Wo bekommen Schwangere und Mütter Hilfe?

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Wo bekommen Schwangere und Mütter Hilfe?

So., 05/10/2020 - 18:20
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Gerade für junge Frauen sind die ersten Schritte in der Schwangerschaft und natürlich auch nach der Geburt oft sehr spannend und manchmal auch sehr irritierend. Gerade deshalb gibt es eine ganze Reihe von Unterstützungs- und Beratungsangeboten, die teilweise auch ehrenamtlich angeboten werden. Damit Du auch wirklich alle kennst, wollen wir Dir hier alle wichtigen Akteure rund um die Schwangerschaft und die Geburt vorstellen.

Zusammenarbeit und Stillförderung ist wichtig

Genau deshalb empfiehlt die Nationale Stillkommission einen guten Austausch zwischen dem Fachpersonal und ein besonderes Augenmerk aller beteiligten Akteure, auf die so wichtige Stillförderung. Kinderkrankenschwestern, Ärzte, Hebammen und auch Gynäkologen sollen das Stillen aktiv unterstützen und mit ehrenamtlichen Stillberaterinnen zusammenarbeiten. Das übergeordnete Ziel muss die Förderung des Stillens sein!

Stillorganisationen setzen sich für das Stillen ein

Die international arbeitende Selbsthilfeorganisation La Leche Liga (LLL) setzt sich ehrenamtlich für Mütter ein. Die größte Stillorganisation wurde im Jahre 1956 in Amerika gegründet und setzt sich seitdem aktiv für die Stillförderung ein. Die La Leche Liga begleitet mit ihren zahlreichen Stillberaterinnen die jungen Mütter bei Stillproblemen und sorgt so für einen guten Stillerfolg. Neben der Stillberatung durch eine Stillberaterin, veranstaltet die La Leche Liga auch Stillgruppen um den aktiven und einfachen Austausch zwischen stillen Müttern zu fördern.

In Deutschland gibt es noch die Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS) welche ursprünglich einmal durch einen Zusammenschluss von mehreren Stillgruppen in Deutschland gegründet worden ist. Auch die Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen setzt sich aktiv für die Stillförderung ein und berät stillende Frauen bei Stillfragen bzw. Stillproblemen. Die Beratung erfolgt vor Ort oder auch per Telefon oder Email.

Weitere Akteure

Neben den ehrenamtlichen Stillberaterinnen der zwei oben erwähnten Organisationen, gibt es auch noch die sogenannte Still- und Laktationsberaterin IBCLC. Dabei handelt es sich um medizinische Fachkräfte (Kinderkrankenschwestern, Hebammen oder Ärzte), welche eine intensive und sehr umfängliche Zusatzausbildung erhalten haben und diese mit einem Examen nach einem internationalen Standard (International Board Certified Lactational Consultant) abgeschlossen haben. Es handelt sich hierbei ausdrücklich um Stillspezialisten für besonders schwierige Fälle. Diese Laktationsberaterinnen begleiten die Mütter in den Entbindungskliniken bzw. in den Kinderkliniken. Dort sind sie in der Regel für das Stillmanagement zuständig.

Diese IBCLCs dürfen sich zu Recht als Expertinnen für besonders komplexe und schwierige Stillprobleme bezeichnen. Zusätzlich sind sie auch geschult und ausgebildet um Erkrankungen bei Mutter oder dem Kind einschätzen zu können und die richtigen Maßnahmen einzuleiten. Ebenfalls können sie weiterhelfen bei Frühgeburten und bei untergewichtigen Babys. Eine Beratung bzw. die Hilfe durch die IBCLCs ist nicht ehrenamtlich, sondern kostenpflichtig. Das Honorar der Still- und Laktationsberaterin IBCLC wird in der Regel durch die Krankenkassen nicht übernommen. Erkundige Dich früh genug nach den Konditionen, da eine Laktationsberaterin durchaus einen Stundensatz von 40 bis hin zu 100 Euro pro Stunde kosten kann. Sie bietet ihre Dienstleistung in einer Stillpraxis oder bei Dir zu Hause an. Ebenfalls kannst Du auch eine telefonische oder eine Stillberatung per Email erhalten. Da sich die Technik immer weiter entwickelt, können wir uns auch gut vorstellen, dass die Beratung über Videotelefonie angeboten wird (Skype, WhatsAPP etc.).

In Deiner Schwangerschaft

Bereits während Deiner Schwangerschaft hast Du Kontakt mit medizinischem Fachpersonal: die Hebamme und die Frauenärztin bereiten Dich gemeinsam auf die Geburt vor. Im Rahmen dieser Schwangerenvorsorge sollten auch bereits die ersten Gespräche zum Thema Stillen geführt werden.

Wenn Dir zu diesem Zeitpunkt die Vorteile des Stillens bereits klar sind, dann wirst Du Dich viele eher darauf einlassen. Ebenfalls werden so Unsicherheiten vermieden, da alle Fragen beantwortet werden. Bereits zu diesem Zeitpunkt kannst Du Dich mit Adressen und Kontakten zu einer Stillgruppe in Deiner Nähe versorgen. Die Stillgruppe in Deiner Nähe findest Du natürlich hier auf Stillgruppen.de! Sofern im Rahmen der Schwangerenvorsorge schon Besonderheiten entdeckt werden (zu große oder zu kleine Brustwarze etc.), macht es Sinn sich bereits an eine erfahrene Stillberaterin oder auch an eine Laktationsberaterin IBCLC zu wenden.

Schwangerschaft

In der Klinik

Üblicherweise gibt es in jeder modernen Klinik heutzutage eine Stillbeauftragte, welche für das sogenannte Stillmanagement zuständig ist. In der Regel gibt es auch schriftliche Richtlinien, die dann dort in dem Hause gelebt werden. Handelt es sich um eine Klinik mit einem guten Stillmanagement, dann wird bereits bei der Geburt darauf geachtet, dass die Medikation nicht den Stillerfolg gefährdet und das Baby direkt nach der Geburt genug Hautkontakt mit der Mutter hat. Ein schnelles Anlegen spielt hierbei auch eine große Rolle.

Daneben wird natürlich auch auf der Wochenstation gleich darauf geachtet, dass die Anlegepositionen korrekt ausgeführt werden und so keine unnötigen Stillprobleme entstehen können. Die Hilfestellung zur korrekten Anlegeposition erfolgt nicht nur durch die Stillberaterin, sondern auch durch die Hebamme und oder die Kinderkrankenschwester. Diese sind meist auch entsprechend ausgebildet.

Wer hilft mir bei Problemen zu Hause?

Wenn Du die Klinik verlassen hast, dann wirst Du noch täglich Besuch durch die Nachsorgehebamme erhalten. Dieser tägliche Besuch erfolgt bis zum zehnten Lebenstag Deines Kindes. Den genauen Betreuungsrythmus haben wir bereits in dem Artikel „Die Hebamme“ aufgeführt und weiter erläutert. Neben der Hebamme kann Dich auch die Still- und Lakatationsberaterin IBCLC zu Hause besuchen und Dir bei komplizierten Problemen helfen. Die IBCLC wird in der Regel nur bei wirklich komplizierten und schwierigen Problemen gerufen und hat eine ergänzende, medizinische Ausbildung.

Bei Stillproblemen, die nicht eine medizinische Indikation beinhalten, hilft Dir die örtliche Stillberaterin gerne weiter. Daneben kannst Du an Deinem Wohnort Stillgruppen besuchen und so Probleme sogar schon in der Entstehung vermeiden. Stillgruppen dienen dem einfachen Austausch zwischen Dir und anderen Müttern und können auch für die einfache und schnelle Anleitung durch eine Stillberaterin ergänzt werden. Eine ausführliche, individuelle Beratung kann innerhalb einer Stillgruppe in der Regel nicht erfolgen. Dazu machst Du einen persönlichen Termin mit der Stillberaterin.

Die Hebamme

Unser Fazit

Es gibt für jede Situation und auch für jeden Abschnitt der Stillbeziehung die ideale Begleitung. Kümmere Dich frühzeitig um alle Kontakte (diese findest Du alle auf Stillgruppen.de) und dann steht einer wunderbaren Stillbeziehung nichts im Wege. Wir wünschen Dir eine schöne Stillzeit. Dein Stillgruppen.de!

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