerung sollte die Muttermilch immer konstant mit einer Temperatur gelagert werden. Aus diesem Grunde, sollten die Behälter auch nicht in der Nähe der Türen oder von selbstabtauenden Wänden stehen.

Wenn Du die Muttermilch einfrieren möchtest, dann darfst Du die Behälter nicht zu voll machen, da sich die Milch ja beim einfrieren ausdehnt.

Frische Milch darf nicht mehr mit gelagerter bzw. gefrorener Muttermilch vermischt werden. Diese eingefrorene Muttermilch kann ihren Geruch verändern. Das Enzym Lipase zeichnet sich hierfür verantwortlich, da es auch bei sehr kühlen Temperaturen noch weiter aktiv ist und deshalb Fettsäuren abgespalten werden. Der neue Geruch entsteht nun bei dem Oxidationsprozess dieser Fettsäuren, welche von dem Enzym abgespalten werden.

Dieser Vorgang ist absolut nicht schädlich, führt jedoch bei manchen Kindern zu einer Ablehnung dieser Muttermilch. Wir raten bei der Größe der Behältnisse eher zu kleineren Größen, damit nicht zuviel Milch verworfen werden muss, wenn Dein Kind satt ist. Denn ist die Muttermilch einmal aufgetaut, so kannst Du sie nicht erneut wieder einfrieren. Sie muss dann vernichtet werden.

kuehlschrank

Wie lange ist Muttermilch eigentlich haltbar?

Bei der Haltbarkeit sind verschiedene Einflussfaktoren wichtig. Dazu zählen zum Beispiel: die Aufbewahrungstemperatur oder die Anzahl der Keime in der Muttermilch oder im Aufbewahrungsgefäß. Wobei diese Keime möglichst nicht vorkommen sollten. Aus diesem Grunde wollen wir weiter auf die Temperatur eingehen. Dabei gilt der Grundsatz: je höher die Temperatur ist, je niedriger ist die Haltbarkeit. Umgekehrt gilt diese Regel auch. Wird die Milch zum Beispiel bei minus 18 Grad in einer Tiefkühltruhe (ordentlich) gelagert, so ist sie ganze sechs bis maximal sogar zwölf Monate haltbar!

Im Kühlschrank (weit von der Türe entfernt) kann die Lagerung bis zu vier Tage erfolgen, in einer Kühltasche (bei 15 Grad) jedoch nur maximal 24 Stunden. Diese Haltbarkeitsdauer verringert sicht immer mehr, wenn die Muttermilch zum Beispiel einfach bei einer normalen Tagestemperatur gelagert wird (ca. sechs bis acht Stunden) und verringert sich nochmals deutlich im Hochsommer (ca. 30 Grad) auf weniger als vier Stunden.

Wie wird die Muttermilch verfüttert?

Auch hier gilt wieder der Grundsatz: die Hygiene ist wichtig und muss immer eingehalten werden. Sowohl Deine Hände und natürlich auch alle Behältnisse und Hilfsmittel (Becher etc.) müssen sauber sein. Daneben sollte natürlich nach Möglichkeit immer qualitativ hochwertige Muttermilch verfüttert werden.

Frische Milch ist sicherlich immer die Beste und sollte deshalb immer bevorzugt werden, sofern das Stillen kein Problem darstellt. Die Anzahl an Nährstoffen, Vitaminen, an Antioxidanzien und Fett ist in der frischen Milch einfach am höchsten. Auch hier gilt die umgekehrte Temperaturregel: je länger und kühler Milch gelagert wird, umso mehr verliert sie ihren Nährwert und die daraus resultierende immunologische Aktivität. Wenn Du Muttermilch eingefroren hast und diese dann auftauen möchtest, dann sollte dies immer möglichst langsam und schonend erfolgen um den Fettverlust innerhalb der Milch möglichst gering zu halten.

Verwende ausdrücklich keine Mikrowelle, da Du damit Bestandteile der Muttermilch zerstören könnest. Ebenfalls wird die Milch nicht gleichmäßig erwärmt bzw. erhitzt, was unter anderem sogar zu Verbrennungen bei Deinem Kind führen könnte, wenn es einen Teil von heißer Milch erwischt. Aufgetaute Milch kann im Kühlschrank nochmals maximal für 24 Stunden gelagert werden und sollte dann aber nicht mehr verwendet werden. Einmal aufgetaute Milch darf nicht mehr eingefroren werden.

Unser Fazit

Das Abpumpen und Aufbewahren von Muttermilch kann notwendig und sinnvoll sein, wenn bestimmte Situationen und Gegebenheiten vorliegen. Diese haben wir Dir in diesem Bericht kurz vorgestellt. Abpumpen ist aber auf jeden Fall keine Pflicht, sondern ist eher als zusätzliche Möglichkeit anzusehen. Wenn Du ohne Probleme Stillen kannst und damit glücklich bist, dann ist der Einsatz einer Milchpumpe nicht notwendig. Wir wünschen Dir eine schöne Stillzeit. Dein Stillgruppen.de!

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