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Sport während der Stillzeit

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Sport während der Stillzeit

So., 12/15/2019 - 14:02
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Ist Sport während der Stillzeit erlaubt? Sie sind werdende Mutter oder stillen bereits und wissen nicht, ob Sport während der Stillzeit erlaubt ist? Folgender Ratgeber klärt auf.

Alle Sportarten ohne große, körperliche Belastung wirken sich positiv auf das Baby und die Mutter aus. Sportarten, welche ideal geeignet sind: leichtes Muskeltraining, entspanntes Joggen, entspanntes Laufen oder kreislaufstabilisierende Sportarten wie Rad fahren wirken sich positiv auf die Mutter aus. Allerdings sollten Sie einige, wenige Dinge beachten.

Was sollte man während dem Sport beachten?

Bei sehr intensiven Sportarten kann es während dem Stillen zu Problemen kommen. Gerade wenn es zu Erschütterungen kommt und die Brustwarzen an der Kleidung reiben kann die Gesamtmenge an Milch reduziert werden. Das wäre beispielsweise beim Joggen der Fall. Während belastenden Sportarten setzt der Körper Milchsäure frei. Diese gelangt aus dem Blut in die Muttermilch. Die Milch kann dadurch sauer und bitter schmecken. Im schlimmsten Fall lehnt das Baby die Milch ab und erhält nicht die benötigte Menge an Tagesmilch. Der höchste Anteil an Milchsäure befindet sich meist eine halbe Stunde nach dem Sport in der Muttermilch. Allerdings spielt es eine Rolle, ob die Brust zum Zeitpunkt des Sports voll oder leer war.

Joggen

Kann ich etwas gegen die Probleme tun?

Ja, sie können die Brust nach dem Sport mit klarem Wasser abspülen. Dadurch verändert sich der Geschmack der Brustwarze. Auch ein gut stützender BH ist hilfreich. Erschütterungen können so abgedämpft werden. Eine Überlastung während dem Sport begünstigt die Produktion von Milchsäure und sollte in jedem Fall vermieden werden. Machen Sie lieber kleine und regelmäßige Einheiten an Sport als lange, erschöpfende Sporteinheiten. Meist sind stillende Mütter sowieso etwas geschwächt und haben nicht die Kraft für auslaugende Sportarten.

Mäßiger Sport sollte keine Probleme verursachen. Wenn das Kind die Brust nach dem Sport verweigert, können Sie Milch im Voraus Abpumpen. Eine Alternative ist es die Anfangsmilch zu entleeren und das Baby erneut anzulegen. Hat das Kind keinen großen Hunger können Sie es einfach zu einem späteren Zeitpunkt anlegen.

Ein Abpumpen nach dem Sport hilft nicht die Milchsäure in der Brust zu reduzieren. Die Konzentration der Milch passt sich dem Blut an. Wenn Sie anstrengende und schweißtreibende Sportarten ausüben, sollten Sie in jedem Fall ausreichend trinken. Stillende Frauen haben sowieso einen höheren Bedarf an Wasser und Mineralien.

Wasser

Ist Baden in der Stillzeit geeignet?

Schwimmen ist für Mutter und das Baby gut. Allerdings ist gerade bei kleinen Kindern die richtige Wassertemperatur von Relevanz. Kleine Babys können die Körpertemperatur noch nicht eigenständig regulieren. Sie kühlen besonders schnell ab oder sind schneller erhitzt. Auch Keime können für Babys sehr gefährlich werden. Öffentliche Bäder enthalten immer eine gewisse Anzahl an Keimen.

Wenn das Baden für kleine Babys sicher ist, kann auch im Bad gestillt werden. Während dem Baden ist die Anzahl an Keimen deutlich höher als wenn Sie das Kind an die Brustwarze anlegen. Schwimmbadwasser, Meereswasser oder Seewasser können Ihre Brustwarze nicht beschädigen oder mit Keimen infizieren. Sie können Ihre Brust unmittelbar nach dem Baden mit klarem Wasser duschen. So kann die Haut von Chlor und Verunreinigungen beseitigt werden. Wenn Sie sich eine lange Zeit im Wasser befinden kann die Brustwarze austrocknen. Sie können für die Pflege eine Bodylotion ohne Parfüme oder eine Brustwarzencreme verwenden.

Das Baby darf in jedem Fall auch am Meer oder im Schwimmbad gestillt werden. Die Wassertemperatur nimmt keinen Einfluss auf die zur Verfügung stehende Menge an Muttermilch. Allerdings kann es bei kaltem Wasser dazu kommen, dass sich die Blutgefäße der Brust zusammenziehen. Warmes Wasser weitet die Blutgefäße. Wer gerne sauniert sollte folgendes bedenken: Hohe Temperaturen können dazu führen, das Milch aus der Brust entweicht.

Was sollte man beachten?

Wir geben Ihnen nochmal einen Überblick, was Sie während dem Sport beachten sollten. Ein Sportverbot stillender Frauen ist kontraproduktiv. Sport ist wichtig für die Mutter.

Der anaerobe Bereich

Im anaeroben Bereich bleiben bedeutet dass der Körper nicht in Sauerstoffarmut gelangt. Das ist beispielsweise bei sehr anstrengenden Sportarten, wie High Intense Training oder Tabata der Fall. Wenn Sie nach dem Sport an Muskelkater leiden haben Sie Ihre Muskulatur ebenfalls überansprucht und den Bereich überschritten. Die Milch kann sich im Geschmack deutlich verändern. Allerdings ist saure Milch für das Baby nicht gefährlich. Bleiben Sie trotzdem unterhalb Ihrer Belastungsgrenze.

Ein guter Still-BH bzw. Sport-BH ist Pflicht

Ein guter Still-BH bzw. ein Sport-BH ist während dem Sport unbedingt zu empfehlen. In der Stillzeit sind die Brüste deutlich größer und schwerer. Ein guter BH gibt ausreichend Halt und dehnt sich. So wird das feine Drüsengewebe nicht gequetscht. Wer vor dem Sport stillt, ist deutlich im Vorteil. Die Brüste sind milchleer und somit kleiner.

Ausreichend Wasser trinken

Wer während der Stillzeit Sport treibt sollte in jedem Fall ausreichend trinken. Die Milchproduktion wird durch eine ausreichende Flüssigkeitsmenge nicht gesteigert. Flüssigkeitsmangel während der Stillzeit kann aber für die Mutter gefährlich werden.

Langsam starten

Stillende Mütter können und dürfen Sport treiben. Allerdings sollten Sie nicht unmittelbar aus dem Wochenbett heraus mit intensiven Sporteinheiten starten. Der Körper benötigt Zeit um sich nach der Entbindung ausreichend zu erholen. Auch die Schwangerschaft selbst war für den Körper sehr anstrengend. Das Gewebe ist noch stark strapaziert. Eine regelmäßige Rückbildungsgymnastik innerhalb der ersten sechs Wochen ist unbedingt zu empfehlen.

Unmittelbar nach der Gymnastik werden zunächst leichte Sporteinheiten empfohlen. Kurze und leichte Crossstepper – oder Laufeinheiten sind ideal. Jeder Körper ist anders. Versuchen Sie auf die Zeichen Ihres Körpers zu hören, um zu vermeiden, dass sie diesen überanstrengen.

Wie viel Sport ist gut?

Bewegung ist gut für die Mutter. Sie wirkt stimmungsaufhellend und man verliert zusätzliche Pfunde. Auch das Immunsystem wird gestärkt und der Kreislauf stabilisiert sich. Kleine Bewegungseinheiten von täglich 30 Minuten sind zu empfehlen. Eine moderate Bewegung ist in jedem Fall sinnvoller als sich beim Sport zu verausgaben. Moderat bedeutet, man kommt leicht ins Schwitzen oder es geht einem leicht die Puste aus. Sie sollten sich während dem Sport noch unterhalten können. Sie können beispielsweise Einkäufe zu Fuß erledigen und mit dem Baby regelmäßig spazieren gehen.

Yoga Gymnastik

Vorsicht: Nicht unmittelbar nach dem Wochenbett mit Sporteinheiten starten. Bänder und Gewebe sind noch überdehnt und sehr weich. Der Beckenboden muss zurück zur anfänglichen Spannkraft. Warten Sie circa bis zu acht Wochen nach der Entbindung, bis Sie mit dem Sport beginnen. Ein langsames Steigern wird empfohlen. Außerdem können Sie sich mit Ihrem Arzt oder der Hebamme besprechen. Hier nochmals die empfohlenen Sportarten während dem Stillen:

  • Leichtes Joggen
  • Walking
  • Fahrrad fahren
  • Schwimmen
  • Inline Skating
  • Yoga
  • Pilates

Unser Fazit

Sport während dem Stillen ist erlaubt und nicht gefährlich. Allerdings sollten Sie eine leichte Sportart ausüben und sich nicht überanstrengen. Zudem dürfen Sie langsam starten. Hören Sie auf Ihren Körper. Ein gut, sitzender Sport-BH ist unbedingt zu empfehlen. Auch eine ausreichende Menge an Flüssigkeit ist ein Muss.

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