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Vorder- und Hintermilch beim Stillen

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Vorder- und Hintermilch beim Stillen

So., 12/15/2019 - 12:54
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Sie sind werdende Mutter oder interessieren sich für das Thema Stillen im Allgemeinen? Derzeit gibt es zahlreiche Diskussionen über das Thema Vorder-und Hintermilch und die jeweiligen Auswirkungen. Mit dem Thema sind Ängste und Sorgen verbunden. Auch das frühzeitige Abstillen kam bereits fälschlicherweise vor. Folgender Ratgeber klärt auf.

Was genau versteht man unter Vordermilch?

Unmittelbar zu Beginn des Stillens, erhält das Baby Vordermilch. Es wird behauptet, dass die Vordermilch einen geringen Fettgehalt besitzt und wesentlich mehr Flüssigkeit enthält. Während des Stillens nimmt der Fettgehalt der Milch kontinuierlich zu. Die Menge an Milch wird jedoch weniger. Die Milch, welche gegen Stillende zur Verfügung steht nennt man Hintermilch.

In der Regel weiß das Baby selbst, wann es Zeit ist die Brust zu wechseln. Das Baby signalisiert durch das Loslassen der Brust, wenn es an die andere Brust angelegt werden möchte. So ist gewährleistet, dass das Kind die richtige Mischung aus Flüssigkeit und Fett erhält.

Warum sind Mütter eigentlich besorgt?

Viele Mütter sind heute verunsichert. Sie sind nicht ausreichend über das Thema Vorder- und Hintermilch informiert oder mit Fehlinformationen versorgt. Einige Mütter denken sie müssen das Kind für eine gewisse Anzahl an Minuten stillen, bis das Baby an die Hintermilch gelangt. Was passiert wen das Baby nur kurz saugt? Erhält es dann keine Hintermilch und somit zu wenig Fett und Nährstoffe? Selbst Fachpersonal, wie Hebammen und Krankenschwestern animieren die Mütter dazu auf die Zeit während dem Stillen zu achten. Die Anzahl an Minuten variiert dabei deutlich. Was sollten wir über Vorder- und Hintermilch wirklich wissen?

Baby

Was steckt wirklich hinter dem Mythos Vorder- und Hintermilch?

In keinem Fall kann das Thema schnell erläutert werden. Eines ist Fakt: Das Fett haftet an den Milchgängen. Während des Stillens steigt der prozentuale Anteil an Fett, da die Gänge Milch freigeben. Allerdings läuft der Vorgang in Wirklichkeit nicht immer gleich ab. Es gibt keinen bestimmten Zeitpunkt, zu welchem sich Vordermilch in Hintermilch umwandelt. Währen des Stillvorgangs nimmt der Fettgehalt kontinuierlich zu. Gleichzeitig wird die Brust zunehmend leerer.

Eines wird jedoch oft vergessen: Insgesamt ist die Menge der aufgenommenen Milch ausschlaggebend dafür, ob das Baby zunimmt. Die Zunahme kann nicht auf die Art der Milch zurückgeführt werden. Es ist völlig irrelevant, ob das Baby kurz und oft gestillt wird oder längere Stillpausen eingelegt werden.

Des Weiteren gilt zu erwähnen, dass Vordermilch nicht immer fettarm ist. Der Fettgehalt der Vordermilch unterscheidet sich deutlich. Gerade wenn die Stillpausen sehr kurz sind, kommt es vor, dass der Fettgehalt der Vordermilch deutlich höher liegt. Der Fettgehalt der Vordermilch kann in diesem Fall sogar höher sein als der, der Hintermilch.

Wann stimmen die Behauptungen über Vorder- und Hintermilch?

Die Erklärungen zur Vorder- und Hintermilch sind vor allem dann von Relevanz, wenn zwischen den einzelnen Stillmahlzeiten bis zu drei Stunden oder mehr liegen. Je voller die Brust der Mutter umso größer ist der Unterschied des Fettgehalts. Je länger die Abstände zwischen dem Stillen, desto voller die Brust. Innerhalb eines Tages variiert der Anteil an Fett deutlich. Vor allem in der Nacht kommt es zu einer maßgeblichen Veränderung der Zusammensetzung an Muttermilch. Hier sind lange Stillpausen die Regel. Die Vordermilch ist dann deutlich wässriger und fettärmer als am Abend. Im Laufe des Tages wird das Baby regelmäßig gestillt der Fettgehalt der Vordermilch nimmt kontinuierlich zu.

Baby Stillen

Was ist wirklich von Relevanz?

Eine Mutter sollte sich in keinem Fall zu intensiv mit dem Thema Vorder- und Hintermilch beschäftigen. Das Kind darf auch nicht dazu genötigt werden, eine Mindestanzahl an Minuten an der Brust zu verbringen. Wenn das Baby gut trinkt, bekommt das Kind genau die richtige Menge an Fett. Die Mutter sollte das Baby während des Stillvorgangs in keinem Fall unterbrechen. Das Stillmuster spielt dabei keine maßgebliche Rolle. Häufiges, kurzes Stillen versorgt das Kind mit ausreichend fettiger Vordermilch. Längere Stillpausen mit längeren Stilleinheiten versorgen das Kind ebenfalls ausreichend.

Wie bereits erwähnt ist die Gesamtmenge an Milch, welche das Kind innerhalb eines Tages erhält, von Relevanz. Für das Wachstum ist es völlig unbedeutend, ob das Kind jede Stunde circa 30 Milliliter Milch trinkt oder alle vier Stunden eine größere Milchmenge. Eine ausreichende Gesamtmenge an Milch ist ausschlaggebend. Das Stillverhalten variiert in den Ländern deutlich. Während traditionelle Kulturen häufig regelmäßig stillen, ist das Stillverhalten in westlichen Ländern von deutlich längeren Stillabständen gekennzeichnet. Beide Gruppen wurden miteinander verglichen und es zeigte sich, dass Babys beider Kulturen die gleiche Gesamtmenge an Milch aufnehmen. Das Thema Vorder- und Hintermilch sollte bei Müttern also keine Ängste auslösen.

Stillen mit Muttermilch

Das Fazit

Das Thema Vorder- und Hintermilch hat bei vielen Müttern zunehmend an Bedeutung gewonnen. Allerdings sind die Sorgen völlig unbegründet. Unabhängig von der Anzahl der Minuten, welche sich das Kind an der Brust befindet, wird es mit ausreichend Fett und Vitaminen der Muttermilch versorgt. Je kürzer die Stillpausen, desto fettiger die Vordermilch. Bei längeren Stillpausen ist die Vordermilch zwar wässriger, dass Kind liegt aber auch länger an der Brust an. Das Baby weiß meist selbst, was gut für es ist.

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