Die Milchbildung direkt nach der Entbindung

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Die Milchbildung direkt nach der Entbindung

Sa., 04/25/2020 - 13:01
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Einige Frauen fragen sich unmittelbar nach der Geburt, ob sie ihr Kind mit ausreichend Muttermilch versorgen können. Sie sind unnötig in Sorge und werden manchmal auch durch ihr Umfeld dazu getrieben. Sobald ein Baby nun auch noch Anzeichen für eine Gewichtsabnahme zeigt, dann geraten sie in Panik. „Muss ich nun zufüttern, damit mein Kind nicht verhungert?“ ist eine typische Frage für diese Zeit.

Um diese unnötige Sorge zu vermeiden, sollte sich eine Frau frühzeitig darüber informieren, dass sie absolut dazu in der Lage ist, das Kind mit ausreichend Muttermilch zu versorgen. Die Stillfähigkeit der Mutter ist grundsätzlich immer vorhanden und der natürliche Prozess des Stillens versorgt Dein Kind ausreichend mit Nahrung bzw. Nährstoffen. Du brauchst also nicht zufüttern!

Abnahme von Körpergewicht beim Baby

Wenn Dein Kind in den ersten ein bis drei Tagen ungefähr fünf bis sieben Prozent seines Geburtsgewichts verliert, so handelt es sich dabei um einen ganz normalen Vorgang. Die Gewichtsabnahme kommt zustande, weil Dein Baby in dieser Zeit überschüssige Flüssigkeit und auch Stuhl ausscheidet. Wenn die Gewichtsabnahme in diesem Umfang stattfindet, so ist alles in einem normalen Rahmen. Erst wenn es mehr als diese sieben Prozent seines Gewichtes verliert, so sollte auf jeden Fall eine Stillberatung hinzugezogen werden. Diese wird dann auch entscheiden, ob eine Zufütterung notwendig ist, wenn zum Beispiel mehr als zehn Prozent des Geburtsgewichtes verloren sind. Wenn Du Dein Kind erfolgreich stillst, dann wird es sein Geburtsgewicht bereits nach rund zehn bis vierzehn Tagen wieder erreicht haben.

Baby nach der Geburt

Das Kolostrum

Dein Kind bekommt in den ersten Tagen nach der Geburt eine besonders nährstoffreiche Versorgung von Dir. Denn Du produzierst in diesen Tagen das Kolostrum, welches voller Nährstoffe und Immunstoffe ist. Es ist die erste Muttermilch, die Dein Baby bekommt und diese ist eher dickflüssig und gelb und wird deshalb auch öfters als das „flüssige Gold“ bezeichnet. Diese „hochdosierte“ Form von Muttermilch wird in geringer Menge produziert, da der Magen des Neugeborenen noch gar nicht in der Lage ist, eine größere Menge an Muttermilch aufzunehmen.

Der Magen Deines Kindes ist noch sehr klein und relativ unelastisch. Deshalb wird Dein Baby vermutlich auch nur rund 7 Milliliter pro Stillmahlzeit aufnehmen. Mach Dir darüber keine Sorgen, denn es ist also alles so von der Natur geplant! In den folgenden Tagen wird die Aufnahme von Muttermilch stetig steigen, da der Magen des Kindes auch immer mehr aufnehmen kann.

Die reife Muttermilch

Wenn Du Dein Kind regelmäßig (ungefähr 8 bis zwölf Mal pro Tag) gestillt hast und das Kolostrum vollständig getrunken wurde, dann wird sich Deine Muttermilchproduktion automatisch auf die Bildung von reifer Muttermilch umstellen. Dies geschieht ungefähr in der Zeit vom zweiten bis hin zum vierten Tage nach der Geburt. Erkennen kannst Du dies auch an der farblichen Veränderung der Muttermilch. Die Farbe verändert sich nämlich von einem Gelb hin zu einem Weiß.

Die Milchmenge nimmt ab dem zweiten Tag deutlich zu und steigert sich auf bis zu 500 Milliliter am vierten Tag. Dein Kind wird am ersten Tag davon jedoch höchstens 100 Milliliter Muttermilch erhalten. Die Ansammlung von Milch, welche meist mit einer Brustdrüsenschwellung einhergeht, bezeichnet man als sogenannten Milcheinschuss. Du bekommst ein Spannungsgefühl in Deinen Brüsten, da diese anschwellen und spannen. Aber keine Sorge, denn dieser ganze (vielleicht auch unangenehme) Prozess ist nach einigen Tagen bereits wieder vorüber.

Die Milchproduktion wird gesteuert

Die Milchproduktion bzw. die Menge der produzierten Muttermilch wird durch ein ganz einfaches Prinzip gesteuert: die Nachfrage bestimmt das Angebot. Wenn Dein Baby die Brust regelmäßig beim Stillen entleert, so wird mindestens genau diese Menge auch wieder nachproduziert. Um eine gleichmäßige Milchproduktion zu gewährleisten, solltest Du also auf ein regelmäßiges Stillen Deines Kindes achten.

Wenn die Entleerung der Brust (aus welchen Gründen bzw. Rahmenbedingungen auch immer) nicht mehr regelmäßig geleert werden kann, so solltest Du die Brust auf jeden Fall manuell per Hand oder mit Hilfe einer Milchpumpe entleeren. Geschieht dies nicht, dann geht die Muttermilchproduktion automatisch zurück.

Stillen

Kein Vergleich mit Flaschenkindern bitte

Oft machen Mütter den Fehler und vergleichen das natürlich Stillen mit dem Trinken von Kindern, welche künstliche Nahrung per Flasche zu sich nehmen. Dieser Vergleich ist natürlich nicht sinnvoll, da hier tatsächlich „Äpfel mit Birnen“ verglichen werden. Die künstlichen Energien sind natürlich nicht so nährstoffreich, wie die der natürlichen Muttermilch. Dies ist vermutlich der Grund dafür, warum künstlich ernährte Kinder deutlich mehr trinken müssen. Die künstliche Säuglingsmilch ist also nicht so wertvoll, wie Deine eigene Muttermilch. Dies darfst Du nie vergessen. Wenn Du Dich also gesund und nährstoffreich ernährst, dann wirst Du diese Energie und die Nährstoffe über die Muttermilch (in ausreichender um nicht zu sagen perfekter Menge) an Dein Kind weitergeben.

Unser Fazit

Der ganze Ablauf nach der Geburt ist so von der Natur geplant. Du musst Dir keine Sorgen machen, da alles nach Plan verläuft. Achte auf eine ruhige und schöne Atmosphäre für Dich und Dein Kind und alles wird automatisch gut verlaufen. Du hast gesehen, dass sogar ein kleiner Gewichtsverlust von der Natur so geplant ist, da der Magen Deines Kindes noch zu klein ist. Vertraue also auf die Kraft und den Plan der Natur und erlebe eine schöne Stillzeit. Alles wird gut! Dein Stillgruppen.de!