Was ist eine Schwangerschaftsgestose?

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Was ist eine Schwangerschaftsgestose?

Di., 04/21/2020 - 20:47
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Dieser Begriff ist im Prinzip ein Sammelbegriff für einige Formen von Erkrankungen, die während der Schwangerschaft vorkommen können. Die Entstehungsgründe dafür liegen entweder bereits vor der Schwangerschaft oder sie sind während der Schwangerschaft entstanden. Die Gestosen werden in eine sogenannte Frühgestose (auftreten bis zur 20. Schwangerschaftswoche) oder in die Spätgestose (auftreten nach der 20. Schwangerschaftswoche).

Bei der Frühgestose kommt es am häufigsten zu der sogenannten "emesis gravidarum". Dabei handelt es sich um das sogenannte Schwangerschaftserbrechen. Bei der Spätgestose kann es zu den Erkrankungen: HELLP Syndrom, Präeklampsie oder auch der Eklampsie kommen.

Wie oft tritt das Schwangerschaftserbrechen auf?

Rund fünfzig bis neunzig Prozent der Schwangeren klagen über Übelkeit, bis hin zu Brechreiz und einem dann folgenden erbrechen. Besonders häufig passiert dies vor allem bei Mehrlingsschwangerschaften und auch bei Erstgebärenden. Grundsätzlich ist dies nicht gefährlich und du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Wenn dieses normale Schwangerschaftserbrechen jedoch in eine "hyperemesis gravidarum" (sehr extrem häufiges erbrechen bis zu 10 mal pro Tag) übergeht, dann solltest du unbedingt Rücksprache mit deinem Arzt halten. Gerade der hohe Verlust von Flüssigkeit und Salz muss überwacht und vermutlich auch ausgeglichen werden. Du kannst aber beruhigt sein, denn diese extreme Form des Schwangerschaftserbrechen kommt sehr selten vor.

Was ist eine Spätgestose wie z.B. Eklampsie?

Unter einer Spätgestose, wie zum Beispiel das HELLP Syndrom, die Präeklampsie oder die Eklampsie. Früher wurden diese Erkrankungen auch oft unter einem Sammelbegriff der EPH Gestosen lautete, zusammengefasst. Das E stand für eine Flüssigkeitsansammlung im Gewebe (E: Ödeme). Das P stand für eine höhere Ausscheidung von Eiweiß im Urin der Schwangeren, nämlich bei mehr als 300 Milligramm an Eiweiß an jedem Tag). Und zum Schluss das H stand für einen hohen Blutdruck der Schwangeren (nämlich, wenn der Messwert über 140 zu 90 lag). In dem Fall stand das H einfach für Hypertonie.

Die Präeklampsie

Früher war bei dieser Erkrankung auch immer eine Bildung von Ödemen definiert. Dies wurde geändert, da es diese Formen von Wassereinlagerungen auch in ganz normalen Schwangerschaft Verläufen geben kann und diese nicht immer mit einer Ödemen Bildung einhergehen muss, wie bei einer schweren Präeklampsie.

Ganz klassisch wird eine Präeklampsie als eine Spätgestose bezeichnet, welche mit hohem Blutdruck und einer Proteinurie verbunden ist. Daneben können auch noch Schwindel oder Übelkeit auftreten. Manchmal kann sich solch eine Präeklampsie auch zu einer lebensbedrohlichen Eklampsie hin entwickeln.

Nur wenige Schwangere leiden tatsächlich an solch einer Präeklampsie: es sind nämlich nur ca 3-5 Prozent. Am meisten betroffen sind Schwangere bei Mehrlingsschwangerschaften und Erstgebärende. In der Regel tritt die Präeklampsie erst im letzten Schwangerschaftsdrittel auf, davor kommt sie sehr selten vor. Der Grad der Symptome und der Beschwerden ist dabei vielfältig. Tatsächlich gibt es sogar eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich die Präeklampsie bei einer erneuten Schwangerschaft auch wiederholt. Sie liegt im Durchschnitt bei ca 14 bis 16 Prozent.

Die Eklampsie

Die Eklampsie ist die schwierigste Form einer Spätgestose und macht sich durch Krämpfe bemerkbar, die auch noch 48 Stunden nach der Geburt auftreten können. Ebenfalls kann es zu einer tiefem Koma zustand kommen. Werden die Symptome nicht sofort medizinisch behandelt, so können Sie sogar zum Tode von dem Baby oder der Mutter führen. In der heutigen Zeit kommen solche Eklampsien nicht mehr so häufig vor. Auch bei dieser Erkrankung liegt eine hohe Wahrscheinlichkeit einer wiederholten Erkrankung vor. Bei einer erneuten Schwangerschaft liegt das Risiko einer erneuten Erkrankung bei 2 bis 16 Prozent.

Woher kommen diese Spätgestosen?

So richtig geklärt ist die Ursache für eine Präeklampsie nicht. Die Wissenschaftler haben lediglich eine Veränderung der Blutzirkulation in der Plazenta (also im Mutterkuchen) erkannt. Wie diese genau zu stande kommt, ist immer noch unklar. Es könnten auch Zellstörungen in den Blutgefäßen verantwortlich sein, aber auch diese Vermutung ist noch nicht bestätigt.

Es besteht auch die Möglichkeit, dass der Bluthochdruck der Mutter Schuld ist an den Störungen in der Plazenta. Der Bluthochdruck könnte zum Beispiel zu den Gefäßschäden geführt haben und im Folgeschritt auch die Nierenfunktion negativ beeinflusst haben, was dann eben die hohe Eiweißausschüttung im Urin erklären würde.

Die Wissenschaftler haben durch diverse Studien festgestellt, dass die Entstehung einer Präeklampsie durch bestimmte Faktoren begünstigt bzw beeinflusst wird. Zu diesen Einflussfaktoren zählen zum Beispiel: ein chronischer Bluthochdruck, eine chronische Nierenerkrankung, eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Übergewicht, falls die Mutter bereits eine Präeklampsie hatte, Mehrlingsschwangerschaften, die Frau ist Erstgebärende.

Geboren

Welche Symptome treten bei einer Präeklampsie auf?

Zu den häufigsten Ursachen und Symptomen bei einer Präeklampsie zählen: Herzklopfen, Ohrensausen, Schwindel oder Kopfschmerzen. Weiterhin kann es zu geschwollenen Beinen oder einer starken Zunahme an Gewicht kommen, bedingt durch Ödeme. Verstärken sich die Symptome und kommt es somit zu einem Übergang zu einer Eklampsie, so kann es auch zu Benommenheit und starker Müdigkeit kommen. Ebenfalls Sehstörungen Übelkeit und auch Bauchschmerzen.

Ist eine Spätgestose gefährlich?

Wie bereits weiter oben beschrieben, kann es auch zu einer Störung der Blutzirkulation der Plazenta kommen. Da die Plazenta aber auch die Versorgung des ungeborenen steuert kann dies zu Problemen führen. Diese äußern sich dann in Form von Wachstumsstörungen oder einer möglichen Frühgeburt. Diese starken Formen einer Spätgestose sind also für Mutter und Kind durchaus auch lebensbedrohlich.

Wie kommt es zu der Diagnose Präeklampsie?

Während der Schwangerschaft werden die Schwangerschaftsvorsorge Untersuchungen durchgeführt. Dabei werden unter anderem drei Untersuchungen durchgeführt, die die Erkrankung eindeutig bestätigen können. Nummer eins ist die bekannte Blutdruck Messung. Liegt der gemessene Wert über 140 zu 90 mmHg, so liegt eindeutig Bluthochdruck vor. Der zweite Test ist die Urinuntersuchung, die den Eiweiß Wert im Urin feststellt. Der dritte Test ist die klassische Gewichtsmessung und die Untersuchung der Füße und Beine auf Ödeme und Wassereinlagerung. Kam es bei diesen Tests schon zu positiven Ergebnissen, so werden möglicherweise auch noch ergänzende Tests wie zum Beispiel: Prüfung Blutgerrinung, Doppler Sonographie, Prüfung Blutbild und der Nieren und Leberwerte.

Wie wird eine Spätgestose behandelt?

Selbstverständlich richten sich Behandlungsform und auch Behandlungsort immer nach der schwere der Erkrankung. Wird eine Präeklampsie immer stärker, so steigt die Gefahr einer Eklampsie (durchaus lebensgefährlich) und deshalb werden die schwangeren dann meist in ein Krankenhaus eingeliefert. Dort erfolgt dann eine konstante und regelmäßige Überprüfung von Gewicht, Eiweiß Ausschüttung in dem Urin und des Blutdrucks. Die Präeklampsie wird quasi durch die Entbindung therapiert. Je nachdem, wie hoch der Blutdruck ist, wird man jedoch vielleicht versuchen, diesen medikamentös zu senken.

Das HELLP Syndrom vorgestellt

Im Jahre 1982 wurde das HELLP Syndrom erstmals medizinisch dokumentiert. Es löst meist schwere Leberfunktionsstörungen aus und geht mit extrem hohen Blutdruck einher. Deshalb wird das HELLP Syndrom auch als schwere Form einer Spätgestose bezeichnet. Ganz gefährlich sind die starken Störungen der Blutgerinnung, welche Schädigungen und Ausfälle an den Organen verursachen können. Die Frauen klagen meist über Schmerzen in der Nähe der Leber, über erbrechen und Übelkeit. Der Arzt bestätigt diese Krankheit durch eine Blutuntersuchung. Festgestellt werden dann: das zerfallen von roten Blutkörperchen (wird als Hämolyse H bezeichnet) und die erhöhten Leberwerte (elevated liver enzymes EL). Daneben sind die Thrombozyten (die sogenannten Blutplättchen) nur in sehr geringer Form vorhanden.

Die Auswirkungen des HELLP Syndroms sind für die Mutter lebensgefährlich und müssen deshalb schnell und unmittelbar im Krankenhaus behandelt werden. Die Ärzte in der Klinik entscheiden dann auch darüber, ob die Entbindung unmittelbar ausgelöst werden soll. Die Schwangerschaft kann nur fortgesetzt werden, wenn der hohe Blutdruck und die Störungen der Blutgerinnung medikamentös behandelt werden. Laut Statistik liegt die Wahrscheinlichkeit für eine erneute Erkrankung mit dem HELLP Syndrom bei ungefähr 13 Prozent.

Wie kann ich einer Erkrankung vorbeugen?

Um schwere Erkrankungen präventiv zu vermeiden, sind die vorgeschriebenen Vorsorge Untersuchungen von der Mutter unbedingt einzuhalten. Nur so können Probleme, und natürlich auch eine Spätgestose, frühzeitig erkannt werden. Sofern Mütter bereits einmal eine Gestose hatten, so sollten sie dies dem Gynäkologen bei der erneuten Schwangerschaft unbedingt mitteilen. Das Risiko für eine erneute Erkrankung ist nämlich deutlich höher als bei einer anderen Frau.

Relativ neu sind bestimmte Bluttests, mit denen sich Risiken für eine Erkrankung mit Präeklampsie vermuten lassen können. Diese sind jedoch noch nicht offiziell als sicher bestätigt worden.

Unser Fazit

Diese Form der Erkrankung ist möglich, aber dies bedeutet nicht, dass du unbedingt diese Probleme haben wirst. Wir sind positiv denkende Menschen und gehen deshalb immer von einem schönen Verlauf der Schwangerschaft aus und einer wunderbaren Stillzeit. Wenn du alle Vorsorge Untersuchungen durchführen lässt und dich während der Schwangerschaft (am besten natürlich auch schon davor) gesund ernährst und bewegst, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass du erkranken wirst. Also: alles wird gut! Dein Stillgruppen.de!